Deana Carter – The Story Of My Life – CD-Review

Der berühmte Chicago Tribune charakterisiert Deana Carter wie folgt: „She is noted for her singular voice, which manages to be strong, soft and sultry at the same time“. Welch wahre Worte! Denn auch nach ihrer Babypause, diversen privaten und beruflichen Turbulenzen (Scheidung und zwei Labelwechsel), hat die 39-jährige Tochter von Fred Carter jr., einem namhaften Session-Gitarristen, der mit berühmten Persönlichkeiten wie Elvis Presley, Simon & Garfunkel oder Roy Orbinson zusammenarbeitete, nichts von ihrer musikalischen Faszination verloren.

Nein, im Gegenteil! Der Wechsel zu ihrem neuen Label hat ihr scheinbar ungeheure Motivation verliehen. Denn diesmal gibt es auf ihrem neuen Album „The Story Of My Life“ fast eine „One-(Wo)Man-Deana-Carter-Show“ vom Allerfeinsten. Sie hat sämtliche Songs geschrieben, singt, spielt diverse Instrumente und hat das Werk auch noch eigenständig produziert. Dazu hat sie ein paar wenige, auserwählte, mit ihr wunderbar harmonierende, Instrumentalisten (überragend Lead-Gitarrist Jeff Carter) mit ins Boot genommen.

Was hat sich nun gegenüber ihrer Vorgänger-CD „I’m Just A Girl“ von 2003 geändert, die trotz sehr ansprechender Leistung (sh. auch unter „Stöbern“) mit nur 82.500 abgesetzten Exemplaren, nicht mehr an die Traum-Zahlen ihrer zwei ersten Alben anknüpfen konnte, obwohl ihr Debüt natürlich mit über drei Millionen verkaufter CDs einen nicht erwarteten, grandiosen (wahrscheinlich auch nicht zu wiederholenden) Erfolg gebracht hatte? Zum einen zeigt schon das Cover, dass Deana das äußerliche Image eines modelartigen
„Sunny-Girls“ abgelegt hat. Vielmehr wirkt sie viel fraulicher und introvertierter, ja fast verträumt, wobei sicherlich auch die Geburt ihrer Tochter dabei eine wesentliche Rolle spielen dürfte.

Auch ihre Musik kommt dementsprechend gereifter daher. Die Gute-Laune-Nummern und auch der Countrygehalt reduzieren sich auf die Single „One Day At A Time“, ein locker, flockig ins Ohr gehender Midtempo-Song und „Getting Over You“, ein rhythmischer Akustikpiano-getränkter Popsong mit leichtem Southern-Flair, auch dank Deanas vorzüglich eingebrachtem Stratocaster-Spiel. So spielt sich das Ganze also weitgehend im nur noch dezent Country- und leicht Americana-infizierten, modernen Singer/Songwriter-Pop-Rock-Bereich ab (zuweilen liegt auch ein Vergleich zu Sheryl Crow nahe), das allerdings auf einem Top-Niveau mit tollen Songs, prima Melodien und viel musikalischer Kompetenz. So richtig die Post geht beim Opener „The Girl You Left Me For“ ab, ein leocht psychedelisch angehauchtes Pop-Rock-Knaller, wo leichte Reminiszenzen in Richtung Avril Lavigne unweigerlich aufflackern.

Der Rest sind relativ ruhig gehaltene, dennoch oft durchaus knackige, sich meist mit Beziehungsstress auseinandersetzende, nachdenkliche Nummern, die aber wunderschön instrumental in Szene gesetzt wurden und durch Deanas zarte, fast verletzlich klingende Stimme voll zur Entfaltung kommen. Excellent dabei „Ordinary“ (herrliche Hammondbegleitung, tolle Breaks, klasse Gitarre) und das bluesartige „Sunny Day“ (schöne E-Fills, Solo und Abschlusspart durch Gitarrist Jeff Carter, im Stile von Peter Green). Insgesamt ein schönes, in sich schlüssiges Gesamtwerk, mit geschmackvoller Covergestaltung, die natürlich alle Texte beinhaltet.

Deana Carter zeigt mit ihrem neuen Album einmal mehr, dass mit ihrem Namen weiterhin große Qualität verbunden ist, weshalb wohl auch eine, für ein Independent-Label ungewöhnliche, fast Major-mäßig, groß angelegte Promotionkampagne in den USA gestartet wurde. Ob sie verkaufstechnisch damit wieder an alte Erfolgstage anknüpft, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Aus unserer Sicht spricht absolut nichts dagegen! Qualitätsmäßig jedenfalls präsentiert sie sich in blendender Verfassung! Und das ist das Wichtigste!

Vanguard Records (2005)
Stil:  New Country

01. The Girl You Left Me For
02. One Day At A Time
03. Ordinary
04. In A Heartbeat
05. Katie
06. Atlanta & Birmingham
07. She’s Good for You
08. Not Another Love Song
09. Sunny Day
10. Getting Over You
11. The Story of My Life

Deana Carter
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Deana Carter – I’m Just A Girl – CD-Review

1996 schlug Deana Carter mit ihrem Riesenhit „Strawberry Wine“ und ihrem Debutalbum „Did I Shave My Legs For This“, wie eine Bombe in die Mainstream Country-Szene ein. 5 Jahre nach ihrem zweiten Album (sieht man mal von der Weihnachts-CD ab), einige heftige private und musikalische Turbulenzen hinter sich (Trennung vom Ehemann, Trennung vom bisherigen Label), steht sie mit „I’m Just A Girl“ wieder im Rampenlicht – und ist besser denn je! Ein großartiges Album, mit dem sie sich musikalisch gewaltig weiterentwickelt hat.

Weit weg von den üblichen Pfaden des Nashville-Mainstream-Country, aber dennoch ungemein radiotauglich, präsentiert sie uns eine Parade-Demonstration für sehr modernen, aber dennoch zeitlosen, handgemachten, höchst niveauvollen und kompetenten Country-Rockpop für’s 21. Jahrhundert, ohne jeglichen elektronischen Firlefanz. Hier dominieren eindeutig die Gitarren. Welch eine Frische steckt in den Songs! Das ist nichts für Country-Puristen, aber ein Fest für Anhänger anspruchsvoller Country-Pop und -Rock-Nummern, die runtergehen, wie Öl!

