Sean Webster Band – 20.08.2026, Backyard Club, Recklinghausen – Konzertbericht

Premiere für das SoS, beziehungsweise auch mich, im Backyard Club in Recklinghausen. Klemens Kübber, in Blues-/Blues Rock-Kreisen eine jahrzehntelange geschätzte Koryphäe in Sachen, Wissen, als auch Organisator und Vermittler zwischen Künstlern, Locations und auch Medienleuten, hatte mich überzeugt, noch den Weg, von der Arbeit in Essen aus, in die westfälische Metropole anzutreten.

Nach vielen vielen Jahren Engagement im urigen topos in Leverkusen und dem damit verbundenen Jazz Lev. e.V., ist er nach 46 Jahren im Rheinland zurück in seine Heimatstadt Recklinghausen gekehrt und hat mit dem Backyard Club (sehr gut an die Autobahn A2 angebunden, leicht zu finden, reichhaltiges Parkplatzangebot in der direkten Umgebung), ausgelegt auf circa 80 Besucher,  ein weiteres kleines Schmuckstück in sein ‚Portfolio‘ dazu geholt.

Der Club passt ideal für Acts, die sich vielleicht vor einer längeren Tour nochmal unter Echtbedingungen einspielen möchten, mal zwischendurch Termine im Kalender in der Woche frei haben, sich noch im Geheimtippmodus befinden, oder auch, oft zu Unrecht, noch nicht der ganz große Zuschauermagnet in hiesigen Gefilden sind. In dieser Hinsicht hat Klemens schon unzählige Male sein feines ‚Näschen‘ bewiesen und Klasse-Acts an Land gezogen.

Die Sean Webster Band, eine der für mich besten zeitgenössischen europäischen Blues Rock Bands, die ich zuvor bis dato schon zweimal live erlebt hatte (u. a. mal auf einem Rheindampfer) bot sich an diesem lauen Abend für eine Stippvisite förmlich an, Sie ist momentan im Begriff, ihr aktuelles starkes Album „Light A Day“ ans Publikum heranzuführen.

Demnach stieg das Quartett, bestehend aus Leader Sean Webster  und seinem niederländischen Begleittrio Floris Poesse, Axel Zwinselman und dem jungen Rob van de Linde (Webster lebt ja auch in Holland) mit dem Opener vom aktuellen Werk „Since I Met You“ folgerichtig in den Gig ein. Der Song beinhaltete eigentlich schon alles, was Sean und seine Gefolgschaft ausmacht; Klasse Melodie, eine energiegeladene Rhythmussektion, Zwinselmans gefühlvolle Keys als Unterfütterung und Websters ‚Mörder‘-Gesangsorgan (Joe Cocker lässt grüßen) in Kombination mit seinem filigranen Les Paul-E-Gitarrenspiel, seine charismatische als auch sympathische Präsenz inbegriffen.

Es wurde letztendlich knapp zwei Stunden in zwei Sets gespielt. Während im ersten Set mehr der Fokus auf  dem neuen Album lag (u. a. mit weiteren Tracks wie „Forever Young“, „Carried Away“ oder „Always Gone“) stand Set 2 mehr im Zeichen die Stimmung  peu à peu zu maximieren, was auch unter anderem mit dem ‚Klassiker „Here Me Now“ (mit Leisespielphase im E-Gitarren-Bridge) und dem überragenden Abschluss „Light A Day“, dem Titelstück vom aktuellen Longplayer, mit einer tollen lautstarken Gesangsinteraktion zwischen Webster und Audienz, bestens gelang.

Die fälligen Zugaben konnten nach dieser stimmungsvollen Publikumsgesangsleistung nicht abgeschlagen werden und so gab es zunächst das melancholische „Your Eyes On Me“ (Webster und Zwinselman allein ohne die Rhythmusleute) und am Ende das feurige „The Heart That Never Waits“, inklusive eines launigen ‚Frage-Antwort‘-Duell zwischen Websters E-Gitarre und Zwinselmans Keys. Kurz nach 22 Uhr verabschiede die begeisterten Anwesenden die Protagonisten des Abends.

Und selbst der ebenfalls schier begeisterte Hausarzt von Klemens, der auch zufällig das erste Mal den Club besuchte, musste eigestehen, dass kaltes Bier trinken, in Kombi mit guter Live-Rockmusik in schöner Umgebung und netten Leuten, vermutlich mehr hilft, als so manche Dauermedikationen als vermeintliche Hoffnungsträger fürs Körper- und Seelenheil…

Line-up
Sean Webster – Lead vocals, electric guitar
Rob van de Linde – Drums, vocals
Axel Zwinselman – Keys
Floris Poesse – Bass

Text und Bilder: Daniel Daus

Sean Webster Band
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m2-music
Backyard Club Recklinghausen

The Jayhawks – Sanctuary Park – CD-Review

Review: Michael Segets

Sechs Jahre sind seit dem letzten Lebenszeichen der Jayhawks vergangen. Zwischenzeitlich verfolgte Frontmann Gary Louris seine Solo-Karriere. Während auf „XOXO“ (2020) auch andere Bandmitglieder Songs beisteuerten, hat Louris in Sachen Songwriting auf „Sanctuary Park“ das Heft wieder in die Hand genommen. Alle Songs stammen von ihm.

