Layla Zoe – Songs From The Road – CD-/DVD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bereits 2013 hatte ich das Vergnügen die als kanadische Janis Joplin bezeichnete Layla Zoe das erste Mal im Schwarzen Adler in Rheinberg live zu sehen. Was für ein Erlebnis, diesem Energiebündel auf der Bühne beizuwohnen! Danach hatte ich mir unbedingt vorgenommen, auch die nächsten Konzerte nicht zu verpassen. Aber, wie das Leben so spielt, immer kamen irgendwelche anderen Dinge dazwischen. Um so mehr hab dich mich deshalb gefreut, als Daniel mich fragte, ob ich nicht eine Rezension zu ihrem neuen Album „Songs From The Road“ schreiben wolle.

Natürlich hab ich sofort zugesagt, nicht zuletzt auch, weil das Werk im Doppelpack daher kommt. Neben der Live-CD mit einer 10 Stücke umfassenden 2017’er Aufnahme aus dem Hirsch Club in Nürnberg gehört nämlich eine entsprechende DVD mit dazu, der erste offizielle Live-Mitschnitt überhaupt.

Das Konzert bietet eine bunte Folge von Songs aus ihren letzten Veröffentlichungen. Opener ist das rockige und etwas basslastige „Backstage Queen“ gefolgt von „Run Away“, und dem wehmütigen „A Good Man“, einem im Gegensatz zu den ersten beiden Stücken eher getrageneren Blues-Song. Das sich anschließende „Sweet Angel“ ist eine schöne, melodiöse, aber auch nachdenkliche Ballade an Laylas 2010 verstorbene beste Freundin Marsha. Alle vier Titel stammen von ihrer 2016’er CD „Breaking Free“.

Mit „Pull Yourself Together“ vom 2011’er Album „Sleep Little Girl“ geht’s dann wieder richtig rockig mit furiosen Gittarreneinlagen von Jan Laacks weiter. „Work Horse“ (nur auf der DVD) wiederum ist ein grooviges und souliges 10-Minuten-Stück mit feinen und beeindruckenden, aneinander gereihten Soli aller Bandmitglieder. Auf beiden Silberlingen gibt es dann wieder eine Adaption der gefühlvollen Jimi Hendrix Ballade „Why Do We Hurt The Ones We Love“ zu hören bzw. zu sehen.

Aber der mit Abstand beste Track des Konzertes ist nach Ansicht des Rezensenten sicherlich das kraftvolle 13-minütige R & B-Stück „Never Met A Man Like You“ von „The Lily“, bei dem Jan Laacks wieder einmal seine Klasse als Gitarrist mit einem überwiegend langsamen, aber grandiosen Solo unter Beweis stellt, umgarnt von einer gefühlvoll singenden und das Publikum mit einbeziehenden Layla Zoe. Großartig!

Mit dem Slowblues „Highway Of Tears“ gibt die Protagonistin dann noch ein gesellschaftskritisches Statement ab. Nach eigener Aussage ist es ein Lied über die Verbrechen ihres Landes an den getöteten und verschleppten kanadischen Ureinwohnerinnen, worüber zu sprechen ihr allerdings schwer fällt. Den Abschluss der CD bildet dann das bekannte Jimi Hendrix-Stück „The Wind Cries Mary“, während die DVD mit dem Janis Joplin-Klassiker „Me And Bobby McGee“ endet, diesmal allerdings von Layla Zoe mit ihrer grandiosen Stimme A capella vorgetragen, das ist Gänsehaut-Feeling pur!

„Songs From The Road“ ist insgesamt eine überzeugende Live-Schau. Da sind zum Einen Layla Zoes eindringliche, teils Whisky-geschwängerte, raue, aber gefühlvolle Alt-Stimme und ihre ungeheure Bühnenpräsenz, die sich zwar auf der CD schon erahnen läßt, so richtig aber erst auf der DVD greifbar wird. Und zum Anderen ist da natürlich auch ihre musikalisch hervorragende Band, allen voran der brillante Gitarrist Jan Laacks, der zusammen mit Layla Zoe ein wunderbar eingespieltes Team bildet.

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Ruf Records (2017)
Stil: Blues Rock

DVD:
01. Backstage Queen
02. Run Away
03. A Good Man
04. Sweet Angel
05. Pull Yourself Together
06. Work Horse
07. Why Do We Hurt The Ones We Love
08. Why You So Afraid
09. Never Met A Man Like You
10. Highway Of Tears
11. Me And Bobby McGee

CD:
01. Backstage Queen
02. Run Away
03. A Good Man
04. Sweet Angel
05. Pull Yourself Together
06. Why Do We Hurt The Ones We Love
07. Why You So Afraid
08. Never Met A Man Like You
09. Highway Of Tears
10. The Wind Cries Mary

Layla Zoe
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Ruf Records

MonkeyJunk – Time To Roll – CD-Review

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Dass es aus Kanada jede Meng gute Musik gibt, ist ja seit längerem bekannt, gerade auch, was den hier gerne besprochenen New Country-Sektor betrifft. Aber kanadischer Blues Rock? Außer Jeff Healey, aktuell hier natürlich Layla Zoe, eventuell noch die weniger bekannten Colin James und Sue Foley, war es das aber dann auch schon, zumindest aus meiner Sicht im Genre.