Ihre Musik klingt dabei deutlich mehr nach unberschwertem California-Westcoast-Sound, als nach Nashville. Da werden Erinnerungen an die besten Tage der großen Linda Ronstadt wach. Beschwingter, sonniger Westcoast-Countryrock-Pop-Sound in seiner besten Tradition. Wie eine wunderbare musikalische Mischung aus der bereits zitierten Linda Ronstadt, Karla Bonoff, Stevie Nicks, Sheryl Crow, Martina McBride, eines weiblichen Jackson Browne, Tom Petty und manchmal auch der Eagles! Die Songs sind sehr abwechslungsreich und stecken voller Substanz. Sie sind flockig, locker, zumeist recht lebhaft und schwungvoll, stecken gleichzeitig voller Energie und Rhythmus, und sind herrlich knackig, satt und zum Teil schön rockig in Szene gesetzt. Und diese Melodien – traumhaft!

Praktisch jeder Song hat nachhaltigen Ohrwurm-Chatrakter – und damit auch das Zeug zum Hit! Doch trotz dieser wunderbaren, eingängigen Melodienbögen ist in den Liedern ein beeindruckendes textliches und musiklaisches Potential. Und es dominieren die kanckig, satten E-Gitarren! So auch gleich bei dem dynamischen, flotten, herrlich frischen Opener, dem Titelstück „I’m Just A Girl“! Welch eine Melodie! Toller Gesang, wunderbare Harmoniern, ein quirliges E-Gitarrensolo in der Mitte und viel Schwung scheinen den Frühling und den Sommer in eure Herzen einziehen zu lassen, und verführen euch zum Träumen von einer luftigen Cabriofahrt entlang der Strände Californiens.

Diese Gefühle kommen allerdings bei etlichen weiteren Titeln ebenfalls auf. Herrlich auch das rockige, mit tollen Gitarrenriffs ausgestattete, äußerst knackige, satte, wieder mit einer fantastischen Melodie ausgestattete „There’s No Limit“, das bereits die Country-Single-Charts hochklettert. Wieder hören wir einen breiten Gitarrenteppich mit einem großartigen E-Gitarrensolo. Es folgt der wunderbare, leichte Laidback-Track „You And Tequila“, danach das grenzenlose Freiheit vermittelnde herrliche „Me And The Radio“. „I’ve got my Mustang pointed west, I’m going where the sun don’t set. I’m on a roll, just me and the radio, playing „Refugee“ and „Born to run“ and all those Allman Brothers songs. The wheels turn slow while I ride this road“, heißt es da im Text. Herrlich!

Toll auch der knackige Midtempo-Countryrocker „Cover Of A Magazine“, der wie eine Kombination aus Linda Ronstadt, Sheryl Crow und Tom Petty wirkt, das überragende „Eddie“, eine prächtige Countryrock-Nummer mit fulminanten E-Gitarren, „Goodbye Train“ mit einem an Tom Petty’s „Free Fallin'“ erinnernden Intro, und das rasante, melodische, aber total abgehende, schnelle, punkige „Girl’s Night“. Ebenfalls ein Höhepunkt. Eine fantastische Duett-Nummer mit Dwight Yoakam! „Waiting“ heißt dieser von einem satten Gitarrenarrangement begleitete Countryrock-Titel. Yoakam’s Stimme und die von Deana ergänzen sich wunderbar!

Deana hat alle Songs, zumeist mit anderen Songwriter-Größen, wie Wendy Waldman, Randy Scruggs, Dwight Yoakam oder Matraca Berg mitkomponiert. Unter den Musikern. Dan Huff, Dan Dugmore, Glenn Worf, Ricky Fataar, Steve Nathan…usw.! Ein Album ohne Schwächen, absolut keine Ausfälle bei den Songs! Hochkarätiger Country-Pop/Country-Rock mit viel sonnigem Westcoast-Flair in seiner ganzen Herrlichkeit. Ganz große Leistung, Mrs Carter!

Arista Records (2003)
Stil:  New Country

01. I’m Just A Girl
02. There’s No Limit
03. You And Tequila
04. Me And The Radio
05. Cover of a Magazine
06. Wildflower
07. Twice As Worth It
08. Eddie
09. Waiting (feat. Dwight Yoakam)
10. Liar
11. Goodbye Train
12. Girls‘ Night

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Darius Rucker – Southern Style – CD-Review

Großartig! Darius Rucker mit seinem bislang mit Abstand stärksten Album. „Southern Style“, ein Werk, bei dem der Name auch wirklich Programm ist. Dreizehn wunderbare, neue Tracks, durchströmt von einem herrlich relaxten omnipräsenten „Southern Flavor“, einfach nur zum Genießen! Der ehemalige aus Charleston, South Carolina stammende Frontmann der Rockband Hootie & The Blowfish hat mit seinem Schwenk als Solo-Interpret ins Countrygenre alles richtig gemacht. Als dunkelhäutiger Künstler kann er hier sogar fast so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal für sich verbuchen.

Alle seine bisherigen Alben, wie auch die auserkorenen Singles waren überaus erfolgreich. Auch „Southern Style“ hat sofort, und das vollkommen zu Recht, die Spitze der Billboard Country-Album Charts erklommen. Rucker beginnt sein Werk mit dem launigen, Popcorn-trächtigen „Homegrown Honey“, das unter Mithilfe von Nathan Chapman und Lady Antebellum-Frontmann Charles Kelley entstanden ist. Eine flockige, hippe E-Gitarrenlinie inkl. eines Southern-mäßigen Solos, ein spaßiger Text über ein flottes Southern Girl in New York hievten den Opener, zugleich erste Single de Albums, sofort unter die Top Ten. Apropos Songwriter: Auch bei den restlichen Tracks assistierten Darius mit Leuten wie Mark Nesler, Rivers Rutherford, Ashley Gorley, Rhett Akins, Troy Verges, Blair Daily, Hillary Lindsey, Monty Criswell etc. – das „Who-Is-Who“ der Szene. Ein zusätzlicher Beweis dafür, dass der Mann zur Zeit absolut gefragt ist.

Auch was die Musiker angeht, hat Capitol Records natürlich groß aufgefahren: Leute wie u. a. Shannon Forrest, Greg Morrow, Jt Corenflos, Brent Mason, Michael Rhodes, Danny Rader, Gordon Mote usw. sind da absolute Qualitätsgaranten, denen man auch hörbar den Spaß am guten Songmaterial anmerkt. „Good For A Good Time“ hält den Stimmungspegel zunächst weiter hoch, allerdings diesmal auf deutlich countrylastigerem Terrain. Dobro, Honky Tonk-Piano, Fiddle und Telecaster geben bei diesem Saloonfeger den Ton an. Erst mit „Baby I’m Right“ driftet Rucker in deutlich ruhigere Gefilde ab.

