Granger Smith – 4×4 – EP-Review

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4-Track EP! Wow! Herrlich! Nach seinem bärenstarken Album von 2013, „Dirt Road Driveway“, veröffentlicht der Texaner, einer der angesagtesten Vertreter der jungen Country-Generation im Lone Star State, nun eine 4 fantastische Songs umfassende EP, mit der er nahtlos an sein voriges Werk anknüpft. Die EP „4×4“ wurde aufgrund des Erfolges seiner sensationell verlaufenen, ausverkauften „Yee Yee Nation Tour“ zur Überbrückung bis zum nächsten Full Length-Album eingeschoben.

Produziert hat Frank Rogers, der bereits zuvor mit so bekannten Leuten wie Brad Paisley, Darius Rucker oder Josh Turner erfolgreich zusammengearbeitet hat. Rogers sorgt hier für einen herrlich kräftigen, aber sehr klaren und transparenten Sound. Der Opener „Backroad Song“ besticht durch wunderbare Akustik- und teils schön kraftvolle, kernige E-Gitarrenarbeit in Verbindung mit feinsten Mandolinen-Fills. Ein geradezu traumhaft melodischer, voll im traditionellen Country verwurzelter Midtempo-New Country-Track mit den in Nashville zur Zeit sehr hippen „ooh-ooh-ooh“-Harmonies im Refrain. Eine super Nummer! „Tonight“ erinnert von der energiegeladenen E-Gitarrenführungslinie ein wenig an die früheren Stücke von Jason Aldean, der Refrain mit eingängiger Titelzeile orientiert sich am megaerfolgreichen Schema von solchen Bands wie beispielsweise Georgia Florida Line, klingt nur deutlich mehr nach Country.

Darauf legt Smith auch durchweg sehr viel Wert. Die Balance zwischen Tradition und Moderne muss stimmen – und sie stimmt geradezu perfekt. Einer der Höhepunkte der EP (nein, das ganze Teil ist ein Höhepunkt) ist die dezent folkig/keltisch angehauchte Country-Kleinstadt-Hommage „Tailgate Town“. Hier agiert und singt Granger voller Pathos im Stile von Brad Paisley (dem er irgendwie auch äußerlich auf dem Cover ein wenig vom Typ ähnlich sieht).

Klasse hier besonders die zirpende Mandolinenuntermalung in Kombination mit den Gitarren, gespielt von Danny Rader. Sein Alter-Ego Earl Dibbes jr. darf natürlich auch nicht fehlen. Der hat seinen Auftritt beim rotzig frechen -Southern Country Rocker „City Boy Struck“. Diese Nummer würde auch bestens in das Anforderungsprofil eines Eric Church passen. Hier poltern und stampfen Shannon Forrests rhythmische Drums, dazu heulen und kreischen die E-Gitarren (inkl. fettem Solo), was das Zeug hält. Effektvolle Crowd-Gesänge und Gewehr-Klicken machen diesen Track zu einem Muss für jede biergeschwängerte, swampige Redneck-Party mit heißen Girls. Ein krachender Abschluss.

Granger Smith zieht mit „4×4“ alle Register seines Könnens. In Texas bereits ein Star, steht er möglicherweise kurz davor, die Phalanx der Großen wie Jason Aldean, Luke Bryan, Eric Church & Co. zu durchbrechen. Große Klasse!

Thirty Tigers Records (2015)
Stil: New Country

01. Backroad Song
02. Tonight
03. Tailgate Town
04. City Boy Stuck (Featuring Earl Dibbles Jr.)

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Trace Adkins – Songs About Me – CD-Review

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Die spannende Frage bei Trace Adkins’ neuem Album ist eigentlich, ob die großartige Leistung, die er Ende 2003 mit „Comin’ On Strong“ nach überwundenen  Alkoholproblemen hingelegt hatte, halten oder gar noch toppen kann… – die schlichte Antwort lautet. Er kann! So gehört es sich eben auch für einen der mittlerweile großen, charismatischen Stars der Nashville-Szene! Sein sechstes Studiowerk (die „Greastest Hits“ außen vor gelassen) „Songs About Me“ orientiert sich sehr stark am erfolgreichen Konzept des Vorgängers.

Ja, die Scheibe wirkt gar wie ein etwas später das Licht der Country-/New Country-Welt erblickender Zwillingsbruder, nur mit ein paar geringfügig verbesserten charakterlichen Eigenschaften. Warum auch nicht? Das Endergebnis stimmt, und einzig und allein darauf kommt es an! Von „Klonerei“ zu sprechen, wäre daher völlig fehl am Platze! Trace Adkins war nie besser!

Los geht’s mit einem ähnlich Southern-trächtigen Stück wie „Hot Mama“ beim letzten Mal. Der Titelsong „Songs About Me“ wurde, wen verwundert es, mit drei E-Gitarren eingespielt, und prescht mit jeder Menge rockiger Power voran. Könnte von der Klasse her in die Fußstapfen von Trace’s wohl größtem Nr. 1 Hit „(This Ain’t) No Thinkin’ Thing“ treten. Herrlicher Auftakt!

Der von wunderbarem Mandolinen-, Dobro-, Fiddle- und Harmonikaspiel begeleiteten, zu Adkins’ angenehm rauer Stimme ideal passenden, relaxten Ballade „Arlington“ folgt direkt mit „Find Me A Preacher“ein erneuter, herzerfrischender Southern-angehauchter Countryrocker, wobei hier eine tolle Banjobegleitung und ein klasse E-Gitarren-Solo hervorstechen. Anschließend kommen wir dann zu einer der Abweichungen. Diesmal wurde neben Trace’s Haus-Produzenten Scott Hendricks auch Dann Huff für drei Songs am Mischpult (und an der Gitarre) eingebunden.

Seinen typischen Stil bemerkt man direkt bei „My Way Back“, ein bombastische, sehr knackige Ballade, ja schon fast schon erdrückend, aber im positiven Sinne, so kraftvoll kommt sie aus den Boxen. Integriert ist dabei, ein fast schon „Melodic-Rock“-kompatibles Huff’sches-E-Gitarren-Solo, wie zu seinen früheren Giant-Zeiten (für die Rockfreunde, die sich daran noch erinnern mögen…). Mr. Adkins zeigt gerade hier auch seine vokale Klasse.

Stark! „Bring It On“ (ein gern genommer Titel in Southern-Kreisen) hat wieder dieses trocken-typische Outlaw-Flair. Knackige, kratzige Akustik- und Slidegitarren, heulende Fiddels, wie einst zu Charlie Daniels Glanzeit. Gleiches gilt auch für „Baby I’m Home“, mit leichter unterschwelliger Aggressivität, die sich dann im Refrain entlädt. Erinnert vom Feeling fast ein wenig an Lynyrd Skynyrds „Voodoo Lake“.