In Sachen MonkeyJunk spielte bei mir ‚Kommissar Zufall‘ die große Rolle, auf Umwegen bin ich irgendwie im Netz auf das Trio aus Ottawa gestoßen, hab dann mal in ein paar YouTube-Videos geklickt und freudig entdeckt, dass die Band ein relativ aktuelles Album, ihr bereits fünftes, „Time To Roll“ aufweist, was dazu noch Anfang des Jahres im Portfolio von der H’ART Musik-Vertrieb GmbH betreut wurde, mit der wir ja ein tolles Arbeitsverhältnis pflegen.

Und weil ‚H’ARTnäckigkeit‘ sich ja auch oft auszahlt, erhielt ich das Werk nach Anforderung dann doch noch zum Besprechen. Um es vorwegzunehmen, ein wirklich tolles Album.

Das seit 2008 agierende Trio, in Kanada seitdem mit vielen Awards dekoriert, bestehend aus Steve Marriner (lead and backing vocals, acoustic, baritone and electric guitar, bass, harmonica, Hammond organ), Tony D. (= Tony Diteodoro – rhythym, acoustic and lead guitar) und Matt Sobb (drums, percussion and backing vocals), interpretiert den Blues Rock auf „Time To Roll“ recht weitläufig, sodass man eine gewisse Vielseitigkeit attestieren kann. Als Swamp Blues, R&B Soul Boogie with Bedroom Funk weist der Dreier seine Musik aus.

Laut Recherche wurde auf diesem Silberling erstmals ein elektrischer Bass in den Sound eingebunden, live wird auf dieses Instrument in der Regel verzichtet. Produziert hat ein gewisser Ken Friesen, der auch Harmonie-Gesänge beim rhythmischen Titelstück (erinnert mich dezent an „Can I Get A Witness“) beisteuerte. Weibliche Gesangsunterstützung gab es dazu noch von Kelly Prescott, die hier ebenfalls und bei meinem Lieblingstrack der Scheibe , dem fluffigen, fast Otis Redding-mäßigem Ohrwurm „Can’t Call You Baby“ aushilft.

Der Opener „Best Kept Secret“, ein schöner Stampfer,  steht quasi als Synonym für den vermutlichen Bekanntheitsgrad in unseren Sphären. Hier kommt auch ein Trademark der Band zu Tage, eine oft quäkende Harp, mit der ich irgendwo die J. Geils Band assoziere. Toll übrigens auch die Stimme von Steve Marriner, die wie eine Mischung aus Paul Rodgers und Malford Miligan klingt.

„See The Sign“ groovt und rockt im Stile der Nimmo Brothers, während „Blue Lights Go Down“ die Freunde des atmosphärischen Slow Blues bedient. Das herrliche Stück hat in der der E-Gitarren-Solo-Phase Peter Green-Flair. Die orientalisch, psychedelische Note von Bad Company kommt bei „Pray For Rain“ zum Ausdruck.

„The Hunter“ ist der einzige Coversong, der früher mal von Albert King bedient wurde. Der „Undertaker Blues“ bewegt sich schön schroff  im Delta-Blues-Areal während „Gone“ eine launige Mischung aus Country- und Southern Rock offeriert (klasse hier das HT-Piano-Geklimper). Als Finale hat das Trio mit „Fuzzy Poodle“ ein Instrumental bestimmt. Hier zeigen Marriner & Co. wie man einen Jam kompakt in cool groovende drei Minuten mit starker E-Gitarre, gurgelnder Hammond, pumpendem Bass und polternden Drums verpacken kann. Ein starker Abschluss eines jederzeit prickelnden Silberlings.

Über das Coverbild zu „Time To Roll“ kann ich nur mutmaßen. Sieht aus wie ein Uralt-Foto des kleinen Marriners als beleidigt bockendes Kind auf einem Bobby Car-Motorrad. Der Bandname resultiert wohl übrigens aus einem Interview, als dieser mal gefragt wurde, woher bei ihm die Passion für seine Musik kommt. Seine Antwort :“I’m talkin‘ ‚bout the blues. . . I ain’t talkin‘ ‚bout monkey junk“.