Das Quartett aus den beiden Gründungsmitgliedern Gary Louris (Gitarre) und Marc Perlman (Bass) sowie den später hinzugestoßenen Karen Grotberg (Keys) und Tim O’Reagan (Drums) macht im Vergleich zu dem durchwachsenen „XOXO“ wieder Boden gut. Die Pop-Einflüsse lassen sich zwar auch auf dem aktuellen Album nicht verleugnen, aber sie sind nicht dominant. Herauszuhören sind sie auf dem Opener und zugleich ersten Single „Keeping Our Heads Above Water“ und dem folgenden „Kingston Girl“.

The Jayhawks bedienen sich verstärkt bei anderen Musikrichtungen. „Mr. Lincoln” versprüht den Flair der Sixties und geht in Richtung Westcoast. Eine lockere Country-Nummer („Leap Of Faith“) wird eingestreut, bei der Todd Lumley (Akkordeon) und Produzent Bob Ezrin (Ukulele) als Gastmusiker mitwirken. Mit „Always And A Day“ rockt die Band mal straight forward. Zum Abschluss gibt es mit dem akustisch gehaltenen „Rowing The Boat“ ein sehr schönes Folk-Stück.

Mehrstimmiger Gesang kennzeichnen seit jeher die Jayhawks. Gelungen ist er als a cappella beim Einstieg von „Hands Upon The Wheel“, auf dem später Mike Johnson mit seiner Steel Pedal einsteigt. An manchen Stellen erscheint – beispielsweise bei dem ansonsten runden Track „Familiar Strangers“ – das gemeinsame Dubidu zu aufdringlich. Auch sonst treten gelegentlich Passagen in den Songs auf, die mich nicht ansprechen wie etwa die Bridge bei „American Midnight“. An anderen Beiträgen gibt es nichts auszusetzen gibt. Das Titelstück „Sanctuary Park“, auf dem Louris seine Gitarre mal in Szene setzt, oder das sommerliche „It’ll Be Alright Tonight“, nochmal mit Unterstützung von Johnson, zählen zu ihnen.

Mit „Sanctuary Park“ reichen The Jayhawks an ihre Klassiker nicht heran. Im Vergleich zu dem vorangegangenen Album, ist dem neuen Werk allerdings eine Steigerung zu attestieren. Insgesamt überzeugt die neue CD nicht durchgängig, sondern bietet sich wieder an, um in Auszügen genossen zu werden.

Sham/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Rock and more

Tracks:
01. Keeping Our Heads Above Water
02. Kingston Girl
03. Mr. Lincoln
04. Hands Upon The Wheel
05. Leap Of Faith
06. American Midnight
07. Always And A Day
08. Sanctuary Park
09. Familiar Strangers
10. It‘ll Be Alright Tonight
11. Rowing The Boat

The Jayhawks
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Danielle Nicole – Fireflies – CD-Review

 

Ich muss ein weiteres Mal zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich Danielle Nicole in meinem ‚musikalischen Leben‘ erst einmal zur Kenntnis genommen habe, und das nicht im Rahmen ihrer Solo-Karriere, sondern mittels einer Scheibe von der Band Trampled Under Foot, die sie mit ihren Brüdern Kris und Nick Schnebelen ziemlich erfolgreich betrieb.

Das Album entstand in einer emotional sehr bewegenden Phase ihres Lebens nach dem Tod von Kris in 2022 durch eine Krebserkrankung. Obwohl es ihr aufgrund ihrer Trauer zunächst schwerfiel, die Songs fertigzustellen, fand sie durch die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Brandon Miller und dem legendären Keyboarder Jim Pugh neue Inspiration. Für die Aufnahmen zum Album verwendeten die Musik Kris‘ Schlagzeug, was das Album um eine weitere emotionale Ebene erweitert.

Das fantastische Werk – um es vorwegzunehmen – ist eine Lehrstunde, wie man verschiedene Musikstile, wie Blues, Rock, Southern Rock, Soul und R&B zu einer in sich stimmigen Einheit verschmelzen lassen kann.

Gerade Danielles Gesang, nachdem ich in den letzten Wochen so manches in der Hinsicht bei anderen Alben habe erleiden müssen, ist ein wahre Wonne, da passt einfach alles zum Stil der Songs, selbst in feinsten Nuancen. Das ist, was eine Weltklasse-Sängerin dann am Ende auch ausmacht.

