Stoney LaRue – Double Live 25 – Digital CD-Review

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Stoney LaRue zählt ohne Zweifel zu einer der prägenden Größen der Red Dirt-Szene, deren Glanzzeit, als die vielversprechenden Acts und Newcomer im gefühlten Monatstakt zu Tage traten, mittlerweile allerdings deutlich verblasst ist.

Der einstige Bewohner des berühmten Yellow House in Stillwater, Oklahoma, das damals von vielen Musikern wie u. a. auch Mike McClure und Brandon Jenkins zum Jammen genutzt wurde, ist damit neben den Kollegen wie Randy Rogers, Wade Bowen, Jason Boland, Cody Canada, der Eli Young Band und vielleicht noch Casey Donahew einer der letzten verbliebenen Etablierten des Genres, die uns konstant weiter mit guter Musik versorgen.

Nach seinem überaus starken letzten Studioalbum „Onward“ in 2019 und der, durch die Corona-Pandemie abrupt unterbrochenen Tour 2020, entschloss er sich zusammen mit seinem Gitarristen Jesse Duke und Tontechniker Roy Shelton, das bei vielen Konzerten aufgenommene Tonmaterial mal zu ’sichten‘ und einer Bewertung für ein weiteres Live-Album zu unterziehen, zumal der letzte Output dieser Art bei ihm ja auch schon eine Weile her ist.

Um es vorweg zu nehmen, das Ganze hat sich absolut gelohnt! Herausgekommen ist ein überragendes, abwechslungsreiches Livewerk mit gut 2 1/4 Stunden Spielzeit, das vom lässig-southern groovenden Opener „Hill Country Boogaloo“ bis zum furiosen, über 12 Minuten dauernden Rausschmeißer „Oklahoma Breakdown“ mit angehängtem Freddie King-„Going Down“-Blues Rock-Intermezzo“, auf ganzer Linie überzeugt.

Dass LaRue eine klasse Stimme besitzt und einen guten Akustikgitarrenspieler abgibt, ist kein Geheimnis, aber gerade sein packendes Zusammenwirken mit Leadgitarrist Jesse Duke an den E-Gitarren, macht diesen Tonträger besonders reizvoll für Southern Rock-Anhänger (man höre sich da allein die Twin-Parts bei „Down In Flames“ an). Aber auch Freunde des Jam-Rocks werden von Stücken (neben dem bereits genannten „Oklahoma Breakdown“) wie „Bluebird Wine“ (über acht Minuten) oder dem furiosen „One Chord Song“ (über 15 Minuten) begeistert sein.

Für viel satten Drive als perfekte Ergänzung sorgt auch immer wieder die Rhythmusfraktion mit dem Bassisten namens Kiko (plus Harmoniegesang) sowie den beiden pulsierenden Drummern Brian Furgeson (Tracks 2, 6 ,12 ,14 ,15) und Adrian Myers (Rest).

Für ein Maximum an Abwechslung garantieren dann der geliebte, etat-mäßige Red Dirt-Stoff, Westcoast-angelehnte Sachen in Eagles-Manier (u. a. „Blending Colors“, „Dresses“, „Empty Glass“) und auch viele spacige Instrumental-Intros und Bridges (u. a. bei „Sharescropper“, „Sirens“, „One Chord Song“).

“Double Live 25” wird es zunächst nur in digitaler Form geben, physische Varianten sind dann für später in diesem Jahr geplant (Zeitpunkt noch offen). Das hier seit dem 28. April publizierte grandiose Material von Stoney LaRue und seiner Band ist wie geschaffen für unsere Klientel. Es macht sowohl wehmütig, aber auch ein wenig Hoffnung und Vorfreude, endlich irgendwann wieder tolle Live-Musik in den vielen, ans Herz gewachsenen Locations vor Ort zu erleben. Absolute Kaufempfehlung! Über zwei Stunden authentisch-rauer Genuss ohne Overdubs.