Stoney Plain Records (2017)
Stil: Blues Rock

01. Best Kept Secret
02. Time To Roll
03. See The Sign
04. Blue Lights Go Down
05. Pray For Rain
06. The Hunter
07. Can’t Call You Baby
08. Undertaker Blues
09. Gone
10. Fuzzy Poodle

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H’ART Musik-Vertrieb GmbH
Stoney Plain Records

Doc Walker – Weathervane – CD-Review

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Dass es jede Menge gute Musik aus dem Staate Kanada gibt, ist längst auch bei uns kein offenes Geheimnis mehr. Obwohl die aus Westbourne, Manitoba stammende, mit vielen Awards dekorierte Band Doc Walker schon fast seit 20 Jahren, in ständiger Regelmäßigkeit, gute CDs herausbringt, mutmaße ich einfach, dass sie hier bei uns, bisher mal wieder nur einem kleinen Kreis an Insidern vorbehalten ist.

Das Quintett mit den beiden Konstanten über die Jahre, Chris Thorsteinson und Dave Wasyliw, sowie Brent Pearen, Stephen Broadhurst und David Callsy bringt jetzt mit „Weathervane“ sein bereits 9. Studiowerk auf dem Markt.

Auch wenn ich nicht verhehlen möchte, dass ihr, nach sich selbst benannter Viertling, 2006 von Nashville Star-Produzent Justin Niebank betreut, mit den unglaublich schönen Coverversionen von Del Amitris „Driving With The Brakes On“ und Neil Youngs „Comes A Time“ enthalten, nach wie vor meine Lieblingsplatte der Gruppe bleiben wird, ist ihnen mit „Weathervane“ allerdings ebenfalls wieder, ein richtig starkes Teil an ihrer oberen Leistungsgrenze gelungen.

Anders als bei Politikern, hat man auf „Weathervane“ laut eigener Aussage, sich nicht von eigennützigen Motiven leiten lassen, sondern diesmal ganz das Gelingen der Songs in den Vordergrund gestellt. Und so wurden die Tracks oft nach Stimmungslage komponiert, der imaginäre Finger in den Wind gehalten, dann gedreht und gewendet, teilweise wieder umgeschrieben, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wurde.

Da sprudeln wieder die feinen Melodien, besungen mit Thorsteinsons sanft-rauer Stimme, unterstützt mit herrlichen Harmoniegesängen und locker-feiner Instrumentierung aus der Quelle der Erfinder bis hin zur Mündung des geneigten Konsumenten dieser Musik. Produziert in einem wunderschön transparenten Sound haben Gavin Brown und Dave Wasyliw, sowie drei Stücke Bart McKay.

Direkt der Opener „Sicka Whiskey“ mit seinem krachenden Gitarren-Intro und flockigen Verlauf (inkl. zweier kurzer E-Gitarrensoli) macht direkt richtig Laune. Auch die zweite Single „Heart Of The Heartland„, die die Heimatverbundenheit der beiden Hauptprotagonisten thematisiert, bietet passend zum Titel, erstklassigen Heartland Country. Toll die dezente Melancholie in Thorsteinsons Gesang. Wird garantiert, zumindest in Kanada, wieder ein Hit.

Prominenteste Musiker auf dem Album sind sicher der besonders in Nashville umtriebige Steel Gitarrenspieler Russ Pahl, der hier sein Instrument ein ums andere Mal weinen, fiepen und leiern lässt und die Backgroundsängerin Sarah Dugas, die schon bei Interpreten wie der Zac Brown Band oder Blackberry Smoke ihre Stimme verliehen hat.

Die markantesten Tracks sind für mich das, ein wenig in Jackson Brownes „Running On Empty“ (in der Führungshook), konzipierte „Dollar Store Cashier“, der humorvolle, Fiddle-dominierte Countryheuler „Heaven On Dirt“ (gespielt von Jenee Fleenor), als erste Single vorab ausgekoppelt, über die Besonderheiten des Farmerlebens, als auch die beiden Covernummern „Ooh La La“ (Faces) und „They Rage On“ (Dan Seals) am Ende.

Gerade der uralte, damals von Ron Wood und Ron Lane geschriebene Klassiker, wird wieder in brillanter Doc Walker-Manier, in unsere heutige Zeit katapultiert. Herrlich hier das von Bart McKay eingestreute surrende Akkordeon. Verbreitet einfach gute Stimmung und animiert zum Mitsingen des Titels.

Fazit: Der Wind bei Doc Walkers neuem Album „Weathervane“ stand günstig. Eines mit der besten Werke der Kanadier. Wer mal eine schöne Alternative u. a. zu den Eagles, Poco, aber auch zu Acts wie der Eli Young Band, Wade Bowen oder No Justice & Co. sucht, ist hier an der richtigen Stelle.

Leichten Punktabzug gibt es nur für die geringe Anzahl an Stücken. Neun Tracks, allesamt in Single-Sphären, sind hier etwas geizig. Da hätte man gerne noch 2-3 Lieder mehr gehört, vor allem auf diesem Niveau. Ansonsten eine wunderbare Brise Musik! Und ich hab mich sehr gefreut, endlich, nach sehr vielen Jahren ihrer Begleitung, mal ein Album der Band reviewen und vorstellen zu können.