Nach weiteren, wunderbar abwechslungsreich eingespielten Balladen und Liedern im Midtempobereich, die dank der Klasse-Musiker (hier gibt sich wirklich die komplette Elite des Genres die Klinke in die Hand. Mason, Franklin, Buchanan, Corenflos, Huff, Morrow, Mote, Nathan, Yudkin, Brignardello, Sanders, Sutton und und und…) mit all ihrem filigranen technischen Können zu einem Hochgenuss-Cocktail avencieren, hören wir dann noch mal einen richtigen Abschluss-Kracher. Hat man erst einmal den Zungenbrechertitel „Honky Tonk Badonkadonk“ verinnerlicht, schwebt vor dem geistigen Auge des Betrachters schon unweigerlich ein dazu exakt passender Videoclip. Trace singend in einem brodelnden Country-Hexenkessel, umgarnt von hüftschwingenden, nur mit dem Notwendigsten bekleideten, nett anzuschauenden „heißen“ Damen, während die schwitzende Menge, den Refrain mitgrölend, die abkühlenden Bierflaschen zum Gruße emporschwingt. Ein richtig cooler Party-Song!

Die Cover-Gestaltung (mit allen Texten und vielen Bildern von Trace) ist ebenfalls sehr gelungen. Der 43-jährige zementiert eindrucksvoll und mit bestechender Gesangsleistung sein Abonnement auf eine Mitgliedschaft in der ersten Garde der großen New Country-Performer dieser Zeit. Und wie heißt es so schön, den Kern treffend, im Titelsong. „I sing for a living Country music, mixed with a little rock and a little blues“. Ohne Wenn und Aber unterschrieben, Mr. Adkins!

Capitol Records (2005)
Stil: New Country

01. Songs About Me
02. Arlington
03. Find Me A Preacher
04. My Way Back
05. I Wish It Was You
06. Bring It On
07. My Heaven
08. Baby I’m Home
09. Metropolis
10. I Learned How To Love From You
11. Honky Tonk Badonkadonk

Trace Adkins
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Jason Aldean – Night Train – CD-Review

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Mittlerweile ist er der absolute Superstar unter den „jungen Wilden“ Nashvilles. Jason Aldean! Auch sein neues Album „Night Train“ belegt eindrucksvoll, warum das so ist. Jason Aldean trifft mit seinen Songs den Zahn der Zeit im New Country-Genre. Und das eigentlich schon von seinem ersten Album an. „Relentless“, seine zweite CD, wurde vor einigen Wochen noch als letztes Werk nachträglich mit Platin bedacht, was zuvor schon mit dem Debüt, „Wide Open“ und dem Vorgänger „My Kinda Party“ (sogar doppelt, zur Zeit auch noch immer unter den Top-10 der Billboard Country-Album-Charts) gelungen war.

Der Bursche und seine Musik sind einfach beliebt, was die ausverkaufte Stadiontour dieses Jahres zusätzlich untermauert. Mit „My Kinda Party“ war die Messlatte natürlich für „Night Train“ immens hoch gelegt. Aber auch hier gibt sich das Zugpferd des Broken Bow Records-Labels selbstbewusst und kämpferisch, man spürt über die gesamte Distanz des Silberlings das Bestreben, diesem hohen Niveau Stand zu halten. Und das ist auch wieder einmal prächtig gelungen. Im Prinzip hat man nahtlos an das Vorgängerwerk angeknüpft.

Erneut gibt es satte 15 Stücke zu genießen, produziert hat wieder mit schön transparentem Klang Langzeitweggefährte Michael Knox. Auch die Musiker mit u.a. Rich Redmond, Tully Kennedy, Kurt Allison, Adam Shoenveld, Danny Rader, Mike Johnson, Tony Harrell, Charlie Judge, Rob McNelly und einigen Backgroundsängern/-innen stellen die bewährte Mischung aus Tourband und Studiomusikern dar. Bei den Songwritern bilden wieder Neil Thrasher und Wendell Mobley das Hauptgerüst (8 Songs), weitere prominente Namen wie David Lee Murphy, Rhett Akins, Ben Hayslip, Hillary Lindsey, Tom Shapiro, etc. bilden die Qualitäts-Garantie für hochwertige Musikkost.

Einziger Unterschied. Jason war kompositorisch auf „Night Train“ überhaupt nicht beteiligt und hat sich diesmal (mit Bravour) ganz auf sein „Näschen“ bei der Songauswahl verlassen. So hat die erste, vorab gebrachte Single „Take A Little Ride“ (sehr southern-rockig, stark an den erfolgreichen Titeltrack des letzten Werkes „My Kinda Party“ angelehnt) schon wieder in rekordverdächtiger Geschwindigkeit Platz 1 der Country Singles-Charts belegt. Auch bei den restlichen Stücken hat man fast erneut die Qual der Wahl, alle sehr melodisch, sehr variabal gestaltet (mal flockiger New Country, mal Heartland-Zutaten, auch mal ein Hauch von Hip Hop, viel Southern Rock, dazu in allen Tempoarten). Besonders klasse das viel Atmosphäre versprühende „Wheels Rollin’“, das fast wie „Chris Cagle meets Lynyrd Skynyrd“ daherkommt und dazu noch im Refrain Bob Segers berühmtes „Turn The Page“ huldigt. Großartig!

Klasse natürlich auch, wenn er mit seinen ebenfalls sehr erfolgreichen Countrykumpels Luke Bryan und Eric Church „The Only Way I Know“ zum Besten gibt. Hier spürt man förmlich sofort den Spaß der Drei, den sie hatten, als sie sich im Wechselgesang die Mikros weiterreichten. „1994“ würdigt den Countrystar der 80er, Joe Diffie, ein Hip Hop-trächtiges, sehr launiges Countrystück in der Tradition von Big & Rich. Auf eine Zusammenarbeit mit einer weiblichen Künstlerin wie zuvor mit Kelly Clarkson wurde diesmal im übrigen verzichtet. Powerballaden gibt es jedoch mit „Talk“, „I Don’t Lonely Well“, „Walking Away“ oder „Water Tower“ zur Genüge. Richtig düster (auch vom Text) wird es bei „Black Tears“, ein Lied, das richtig unter die Haut geht. Es erinnert ein wenig an Garth Brooks „The Thunder Rolls“.

Weitestgehend ist das jedoch knackiger, kraftvoller New Country vom Allerfeinsten (auch flexible und etwas toleranter ausgerichtete Southern Rock-Fans könnten durchaus mal ein Ohr riskieren)! Und so wird „Take A Little Ride“ auch bei weitem nicht der letzte Hit aus diesem vorzüglichen Album gewesen sein. 15 tolle neue Songs von Jason Aldean! Der Mann ist top – in allen Belangen! Und sein „Night Train“ ganz sicher eine Reise wert…!