One Chord Song, LLC. (2021)
Stil: Red Dirt & More

01. Hill Country Boogaloo
02. Bluebird Wine
03. Golden Shackles
04. Fallin‘ And Flyin‘
05. Us Time
06. Blending Colors
07. Velvet
08. Sharescropper
09. Dresses
10. Steel Heart, Crystal Eyes
11. Travellin Kind
12. Idabel Blues
13. Too Soon
14. Sirens
16. Wiregrass
17. Easy She Comes
16. Forever Young
18. You Oughta Know Me By Now
19. Empty Glass
20. Message In a Bottle
21. Down In Flames
22. One Chord Song
23. Feet Don’t Touch The Ground
24. Look At Me Fly
25. Oklahoma Breakdown

Stoney LaRue
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Stoney LaRue – Aviator – CD-Review

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Stoney LaRue mit seinem vierten Studioalbum! Nachdem sich der in Edmond, Oklahoma lebende Singer/Songwriter auf seinem letzten Album „Velvet“ ein wenig experimentierfreudig gezeigt hatte und trotzdem, was die Charts anbelangt, mit seinem bisher größten Erfolg belohnt wurde, wählt er mit seinem neuen Werk „Aviator“ wieder die eindeutig eingängigere Variante und wartet mit wunderbar lockeren, flockig dahin fliessenden und sehr melodischen Songs auf, die sich, immer noch weit entfernt vom Nashville-Mainstream, genüsslich an der Schnittstelle zwischen rootsigem Country, teils mit durchaus traditionellem Ambiente, Americana, Alternate Country und feinem Red Dirt-Country tummeln.

Das Material ist klasse! Verantwortlich hierfür ist die erneute Zusammenarbeit LaRues beim Songwriting mit Mando Saenz, der ja auch schon auf „Velvet“ stark mit eingebunden war. Lediglich der Merle Haggard gewidmete Countryschwofer „Natural high“ (weinende Steel, wunderschöne Harmoniegesänge von Aubrie Sellers) stammt aus der Feder von Freddy Powers. Produziert haben, in einem angenehm warmen und transparenten Sound, Frank Lidell (Eli Young Band) und Mike McCarthy. LaRue beeindruckt mit einer reifen, großartigen Gesangsleistung und hat zuweilen gar ein ganz dezentes Garth Brooks-Timbre in der Stimme, das hervorragend dem countrydurchzogenen Gehalt vieler Tracks unterstreicht.

Natürlich ist es eine Freude, den hervorragenden Musikern (u. a. Wallflowers-Drummer Fred Eltringham, Glenn Worf, Oran Thornton, Glenn Duncan, Jim Hoke) zuzuhören, wobei Randy Scruggs (Sohn von Bluegrass-Legende Earl Scruggs) mit seinem herrlich klaren Akustikgitarrenspiel, Aubrie Sellers mit bezaubernden Harmoniegesängen und der variable Josh Grange mit E-Gitarre, Steel und Keys die auffälligsten Akteure darstellen. Vom flockigen Opener „One And Only“ (quirliges Akustikgitarrenspiel, Steel, Fiddle-Tupfer) über das Dancehall-taugliche „Til I’m Moving On“, dem atmosphärischen Titelstück „Aviatior“ (tolle Akustik-Slide, Akkordeon, E-Piano, Crowd-Harmoniegesänge) den sehr eingängigen „A Little Too Long“ (Akkordeon-Tupfer) und „Million Dollar Blues“ (klasse Bariton-E-Gitarre, einfühlsame Harmoniegesänge von Sellers), bis zum bereits o. a. Steel-getränkten Heuler „Natural High“ lässt Stoney diesmal vor allem seinem Country-Herz freien Lauf. Ganz stark auch das wunderbar lockere, entspannte, traumaft melodisch dahin gleitende „Blending Colors“, das mit seiner Rhytmik, seinen vereinzelten Flöten-Klängen und dem markanten Akustik Gitarren-Spiel gar ein wenig an die „Heard It In A Love Song“-Art der Marshall Tucker Band zu erinnern scheint.