Open Road Recordings (2017)
Stil: Country Rock

01. Sicka Whiskey
02. Heart of the Heartland
03. Dollar Store Cashier
04. Get Back On My Horse
05. Heaven On Dirt
06. No Way Now
07. Just Fine
08. Ooh La La
09. They Rage On

Doc Walker
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RGK Entertainment Group

Layla Zoe – 05.03.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nach ungestümem Tatendrang, personifiziert durch die Mädels von Jane Lee Hooker, war für den Rest des weiblich dominierten Abends, ‚Diven-Time‘ angesagt. Fotograf Gernot und ich haben die charismatische Kanadierin Layla Zoe jetzt zum dritten Mal in noch gar nicht so lange zurückliegender Zeit erlebt.

Zum einen bei der vorletzten Rheinberger Bluesparty in der voluminösen Stadthalle, dann im Zentrum Altenberg in Oberhausen, einer mittelgroßen Location, und nun im eher Club-trächtigen Schwarzen Adler, quasi zum Anfassen. Bei allen drei Gigs stand ihr starker Gitarrist Jan Laacks als einzige Konstante zur Seite, gewechselt wurde jedes Mal die Rhythmusfraktion, die in Vierbaum diesmal mit dem rein deutschen Duo Claus Schulte und Christoph Hübner vertreten war.

Layla Zoe aktueller Silberling ist nach wie vor „Breaking Free“ und aus dem Fundus dieses Werkes bediente sie sich auch größtenteils.  Mit dem kräftigen „Backstage Queen“ ging’s los,  das shufflige, dezent progressive „Runaway“ (Laacks entlockte seiner Stratocaster z. T. Pink Floyd-ähnliche Klänge), das Southern-soulige „A Good Man“ (gefiel uns natürlich besonders), sowie das Hendrix-umwehte „Pull Yourself Together“ folgten samt der variablen Stimmgewalt der Protagonistin.

„Workinghorse“ mit Peter Frampton-Talkbox-Gedächtnis-Einlage  und das mit einem, in Southern Rock-Tradition gespieltem langen E-Gitarrensolo, verzierte „Why Do We Hurt The Ones We Love“, standen im Zeichen von Jan Laacks, der sich spielerisch noch einmal verbessert zu haben scheint (tolle Leistung!). Über das krachende „Why You So Afraid“ und das retrobehaftete „“Never Met A Man Like You“ ging es schon auf den Höhepunkt des Gigs zu.

„Highway Of Tears“, ein Stück, in dem es um verschwundene Frauen und deren verzweifelte Angehörige in Kanada geht, war dann am Ende das hoch-emotionale und auch das spielerisch stark dargebotene Finale, nach dem jeder andere Track, kaum noch hätte Wirkung entfalten können. Von daher ein absolut richtiger und stimmiger Ausklang.

Am Ende waren Gernot und ich uns einig, in der eher gedrungenen Räumlichkeit des Adlers, den bisher besten Auftritt des Rotschopfes erlebt zu haben. Layla Zoes Musik und einnehmende Aura kam einfach intensiver rüber, nicht nur aufgrund ihres Gangs von der Bühne ins Publikum bei der, unter die Haut gehenden Ballade „Sweet Angel“ (ein Song für ihre ehemals beste Freundin Marsha, die 2010 aufgrund eines Hirnaneurysmas gestorben ist).

So wurde der Sonntag-Abend mit Jane Lee Hooker und Layla Zoe , der unter dem Motto ‚Double Trouble‘ gestartet war, am Ende eher ein ‚Twice the Fun‘ für alle Beteiligten. Danke dafür natürlich auch explizit an Ernst Barten und Ruf Records!

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Layla Zoe
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Ruf Records
Schwarzer Adler

Vaudeville Etiquette – 03.03.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Line-up:
Tayler Lynn (lead vocals, percussion)
Bradley Laina (lead vocals, guitar)
Matt Teske (pedal steel)
Aaron Walters (bass)
Bryce Gourley (drums)

Bilder: Peter Schepers

Vaudeville Etiquette
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Blue Notez Dortmund

Joey Landreth – Whiskey – EP-Review

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Die kanadischen Bros. Landreth, alias David und Joey Landreth hatten 2015 mit ihrem Album „Let It Lie“ für eine der großen Insider-Überraschungen gesorgt. Unaufgeregte, wunderbar klingende Musik, einfach zum Genießen.
Jetzt hat Joey Landreth mit „Whiskey“ ein Kurzwerk mit sieben Stücken in Eigenregie nachgelegt. Bruder David ist aber am Bass und mit Harmoniegesängen (beim gospeligen „Better Together“) allerdings auch mit involviert.