Brandon Miller brilliert mit seinem großartigen E-Gitarrenspiel, er könnte eigentlich auch in jeder Southern Rock-Band problemlos auftrumpfen. Auch Luther Dickinson macht bei seinem Gastspiel bei „Take Me Back“ einen Klasse-Job. Jim Pugh ist dann immer mit dem richtigen Tastenspiel zur Stelle. Selbst bei den großartigen Background Vocals von Melodye Perry und Maxayne Moriguchi (u. a. beim herrlichen Opener „Radical Love“) wird nichts dem Zufall überlassen.

Neben den erwähnten Tracks sind für mich persönlich, die beiden soulig dahinschunkelnden „Soulside“ und „Tug Of War“ weitere Highlights in einem durchgehend starken Album. Das frech ‚hingerotzte‘ „Gaslight“ macht genausoviel Laune wie das später im Stile einer Sade hingesäuselte „Chameleon“. Der Titel steht auch förmlich auch für die Wandlungsfähigkeit ihrer fantastischen Stimme.

Danielle Nicole wird mit ihrem neuen Album „Fireflies“ nicht nur viele Würmchen zum Glühen bringen, sondern hat jetzt auch noch einen neuen glühenden Verehrer ihrer Musik…!

Eigenproduktion (2026)
Stil: Blues/Rock/Soul/R&B

Tracklist:
01. Radical Love
02. Take Me Back
03. Memories
04. Soulside
05. Gaslight
06. Piper
07. The Same Love That Made Me Laugh
08. Chameleon
09. Tug Of War
10. Dreams
11. Fireflies

Danielle Nicole
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V2 Records Promotion GSA

Heather Anne Lomax – Who Do You Think You Are – CD-Doppel-Review


Review: Michael Segets

Plateauschuhe, Glitzerbesatz und wilde Haarmähne – Heather Anne Lomax präsentiert sich auf dem Cover von „Who Do You Think You Are?” stylish und selbstbewusst. Das Bild weckt schon Erwartungen für die Richtung, die die Scheibe einschlägt: eine Power-Frau, die mit kräftiger Stimme in rockigen Gefilden zuhause ist. So ist es dann auch, wobei die Stücke mehrmals zum Bluesrock tendieren.

„Superstar“ stammt von Michael Doman. Die übrigen zehn Tracks schrieb die in Kansas City geborene und nun in Los Angles lebende Lomax. Der Longplayer wurde ihrem Gitarristen Zachary Ross produziert. Für die Aufnahmen gewann Lomax eine Reihe von gestandenen Musikern, die in wechselnder Zusammensetzung die Stücke live im Studio einspielten.

Bei den härter rockenden Tracks wie „Step Aside“ oder „Right On Through“ sorgen die Keys für einen breiten Klangteppich. In die Tasten greifen dort Ty Bailie (Katy Perry, Tanja Tucker) beziehungsweise Carey Frank (Bruce Springsteen, Tedeschi Trucks Band). „Ridgefield Dreams“ sowie „Hello Daybreak“ werden durch Flötentöne, für die Fuzzbee Morse (Bono, Peter Gabriel) verantwortlich zeichnet, angereichert. Den häufigsten Wechsel in der Bandbesetzung gibt es an den Drums. Auch hier kann Lomax auf die Erfahrung der Schlagzeuger zurückgreifen, die allesamt für namhafte Musikerinnen und Musikern tätig waren.

Die Songs haben gute Ansätze, auch wenn sie nicht unmittelbar ins Ohr gehen. Hauptsächlich stören mich einzelne Stellen in den Stücken, bei denen Lomax ihre Stimme eher lautmalerisch einsetzt, statt durch ihren Gesang Inhalte zu transportieren. Dies führt dazu, dass der Funke bei dem Album insgesamt nicht so recht überspringt.

Die Lyrics drehen sich meist um Beziehungen, sie geben aber auch Einblicke in das Seelenleben („Step Aside“) oder schlagen einzelne sozialkritische Töne an („Pluto Return“). Mit ihrer Vergangenheit setzt sich Lomax auf „Ridgefield Dreams“ auseinander. Bei ihrer Geburt adoptiert begab sie sich schließlich als erwachsene Frau auf die Suche nach ihren biologischen Wurzeln und veröffentlicht nun ihre Musik unter ihrem ursprünglichen Namen. Lomax stand schon mit einigen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne, die auch bei SoS gelistet sind wie John Hiatt, Joan Osborne oder The Marshall Tucker Band.

„Who Do You Think You Are?“ ist ein Album, das zwischen Rock und Bluesrock changiert. Heather Anne Lomax macht ihr Ding. Die einzelnen Songs weisen aber oftmals Passagen auf, die mich nicht abholen. Die hochkarätige Bandbesetzung macht technisch alles richtig, aber auf der Gefühlsebene spricht mich das Werk nicht an. Aber wer bin ich schon.