Broken Bow Records (2012)
Stil:  New Country

01. This Nothin‘ Town
02. When She Says Baby
03. Feel That Again
04. Wheels Rollin‘
05. Talk
06. The Only Way I Know
07. Take A Little Ride
08. I Don’t Do Lonely Well
09. Night Train
10. 1994
11. Staring At The Sun
12. Drink One For Me
13. Black Tears
14. Walking Away
15. Water Tower

Jason Aldean
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Jason Aldean – My Kinda Party – CD-Review

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Unter dem Motto „My Kinda Party“ lädt der aus Macon, Georgia stammende Jason Aldean auf seinem vierten Studioalbum zu seiner ganz persönlichen Party ein. Und auf der mit fünfzehn Songs gespickten Scheibe lässt es der erfolgreiche New Country-Musiker dann auch ordentlich krachen. Grund zu feiern hatte Jason schon bei seinen früheren Alben, die allesamt äußerst erfolgreich waren.

Aber gerade der Vorgänger „Wide Open“, der Platz 2 in den Billboard Album-Charts belegte und gleich drei Nr. 1- („She’s Country“, „Big Green Tractor“, „The Truth“) und einen Nr. 2-Hit („Crazy Town“) generierte, war der absolute Meilenstein in seiner bisherigen Karriere, an den es jetzt anzuknüpfen galt. Gleich vorweg. Das ist bravourös gelungen! Dazu hat das seit den Anfangstagen bewährte Team „Broken Bow Records“ mit Michael Knox als Produzenten und Jason, sowie sein etatmäßiger Musikerstamm (Rich Redmond, Tully Kennedy, Kurt Allison aus seiner Live-Band sowie u.a. Adam Shoenfeld, Michael Johnson und Tony Harrell als ergänzende Instrumentalisten) wieder große Arbeit geleistet.

Diesmal wurde gerade bei der sehr gelungenen Songauswahl richtig „geklotzt“. Für die stattliche Anzahl der Tracks wurde wirklich alles an Rang und Namen bemüht, was sich in der Nashville-Songwriter-Szene bewährt hat (u.a. Neil Thrasher, Wendell Mobley, David Lee Murphy, Kim Tribble, Michael Dulaney, Brett James, Leslie Thatcher, Tony Martin, Jason Sellers, Bill Luther und mit Brantley Gilbert und Josh Thompson zwei seiner ebenfalls „jungen wilden“ Musiker-Kollegen). Gerade  Brantley Gilbert, der vor einiger Zeit ebenfalls ein tolles Album abgeliefert hat, zeigt sich für zwei der ganz auffälligen Stücke verantwortlich, sofern man dies bei einem solch durchgehend guten Werk ohne jeden Hänger überhaupt anführen kann.

Zum einen bei „Dirt Road Anthem“, einem Song, bei dem sich Hip Hop-mäßige Sprechpassagen in den Strophen mit einem sehr melodisch gesungenem Refrain abwechseln. Während Gilbert auf seiner CD das Lied in Gemeinschaft mit Co-Autor Colt Ford präsentierte, werden hier beide Parts von Jason alleine mit Bravour erledigt. Zum anderen der muskelstrotzende Titelsong, der, ähnlich wie sein „Kick It In The Sticks“ (aber etwas fröhlicher), mit einer Portion Redneck-Flair und grandiosen Southern Rock-kompatiblen E-Gitarren wieder schweres Geschütz auffährt. Genau das richtige, um eine feucht-fröhliche Party mit heißen Mädels auf Touren zu bringen. Ein Klassesong!

Auch wenn Jason kein Stück mitkomponiert hat, wird in vielen Liedern („Tattoos On This Town“, „Fly Over States“, „Country Boy’s World“) das Kleinstadt- bzw. Landleben thematisiert, ein Milieu aus dem Aldean entstammt (nach der Trennung seiner Eltern lebte er viele Jahre bei seinem Onkel auf einer kleinen Farm außerhalb von Macon), was dem Ganzen viel Authentizität verleiht (natürlich mit den Country-typischen Instrumenten wie Steelgitarre untermauert). Sicher ist auch das mit ein Grund für seine große Beliebtheit.

Richtig stark ist auch „Texas Was You“, bei dem Jason der dort beheimaten Red Dirt-Fraktion einen netten Gruß aus Nashville herüberschickt. Und sollte Hollywood noch für einen seiner nächsten Blockbuster einen „Schmachtfetzen“ als Titelsong benötigen, kann man sich bei „Don’t You Wanna Stay“, einem Duett von Jason mit Popsternchen Kelly Clarkson (tolle Gesangsperformance von ihr), in die Bewerbung einhören. Am Ende gibt es mit „Days Like These“ noch eine dicke Überraschung. So nach Art „New Country meets The Who“ (Tony Harrell mit dieser typischen, von John Bundrick gespielten Orgel) wird hier ein flockiger Song mit Retroflair, kräftigem Refrain und satten E-Gitarren (da würde Pete Towsnend blass werden) zelebriert. Ein ganz starker Abschluss.

Ohne zu übertreiben. Mit diesen 15 Songs von „My Kinda Party“ könnte man problemlos ein Jason Aldean-Live-Konzert bestücken, ohne dass jemand die Hits seiner Voralben großartig vermissen würde. Hier reiht sich wie auf einer Perlenkette ein tolles Stück an das nächste. Gratutlation von uns für diese Leistung an ihn und sein Team! „A really great kinda party“!

Broken Bow Records (2010)
Stil: New Country

01. Tattoos On This Town
02. Dirt Road Anthem
03. Church Pew or Bar Stool
04. Just Passing Through
05. Fly Over States
06. My Kinda Party
07. I Ain’t Ready To Quit
08. It Ain’t Easy
09. Country Boy’s World
10. The Heartache That Don’t Stop Hurting
11. Texas Was You
12. Don’t You Wanna Stay
13. See You When I See You
14. If She Could See Me Now
15. Days Like These

Jason Aldean
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Eli Young Band – 10.000 Towns – CD-Review

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Sie sind immens erfolgreich in Nashville, verzaubern dort mit ihren wundervollen Liedern und herrlichen Melodien die New Country-Fans, haben aber ihre ursprünglichen Red Dirt-Roots nie aus den Augen verloren. Die Eli Young Band mit einem tollen, neuen Album! „10.000 Towns“ ist ihr zweites Werk auf dem noch relativ jungen Republic Nashville-Label (eine Kooperation von Universal Music und Big Machine Records). Produziert hat wieder Frank Lidell, diesmal aber zusammen mit Justin Niebank und der Band.