Ein grandioses melodisches Duett mit der famos (mit) singenden Mallary Hope (im Stile von Lee Ann Womack, Chely Wright), das so ein wenig an frühere Kollaborationen von Josh Abbott (Josh Abott Band) und Kacey Musgraves erinnert. Klasse hier die von Andy Leftwich gespielte zirpende Mandoline. Das Titelstück „Southern Style“ ist eine herrliche Hommage an das Lebensgefühl des Südens mit all seinen Klischees („…she loves Lil Wayne and Lynyrd Skynyrd, keeps her tan lines in the winter…“), musikalisch natürlich mit typischer Slide-Gitarre (Pat Buchanan und Rich Robinson) in Szene gesetzt. Das mit Josh Thompson und Jessi Alexander geschriebene „High On Life“ bietet ebenso wie das fröhliche „You, Me And My Guitar“ (beide wieder mit toller Mandoline) beschwingten Southern Country Rock, während der Lovesong „Perfect“, sowie das klasse instrumentierte „Low Country“ (Slide und Manoline, Orgel) eher balladeskere, melancholischere Töne anstimmen.

Hier kommt Darius‘ markanter Gesang (übrigen wieder eine Glanzleistung von ihm) natürlich besonders gut zur Geltung. „Need You More“ mit synthetischen Streicherarrangements und Harmoniegesängen im Power-Refrain ist der Blockbuster-taugliche Song für Ruckers kommende Stadion-Auftritte. Schönen ruralen Country mit positiver Aura serviert Rucker auf „Half Full Dixie Cup“. Das herrliche Zusammenwirken von Aubrey Haynies Fiddle und Mike Johnsons Dobro machen diesen musikalischen Becher halbvoll und nicht halb leer.

‚Lighter Up“ stampft unter der Führung von Bobby Terrys Banjo und knackigen E-Gitarren in Southern Rock-Manier, bevor Darius mit den Abschlusstracks „You Can Have Charleston“ (in seiner Heimatstadt wurde übrigens jetzt zu seinen Ehren eine Straße in den Darius-Rucker-Boulevard umbenannt) und „So I Sang“ in deutlich nachdenklicheres, teilweise autobiografisches Material driftet. Zwei Stücke voller Intensität, die nochmal seine einzigartige Stimme in den Vordergrund rücken. Produziert haben die beiden Urgesteine Frank Rogers (acht Songs) und Keith Stegall (fünf Songs) in einem angenehm klingenden Soundspektrum.

Darius Rucker fügt der Liste seiner bisherigen, hervorragenden Alben mit „Southern Style“ ein weiteres, ganz wundervolles Werk hinzu. Die Lieder fließen in ihrer Lockerheit und mit ihren herrlichen Melodien nur so in unsere Ohren. Klare, durchaus traditionell fundamentierte, natürliche, wunderschöne, dabei auch absolut den Nerv der Zeit treffende Countrymusic vom Allerfeinsten!

Capitol Records NASHVILLE (2015)
Stil: New Country

01. Homegrown Honey
02. Good For A Good Time
03. Baby I’m Right (feat. Mallary Hope)
04. Southern Style
05. High On Life
06. Perfect
07. You, Me And My Guitar
08. Low Country
09. Need You More
10. Half Full Dixie Cup
11. Lighter Up
12. You Can Have Charleston
13. So I Sang

Capitol Records Nashville (2015)
Stil: New Country

SONY NASHVILLE/ COLUMBIA (2013)
Stil: New Country

Darius Rucker
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Tyler Farr – Suffer In Peace – CD-Review

Zweites Werk von einem der neuen, jungen, wilden Shooting-Stars aus Nashville. Nachdem Tyler Farr mit seinem Debüt „Redneck Crazy“ (sowohl mit dem Album als auch der gleichnamigen Single) die absolute Spitze der Country-Billboard-Charts nur hauchdünn verfehlt hatte (beide jeweils Platz 2, zweitgenannte konnte sich immerhin 20 Wochen halten!), legt er jetzt mit dem Nachfolger „Suffer In Peace“ (direkter Einstieg auf Platz 2) erneut einen Traumstart hin. Auch die Single „A Guy Walks Into A Bar“, ein wunderbar melodisches Midtempostück mit Powerrefrain und starken E-Gitarren (inkl. heulendem Solo), klettert bereits schnurstracks in den Top 10 nach oben.

Vom Türsteher zum Country-Star! Der ursprünglich aus Missouri stammende Sohn eines Tour-Gitarristen von George Jones legt schon ein beeindruckendes Tempo in Sachen Karriere vor und verkörpert in dieser Hinsicht auch ein wenig so was wie den berühmten ‚American Dream‘. Kein Wunder also, dass Farr sich auch auf einigen Tracks äußerst heimatverbunden gibt und gerade im patriotisch und religiös veranlagten Lager der New Country-Szene reichhaltig punkten wird. Schon der southern angerockte Opener „C.O.U.N.T.R.Y.“ (klasse direkt das Intro mit einer kratzigen Dobro-Linie, polternden Drums und flotten E-Gitarren) behandelt die Stereotypen des Genres (nette Zeile: „Old Charlie Daniels calls the devil a son of a bitch“) auf allseits bekannte Weise.

„Raised To Pray“ (mitgeschrieben von den Warren Brothers) und auch das abschließende „Why We Live Here“ sind pathos-getränkte Hommages an die Werte des amerikanischen Südens. Klasse Tylers Duett mit Jason Aldean auf „Damn Good Friends“, eine Hymne an die echte oder wahre Freundschaft mit Leuten, die man im Leben meist nur an einer Hand abzählen kann. Sicherlich im Vorfeld der kommenden Jason Aldean-Tour, wo Tyler supporten wird, ein klug kalkulierter Live-Earcatcher. Das textlich humorvolle „Better in Boots“ mit unterschwelligem Reggae-Flair, macht im Stile von Leuten wie Luke Bryan, Billy Currington oder Kip Moore Laune auf den Sommer.

Seine stärksten Momente hat Farr allerdings bei Stücken, wo eine dezent düster emotionale Ebene ins Spiel kommt. Großartig vor allem das atmosphärische „Withdrawals“ und das schon fast depressiv angehauchte „I Don’t Even Want This Beer“, wo die vorzügliche E-Gitarrenarbeit von Musikern wie Troy Lancaster, Adam Shoenveld und Derek Wells, ähnlich wie bei Brantley Gilbert auf seinem letzten Silberling, eine fast dramatische Note zu Tylers emotionalem Gesangsvortrag in die Songstruktur einbringen.

Produziert haben in einem sehr klaren und kräftigen Sound Julian King (Grammy-Gewinner für Faith Hills „Breathe“-Album) und Sony A&R Vize-Präsident Jim Catino. Insgesamt besticht Tyler Farrs „Suffer In Peace“ mit sattem, fettem, rockigem und ungemein kraftvollem New Country auf der Schiene solcher Seelenverwandter wie Jason Aldean, Eric Church, Justin Moore, Brantley Gilbert und Konsorten. Hier werden auf jeden Fall noch weitere Hits abfallen. Und vielleicht klappt es ja diesmal auch noch mit der anvisierten Nummer Eins!