Review: Stephan Skolarski

Ihr Debüt-Album brachte die ursprünglich aus Kansas City stammende Heather Anne Lomax 2014 unter dem Künstlernamen Michael-Ann in Eigenregie heraus und wurde für die mutige und gelungene Mischung aus Bluegrass, Americana und traditionellen Country-Stücken nicht nur in L.A. ausgezeichnet. Auch in Europa lobte z.B. das irische Lonesome Highway Magazin die Intensität der Scheibe. Auf “All This Time” (2020) spielte sie, inspiriert durch Elvis Presleys Memphis Sessions, den klassischen Country Rock’n’Roll aus der Vergessenheit zurück auf die Review-Seiten und erntete viel Lob für das feine Songwriting (u.a. “Comfort Me”) – kein weiterer Beweis war erforderlich, dass sie großartige Titel schreiben kann!

Oder doch? Denn natürlich hat sie es wieder getan und mit dem neuen Werk “Who Do You Think You Are” demonstriert. Wie aus einem musikalischen Lehrbuch der frühen 70er Jahre fließen die Stücke aus Rock, Blues, Soul, Country und Gospel unaufhaltsam in die Track-List, ein Zeitgeist-Feuerwerk einer lange zurückliegenden Epoche der Aufbruchstimmung. Lomax ist dabei mehr als in ihrem Element, als Songschreiberin, Multi-Instrumentalistin und vor allem als Sängerin.

Sanfte Joan Baez und emotionale Linda Ronstadt Passagen wechseln mit explosiven Janis Joplin und tief intensiven Grace Slick (Jefferson Airplane) Intonierungen, wobei die Vergleiche der Gesangsstile ausschließlich das vocale Talent der US-Songschreiberin verdeutlichen soll. Lomax huldigt ihren Vorbildern bereits zu Beginn des Albums mit den drei Songs „Come Along“, „Step Aside“ und „Can’t Refuse“. Insgesamt 11 Tracks, live im Studio eingespielt, bilden die Konzeption einer Zeitreise, die u.a. über weitere kraftvolle und ungeschliffene Zwischenstationen (z.B. “Finally Leavin’” und “Pluto Return”) zum experimentell psychedelisch angehauchten Schlusstitel begleiten. „Hello Daybreak” könnte ein Cover von Kate Bush sein, aus der Feder von Heather Anne Lomax, ein Synonym für den Tag, der die Hoffnung zukunftsweisend symbolisiert.

Als junge Songschreiberin einer neuen Musikgeneration hat Heather Anne Lomax ihr aktuelles Album mit dem philosophischen Titel “Who Do You Think You Are” veröffentlicht. Die Scheibe offenbart sofort ihre musikalische Lebendigkeit und reflektiert eine aufstrebende Blütezeit der amerikanischen Roots-Music. Entstanden ist ein herausfordernder Longplayer, der zahlreiche Impulse jener Epoche aufgreift, neu interpretiert und in die Gegenwart überführt.

The Blackbird Record Label (2026)
Stil: Rock, Blues, Soul

Tracks:
01. Come Along
02. Step Aside
03. Can’t Refuse
04. Ridgefield Dreams
05. Places Unknown
06. Right On Through
07. Finally Leavin’
08. Superstar
09. Blood Red
10. Pluto Return
11. Hello Daybreak

Heather Anne Lomax
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Devious Planet

Cross Canadian Ragweed – Live and Loud at Boone Pickens Stadium – LP-Preview

Cross Canadian Ragweed zählten viele Jahre zu einer der führenden Acts der Red Dirt-Szene, besonders zu deren absoluten Hochzeiten Anfang der 2000er Jahre. Und es sind tatsächlich schon wieder 15 Jahre her, seit man sich trennte und Leader Cody Canada mit seinen The Departed-Musikern (u. a. mit Seth James ein neues Projekt in Angriff nahm. Diese Band durfte ich mal vor ganz vielen Jahren im kleinen Kölner Blue Shell Club mit vielleicht gerade mal 100 Gleichgesinnten sehen.

Bei der Reunion-Show von Cross Canadian Ragweed sprechen wir jetzt allerdings von ganz anderen Dimensionen. Die fand letztes Jahr im altwürdigen Boone Pickens Stadium in Stillwater, Oklahoma, mit vielen illustren Gästen statt. Und da fanden  gleich vier hintereinander ausverkaufte Gigs mit insgesamt ca. 180.000 Zuschauern statt.

Dazu gibt es jetzt den entsprechende Live-Mitschnitt, der nur auf Vinyl veröffentlicht wird. Brandy Reed von der betreuenden RPR Media-Agentur, zu der ich schon seit vielen Jahren Kontakt habe, war so nett und hat mit vier Songs vorab in digitaler Form als Preview zukommen lassen. Sobald das physische Teil bei uns eingetroffen sein sollte, wird es dann ein komplettes Review geben.