Sein neues Album schließt sich in seiner Art, ziemlich nahtlos an den Vorgänger an, kommt vielleicht eine Spur E-Gitarren-orientierter rüber, Joey entpuppt sich hier vor allem als Klasse-Slidespieler, scheinbar ein Muss, wenn man den Namen Landreth trägt, obwohl Joey mit dem bekannten amerikanischen Kollegen nicht verwandt ist.

Sein Werk erinnert mich in Art des Songwritings und der Performance ziemlich an die von einem gewissen Monty Byrom (Solo, Big House, Billy Satellite), der ja auch immer leichtfüßig und nahezu perfekt zwischen Stilen wie Rock, Country, Americana, Blues oder Westcoast hin und her pendelt.

Nicht unwesentlichen Anteil am Gelingen dieses schönen Musik-Kleinods hat auch Produzent Murray Pulver, der für eine wunderbar abgestimmte Dosierung der eingesetzten Instrumente und einen klaren Klang sorgte. Der Opener „Whiskey“ lebt von den integrierten Stimmungswechseln und Joeys Melancholie in der Stimme. Das auf dem Fuß folgende, herrlich flockige „Hard As I Can“ ist mein persönlicher Lieblingstrack. Da werden Erinnerungen an Jackson Brownes Parade-Lied „Running On Empty“ wach. Wäre bei arrivierten Künstlern sicherlich sofort ein absoluter Radio-Hit.

„Gone Girl“ und „Time Served“ mit den südstaatlich anmutenden, surrenden Slide-Gitarren und der dezent im Hintergrund gurgelnden Orgel, sind natürlich wie für unser Magazin geschaffen. Toll auch das in Slow Blues-Manier gespielte „Still Feel Gone“ (wieder ganz starke, auf den Punkt gebrachte E-Gitarrenarbeit). Das soulige, bereits oben erwähnte „Better Together“ (Crowd-Gesänge am Ende von Genvieve Levasseur, Meg Dolovich, Alexa Dirks, Carlen Jupiter, David Landreth und Murray Pulver) sowie das finale „Remember“ (reduzierte Instrumentierung, im Singer/Songwriter-Ambiente dargeboten) beenden einen wunderbaren musikalischen Kurztrip.

Joey Landreths „Whiskey“ setzt den guten Eindruck, den ich von kanadischen Künstlern, mit denen ich mich bisher beschäftigt habe, weiter fort. Wer nach der CD der Brüder sehnlichst auf den fälligen Nachschlag aus dem Hause Landreth gewartet hat, darf jetzt hemmungslos zugreifen. Tolle Musik! Dicke Empfehlung von Sounds Of South!

Cadence Music (2017)
Stil: Country Rock

01. Whiskey
02. Hard As I Can
03. Gone Girl
04. Time Served
05. Steel Feel Gone
06. Better Together
07. Remember

Joey Landreth
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Dry County – Cowboy Up – CD-Review

Achtung! Aufgepasst! Dies ist eine CD für Männer, dementsprechend ist diese Besprechung auch nur für echte Männer gedacht. Emanzen, Frauenversteher und all die, die unserer Spezies seit Jahrzehnten ihre angeborenen Instinkte madig zu reden gedenken und an unserem unzerrüttbaren Selbstbewusstsein (inkl. unseres eigenwilligen Humors) kratzen wollen, sollten sich die vorprogrammierten Schreie der Empörung sparen. Sie sind hier fehl am Platze. Das ist Musik für uns eindimensional gestrickte Geschöpfe, die sich um Multitasking einen Dreck scheren, und, wenn überhaupt, dann höchstens für die Pams, Katies oder Lindseys & Co. dieser Erde.

Einfach herrlich diese, dank ihres charismatischen Bandleaders Jeff Gallagher, so machohaft klingende, mit viel Redneck-Flair umwobene New Country-Band (weitere Mitglieder. Randy Solski, Don Laframboise, Keith Silver, Uncle Dik) aus Toronto, Ontario in Kanada, die jetzt mit „Cowboy Up“ ihr Meisterwerk hinlegt, nachdem ihr Debüt und auch der superstarke Vorgänger „Waitin‘ On Hank“ schon nicht von schlechten Eltern waren.

AC/DC meets Alabama‘ heißt die Formel, auf die ihr bisheriges musikalisches Treiben grob reduziert wurde. Sicherlich sind all ihre Werke immer wieder mit einigen an die berühmten Australier reminiszierenden Riffs (wie „Cowboy Up“ natürlich auch) durchzogen, aber im Prinzip wird doch hauptsächlich deftiger New Country mit sattem Southern Rock auf’s Vortrefflichtste gepaart. Diese CD riecht förmlich nach schwülheißen Swamps, schlammüberzogenen, öligen Pickups, lodernder, knisternder Holzkohle, bruzzelndem Grillfleisch sowie Whiskyflaschen und Bierdosen, die es bei guter Musik in rauen Mengen zu leeren gilt.