Im Gegensatz zum Vorgänger wurden eine recht beträchtliche Anzahl an Studiomusikern eingebunden, mit Leuten wie u.a. Kenny Greenberg, Tom Bukovac, Ilya Toshinsky, JT Corenflos, Adam Shoenveld, Tony Harrell, Charlie Judge, Danny Radar u.v.m., natürlich aus dem „Who-is-who“der Nashville-Szene. Der flockige Opener mit seinem lässigen gitarrengetriebenen Rhythmus, „Drunk Last Night“ avancierte sofort zum dritten Nr.-1-Hit des Quartetts. Bodenständigkeit, Konstanz und eine jeder Zeit sympathische Ausstrahlung, die sich auch in den Liedern widerspiegelt, sind die großen Trümpfe der Eli Young Band. Dazu Mike Elis unwiderstehliche Stimme, eine Erfolgsformel, die vermutlich noch viele Jahre in Nashville, national und über die Grenzen hinaus Bestand haben wird.

Der Titelsong, eine Hommage an das Durchschnittskleinstadtleben macht mit seinem euphorischen Refrain ebenfalls richtig Laune. „Dust“, ein Song, der die im Text verankerte Aufbruchsstimmung einer jungen Dame aus ihren alten Konventionen herrlich energiegeladen rüberbringt, wurde als zweite Single auserkoren und wird sicherlich in den nächsten Wochen die Top-20 der Country Singles-Charts angreifen. Keine Eli Young Band-CD ohne eine schöne Ballade. Hier gibt es mit „Angel Like You“ (Mandolinenbegleitung), dem kraftvoll gebrachten „What Does“ (atmosphärisches Piano-Intro, nachher mit typisch fettem Refrain) und dem wunderbaren „Prayer For The Road“ (Uhuhuh-Harmonies, Orgelhall, Steeltupfer) gleich drei dieser Sorte. In Kombination mit Mike Elis Wohlfühl-Stimme wie immer zum Dahinfließen!

Seit dem großen Erfolg von „Even If It Breaks Your Heart“ scheint die Zusammenarbeit der Band mit Singer/Songwriter Will Hoge unverzichtbar zu sein. Der hat hier mit Hilfe von Dylan Altman bei „A Lot Like Love“ (schönes, southern-inspiriertes E-Gitarren-Solo) und Jon Randall beim schmissigen Stampfer „Add Moonlight“ (absoluter Ohrwurm, Mitsing- und Mitwipp-Garantie) seine unverkennbaren Spuren hinterlassen. Was für tolle Songs! Ähnlich stimmungsreich und mit dezentem Heartland-Touch kommen die fluffigen „Let’s Do Something Tonight“ und „Your Last Broken Heart“ daher.

Und wer sich an die Zeiten zurücksehnt, als die Eli Young Band noch nicht so im Rampenlicht stand, der kriegt noch mit dem starken, leicht swampig-rootsigem „Revelations“ einen kratzigen Leckerbissen serviert, der auch gut auf ihre damalige „Level“-Scheibe gepasst hätte. Bärenstark! Die Eli Young Band präsentiert sich auf „10.00 Towns“ in absoluter Bestform. Eine deutliche Steigerung zum etwas blassen (aber natürlich auch nicht schlechten) „Life At Best“ ist eindeutig feststellbar.

Das ist eine kaum zu toppende Mischung aus (mainstreamigem) Red Dirt, New Country und Rock auf grandiosem Melodie-Niveau mit einem jede Menge Sympathie ausstrahlenden Ausnahmesänger. Ein schönes Art-Design, inklusive Booklet mit allen Texten, runden das Album ab. Im Prinzip wäre es jetzt mal an der Zeit, die kommende Tour zu diesem starken Werk mit einer Live-DVD festzuhalten…

Republic Nashville (2014)
Stil: Red Dirt

01. Drunk Last Night
02. 10,000 Towns
03. Dust
04. Angel Like You
05. Let’s Do Something Tonight
06. Your Last Broken Heart
07. What Does
08. A Lot Like Love
09. Just Add Moonlight
10. Revelations
11. Prayer For The Road

Eli Young Band
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Eric Church – The Outsiders – CD-Review

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Mittlerweile eines der absoluten Flaggschiffe des jungen, wilden, modernen Nashville New Country-Sounds – Eric Church mit seinem neuen Album! Wieder ein klasse Werk! Eigentlich hätte es Eric sich einfach machen können. Sein Vorgängerwerk „Chief“ hatte den Musiker an die Spitze der Album-Charts katapultiert und auch mit „Drink In My Hand“ und „Springsteen“ gleich zwei Nr. 1-Singles abgeworfen. Warum nicht einfach mit gleichem Konzept die Erfolgsstory fortführen? Zumal er für seinen neuen Silberling satte 120 Songs (!!!) mit diversen Songwriter-Kollegen im Vorfeld verfasst hatte. Aber nicht so Eric Church.

Er geht mit „The Outsiders“ (der Titel ist hier Programm) den unbequemen Weg und führt den New Country bis an seine Grenzen und teilweise darüber hinweg. Ein Album, das zweifellos polarisieren wird und vermutlich auch soll. Eine wirklich mutige Entscheidung. Produzent Jay Joyce (Little Big Town), hier auch instrumentell stark involviert (viele Soundeffekte/-spielereien einbringend), ließ das ganze Aufnahmeprocedere und die finale Songauswahl laut eigener Aussage einfach „passieren“, bis sich das Ganze am Ende gefunden hatte. Ein Aufsehen erregendes, tolles Werk am Ende, teilweise mit epischen Ausmaßen.

So auch gleich der Titeltrack zu Beginn des Albums. Church eröffnet das Lied zu sparsamer E-Gitarrenbgleitung mit introvertiertem Sprechgesang, der dann von einem agressiv explodierendem Refrain inklusiver Crowd-Harmiegesänge durchdrungen wird, an den sich ein psychedelisch anmutendes, kreischendes E-Gitarrensolo (fast sogar Metal-kompatibel, Church hat sich ja auch mal als Pantera-Fan geoutet) anschließt, um dann mit einem kurzen gesungenen „That’s who we are“ (Teil der Refrainzeile) auszuklingen. Ein Beginn, den der gestandene New Country- und Church-Fan sicherlich erst mal verdauen muss. Um so überraschender, dass der Song es immerhin in die Top-10 der Single Charts geschafft hat. Eric gönnt danach seiner Hörerschaft ein weing Zeit zum Durchatmen.

Das folgende „A Man Who’s Gonna Die Young“ singt er passend zum Titel recht innehaltend und nur von einer leisen E-Gitarre begleitet. „Cold One“ beginnt dann mit einer slidenden Dobro ziemlich traditionell und einem typisch lässigen Church-Refrain im Stile früherer Lieder, wird aber gegen Ende abrupt von einer Art Speed-Bluegrass-Solo-Passage (Banjo/E-Gitarre) aus dem Groove gerissen, um kurz vor Schluss dann aber wieder den Faden zu finden. „Rollercoaster“ wird von einem recht künstlichen Drum-Loop-Rhythmus und dazwischen kalt klimpernden Moll-Piano-Klängen getragen, der Refrain wirkt dagegen fast übermelodisch und weich. Auch keine alltägliche Kost für Countryverhältnisse. Mit „Talladega“ (aus der Feder von Church und Luke Laird) gibt es dann den ersten Hit-verdächtigen Ohrwurm und New Country pur. Klasse hier das Akustikgitarrenspiel zu sparsamem Piano und dezenterOrgel, sowie das filigrane E-Gitarren-Solo zum Ausklang.