Die vier ausgewählten Stücke machen auf jeden Fall schon richtig Spaß und lassen besonders auch live erahnen, warum sich die 1994 gegründete Band so großer Beliebtheit erfreute. Zum aktuellen Line-up zählen Cody Canada (lead and occasional backing vocals, lead guitar, harmonica), Randy Ragsdale (drums, percussion), Grady Cross (rhythm guitar, backing vocals), Jeremy Plato (bass, backing and occasional lead vocals) sowie Graycie York, als Tour-Backgound-Sängerin.

Das rockige „Anywhere But Here“ und der Ohrwurm „17“ (unter gesanglicher Mitwirkung von Jason Boland und dem Publikum) stammen beide vom dritten, nach sich selbst-benanntem Album aus dem Jahre 2002. Besonders bei „17“ weiß man am Ende, wie ein ausverkauftes Stadion zum Brodeln gebracht wird.

„42 Miles“ ist von „377 Highway“ aus dem Jahr 2001, hier singt New Country-Star Dierks Bently mit Cody Canada im Duett. Last but not least  lässt man es mit dem Stampfer „The Deal“ vom vierten Studioalbum „Mission California aus dem Jahr 2007 (mit schöner Wah-Wah-E-Gitarre und dem typisch energiegeladenen, pumpenden Bass von Plato) ordentlich krachen.

Selten habe ich mich als großer Fan der Red Dirt-Musik so gefreut wie über das Comeback von Cross Canadian Ragweed. In wenigen Wochen wird es auch noch das neue Studiowerk von Wade Bowen, einem weiteren Star der Szene, geben, Vielleicht gibt es ja wieder so etwas, wie eine kleine Renaissance. Obwohl ich eher ein Verfechter von Musik auf CD bin, kann ich es kaum abwarten, die LP in den Händen zu halten. Wie oben erwähnt, folgen dann noch die restlichen Eindrücke.

Eigenproduktion (2026)
Stil: Red Dirt Rock

01. Anywhere But Here
02. 42 Miles
03. The Deal
04. 17

Cross Canadian Ragweed
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RPR Media

Grace Potter – Trespasser – CD-Review

Review: Michael Segets

Grace Potter ist durch ihre Single-Erfolge „You And Tequila“ sowie „Wild Child“, die sie zusammen mit Kenny Chesney feierte, in Country-Kreisen bekannt. Darüber hinaus erregte sie als Grace Potter And The Nocturnals Aufmerksamkeit. „Trespasser“ ist ein Rockalbum, auf dem nur bei einzelnen Titel wie „War On The Mountain“ Country-Einflüsse durchscheinen. Das episch angelegte Stück gehört allerdings ebenso wie das kräftig losrockende „Ride Or Die“ zu den Highlights des Albums.

Aber auch sonst hat Potter auf dem neuen Longplayer einiges zu bieten. So ist der Opener „Main Street U.S.A.“ in seiner Gradlinigkeit ein guter Roots Rocker im mittleren Tempobereich. Die beiden bereits im Vorfeld veröffentlichten Singles „Love Me Not“ und „Run Baby Run“ verbindet ein leicht poppiger Einschlag. „Run Baby Run“ punktet dabei mit einem eingängigen Refrain. Bei „Love Me Not“ legt Potter etwas Soul in ihre Stimme. Potter ist stimmlich sowieso stark. Auf „The Voice“ spielt sie diese aus und wird hier zusätzlich durch einen Background unterfüttert.

Bei einigen Titeln ist die Rhythmusarbeit besonders auffällig, wie etwa beim schon erwähnten „Love Me Not“ oder bei „Lost Café“. In das letztgenannte Stück baut Potter einen seltsamen Part ein, der andere Kritiker möglicherweise begeistern wird, bei mir aber dazu führt, dass ich mich mit ihm nicht anfreunden kann. Ähnlich ergeht es mir mit dem Titeltrack, der sich als eine Art dystopischer Blues charakterisieren lässt. Durch mehrmaliges Hören gewinnt hingegen „Gasoline“ mit seiner Retro-Atmosphäre. Auf dem Song beweist Potter nochmal ihr Format als Sängerin, die sowohl die vorwärtsgehenden als auch die sanften Töne beherrscht. Ruhiger, aber intensiver Gesang prägt schließlich die Ballade „Belong“, die durch Orgel und Chor gospelige Züge trägt.

Der Longplayer wurde mit verschiedenen Bandbesetzungen aufgenommen. Benmont Tench (Tom Petty And The Hearbreakes) oder Tim Deaux (Kings Of Leon) stehen auf der Liste der Mitwirkenden. Potters Lebensgefährte Eric Valentine (Queens Of The Stone Age, Weezer, Slash) produzierte das Album.