Gallaghers Eröffnungsstatement »So turn it up and up and up, we want it louder« zeigt beim feucht-fröhlichen, rockigen Opener „Hey Hey Cheers“ direkt die Richtung an, in die der Hase in den folgenden knapp 40 Minuten läuft. Kronkorken klackern und das zischende Einfließen eines kühlen Gerstensaftes bilden den passenden Abschluss eines launigen Liedes. Ich bin mir sicher, dass Toby Keith, John Rich und Trace Adkins der Band begeistert zuprosten würden. „Cowboy Up“ und „Redneck Song“ sind zwei weitere, mit fetten Drums (grandios auftrumpfend Uncle Dik, vor allem mit seiner poltrigen Fußtrommelarbeit), klirrenden Gitarren und Gallaghers grimmigem Gesang bestückte, kompromisslose Southern-Rocker, die den (vermutlich eh schon überhöhten) Blutdruck der meisten Genre-Fans noch weiter empor schnellen lassen. Klasse!

Mit ganz dezenten Mitteln wird auch immer wieder für Abwechslung gesorgt. Für die Countrynote sorgen ab und zu schön eingeflochtene Banjopassagen in Urbanscher Manier („Hillbilly Train“, „Drunk On Yer Love“). Einmalige, weibliche Harmonies (schade, warum eigentlich nur hier?) veredeln einen weiteren Southern-Stampfer namens „Ditry Secrets“. Bläsereinsätze verleihen dem furiosen „The Way You Is“ noch mehr Volumen, als es ohnehin schon hat. Und wenn Gallagher wie ein räudiger Hund bei einer der zwei Balladen »Thank you for loving me imperfect«, frei nach dem Motto „Liebling ich habe dich zwar schon hundertmal betrogen, aber ab jetzt wird alles anders“ dahinseufzt, kann man sich ein mitleidiges Grinsen nicht verkneifen.

Zum Schluss erfährt man noch bei Kuhglocken-Drumming, Mariachi-artiger Bläserbegleitung und rockigen Gitarren, was Margaritas, Darth Vader, The Undertaker, Sammy Hagar und jede Menge Tequilia mit „Mexicoma“ verbindet. Ein stimmungsreiches Finale! Die herrlich fette und glasklare Produktion (großes zusätzliches Lob hierfür), macht diese Scheibe zum kurzweiligen Erlebnis. Ein perfekter Begleiter bei allen Dingen, die wir Männer gerne machen, sofern wir mal unter uns sind und uns den Fängen dieser uns zu femininen Geschöpfen abrichten wollenden Strategen/innen entziehen können.

Lasst uns von daher in Sachen Dry County auf ein weiteres Laster, das wir fortan bedingungslos unser Eigen nennen können, anstoßen. Cheers!

RS Sounds (2010)
Stil:  New Country, Southern Rock

01. Hey Hey Cheers
02. Cowboy Up
03. Hillbilly Train
04. Redneck Song
05. We Ain’t Messed
06. Imperfect
07. Drunk On Yer Love
08. Dirty Secrets
09. Little Girl Of Mine
10. The Way You Is
11. Mexicoma

Dry County
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Bärchen Records

Driveway – Traveling Light – CD-Review

Mit Musik aus Kanada bin ich eigentlich bis jetzt immer gut gefahren. Schöne Beispiele dafür sind Bryan Adams, Shania Twain, die New Country-Senkrechtstarter Doc Walker, Roch Voisine, als auch die vor kurzem von mir beleuchtete Melanie Dekker, die alle hervorragend in mein, von so hoher Flexibilität gekennzeichnetes Geschmacksspektrum passen… Ein weiteres positives Exemplar ist die aus Toronto stammende Band Driveway (gegründet 2002), die sich aus zwei Ex-Mitgliedern einer Truppe mit der merkwürdigen Bezeichnung MadE (Jason Taylor – Vocals, Guitars; Chris Syntnyk – Bass) rekrutierte und mit Robin Mason (Drums) und Corey Matheson (Vocals, Guitars, Pedal Steel, Piano, Organ) ergänzt wurde.

„Traveling Light“ ist ihr zweites Album, das sie jetzt ins Rennen schicken und das ist zum Jahresende hin noch mal so ein richtiger Knaller. Die Band ist von der musikalischen Basis her recht rockig ausgerichtet, kombiniert und verschmelzt dabei mit einer ungemeinen Leichtigkeit Roots-, Country-, Southern Rock- und ganz dezente Westcoast-Ingredienzen zu einer extrem interessanten Mixtur, wobei jederzeit auf ein hohes Maß an Melodik geachtet wurde.