„Broke Record“ mit seiner kratzigen Akustikgitarrenführung und dem coolen Church-Gesang hätte auch gut auf „Chief“ gepasst, „Like A Wrecking Ball“ ist ein herrlicher Schwofer, fast schon an Procul Harums legendäres „A Whiter Shade Of Pale“ erinnernd, aber natürlich eher in Countrysphären einzusortieren. Herrlich hier der hallende Klang der E-Gitarre und Erics Stimme, dazu gurrt die Orgel einfach wunderbar. Klammerbluestauglich! Doch dann wieder genug der Harmonie. Bei „That’s damn Rock’N’Roll“ predigt Church im mahnenden Stile eines Hohepristers was den wirklichen Rock’N’Roll ausmacht. Rockige AC/DC-Gitarrenriffs, rotzige Harmoniegesänge von Joanna Cotton und dezentes Led Zeppelin-Flair komplettieren diesen nahezu klassischen Rocksong.

Mit „Dark Side“ findet Church wieder in die Countryspur zurück (schönes Akustikgitarren-Solo), um dann wieder mit eher grenzüberschreitender Kost aufzuwarten. Das Präludium „Princess Of Darkness“ fließt in Johnny Cash-Erzählmanier mit fast progressiven Zügen (Pink Floyd schimmern ein wenig durch) dahin, geht bei „Devil, Devil“ in einen schweren Countrystampfer über, der dann zum Abschluss noch mit einer episch anmutenden Instrumentalpassage mit verstörenden Harmoniegesängen fast ins Countryabsurdum geführt wird. Der vermutlich hier an seine Grenzen geführte Church-Fan wird dann aber wieder mit dem wieder radiotauglichen „Give Me Back My Hometown“ (zweite Single, zur Zeit Platz 7) zurück in seine heil geglaubte Welt zurückgeholt.

Die wird aber mit dem durchgeknallten „The Joint“ (passend zum Titel) auf dem Fuße wieder ins Ungleichgewicht gebracht. Ein Song, ein bisschen im kauzigen J.J. Cale-Stil mit teilweise verschrobenen Trompetengebläse. Man hat den Eindruck beim Einspielen des Songs ist in der Musikercrew der eine oder andere Joint herumgereicht worden und hat wohl auch bei Eric intensiv Halt gemacht.

Fazit: Eric Church präsentiert mit „The Outsiders“ ein schwieriges aber dennoch sehr hörenswertes Album, das mal aus den konventionellen Gefilden der Nashville-Musik ausbricht, ohne sie dabei allerdings zu ignorieren. Wenn man sich auf dieses Werk einlässt und ein gewisses Maß an Toleranz und Flexibilität mitbringt, bereitet es einem doch einiges an intensiven und lohnenswerten musikalischen Momenten. Man darf gespannt sein, wie das Church, der ja in den nächsten Wochen mit drei Deutschland-Konzerten aufwartet, sein neues Album in Szene setzen wird. Zunächst erstmal Respekt für seinen Mut und seine Aufrichtigkeit. Eigenwilliger, aber starker Stoff auf ganz hohem Niveau. Eric Church in einer neuen Dimension!

EMI Nashville (2014)
Stil: New Country & More

01. The Outsiders
02. A Man Who Was Gonna Die Young
03. Cold One
04. Roller Coaster Ride
05. Talladega
06. Broke Record
07. Like A Wrecking Ball
08. That’s Damn Rock & Roll
09. Dark Side
10. Devil, Devil (Prelude: Princess Of Darkness)
11. Give Me Back My Hometown
12. The Joint

Eric Church
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The McClymonts – Wrapped Up Good – CD-Review

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Dass vom 5. Kontinenten unseres Planeten immer wieder richtig tolle Musik herüberkommt, wissen wir nicht erst seit den monumentalen Rock’n Roll-Urgesteinen von AC/DC. Und im Countrybereich ist das nicht anders! Der mittlerweile in den USA zum Superstar avancierte Keith Urban ist nur ein Beispiel, aber auch in den Staaten (unverständlicherweise) kommerziell nicht so etablierte Künstler wie etwa der begnadete Lee Kernaghan oder die wunderbare Catharine Britt sind Paradebeispiele für qualitativ hochwertige, ganz exzellente Country-/New Country-Musik, wie sie selbst in Nashville nicht an jeder Straßenecke produziert wird.

Nun machen sich auch die McClymonts auf, nachdem sie bereits Australien mit ihrer herrlich erfrischenden, genauso traditionell fundamentierten, wie modernen Country-/ New Country-/ Countrypop-„Mugge“ erobert haben, in den Staaten Fuß zu fassen. Brooke, Samantha und Mollie McClymont konnten bereits mit ihrem prächtigen Debüt „Chaos And Bright Lights“ (das wir jetzt im übrigen auch neu im Programm haben) die Aufmerksamkeit Nashville’s auf sich ziehen und wurden im Rahmen des Albums mit der Verpflichtung als Support-Act für Jason Aldeans letztjährige Stadion-Tour belohnt. Mittlerweile steht mit „Wrapped Up Good“ auch ihr in Australien bereits vor 1 1/2 Jahren erschienenes, zweites Album auf den US-Markt in den Startlöchern.

Die drei hübschen Schwestern (Samantha und Mollie sind jetzt blond, Brooke ist brünett) machen im Prinzip da weiter, wo sie bei ihrem tollen Erstling aufgehört hatten: Schöner, melodischer, recht organisch und tradionell gehaltener, von herrlichen Vokalharmonien geprägter New Country, mal mit traditionellen Strömungen und auch mal mit dem ein oder anderen, allerdings nie zu aufgesetzten, poppigen Moment, vom Allerfeinsten. Die meisten Songs sind wieder von Brooke McClymont komponiert (mit diversen Co-Autoren) und gesungen, drei Stücke führt Samantha an, während sich Mollie fast ausschließlich den Hamonies widmet.

„Are You Ready to Kick it up“ heißt es zu Beginn des starken Openers, dann heult die Fiddle auf und es wird mit einem flotten, rhythmischen, von Fiddle, Banjo und Gitarren domonierten Uptempotrack („Kick It Up“) losgelegt. Bringt sofort mächtig gute Laune und geht wunderbar ins Ohr. Countrymusic kann so erfrischend sein. Das unmittelbar folgende Titelstück hat ebenfalls richtig Power (klasse hier die Bazouki-artigen Gitarren- und Dobro-Fills) und verfügt mit seinem einprägsamen Refrain über jede Menge Hitpotential. Samantha McClymont hat dann bei den etwas ruhigeren Nummern „Take It Back“ (wunderschöne, reine Ballade mit feinem Dobro und dezenten Strings), „A Woman Is A Flame“ (schönes Pinao, Mandolinezupfer, erneut unaufdringliche Strings) und dem ein wenig an eine nicht zu poppige Shania Twain erinnernden Gute-Laune-Stampfer „If You’re Gonna Love Me“ ihren Einsatz.