SONY NASHVILLE/ COLUMBIA (2015)
Stil: New Country

01. C.O.U.N.T.R.Y
02. A Guy Walks Into A Bar
03. Withdrawals
04. Damn Good Friends (Duet with Jason Aldean)
05. Suffer In Peace
06. Raised To Pray
07. Criminal
08. Better In Boots
09. Poor Boy
10. I Don’t Even Want This Beer
11. Why We Live Here

Tyler Farr
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Deana Carter – The Chain – CD-Review

Deana Carter, Tochter des berühmten Gitarristen Jeff Carter jr., die nach einigen privaten und beruflichen Turbolenzen mittlerweile bei Vanguard Records eine feste Heimat gefunden hat, beglückt uns mit einem neuen Album, das aus reinen Covernummern besteht, die es aber nicht nur aufgrund einer äußerst prominenten Besetzung allesamt in sich haben. Das Werk ist ihrem Vater gewidmet, der ja in seiner langen Karriere mit fast allen Größen des amerikanischen Country (u.a. Willie Nelson, Dolly Parton, Kris Kristofferson, Waylon Jennings), Rock- und Pop-Business (Roy Orbison, Dr. Hook, Bob Dylan, Neil Young etc.) zusammengearbeitet hat.

Das interessante an der Geschichte ist, das es Deana gelungen ist, für die ausgewählten Klassiker (an denen ihr Vater damals im Original beteiligt war) viele der alten Recken oder zum Teil schon deren Nachfahren für ihre neuen Interpretationen zu gewinnen, wobei ihr Daddy natürlich bei der Gitarrenarbeit ebenfalls stark eingebunden wurde. Zum anderen wurden die Stücke durch eine eigenwillige, moderne Einspielung (zum Teil mit einigen wohl dosierten technischen Effekten) und eine sehr knackige Produktion aufgepeppt, und erhalten obendrein durch Deana’s nicht alltägliche Stimme einen besonderen Reiz.

So stechen neben einigen Songs, die von Deana allein am Mikro mit einigen auserwählten Musikern (Kyle Woodring, Glenn Worf, Jeff Carter, Andrea Zonn und die exzellenten Randy Leago und Dan Dugmore) performt werden (u.a. „Crying“ von Roy Orbison, „Lay Lady Lay“ von Bob Dylan, „TheWeight“ von The Band oder „Old Man“ von Neil Young) besonders eine ganze Reihe von Duetten hervor. Mit Jessi Colter („I’m Not Lisa“) und Dolly Parton („Love Is Like A Butterfly“) wird sich schon fast in elfenartiger Manier harmonisch ineinandergreifend durch die Lieder gesungen.

Bei Sachen, die sie mit gestandenen Ikonen der Countryszene, wie Kris Kristofferson („Help Me Make It Through The Night“), Willie Nelson („On The Road Again“) und George Jones („He Thinks I Still Care“) vorträgt, bildet ihr hell klingendes Stimmorgan ein interessanten Counterpart. Klasse auch die von John Anderson stammende und zusammen mit ihm gesungene Fassung von „Swinging“, die bluesig in Verbindung mit countrytypischen Honkytonkpiano und starken Harmonies cool und rhythmisch abrockt. Bei „Good Hearted Woman“ springt Shooter Jennings für seinen verschiedenen Vater Waylon in fast ebenbürtiger Art in die Bresche.

Das wohl markanteste Stück des Albums ist der Simon & Garfunkel-Welthit „The Boxer“, bei dem einst Vater Jeff gitarrentechnisch mitwirkte. Paul Simon spielte nun den Ball zurück, zupfte diesmal hier die Akustik-Gitarre und brachte direkt Sohnemann Harper mit ins Boot, der sowohl die E-Gitarre übernimmt, wie auch mit fast heiser wirkender Stimme ein interessantes Doppel mit Deana bildet. Eine schöne Akkordeon-ähnliche Synthie-Einlage und feine Steelguitar-Parts von Dan Dugmore verleihen dem Stück zusätzliches Flair.

Insgesamt hat Deana Carter mit „The Chain“ eine Kette von unvergessenen, großen Klassikern in einem sehr gelungenen „Modern Country-Pop“-Gewand aneinander gereiht, denen, auch Dank der starken Musiker und dem wunderbar knackig produzierten Sound (die Produktion hat Deana höchst selbst übernommen), auf angenehme Weise neues Leben eingehaucht wird! Prima Idee, prima umgesetzt!

Vanguard Records (2007)
Stil: New Country

01. Crying
02. Help Me Make It Through The Night
03. Love Is Like A Butterfly
04. The Boxer
05. Lay Lady Lay
06. The Weight
07. I’m Not Lisa
08. Swingin’
09. On The Road Again
10. Good Hearted Woman
11. He Still Thinks I Care
12. Old Man

Deana Carter
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The Whiskey Sisters – Same – CD-Review

Großartiges, weibliches Power-Duo aus Austin, Texas! Genauer gesagt: „The Whiskey Sisters are a Powerhouse, harmony-driven, Rocking Country, six piece Badass band from Austin Texas, with 2 chicks“ – so jedenfalls steht es in der offiziellen Produktinfo zum vorliegenden Debutalbum – und diese Aussage trifft es ziemlich genau. Diese Mädels, ihre Band und ihr tolles Debut sind mit ihrem durchaus traditionsbehafteten, herrlich unbeschwerten, zwanglosen, schön erdigen, rootsigen Texas-Countryrock und Americana, gepaart mit einem Schuß Roadhouse-, Outlaw-, Honky Tonk-, Southern- und Red Dirt-Feeling eine wahre Freude für die vielen Genre-Liebhaber. Teal Collins, einstige Sängerin der Mother Truckers und Barbara Nesbitt, die Bandmitglied bei dem legendären kalifornischen Musiker und Baseballspieler/-Coach Tim Flannery (& The Lunatic Fringe) gewesen ist, beschlossen bei einem Gig befreundeter Musiker in Austin fortan gemeinsam ihren Weg zu gehen, nachdem man bei zwei zusammen gesungenen Stücken eine vielversprechende Basis gefunden zu haben schien.