Zwischen dem rasanten Einstieg und dem gemessenen Abschluss des Werks nimmt Grace Potter die Zuhörenden auf eine Art Roadtrip mit, bei dem im Mittelteil nicht jede Zwischenstation überzeugt. Dennoch lohnt es sich, bei „Trespasser“ einzusteigen, da durchaus Attraktionen am Wegesrand der Reise liegen, die man mitnehmen sollte. Selbst ist Potter in diesem Jahr noch mit Chris Stapleton und der Zac Brown Band unterwegs.

Mother Road Records – Thirty Tigers/Open(2026)
Stil: Rock

Tracks:
01. Main Street U.S.A.
02. Ride Or Die
03. Love Me Not
04. Gasoline
05. Run Baby Run
06. Lost Café
07. Trespasser
08. The Voice
09. War On The Mountain
10. Belong

Grace Potter
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Wayward Saints – Survivor – EP-Review

Southern-rockige Klänge aus Kanada sind bis dato im SoS eher rar gesät. Das Aushängeschild mit nennenswertem Bekanntheitsgrad sind bisher eindeutig The Sheepdogs, dann kommen vielleicht noch The Commonors, aber dann fängt schon das große Überlegen an.

Jetzt gesellt sich mit den Wayward-Saints, bestehend aus Lindsay Coleman (Lead vocals), Darren Flower and Justin Bennett (beide Electric guitar), Bil Bertram (bass) und Dylan Beneteau (drums) ein vielversprechendes Quintett dazu.

Das hat 2025 mit der EP „Survivor“ eine erste starke Duftmarke gesetzt. Die Band benennt ihre Einflüsse mit Acts wie Humble Pie, The Allman Brothers, Faces, and The Rolling Stones, gemixt mit einer Dosis des guten alten Stadion Rocks.

„Mit „In The Wild“ geht es nach atmosphärischem Intro auch gleich wild los, ein zünftiger Hard Rock-Song mit southern-trächtigem E-Gitarren-Solo. In eine ähnliche Richtung geht es bei „Got To Give In“ weiter. Center-Track und demnach auch genau richtig in der Mitte platziert ist das packende „Flags Of Red„, wo Lead-Sängerin Lindsay Coleman erstmals ihre variable, charismatische Stimme so richtig in die Waagschale werfen kann.

„Pay No Mind“ ist wieder von der zünftigeren Southern Hard Rock-Sorte (klasse hier der freche Wechselgesang von Coleman mit dem Harmoniegesang der Kollegen im Refrain), den tollen Abschluss bildet das Titelstück „Survivor“, das durch die Einbindung von Violinen- und Piano-klängen (gespielt durch die Gastmusiker Katie Kaufman und Greg Brisco) eine countryeske Note a là Marshall Tucker Band erhält.

Die Saints arbeiten zur Zeit an ihrem Debüt-Longplayer bei dem der JUNO Award-nominierte Produzent Ross Hayes Citrullo und der Grammy-nominierte Mastering Engineer Joao Carvalho, die auch auf dieser EP schon eifrig mitmischten, wieder mit von der Partie sein werden.

„Survivor“ von den Wayward Saints ist tatsächlich Stoff für Liebhaber der o. a. Interpreten, wobei mir weitere Bezugsgrößen wie Lynyrd, Skynyrd, Molly Hatchet, AC/DC, Led Zeppelin, The Quireboys, The Georgia Thunderbolts oder Dirty Honey ebenfalls noch in den Sinn kommen. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Eigenproduktion (2025)
Stil: Southern Rock / Hard Rock / Classic Rock

Tracklist:
01. In The Wild
02. Got To Give In
03. Flags Of Red
04. Pay No Mind
05. Survivor

Wayward Saints
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Elizabeth Cook – Great Television – CD-Review

Review: Michael Segets

Elizabeth Cook flog bislang unter meinem Radar. Die aus Florida stammende und in Nashville heimische Sängerin veröffentlichte bereits 2000 ihr erstes Album. Mehreren Folgealben gelang der Sprung in die US-Country-Charts, allerdings ohne dabei absolute Spitzenpositionen zu erreichen. Einige Nominierungen bei den American Music Awards und ein Preis als Outlaw-Sängerin bei den Ameripolitan Music Awards zählen zu ihren Erfolgen. In Musikerkreisen ist Cook etabliert, was ihre vielen Kollaborationen mit namhaften Kolleginnen und Kollegen zeigen. Sie arbeitete mit Rodney Crowell, Don Was, Carlene Carter, Buddy Miller oder Dwight Yoakam zusammen und stand mit Jason Isbell auf der Bühne. Shooter Jennings produzierte „Great Television“.