Gesangstechnisch ist man mit den zwei unterschiedlichen Charakteren Taylor (recht kauzig) und Matheson (rauchiger Bariton) sehr variabel aufgestellt (die beiden ergänzen sich trotzdem hervorragend) und hat mit der Gastsängerin Melanie Hilmi noch ein echtes Ass im Ärmel (erinnert mich an Susanna Hoffs von den Bangles), die grandios passende Harmoniegesänge abliefert und zum anderen bei „Since You’ve Been Gone“ im Duett noch beeindruckende Frontqualitäten an den Tag legt. Ein weitere Verstärkung ist James Gray, der sich mit Organ, Mandoline, Akkordeon und Fiddle für die Country-Quote von Driveway verantwortlich zeigt.

Das komplette Album ist wie aus einem Guss und gespickt mit sehr vielen Highlights, Schwachstellen oder Füller sucht man vergebens. Der fetzige Opener „Looks And Money“ klingt wie Steppenwolf meets Cross Canadian Ragweed, das unglaublich Wärme verströmende „Peace Love“ spannt den Bogen von Neil Young bis zu den Eagles, das durch lässig coolen Gesang in Kombination mit herrlichem Slidespiel glänzende „Hollywood“, das entspannte „Wasted Time“ (wirkt, wie wenn sich John Mellencamp oder Chris Knight mal ein wenig an den Southern Rock heranwagen würden) oder das in bester Neal Casal-Manier vorgetragene, balladeske „Fades To Black“ (wunderbares Steel-Heulen) sind Beispiele für exzellentes Songwriting mit auf den Punkt gebrachter Instrumentierung.

An den Reglerknöpfen saß neben Bandleader Jason Taylor noch der kanadische Kultproduzent Lurch. Driveway haben mit „Traveling Light“ eine fulminante Arbeit abgeliefert, ein viel versprechender Anwärter neben Steve Azars „Indianola“ für mein persönliches Album des Jahres 2008. Absolut begeisternder Stoff!

Curv Music (2008)
Stil:  Roots Rock

01. Looks And Money
02. Peace Love
03. Sweet Lorraine
04. Virginia
05. Since You’ve Been Gone
06. Hollywood
07. Wasted Time
08. Collapsing
09. California
10. Baby’s Revolution
11. Higher Ground
12. I Feel Alright
13. Fades To Black

Curv Music

Melanie Dekker – Lekker Dekker Live 2010 – CD-Review

Ich hatte ja bereits 2009 das Vergnügen, die äußerst sympathische Musikerin aus Vancouver, Kanada, live erleben zu dürfen, als sie mit ihrem langjährigen musikalischen Weggefährten Jason Nett im Lintforter ABC-Keller eine feine Vorstellung gab.

Melanie wurde im Rahmen dieser Europa-Tournee von Elyse Jacobsen (Violine, Harmonies) und Mike Bell (Keyboards, Perkussion, Harmonies) begleitet, das hier zu besprechende Live-Album, enthält allerdings Mitschnitte von Auftritten aus Wien (Österreich), Ahaus (Deutschland) und Ebeltoft in Dänemark. Ein sehr spezielles Live-Album, wie ich finde. Gut, rein von der Besetzung und der Tatsache, dass Melanie noch vornehmlich einem Insider-Publikum vorbehalten ist, war klar, dass hier nicht ein Überschäumen an musikalischen Emotionen aufgezeichnet werden würde.

Aber dass dieses Dokument ein so derartig intimes Flair aufweisen würde, war für mich doch recht überraschend, denn die gute Melanie ist an sich ein recht temperamentvoller Mensch. Sehr minimalistisch vorgetragene Stücke, ganz wenig Ansagen von Melanie vor den Tracks und kaum Applaus nach den Stücken, gediegene Wohnzimmeratmosphäre omnipresent, fast eher aber wie im Studio. Ein Erklärungsansatz wäre, dass ein Großteil der Lieder vom Wiener Auftritt aufgezeichnet wurde, wobei man den Anwesenden wohl vorher vergessen hatte, explizit mitzuteilen, dass nach dem Songende auch geklatscht werden darf…

Aber Spaß beiseite, von einer Live-Scheibe erwarte ich halt auch ein wenig Lärm drum herum. An der Musik gibt es natürlich nichts zu deuteln. Melanies variable Stimme, ihr flockiges Gitarrenspiel, sowie das oftmals kammermusikartige Violinieren der Jacobsen und auch die filigranen Pianotupfer von Bell lassen keinen Zweifel daran, dass man es mit Könnern der Materie zu tun hat. So sind es auch letztendlich die flotteren Stücke wie „Saturday Night Show“ (mit ein bisschen Gypsy-Touch), „Little Miracle“ (schöne Tempowechsel), die ein wenig Shania-angehauchten „Hype (Somebody’s Baby)“ und „I Said I“, das recht rockige „Oh Yeah!“ (hier kommuniziert Melanie mal vor Songbeginn mit dem Audtorium) und das mit frechem Gesang bedachte „Soul Back“, die für etwas Schwung sorgen.