Ganz tief in die Retro-Kiste wird bei „I’m Not Done With You Yet“ gegriffen. Da leiert die Pedal Steel-Gitarre richtig hawaianisch zu einem leicht swingendem Rhythmus und die Musiker können sich mit Fiddle, Steel und Piano mittels kleiner Solo-Einlagen richtig austoben. Gegen Ende beweist Brooke bei „I Could Be A Cowboy“, (eine typische, atmosphärische Western-Sonnenuntergangs-Ballade, klasse Fiddle-Solo, schöne Mandolinen-Fills) dass sie sich auch im Low Tempo-Bereich problemlos zurechtfindet.  Zum Schluß geht dann der „Cannonball“ nochmal ab, wie aus einer „Kanone“ gefeuert (schneller Gesang, quirlige Fiddle, klasse E-Gitarren-Picking, leicht bluegrassiger Anstrich). Hier zeigen besonders Stuart Duncan an der Fiddle und Mike Rojas am Honky Tonk-Piano und Akkordeon ihre ganze instrumentelle Klasse. Ein super Ende!

Die McClymont-Sisters legen mit „Wrapped Up Good“ ein tolles Album hin, das sowohl mit starkem Gesang, als auch feiner und raffinierter musikalischer Umsetzung (dank der tollen Musiker wie u.a. Adam Anders, Nick Buda, Stuart Duncan, Eric Siver, Dan Dugmore, Bob Britt, Mike Rojas) begeistert. Produziert haben Adam Anders und Nathan Chapman. Nicht nur die Liebhaber von feinstem „Girl-Country“ in Sphären von SHeDAISY, Lace, Dixie Chicks, The Wreckers, Little Big Town & Co. werden diese hoch talentierten, australischen Mädels ganz schnell in ihre Herzen schließen. „Kick it up, boys – and girls too“!

Fontana Australia (2011)
Stil: New Country

01. Kick It Up
02. Wrapped Up Good
03. He Used To Love Me
04. Boy Who Cried Love
05. Take It Back
06. Rock The Boat
07. I’m Not Done With You Just Yet
08. A Woman Is A Flame
09. Hearts On Fire
10. If You’re Gonna Love Me
11. I Could Be A Cowboy
12. Cannonball

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Little Big Town – Tornado – CD-Review

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Fünfter Streich des beliebten und ursprünglich aus Alabama stammenden Quartetts. Die Konstellation von Little Big Town mit zwei Sängerinnen (Karen Fairchild, Kimberly Schlapman) und zwei Sängern (Jimi Westbrook, Phillip Sweet) ist in der Nashville-Szene rar gesät. Sie birgt einerseits sicher einiges an Potential für Reibereien, Unwägbarkeiten und auch Meinungsverschiedenheiten – schließlich dürfte es sich nicht einfach gestalten, immer vier Personen und ihre unterschiedlichen Ansichten unter einen Hut zu bringen. Es offeriert aufgrund der Einzigartigkeit und der Kombinationsmöglichkeiten aber auch große Chancen. Und die hat der Vierer seit seinem Bestehen (Gründung 1998) auch konsequent genutzt. Man ging von Anbeginn durch Dick und Dünn (Labelschwierigkeiten, Todesfälle innerhalb der Familien), von Skandalen oder Auflösungserscheinungen aber keine Spur.

Im Gegenteil: Die Band arbeitete sich peu-a-peu immer weiter in der Gunst der Fans nach vorne und sitzt mittlerweile sicherer denn je im Sattel eines der bestimmenden Major Labels (Capitol Records). Mit dem Vorgängerwerk „The Reason Why“ gelang es erstmalig ein Album auf Platz 1 der Billboard Country-Charts zu platzieren, was ihnen aber bei Singles bis dato verwährt blieb. Doch auch das ist mittlerweile Schnee von Gestern. Mit ihrem neuen, bravourösen Silberling „Tornado“ und der vorab ausgekoppelten Single „Pontoon“ (ein herrlich grooviger Gute-Laune-Song mit toller Mandoline und starkem Southern-affinen E-Gitarren-Solo) ist ihnen jetzt auch dort der ganz große Wurf gelungen.

Der Song erklomm sofort die Chartspitze und eroberte die Herzen der Fans, der Kritiker, wie auch einer ganzen Reihe von im Genre beheimateter, hoch angesehener Kollegen (selbst Diven wie Wynonna oder alte Haudegen wie Charlie Daniels zollten diesem Track ihre große Hochachtung) im Sturm. Die Nummer ist natürlich auch bei den diesjährigen CMA-Awards als bester Song des Jahres mit hervorragenden Aussichten nominiert worden (dazu sind die vier auch noch in der Kategorie beste Vocal-Group dabei). Auch der Rest des Albums besticht mit bärenstarken Liedern und vor allem viel Variabilität. Da bringt sich wieder jeder perfekt auf den Song getimt als Leadsänger ein, mal wechseln weiblicher und männlicher Gesang, fast immer gibt es diese tollen auf den Punkt gebrachten Harmoniegesänge, was ihnen zum Teil den Ruf als „Fleetwood Mac der Countryszene“ einbrachte.

Ein exzellentes Beispiel hierfür ist das wunderbar fluffige, hoch melodische „Leavin‘ In Your Eyes“, das man gemeinsam mit den Warren Brothers komponierte. Man meint teilweise wirklich, dass Karen Fairchild und Kimberly Schlapman Seelenverwandte mit Stevie Nicks und Christine McVie wären. Toller Song, da denkt man sofort an das berühmte „Rumours“-Album zurück. Neben den vier Hauptprotagonisten glänzen hier aber auch zwei Songlieferantinnen. Natalie Hemby lieferte als Co-Writerin gleich den Stoff für fünf Titel („Pontoon“, „Tornado“, „Can’t Go Back“, „Self Made“ und „Night Owl“) und hat somit erheblichen Anteil an diesem starken Werk, aber auch die zierliche Lori McKenna, selbst eine wundervolle Interpretin, hat bei den eingängigen „Sober“ und „Your Side Of The Bed“ deutliche Spuren hinterlassen. An den Instrumenten verdient sich diesmal Multiinstrumentalist Johnny Duke (sämtliche Saiteninstrumente) Bestnoten.