Zur Recht! Die beiden haben dann mit ihren energiegeladenen Stimmen auch sehr schnell in ganz Texas für Furore gesorgt. Collins brachte von den Mother Truckers Ehemann Josh Zee (guitars) direkt mit, dazu gesellten sich hochkarätige weitere Musiker wie Lonnie Trevino jr. (The South Austin Moonlighters) am Bass, Cari Hutson-Keyboarder Michael Davids und der Drummer von Monte Montgomery, Phil Bass. Binnen weniger Monate begeisterte das Sextett derartig , dass es im legendären Continental Club in Austin einen Vertrag für regelmäßige Auftritte, quasi als Hausclub, ergatterte. In ebenso kurzer Zeit war dann auch das Material für ihr Debütalbum zusammengestellt, dass wir, auch wenn es schon im Jahre 2012 erschienen ist, jetz in unser Programm aufnehmen mussten. Da kamen wir aufgrund seiner Klasse und Qualität einfach nicht drum herum.

Was für eine erfrischende „Americana/Countryrock-„Mugge“! Es hagelte umgehend zahlreiche Nominierungen bei den berühmten Austin Music Awards, wofür Nesbitt mit trockenem Humor die logische Erklärung ablieferte. „Wir hatten Sex mit dem Ausschuss“! Locker, schrill, frech, spontan, kraftvoll und angriffslustig sind dann auch die Attribute, die man für ihre Art, Musik zu performen, hinzufügt. Das 12 Stücke umfassende Werk sprudelt nur so vor Energie und kommt quasi genau so „bunt“ wie das knallige Coverartwork rüber. Teal Collins, die den Hauptanteil der Lead vocals inne hat, liegt von der Bandbreite irgendwo zwischen Sheryl Crow und Heart-Fronterin Ann Wilson (manchmal, wenn sie richtig keift sogar ein bischen Janis Joplin), während Barbara Nesbitt den etwas gemäßigteren Part im Stile einer Bonnie Bishop belegt. Beide finden sich durchgehend kongenial in überaus markanten, wundervollen Harmoniegesängen zusammen, die dann auch mit eines der Hauptrademarks der Band darstellen.

Die Rhythmusfraktion Trevino und Bass liefert einen kräftigen Antrieb und Teppich, auf dem sich der unglaublich versiert und rau E-Gitarren-spielende Josh Zee (sehr Southern Rock-typisch, klasse Slidearbeit) und der herrlich klimpernde Michael Davids (Orgel, Honky Tonk-Piano, E-Piano) ihre instrumentellen Highlights setzen können. Genial, wie die beiden sich vor allem in ihren Soloparts präsentieren bzw. ergänzen. Das ist Musik für die verräucherten Honkytonk Clubs oder feuchtfröhliche Open Air Events im Lonestar State. Bei der Musik sieht man vorm geistigen Auge das Duo wie auf den Coverbildern mit ihren schrill bunten, kurzen Kleidern und ebenso buntbestickten Cowboystiefeln vor einer biertrinkenden Redneckhorde abrocken, bis die Location aus allen Fugen kracht. Da wird jedes Konzert zu einer Riesenparty. Die Songs dazu sind ein Konglomerat aus rauen nach vorne preschenden Country- bzw. Southern Rock Stücken texanischer Prägung, und rockigem Outlaw-Country, gepaart mit dezentem, psychedelischem Seventies-Flowerpower-Flair .

Eine Art Mixtur aus ZZ Top, Lynyrd Skynyrd, Billy Joe Shaver, auch das Ein Album-Wunder The Motherstation, Stacie Collins, Gretchen Wilson und die von Mike McClure vor einiger Zeit produzierten ShutDownTown sowie partiell der Roadhouse Rock einer Eve Selis kommen spontan in den Sinn. Die meisten Nummern verlaufen im Uptempostil, lediglich „I Take It Back“ und „Fool“ wurden als bluesige, Nostalgie-behaftete Schwofer zum Durchatmen eingeflochten. Centersongs sind der herrlich verschachtelte Opener „So Close To The Sun“ mit seinen kreischenden Vokalharmonien, der hinreissend melodische, flockige, dabei aber auch schön knackige, wie Öl runtergehende Countryrocker „All I can do“, das Slide-durchtränkte, in Skynyrd-Manier gebrachte „Wait A Lifetime“ (herrliches E-Gitarren-Solo), das an ZZ Top angelehnte, rau stampfende „Home On The Highway“ (typisches Billy Gibbons E-Solo) oder das Roadhouse Rock-trächtige „Good Girl Down“ (satte Honky Tonk-Piano/E-Solo-Kombination), das lässig groovende „Don’t Trust My Heart“ (Sheryl Crow-/Bonnie Bishop-Flair) und der fulminante „Whiskey Song“, der nochmal schroff rockt und poltert, was das Zeug hält.

Und wenn die beiden Frontdamen aus ihren heiser gesungenen Kehlen „All I need – is the whiskey“ intonieren, konstatiert ihnen wohl auch der letzte Zuhörer: „All we need are The Whiskey Sisters“! Tolle Scheibe! Ein Sahne-Geheimtipp, wie er nur aus Texas kommen kann. Zugreifen!

World Records (2013)
Stil: Country Rock

01. So Close To The Sun
02. All I Can Do
03. Talk It Out
04. Wait A Lifetime
05. I Take It Back
06. I’m Gone
07. Home On The Highway
08. Fool
09. Good Girl Down
10. Dont Trust My Heart
11. The Whiskey Song
12. Let’s Drink

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Sundy Best – Door Without A Screen – Deluxe Edition – CD-Review

Ganz starkes Debüt zweier Burschen aus Prestonburg, Kentucky, die eine nicht alltägliche, aber ganz wundervolle, herrlich melodische Musik an der Schnittstelle zwischen Country und Americana spielen. Hinter Sundy Best stehen die beiden Freunde (seit fühester Schulzeit), hochtalentierten Musiker und Songwriter Nick Jamerson und Kris Bentley. Wie so oft bei derartigen Acts begann es mit dem gemeinsamen Musizieren erst einmal auf Parties im Bekanntenkreis. Es folgten unendlich viele Auftritte in Restaurants und kleineren Clubs.

Man erspielte sich mit bis zu vierstündigen Auftritten peu à peu eine loyale und nachhaltige Fanbasis, ist im Staate Kentucky mittlerweile so bekannt wie „bunte Hunde“ und füllt dort regelmäßig Clubs und größere Veranstaltungshallen. Wenn man bedenkt, dass Jamerson und Bentley praktisch mit minimalistischem instrumentellen Aufwand (in der Regel gibt es nur Gitarre, Mundharmonkia und Gesang, bei Rhythmusgebung durch eine Trommelkiste, einer sogenannten Cajón), quasi maximale Stimmung erzielen (sie werden bei ihren Konzerten geradezu frenetisch gefeiert), dann ist das schon eine tolle Sache.