Am Ende gibt es mit „Studio A Trouble Time Jam“ noch einen recht schroffen, psychedelisch angehauchten Countryrocker (mit dezentem Rockabilly-Flair, quäkiger Harp, rauem E-Gitarrenfinale) als Bonustrack, mit dem gegen eine unverhoffte Schließung eines RCA-Studios, das wohl inmitten einer Musiker-Session dicht gemacht wurde, protestiert werden soll. Sehr schön wieder mal das Cover-Artwork (schon auf „Velvet“ hatte ja der Samtüberzug für Aufsehen gesorgt) mit allen Texten, das diesmal ganz im Zeichen des Flugwesens (zum Teil mit technischen Zeichnungen) nebst einigen Fotos von Stoney illustriert wurde.

Stoney LaRue gelingt mit „Abviator“ eine deutliche Steigerung zum Vorgänger „Velvet“. Das Werk dürfte den Fans von lockerem, melodischem Alternate Country, Red Dirt Country und sicher auch dem ein oder anderen, traditionbewusstenCountry-Freund eine Menge Freude bereiten. Der Mann hebt dabei, wie der Titel es vermuten lassen könnte, überhaupt nicht ab, sondern stellt sich ganz in den Dienst der Musik. Er geht dabei weiter seinen ganz eigenen Weg – und das ist gut so. Klasse Stoff für aufgeschlossene Americana-/Country-Feinschmecker!

Entertainment One Music (2014)
Stil: Red Dirt / Country

01. One And Only
02. Golden Shackles
03. Til I’m Moving On
04. Aviator
05. First One To Know
06. Blending Colors
07. Spitfire
08. Still Runnin‘
09. A Little Too Long
10. It’s Too Soon
11. Million Dollar Blues
12. Dark Side Of The Line
13. Natural High (for Merle Haggard)
14. Studio A Trouble Time Jam

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Stoney LaRue – Velvet – CD-Review

Weich und geschmeidig ist an Stoney LaRues neuem Album „Velvet“ eigentlich nur der rotfarbene Samtüberzug des Digipacks (von daher lohnt es sich in jedem Fall hier eine physikalische Version zu erwerben) und vielleicht noch der wunderschöne, entspannte Titeltrack am Ende des Albums. Ansonsten ist „Velvet“ keine leichte Kost (eher anspruchsvoller Roots-Stoff), Red Dirt–Anhänger werden sogar vermutlich damit ihre Schwierigkeiten haben, denn unter diesem ‚Label‘ hat der ursprünglich aus Taft, Texas stammende 34-jährige Stoney LaRue ja seinen musikalischen Weg vor sechs Jahren (sein Debütwerk hieß sogar „The Red Dirt Album“) angetreten.

Es folgte noch ein in dieser Szene quasi als Muss aufgenommenes Live-Dokument im Kulttempel Billy Bob’s Texas (DVD/CD), ansonsten tauchte LaRue in der Zwischenzeit eher als Co-Writer und Gastmusiker bei befreundeten Interpreten wie z.B. bei Brandon Jenkins grandiosem „Brothers Of The Dirt“-Longplayer auf (LaRue war irgendwann von Texas nach Stillwater, Oklahoma gezogen und traf sich meist im dortigen Yellow House mit besagtem Brandon Jenkins, Jason Boland, Cody Canada und Mike McClure zu regelmäßigen Sessions).

Sein neues Werk „Velvet“ beinhaltet nur noch Red Dirt-Fragmente. Lediglich das locker dahinfließende „Look At Me Fly“ (flockige Gitarrenuntermalung, Fiddleeinlagen, E-Slide-/Fiddle-Solo-Kombi), im Stile der Randy Rogers Band, kann man als klassischen Song dieser Sparte ‚identifizieren‘, ansonsten begibt sich LaRue deutlich in rootsige Americana-Gefilde, vermutlich auf eine beschränkte Kategorisierung seiner Person pfeifend.