Produziert und auch musikalisch beteiligt ist Jay Joyce, dem ein kristallklarer Sound gelungen ist. Der treibende Opener „Pavement Ends“ bietet richtig schönen, rootsigen Country und knüpft so ein wenig an alte „Boondogs“-Zeiten an. Auch beim swampigen „Front Porch Thing“ (klasse Dobro-Fills) geht es recht kräftig zur Sache und es wird sogar vor Delta-bluesiger Electric-Slide kein Halt gemacht. Ansonsten wird man in gewohnter Weise von den wirklich tollen Gesangswechseln und Harmonien verzaubert (teilweise auch in Accapella angelehnter Manier). Das ist schon sehr beeindruckend. Und so bekommt man beim abschließenden „Night Owl“ (fast schon bardenhaft vorgetragen) noch einmal eine Lehrstunde in dieser Hinsicht geboten.

Fazit: Little Big Town sind mit „Tornado“ auf dem bisherigen Gipfel ihrer Karriere angelangt. Mit ihrem Smash-Hit „Pontoon“ dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit sogar der Song des Jahres 2012 eingefahren werden. Es ist immer wieder schön, diesem sympathischen Quartett zuzuhören und an ihrer Weiterentwicklung teilzuhaben. Die Texte, enthalten in einem sehr geschmackvoll gestaltetem Cover/Booklet, tragen ebenfalls zum großen Gelingen dieses beeindruckenden Gesamtwerkes bei. Eine tolle Scheibe! Little Big Town erneut ganz groß!

Capitol Nashville (2012)
Stil: New Country

01. Pavement Ends
02. Pontoon
03. Sober
04. Front Porch Thang
05. Your Side Of The Bed
06. Leavin‘ In Your Eyes
07. Tornado
08. On Fire Tonight
09. Can’t Go Back
10. Self Made
11. Night Owl

Little Big Town
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Bärchen Records

Lady Antebellum – Own The Night – CD-Review

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Drittes Album des mega-erfolgreichen, ganz großartigen Country-Trios! So etwas wie „High Noon“ ist in Nashville angesagt, wenn solch eine Top-Band wie Lady Antebellum ein neues Album auf den Markt bringt, vor allem, nachdem man, wie mit dem Vorgänger „Need You Now“ fast alle Rekorde in Sachen Charts, Awards und Grammys gebrochen hatte. Eine oft schwierige, ja gefährliche Situation, in der die Ansprüche seitens Industrie und des Publikums ins scheinbar Unermessliche steigen, meist einen schleichenden oder auch abrupten Karriereknick einläutend. Nicht so bei Lady Antebellum. Dem Trio bestehend aus Hillary Scott (Tochter von Countrysängerin Linda Davis), Charles Kelly (Bruder des ebenfalls erfolgreichen Singer/Songwriters Josh Kelley) und dessen langjährigem Freund Dave Haywood ist mit „Own The Night“ ein weiteres Glanzstück gelungen, dass in Sachen Songqualität sogar noch eine Steigerung offenbart. Eine super Scheibe!

Eines darf man hier nicht vergessen. Alle drei greifen nicht wie viele andere auf hitverdächtige Fremdkompositionen zurück, sondern schreiben ihre Songs größten Teils selbst (auch hier wieder zehn von zwölf, in Assistenz mit vielen großen Co-Writern wie Dallas Davidson, Monty Powell, Hillary Lindsey, River Rutherford) und sind auch im musikalischen Prozess nicht nur vokal involviert (Haywood spielt auch ganz ausgezeichnet Akustikgitarre und Piano). Produziert hat, wie auch den Vorgänger, wieder Paul Worley, der dem Trio natürlich eine ganze Reihe von ausgezeichneten Musikern (u.a. Chad Chromwell, Dann Huff-Bruder David, Rob McNelly, Jason Gambill, Michael Rojas, Craig Young, Yonathan Yudkin, Bruce Bouton) zur Seite stellte. Worley ist es erneut gelungen, die außerordentliche, besondere Chemie zwischen den Instrumentalisten und dem sich wunderbar ergänzenden Gesang (in vielen Variation, mal jeweils solo, mit ergänzenden Harmonies des anderen oder in einigen Fällen im Duett) der beiden Hauptprotagonisten Charles und Hillary „herauszukitzeln“. Das ist große große Klasse, die spürbar durch die gesamte Länge dieses Werk wirkt.

Wunderbar schon der Auftakt mit dem an den Albumtitel angelehnten „We Owned The Night“, das einerseits eine schöne folkige Note (feine Mandolinenbegleitung) aufweist, dann aber von einem satten E-Gitarrensolo durchbrochen wird. „Just A Kiss“, die vorab gebrachte Single mit ihren Stimmungs- und Tempowechseln hat ja bereits die Chartspitze erklommen. Die erste Fremdkomposition „Friday Night“ entpuppt sich als flotter Rocker, teilweise mit fulminantem, synchronem Sprechgesang der beiden Frontleute und einem quietschenden E-Gitarren-Solo. Starke Nummer. Wenn Hillary Scott mal das Mikro als Hauptsängerin wie bei „When You Were Mine“ übernimmt, dann erinnert sie zuweilen an Stevie Nicks zu deren Glanzzeiten, vielleicht mit einem ergänzenden Hauch Taylor Swifts. Stark am Ende das filigrane Gitarrenspiel von Rob McNelly.

Überhaupt klingt das Werk so manches Mal in seiner Art und Gestaltung (ganz großartige Bilder übrigens von Brantley Gutierrez, vor allem Hillary in ihrem weit ausschweifenden Ballkleid in Strandumgebung ist eine Augenweide, toll besonders das Coverfoto) wie eine countrykompatible Version des legendären „Rumours“-Albums von Fleetwood Mac, was in diesem Fall als großes Kompliment gemeint ist. Grandios einmal mehr das Wechselspiel von Charles’ warmer Baritonstimme und Hillarys juvenil klingendem Gesang beim entspannten „Cold As Stone“ mit herrlichen Mandolinen- und Dobrofills und auch das lässig groovende „Singing Me Home“ (baumstarkes Akustikgitarrensolo von Dave Haywood). Bombast und große Emotionen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wer auf Powerballaden mit einem Heer von Streichern steht, hat bei Stücken wie „Wanted You More“ (hier sind gleich sieben Songschreiber involviert!), „As You Turn Away“ und dem abschließenden „Heart Of The World“ (die zweite Fremdkomposition – Tom Douglas, Scooter Caruso) die freie Auswahl.

Kurz vor Ende darf man allerdings noch zwei furiose Tracks nicht verpassen: Das Fiddle-lastige (stark hier Jonathan Yudkin) und wohl country-traditionellste Stück des Albums „Love I’ve Found In You“ (fulminant auch das an Bruce Hornsby erinnernde Pianospiel von Michael Rojas) und das nach nach dem Motto „R’n’B meets Country“ gestrickte, mega-entspannte „Somewhere Love Remains“ (wieder herrlicher Duettgesang beider Lead-Vokalisten). Große Musik! Insgesamt kann man als Fazit ziehen, dass Lady Antebellum mit „Own The Night“ die große Herausforderung, die „Need You Now“ an sie stellte, selbstbewusst angenommen und mit Bravour gelöst hat. Das Trio präsentiert sich stärker denn je. Ihre Erfolgsstory geht ohne Wenn und Aber auch mit diesen Album unaufhaltsam weiter!