Ihre nun veröffentlichte erste CD „Door Without A Screen“ (bei uns gibt es die um 7 Bonustracks erweiterte Deluxe-Ausgabe) erklärt dann auch ganz schnell warum. Die beiden schreiben Songs aus dem wirklichen Leben, mit denen man sich sofort identifiziert, wobei die Melodie, der Wiedererkennungswert der Refrains und Titel, sowie der unwiderstehlich durch Bentley erzeugte Rhythmus sofort mitreißen. Dazu hat Jamerson eine richtig unverbrauchte, teilweise rotzig freche Stimme (on top kann er auch klasse Gitarre und Mundharmonika spielen), die blendend zur gebotenen Musik passt. Für die Studio-Stücke holten sich die beiden dann noch dezente Unterstützung dazu. Zeke Walters ergänzt sein grassiges Banjospiel bei Stücken wie „Kentucky Women“ und „If I See Her“, Lauren Morgan glänzt bei Letztgenanntem mit einigen schön passenden, weiblichen Harmoniegesängen.

Ihr ebenfalls langjähriger Freund und Filmemacher Coleman Saunders, der ihnen auch zum Plattendeal mit dem potenten „Entertainment One“-Label verhalf, ist mit ein paar Pianotupfern, Bass-Linien und Gitarrensoli vertreten und hat dieses Werk auch produziert. Die Musik von Sundy Best ist insgesamt sehr schwierig zu katalogisieren. Es ein ganz eigenwilliger Mix aus diversesten Stilen wie Country, Bluegrass, Rock, Pop, Soul und Rhtythm & Blues, sagen die beiden, wobei die Country- und Americana-Roots eindeutig dominieren. Oft erinnern die beiden bei den flotteren Sachen, wie dem Opener „Kentucky Women“ oder „Drunk Right“ an eine Unplugged-Version von Cross Canadian Ragweed. Manchmal schimmert bei Tracks wie „Rain“ oder „Rowdy Gang“ sogar eine dezent psychedelische Note à la akustischer Led Zeppelin durch.

Stücke mit Harpbeteiligung („Home I Wanna Go Home“, „Summit City Slowdown“) lassen sofort Neil Young in seinen besten Solo-Tagen aufleben. Absolut radiotauglich sind Sachen wie „Lily“, das supermelodische „My Friends And Me“ (ein richtiger Ohrwurm) oder das herrlich soulig groovende „Runnin’“ (mit tollem Bruce Hornsby-Gedächtnis-Piano). Bei solchen Stücken kommt einem vielleicht die Eli Young Band als Vergleich in den Sinn. Wie es bei Ihren Live-Gigs zugeht, davon kann man sich ein Bild bei den beiden Live-Bonustracks „Drunk Right“ (also hier in beiden Versionen enthalten) und dem Medley „My Old Kentucky Home“/“These Days“ machen. Energie pur, Lokalpatriotismus und Spielfreude ohne Ende in Eintracht mit frenetisch mitgehendem und (überwiegend textsicher) mitsingendem Publikum.

Danach enthält diese Deluxe-Ausgabe noch fünf Demo-Tracks, die das Duo in ihrer ganz ursprünglichen Weise und auf sich selbst gestellt präsentiert. Hier wirkt alles noch ein wenig rauer, reduzierter und authentischer. Man meint teilweise, die beiden säßen bei einem mit im Wohnzimmer. Trotzdem klasse gemacht und nie langweilig. Sundy Best alias Nick Jamerson und Chris Bentley beweisen mit ihrem Debütwerk, dass sich da zwei Rohdiamanten in Wartestellung befinden. Zwei klasse Typen, die ganz klar das Potential haben, über den lokalen Status weit hinauszuwachsen.

Wie bereits erwähnt, sehr schwer einzuordnen diese Duo; Rosehill, Morrison Williams oder Antigone Rising (auch wenn es sich hier um eine Frauenband handelt) könnten im weitesten Sinne Richtungsanzeiger bilden. Ihr Album „Door Without A Screen“ jedenfalls ist ein unheimlich tolles, nicht alltägliches, spannendes und sehr abwechslungsreiches Erstwerk geworden, das einen wirklich fasziniert. Diese Burschen haben die Musik im Blut. Man darf gespannt sein, was da noch in Zukunft so alles im Anmarsch sein wird. Momentan gilt schon jetzt: Sundy Best – At their best!

Entertainment One (2013)
Stil: New Country & More

01. Kentucky Women
02. Lily
03. Home (I Wanna Go)
04. Rain
05. Prestonburg
06. Drunk Right
07. Mountain Parkway
08. If I See Her
09. My Friends And Me
10. Runnin‘
11. Rowdy Gang
12. Drunk Right (Live)
13. Ol‘ Kentucky Home/These Days (Live)
14. Car Song (Demo Version)
15. Summit City Slowdown (Demo Version)
16. Holy Ground (Demo Version)
17. Uneven Trade (Demo Version)
18. Distance (Demo Version)

Sundy Best
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Tim McGraw – Tim McGraw & The Dancehall Doctors – CD-Review

Nachdem ich den Weihnachtsurlaub und die letzten Wochen dazu genutzt habe, meiner anderen kreativen Ader (nein, es geht nicht um das Analysieren der genialen Spielzüge von Rot-Weiss Essen) in Form der Erstellung eines 2,00 m x 1,30 m großen Gemäldes zu widmen (allerdings inbegriffen einiger Nervenzusammenbrüche nach Fertigstellung, bei der Befestigung in gut 4,50 m Höhe…), als auch den Nachholtermin für unser ausgefallenes Symposium zu organisieren, kam mir der recht dürftige Nachschub an Rezensions-CDs, was meine Richtung betrifft, ganz gelegen.

Da es jedoch mittlerweile wieder kribbelt und ich ein wenig abergläubisch in Sachen erstem Artikel 2003 bin (nachdem die schöne Dreamcatcher-CD einen lebhaften Reigen toller Musik in der abgelaufenen Saison eröffnet hatte), habe ich, um auch auf der sicheren Seite zu stehen, den guten Tim McGraw zum Auftakt auserwählt. Und der aktuell wohl unangefochtene Superstar der New-Countryszene liefert erneut spitzenmäßige Arbeit ab.

Diesmal verzichtete er auf das gewohnte Who-Is-Who der Nashville-Studiomusiker und gab seiner langjährigen Live-Band, den Dancehall Doctors, die Gelegenheit, starke, wie immer, mit viel Feingefühl ausgewählte Lieder zu präsentieren. 15 Songs, mit einer fürs Genre nicht üblichen Spieldauer von 66 Minuten, lassen den McGraw-Fan, wie mich, frohlocken.
Der Opener „Comfort Me“ geht in die gleiche Kerbe wie „The Cowboy In Me“ vom letzten Album „Set This Circus Down“. Danach liefern sich kurzweilige Balladen a là „Tickin‘ Away“, „Red Ragtop“, „That’s Why God Made Mexico“ (mit herrlichem Barroom-Flair), „She’s My Kind Of Rain“, „All We Ever Find“ sowie „I Know To Love You Well“ und rockige Nummern wie „Illegal“ (klasse Southern Gitarren!), „Who Are They“ (aus der Feder von Brad und Brett Warren) oder „Real Good Man“ ein harmonisches Wechselspiel.