Das ist mutig und risikoreich zugleich, zeugt in diesem Fall aber vom Anspruch des Künstlers, sich weiterzuentwickeln. Auf diesem Werk geht es spürbar darum, hochwertige Musik abzuliefern, als um irgendwelche Rücksichten im kommerziellen Sinne. Die Stücke stammen alle aus der gemeinsamen Feder von Stoney und Mando Saenz, lediglich an „Wiregrass“ war Adam Hood beteiligt. Beide Co-Writer sind ebenfalls eigenständige Singer/Songwriter aus dem Roots-/Americana-Dunstkreis.

Da zudem ein elitärer Musikerkreis wie bestehend aus u.a. Randy Scruggs (Sohn von Bluegrass-Legende Earl Scruggs), Glenn Worf, Chad Cromwell, Glen Duncan, Jim Hoke (alles bekannte Nashville-Studiomusiker), Fred Eltringham (mittlerweile Drummer bei den Wallflowers), Oran Thornton, Ian McLagan und Kevin Webb zur Einspielung des Werkes gewonnen werden konnte, war ein anspruchsvolles, filigranes musikalisches ‚Gebräu‘ eigentlich vorprogrammiert.
Stücke wie „Travellin‘ Kind“ (klasse Harmoniegesänge von Nashville-Diva Lee Ann Womack), „Has Been“ (steelbetont) und „Way Too Long“ (ein recht fröhlicher Song, mit einer kirmesartig gluckernden Orgel) könnten alle auch gut auf Neil Youngs akustisch motivierte und dominierte Alben passen.

Lieder der Marke „Wiregrass“ (ziemlich düster, swampig, mit markanten, an die frühe Marshall Tucker Band erinnernden Querflöteneinlagen von Jim Hoke), das recht monoton verlaufende „Scarecropper“ (rauer, recht bluesig stampfender Gitarrenrhythmus, quäkende Mundharmonika, filigrane Akustikgitarre) und das (wie der Titel schon andeutet) mit teilweise sirenenartigen Fiddlepassagen bestückte „Sireens“ sind auch für mich recht schwer verdaulicher, aber höchst anspruchsvoll instrumentierter Stoff. Man merkt den Musikern den Spaß beim Experimentieren richtig an. Etwas aus der Reihe fällt „Te Amo Mas Que La Vida“, ein recht euphorischer, mit Akkordeon unterlegter Tex-Mex-Schunkler, passend zum Tequila-Genuss in der Tapas-Bar.

Am Ende darf man sich aber dann aber doch beim längsten Track und Namensgeber der CD „Velvet“ in absoluter Wohlfühlatmosphäre laben. Eine wunderbare, sehr melodische und auch dezent melancholische Ballade. Klasse hier die vorzüglichen Backs von Aubrie Sellers und Sarah Buxton. Mein persönlicher Favorit eines Longplayers, den man nur an ganz bestimmten Tagen hören kann.

Stoney LaRue hat seine bisherige Klientel mit „Velvet“ zunächst erst mal auf eine harte Probe gestellt, dafür aber ein höchst anspruchsvolles und hochklassig instrumentiertes Album mit Ecken und Kanten abgeliefert. Der Bursche scheint auf Experimentierfreudigkeit und Weiterentwicklungsfähigkeit gepolt zu sein. Man darf auf sein nächstes Werk gespannt sein.

B Side Music Group (2011)
Stil: Red Dirt

01. Dresses
02. Wiregrass
03. Look At My Fly
04. Travelin‘ Kind
05. Sharecropper
06. Sirens
07. Te Amo Mas Que La Vida
08. Has Been
09. Way Too Long
10. Velvet

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