Capitol Nashville (2011)
Stil: New Country

01. We Owned The Night
02. Just A Kiss
03. Dancin‘ Away With My Heart
04. Friday Night
05. When You Were Mine
06. Cold As Stone
07. Singing Me Home
08. Wanted You More
09. As You Turn Away
10. Love I’ve Found In You
11. Somewhere Love Remains
12. Heart Of The World

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Bärchen Records

John David Kent – Before The Sun Comes Up – CD-Review

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Ganz starkes Album dieses Texaners, der mit tollen, melodischen Songs und einem satten Sound zwischen erdigem „vintage Countryrock“ und knackigem New Country voller Red Dirt-Esprit aufwartet. Auch wenn vermutlich, bis auf wenige Insider, John David Kent kaum jemand kennt, hat dieser Bursche aus Greenville, TX doch eine mehr als beachtliche Vita vorzuweisen. Schon mit 16 Jahren als tragendes Mitglied der Alternativ-Rock-Band „Radish“ (zusammen mit Ben Kweller und Ryan Green, John David Kent agiert hier noch als Drummer) Inhaber eines Major Label-Deals, sowie mit Auftritten in den legendären Late Night Shows von Connan O’Brian und David Letterman bedacht, einigen Singleerfolgen/Konzerten in Europa (unter anderem auf der Hauptbühne beim bekannten Reading Festival), sprechen für eine bereits bewegte musikalische Vergangenheit.

Nachdem er und Kweller sich dafür entschieden, getrennte Wege zu gehen, um sich auf ihre eigenen Solo-Karrieren zu fokussieren (John David formte vorher noch vorrübergehend die Band „Pony League“), bot sich ein drastischer musikalischer Stilwechsel für Kent förmlich an. Und da Texaner bekannterweise mit Country und Red Dirt tief verwurzelt sind, erweist sich sein Schwenk in Richtung dieser Genres (auch aufgrund seiner angehm rauchigen Stimme) als folgerichtig. Nach einer EP und seinem Debüt von 2011 legt John David Kent jetzt mit „Before The Sun Comes Up“ beim immer stärker aufkommenden Label „Thirty Tigers“ (u.a. Casey Donahew Band, Jason Isbell, The Statesboro Revue) einen überaus starken Nachfolger hin. Auch hier sind zunächst wieder grundlegende Veränderungen bezüglich des Vorgängeralbums zu bemerken.

John David Kent tauschte seine Begleitband zugunsten von Bruder Tony Kent (Drums), Randall Fuller (Bass) und dem starken Gitarristen Colton Gilbreath komplett aus. Auch die Produktion gab er diesmal aus den eigenen Händen, und zwar in die von Dwight A. Baker, der hier auch noch einige Percussion-Elemente und Harmonie-Gesänge beisteuert. Alles sehr gute Entscheidungen. Die Band harmoniert perfekt mit ihm (vor allem die grandiose E-Gitarrenarbeit von Gilbreath macht richtig Laune) und auch Baker hat deutlich mehr Struktur in seine Musik gebracht. Das Paket „John David Kent plus radiotauglichen, texanisch und Red Dirt angehauchtem New Country“ ist nun absolut stimmig.

Die CD startet direkt mit einem saustarken, schön rau gehaltenen Redneck Country-/Southern Rocker „Country Twang“. John Davids cooler Gesang und die typisch swampig rockenden E-Gitarren machen gleich richtig Dampf. Jason Aldeans „My Kinda Party“ oder „Brantley Gilberts „Kick It In The Sticks“ kommen einem hier in den Sinn, wenngleich, trotz aller Nashville-Kompatibilität, Kents Nummer deutlich erdiger, natürlicher und Red Dirt-rockiger köingt. Toller Auftakt! „Last Call“ ist ein weiterer Track, der in diese Kerbe schlägt. Als Single wurde (eigentlich völlig untypisch) das Lied ganz am Ende des Silberlings, „Until We Turn Around“ ausgewählt. Der etwas poppige und treibende Gitarrenrhythmus im Stile eines Keith Urban und der flockige Gute-Laune-Refrain bieten dann aber die schlüssige Begründung für das „Warum“.

Auch das wunderbar melodische Titelstück „Before The Sun Comes Up“ ist ähnlich strukturiert. Dazwischen gibt es einen klasse Dreierpack („Fight For You“, „Little Less Lonely“ und „Leaving Without You“), bei dem der uns ebenfalls gut bekannte Musiker Jeff Allen kompositorisch involviert ist. Allesamt variable Midtempotracks, immer durch schöne E-Gitarrenarbeit, hallende Orgel (klasse Gastmusiker: John Ginty), starke Refrains (mit hohem Wiedererkennungswert) und Kents angenehmen Gesang verziert. Das wunderbar atmosphärische „You Struck A Nerve“ (schöne Tempo- und Stimmungswechsel, „Uhuhuh“-Harmonies), das bluesige „Should’ve Just Let Me Go“ (klasse Akustikgitarrenuntermalung, Bariton-E-Gitarre, fettes E-Gitarren-Solo, großartiger Powerrefrain) und das einen stimmungsreich in seine Jugend zurückversetzende „Free To Drive“ (herrliche, euphorisierende Melodie, toller authentischer Gesang von Kent, abermals saugute Gitarrenarbeit von Gilbreath, absolut Hit-tauglich), ergeben den Rest eines Albums mit durchweg hervorragendem Songmaterial. Zu letztgenanntem Stück passt auch die schöne Coveraufmachung, bei der John David mit einer netten jungen Dame in einen roten Mustang bei einer Spritztour fototechnisch begleitet wird. Seine Musik ist der geradezu ideale Begleiter für solche Gelegenheiten. Hut ab!

John David Kent legt mit seinem zweiten Longplayer eine gehörige Schüppe drauf und hat ganz klar, ähnlich wie die Eli Young Band, Wade Bowen, Cory Morrow oder No Justice, etc. das Potential, weit über Texas hinaus für Furore zu sorgen. Wer diesen John David Kent noch nicht kennt und auf recht unverbrauchten, sich nicht unbedingt an die Charts anbiedernden, aber umso stärkeren New Country und Countryrock in beschriebenem Maße steht, sollte mit „Before The Sun Comes Up“ diese musikalische „Bildungslücke“ „stante pede“ schließen. Ein (noch) echter Geheimtipp des Jahres 2013!

Thirty Tigers Records (2013)
Stil: New Country

01. Country Twang
02. Before The Sun Comes Up
03. Fight For You
04. Little Less Lonely
05. Leaving Without You
06. Last Call
07. Struck A Nerve
08. Should’ve Just Let Me Go
09. Free To Drive
10. Until We Turn Around

John David Kent
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Bärchen Records