Einen Karrieresprung bescherten ihr Auftritte in der „Late Show“ von David Letterman. Diese reflektiert Cook heute kritisch im Hinblick auf die Bedeutung, die den Medien in der gegenwärtigen Welt zukommt. Sie schöpft die Inspiration zu ihren Texten aus Geschichten, die kaum mediale Präsenz erzeugen und daher nicht oder nicht mehr erzählt werden. Cook erinnert beispielsweise an ein Unglück, bei dem 1971 in einer Waffenfabrik zahlreiche farbige Frauen ums Leben kamen („Thiokol Tripwire“). Dabei betrachtet sie den sozialen Kontext des Unglücks differenziert und stellt die Bedeutung der Arbeit für die Unabhängigkeit und das Selbstwertgefühl der Frauen heraus.

Cooks Texte erzählen aber auch Geschichten, die einen Bezug zu persönlichen Erlebnissen oder Erfahrungen aufweisen. „The Easy Kind“ zählt dazu. Unter dem gleichen Titel ist kürzlich ein Spielfilm erschienen, der auf ihrer Biographie beruht. Die Lyrics des Longplayers überzeugen und der Aufbau der Songs mit ihrem konsequenten Wechsel zwischen Strophe und Refrain kommt mir ebenfalls sehr entgegen. Als Songwriterin mag Cook in eine Linie mit Mary Chapin Carpenter oder Patty Griffin gestellt werden. Sie hat aber eine größere Affinität zum Rock. Ihr neues Album bewegt sich daher zwischen Americana, modernem Country und Rock.

Unter den ruhigen Beiträgen („In Your Vains“, „Lightly“) sticht „Okeechobee Mud“ heraus. Mit der Single „Sunset Promenade“ gelingt ihr zudem ein wunderbar runder Song, der ins Ohr geht. Country-Fans kommen mit der Ballade „The Easy Kind“ oder dem flotteren „Girls Of Atomic City“ auf ihre Kosten. Die Stimme von Cook ist für dieses Genre wie gemacht. Bei „Razorwire Wall“ wird sie von Evan Felker am Mikro begleitet. Der als zweite Single ausgekoppelte Song bringt etwas Honky Tonk ins Spiel.

Ihre rockige Seite lebt Cook mit „Caldonia And The Love Convoy“ und „19th Nervous Breakdown” aus. Sie bietet hier Rock’n Roll vom Feinsten. Mein Favorit des Albums ist jedoch „Feverfew“. Der Song baut mit den melodiösen Strophen und dem vorwärtsgehenden Refrain einen Spannungsbogen auf, der mich begeistert. Bemerkenswert ist, dass statt dem quasi obligatorischen Gitarrensolo dort eine Orgel zum Zug kommt.

Das aktuelle Jahr hat bereits einige sehr gute Alben hervorgebracht. „Great Television“ gesellt sich zu diesen hinzu. Es hält einige hochkarätige Stücke bereit. Unter den Fittichen von Shooter Jennings legt Elizabeth Cook einen Longplayer vor, der Americana mit rockigem Einschlag und eine gelegentliche Prise Country verbindet.

Agent Love Records – Thirty Tigers/Open(2026)
Stil: Americana, Rock

Tracks:
01. Sunset Promenade
02. Girls Of Atomic City
03. Thiokol Tripwire
04. Okeechobee Mud
05. Razorwire Wall
06. The Easy Kind
07. Caldonia And The Lov Convoy
08. In Your Veins
09. 19th Nervous Breakdown
10. Feverfew
11. Lightly

Elizabeth Cook
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Brigitte Purdy – Mother Of The Crossroads – CD-Review

Es gibt manche weibliche Interpretinnen, denen sieht man schon rein äußerlich an, dass sie Feuer und Temperament im Körper haben. Spontan fallen mir da Damen wie u. a. Crystal Shawanda oder Elles Bailey als Paradebeispiele ein. So auch vermutet, beim Blick auf die mir bis dato völlig unbekannte Brigitte Purdy auf ihrem neuen Album “ Mother Of The Crossroads „.

Purdy teilte die Bühne in der Vergangenheit schon mit vielen prominenten Bluesgrößen wie Walter Trout, Sugaray Rayford, Tim Bogar, Dionne Warwick oder auch Countryikone  Dolly Parton und, man höre und staune, sang Background vocals für The Who und Paul Rodgers

Die Zusammenarbeit auf diesem Werk steht im Licht der Protagonistin mit dem Multinstrumentalisten Dave Osti, der hier in allen Belangen (diverse Instrumente, Songwriting und Produktion) seine Stempel aufsetzt.