Dazwischen einige Midtempostücke wie z.B. „Home“, „Sleep Tonight“ und „Sing Me Home“, das mich stark an Jackson Brownes Running On Empty erinnert. Den Abschluss bildet der witzig gemachte Elton John-Klassiker „Tiny Dancer“, bei dem Tim den Herrn mit den vielen Brillen im Refrain durch Hochziehen der Stimme vortrefflich imitiert. Insgesamt eine wunderbar gelungene CD, die nach wie vor nur von meinem absoluten Favoriten „All I Want“ übertroffen wird
.
Jedenfalls hat Mr. McGraw mit kontinuierlichem Schaffen den Thron von Garth Brooks, der bei mir immer noch Sympathiepunkte aufgrund der geleisteten Pionierarbeit besitzt (immerhin der einzige, der sich mal hier in good ol‘ Germany für Konzerte blicken ließ), endgültig bestiegen.

Tja, mein guter Tim! Wäre es nicht auch mal an der Zeit, Dir die Warren Brothers als Support zu schnappen und endlich hier aufzulaufen? Ich garantiere dir genauso volle Hallen, wenn nicht noch längere LaOlas als bei Garth, und eine Fangemeinde, die dich grenzenlos lieben wird! Bitte glaub es mir…

Curb Records (2002)
Stil: New Country

01. Halo
02. Right Back At Ya
03. One Part Two Part
04. I Will Not Fall Down
05. The One
06. Better Than I Used To Be
07. Touchdown Jesus
08. The One That Got Away
09. Felt Good On My Lips
10. Hey Now
11. Only Human
12. Die By My Own Hand

Tim McGraw
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Keith Urban – Same – CD-Review

Eine Frage, die mich schon lange bewegt, ist folgende: Wie würde mein perfektes New-Country-Album aussehen? Welche Voraussetzungen müssten geschaffen sein, um ein Werk zu produzieren, das kommerziell, aber auch in qualitativer Hinsicht höchsten Ansprüchen standhalten kann?

Zunächst suche man sich einen optisch attraktiven Künstler, der eine recht gute Stimme besitzen sollte. Ideal wäre, wenn er Instrumente spielen könnte, noch besser, wenn er dazu auch noch kompositorisches Talent in sich birgt. Man gebe ihm Zeit, einiges an Spielraum, um sich frei zu entfalten, und stelle ihm teilweise erfahrene Co-Writer an die Seite.

Das Ergebnis ergänze man durch ein paar, gut bedachte Fremdkompositionen, so dass eine wohl dosierte Mischung aus peppigen, modernen Uptemponummern und schönen Balladen entsteht, ohne aber auch traditionelle Elemente außer Acht zu lassen.

Zur Einspielung der CD nehme man das Non-Plus-Ultra der Nashville-Studio-Szene und einen gestandenen Musiker als Produzenten.
Unter Abwägung aller Dinge, gelange ich immer wieder an ein Album in meiner Sammlung, nämlich das von Keith Urban.
In Neuseeland geboren, in Australien aufgewachsen, lernt er als siebenjähriger Bub Gitarre zu spielen, beeinflusst durch Songs von Künstlern wie Dolly Parton und Don Williams. Seine Gitarrenspieltechnik prägen Dire Straits-Frontmann Mark Knopfler und Fleetwoord Macs Lindsey Buckingham.

Schon früh ist ihm, trotz erster Erfolge in Down Under, klar, dass sein Weg nach Amerika führen wird. Nach einigen Zwischentrips Ende der Achtziger, einer ersten CD mit einer Band, namens The Ranch, und ersten Gastauftritten als Gitarrist auf Werken von Garth Brooks und den Dixie Chicks, ist es 1999 endlich soweit. Keith veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das er als Opener von Stars wie Dwight Yoakam und Tim McGraw/Faith Hill, aber auch schon bald als Headliner dem Publikum vorstellt.

Höhepunkte für mich, in einer durchweg auf hohem Niveau stehenden CD, sind das Gute-Laune-Stück „It’s A Love Thing“, „But For The Grace Of God“ (tolle Performance dieses Liedes auch bei der Abschlussfeier der Paralympics in Sidney), das mich ein wenig an den Siebziger-Jahre-Hit „Seasons In The Sun“ von Terry Jacks erinnert oder das cool-relaxte „A Little Luck Of Your Own“. Eine Kostprobe seiner Fingerfertigkeit auf der Gitarre liefert er beim groovenden Instrumental „Rollercoaster“.

Keith Urban, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, wird die Erfolgsleiter emporklettern und schon bald zu den nicht mehr wegzudenkenden Größen in Nashvilles New-Country-Szene gehören.

Capitol Records Nashville (1999)
Stil: New Country

01. It’s A Love Thing
02. Where The Blacktop Ends
03. But For The Grace Of God
04. Your Everything
05. I Wanna Be Your Man (Forever)
06. A Little Luck Of Your Own
07. You’re The Only One
08. If You Wanna Stay
09. Don’t Shut Me Out
10. Out On My Own
11. Rollercoaster
12. I Thought You Knew

Keith Urban
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Keith Urban – Love, Pain & The Whole Crazy World Tour – DVD-Review

Es erfüllt mich schon ein bisschen mit Stolz, dass ich wohl in unseren Gefilden mit einer der ersten war, die das Schaffen von Keith Urban zu einer Zeit beleuchtet haben, als dieser hier noch völlig unbekannt war, und treffsicher seine, wie die Zukunft dann in der Realität auch zeigte, rosigen Aussichten im Musik-Business voraussagte. Mittlerweile ist der mit Nicole Kidman verheiratete Keith Urban einer der ganz großen Stars in Nashville und auch mit einer der wenigen Botschafter des New Country, die sich mal hier in Deutschland blicken lassen.

Grund dafür sicherlich, dass Urban durch den pop-rockigen Touch in seinen Stücken hier einigermaßen gut für den Otto-Normal-Musikhörer in Sachen Mainstream-Rock a là Bon Jovi & Co. vermarktet werden kann, was man in unsäglicher Form mit Europa-tauglichen Versionen seiner letzten CDs schon vorzubereiten gedachte. Da platzt einem New Country-Liebhaber wie mir die Hutschnur und tut einem glänzenden Musiker, der sein instrumentelles Handwerk so virtuos beherrscht wie Keith Urban, großes Unrecht. Schande über diese sogenannten Marketingstrategen! Anders herum ist man froh über jeden Act des Genres, der sich überhaupt hier mal die Ehre gibt.