Klasse finde ich, dass hier der Blues in vielen Facetten sehr modern interpretiert wird, mit dezent proggigen Noten wie beim überragenden Opener „Sugar Fried Candy“ (mit ZZ Top-„Eliminator“-mäßigem E-Gitarrensolo), dem sexy gesungenen „Blues Collar Woman“ (fast wie Donna Summer goes Blues Rock), balladesken Momenten („Mother Of The Crossroads“, „Make Love Higher“), aber auch rockigen („Come To Mama“ – mit Harp) bis southern-rockigen Stücken („Losin Time For Love“, „Too Full Of You“ – mit swampigen Slide-Einlagen). Lediglich die „Memphis Hotlline“ huldigt mehr den traditionell gefärbten Blues.

Bein starken Abschlussstück „Rise Like The Water“ glaube ich sogar etwas die verbliebenen Spuren der Rodgers- und Who-Kooperationen (u.a. das integrierte klirrende Orgelspiel – insgesamt auch starke Keys von Drake Shining) ‚herauszulesen‘. Herausragend, wie schon anfangs vermutet, ist auch  Purdys kräftige und temperamentvolle Stimme, die sich zu jeder Zeit auf Augenhöhe mit den glasklar abgemischten Instrumenten befindet (eine herrlich transparente Produktion von Osti – so sollte man es machen).

Brigitte Purdy wirft mit „Mother Of The Crossroads“ ein starkes modernes Blues Rock-Album ins Rennen, dem man unbedingt Gehör schenken sollte. Absolute Empfehlung! Brigitte – eine tolle Künstlerin – nicht nur für Frauen!

Dirtshack Records (2026)
Stil: Blues & More

Tracklist:
01. Sugar Fried Candy
02. Blues Collar Woman
03. Memphis Hotline
04. Mother Of The Crossroads
05. Losin Time For Love
06. Make Love Higher
07. Too Full Of You
08. Come To Mama
09. Rise Like The Water

Brigitte Purdy
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Ingvay – Still Moving – CD-Review

Review: Michael Segets

Während die Fußballwelt nach Amerika schaut, lohnt es sich zurzeit in Sachen handgemachter Musik durchaus, den Blick auf deutsche Künstler zu richten. Vor Kurzem trat J Schlueter mit seinem Solo-Debüt als Songwriter in Erscheinung, nun bringt Ingvay sein fünftes Album „Still Moving“ heraus. Der Hannoveraner begann seine Karriere als Toningenieur u. a. für Johnny Logan und deutsche Musiker wie Heinz Rudolf Kunze, Thomas D oder Max Mutzke. Für „Still Moving“ holte er sich Matthias Meusel (Schlagzeug), Uwe Seemann (Bass), Ulrich Rode (Gitarre) und Maik Schott (Keys) ins Studio.

Die neue CD hat ihre Wurzeln im Rock ’n Roll und wird gelegentlich mit einer Prise Blues und Americana versehen. Wie der Titel des Longplayers bereits andeutet, versteht Ingvay Leben als Bewegung. Aufbruch, Weg und Ankommen sind dabei Themen, denen sich die Songs widmen.

Mit „The Old Way“ startet das Album schwungvoll. Dem klassisch gemachten Rocksong, der sich besonders durch seinen eingängigen Refrain auszeichnet, folgt „Get Up“, der ebenfalls straigt forward geht. Beide Songs wurden berechtigterweise bereits ausgekoppelt. Gradlinigen Rock ’n Roll bietet später auch „Back To The Sun“. Beim „Some Kind Of Rock ’n Roll“ mischt Ingvay etwas Bluesrock hinein. Auch die Gitarren am Anfang von „Give Me A Shot” sind vom Blues inspiriert. Der Song erhält mit dem mehrstimmigen Gesang im Chorus einen nahezu hymnischen Charakter und wird zudem durch ein kurzes Gitarrensolo gewürzt.

„On Monday“ startet zurückhaltend, entwickelt sich dann aber zu einem harmonischen Roots Rock. Ein ebenso starkes Stück ist „New Reflection“. Hier beweist Ingvay erneut, dass er ein Händchen für einprägsame Refrains hat. „Wake Up This Time“ zeichnet sich gleichfalls durch seinen Chorus – nochmals mehrstimmig vorgetragen – aus, durch den der Titel eine beeindruckende Kraft entfaltet. Auch die ruhigeren Tracks – das melodiöse „Home By The River“ und das reduziert instrumentalisierte „Almost There“ – überzeugen.

Ingvays „Still Moving“ ist ein empfehlenswertes Album, das Freunde des ehrlichen, handgemachten Rock sicher anspricht. Vor allem beherrscht Ingvay die Kunst, eingängige Refrains zu schreiben ohne dabei trivial zu sein. Das Songwriting orientiert sich am Old Way, wirkt dabei aber frisch und alles andere als angestaubt.

Magic Mile Music (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. The Old Way
02. Get Up
03. Home By The River
04. Some Kind Of Rock ’n Roll
05. Now I Can See
06. Give Me A Shot
07. Wake Up This Time
08. New Reflection
09. Back To The Sun
10. On Monday
11. Almost Here

Ingvay
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