In Deutschland wird Keith in kleinen Schritten aufgebaut. Zunächst gab es Auftritte in kleinen Locations (u.a. Alter Wartesaal in Köln), dann folgte ein Gastauftritt in „Wetten Dass“, um seine Konzerte bei uns (in mittleren Hallen) im Rahmen seiner hier auf DVD beleuchteten Welttournee zu promoten. Ich hatte das Vergnügen bei seiner überzeugenden Vorstellung im Kölner E-Werk mit dabei zu sein (Backstage-Aufnahmen von Keith hier auch kurz im Bonusmaterial verewigt). Wie wenig Fingerspitzengefühl bei uns im Vorfeld an den Tag gelegt wurde (fast schon eine Art Beleidigung Urbans und der New Country-Fangemeinde), bewies man bereits damit, dass irgend so ein deutscher Pop-Boygroup-Fuzzi als Support gebucht wurde, dem nach seinem schnellen Absturz auf Solopfaden wieder in die Spur geholfen werden sollte. Der machte aber richtigerweise kurz vorher den Rückzieher, wohl wissend, dass er spätestens nach fünf Minuten (oder weniger) vom fachkundigen New Country-Publikum von der Bühne gebuht worden wäre. So ergab es sich, dass die beiden starken Musiker aus Urbans Begleitband, Jerry Flowers (welch eine Röhre) und Chris Rodriguez bei ein paar spontan eingespielten Stücken auch ihr Gesangskönnen aufblitzen lassen konnten.

Relativ schnell, nur wenige Monate später, wurde Urban dann noch für ein paar wenige Konzerte in großen Hallen angekündigt, was aber ohne neue CD (die war ja gerade erst vor der Welttournee erschienen) völliger Schwachsinn gewesen ist und dann natürlich mangels Nachfrage (oder offiziell, aus terminlichen Gründen) wieder gecancelt wurde. Sicherlich die bessere Variante ist, jetzt diese DVD erst mal als eine Art Bewerbungsvideo ins Rennen zu schicken und, wenn ein neues Album erstellt ist, dann den Run ausschließlich auf die großen Hallen zu starten (auch wenn ich ihn lieber wieder im kleineren Rahmen sehen würde).

Kommen wir nun zur DVD. Sie bietet einen grandiosen Querschnitt seines letzten Albums „Love Pain & The Whole Crazy Thing“ sowie einen gut gewählten Auszug seiner Restwerke. Grandiose Filmaufnahmen aus allen nur erdenklichen Winkeln und Perspektiven, tolle Videoeffekte auf einer Riesen-Leinwand hinter der Bühne, ein glänzender Sound, grandios und filigran spielende Begleitmusiker (Chris Rodriguez – Guitars, Bass, Ganjo, Background Vocals; Jerry Flowers – Bass, Guitars, Piano, Background Vocals; Brian Nutter – Guitars, Ganjo, Keys, Background Vocals; Brad Rice – Guitars, Ganjo, Mandolin, Background Vocals; Chris McHugh – Drums) und ein alles gebender, leicht erkältet wirkender Keith Urban als Center, ohne sich aber zu sehr in den Vordergrund zu stellen, bieten alles, was das Herz eines auf Qualität bedachten Musikliebhabers begehrt.

Das macht unheimlich viel Spaß und bietet großes Musikkino fürs heimische Wohnzimmer. Klasse und auch sehr publikumsdienlich gewählt ist der große Laufsteg inmitten der hier für diesen Silberling ausgewählten Halle, der am anderen Ende noch mal zu einem kleineren Rund führte und dort auch für die hinteren Ränge beste Sichtposition für einen eingestreuten Unplugged-Part bot. Ein Augenschmaus ist immer wieder auch den lausbubenhaft wirkenden Chris McHugh trommeln zu sehen, einen der wohl besten Drummer auf dieser Erde, der sich im Rahmen dieses DVD-Projektes auch als musikalischer Direktor betätigte.

Das abschließende „Everybody“ wird dann passender Weise dem Publikum seiner Welttournee gewidmet und am Ende mit einer Weltkugel, die sich auf der Leinwand in ein Herz verwandelt, effektvoll abgeschlossen. Beim Bonusmaterial gibt es kleine Einblicke in das Drumherum nach und vor den Konzerten, am meisten beieindruckend sind die wirklich nicht gekünstelt wirkenden Abschlussbemerkungen eines emotional aufgewühlten und zu Tränen gerührten Keith Urban angesichts des letzten Konzertes der Tour. Eine witzige Idee die als Bühne dargestellte Fotogalerie, bei der die Bilder auf der echten Konzertleinwand eingespielt wurden.

Und wer mal sehen möchte, was für ein fingerfertiger Gitarrist Keith Urban ist, kann sich mit garantiertem Staunen ein paar Lehrminuten in Sachen Saitenakrobatik beim Making Of-Film von „You Look Good In My Shirt“ geben lassen. Insgesamt eine grandiose DVD, die Keith Urban als einen sympathischen und begnadeten Vollblut-Musiker, Songschreiber und Entertainer ausweist, der zu jeder Zeit bereit ist, für sein Publikum eine große und vor allem ehrlich rüberkommende Show abzuliefern. Wer ihn noch nicht live gesehen hat, dem gilt die Empfehlung sich ihn und seine hervorragende Begleitband in den großen Hallen lieber anzuschauen, als zum x-ten Male die arrivierten Acts, die einem mündigen Rockmusikfan eigentlich schon aus den Ohren raushängen müssten. Und ich wette, dass Keith Urban, seine New Country-Roots nicht verleugnen wird, wer immer auch hierzulande wieder seine Geistesblitze marketingtechnisch einzubringen versucht. Absolute Kaufempfehlung für diese DVD, hier passt einfach alles!

Capitol Records Nashville (2008)
Stil:  New Country

01. Once In A Lifetime
02. Where The Blacktop Ends
03. Shine
04. Raining On Sunday
05. Stupid Boy
06. Used To The Pain
07. You’re My Better Half
08. Making Memories Of Us
09. You’ll Think Of Me
10. I Told You So
11. Days Go By
12. You Look Good In My Shirt
13. Tonight I Wanna Cry
14. Who Wouldn’t Wanna Be Me
15. Somebody Like You
16. Got It Right This Time (The Celebration)
17. Better Life
18. Everybody

Features.
19. Making Of The Tour Footage
20. Behind The Scenes Outtakes
21. Photo Gallery
22. Studio Footage of „You Look Good In My Shirt“

Keith Urban
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