Schöne Beispiele für Mels gesangstechnische Variabilität bieten „Hollow“ (im Stile von Melissa Etheridge), „Here & Now“ (ein leichter Bon Jovi-Teint im Refrain) und oder das Elfenhafte, Marke Kate Bush, beim Titel „Flowers“ und dem dazu sehr gut passenden blumigen Gitarrenspiel. Ingesamt ist Melanie Dekkers „Lekker Dekker Live 2010“ eher ein Tondokument zum Besinnen, ein schönes Teil für Genießer ruhigerer, reduzierter Töne. Teilweise fehlt mir dann doch mal eine E-Gitarre.

Ich persönlich hätte aus diesem Stoff eher ein Akustik-Studio-Album fabriziert, für ein Live-Album wäre ein elektrischer Rahmen, mit tosendem Applaus und Zugaberufen am Ende sicherlich die bessere und zu ihrem Naturell passendere Wahl gewesen, denn irgendwie ist Melanie doch eher ein ‚flotter Feger‘! Die CD kann über Mels Homepage im Store für 15 Dollar geordert werden.

Elephant Ears Entertainment (2010)
Stil:  Singer / Songwriter

01. Lullaby
02. Shakespeare Says
03. Maybe We’re The Angels
04. Saturday Night Show
05. Little Miracle
06. Somebody’s Baby (Hype)
07. Hollow
08. Oh Yeah!
09. Soul Back
10. Blush
11. Wounded Soldier
12. Wishful Thinking (Echo Song)
13. I Said I
14. Here & Now
15. Flowers

Melanie Dekker
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Melanie Dekker – Here & Now – CD-Review

Seit Melanie Dekker ihr eigenes Label Elephant Ears Entertainment besitzt, scheint die lebensfrohe, sympathische Musikerin aus dem kanadischen Vancouver gar nicht mehr zu bremsen zu sein. Es ist gerade mal ein paar gefühlte Wochen her, dass ich ihre Live-Scheibe beleuchtet habe, da liegt mir mit „Here & Now“ quasi ‚hier und jetzt‘ direkt ihr nächstes Werk auf dem Tisch.

Diesmal allerdings ein komplettes Studiowerk (zuvor hatte es ja bereits eine EP mit gleichem Titel gegeben, auf der sich die Stücke „Just So You Know“, „Flowers“, „Here & Now“ und „What A Fool I Am“ in identischer Version wie hier befinden) wie immer, mit ein paar netten Grüßen handsigniert. Mel ist eben ein äußerst netter Mensch. Schon das abstrakte, bunte Titelbild des Klapp-Pappschubers mit eingestecktem, sechsseitigen Falzbooklet und auch die Fotos von ihr in einer frechen Korsage lassen auf ein launiges Gesamtprodukt schließen.

Mit „Flowers“, „Lullaby“, dem Titelsong „Here & Now“, „Saturday Night Show“ und „My Soul Back“ enthält die CD dazu noch fünf Stücke, die sie auch auf ihrer Live-Scheibe (nur mit Keyboard- und Violinen-Unterstützung) performt hat, die aber allesamt, wie bereits von mir im Review gemutmaßt, aufgrund der jetzt kompletten instrumentellen Einspielung deutlich kräftiger herüberkommen (vor allem die Drums und die sehr filigranen E-Gitarren von Leuten wie Eric Reed und David Sinclair machen da den Unterschied aus). Letztgenanntes Stück gab es ja auch schon auf ihrem Acoustic Ride-Silberling, hier gefällt es diesmal durch eine unterschwellige Latino-Note und das leicht angejazzte E-Spiel von Sinclair. Toll neu interpretiert und absolut tanzparketttauglich!

Auch die mir bisher unbekannten Tracks machen allesamt einen guten Eindruck. Der mit einer schönen Akustikgitarre untermalte Opener „Rich Girl“ geht richtig flockig ins Ohr. Im Refrain wechselt Mel dann von ihrem natürlichen Gesang in höhere Falsett-Sphären Marke Kate Bush und beweist ihre Stimmvariabilität. Songs wie die einzige Fremdkomposition „Just So You Know“ (mit coolem Groove), das herrlich melodische „Every 20 Minutes“ (schöne kratzige Akustikgitarre, E-Solo) und das pianobetonte „Legacy“ würden auch einer Melissa Etheridge gut zu Gesicht stehen.

Mein persönlicher Favorit ist aber das fröhliche, Country-Reggae-trächtige „Hippie“, wo man am liebsten direkt in den Flieger steigen und die nächste Strandbar in der Karibik unsicher machen möchte. Ein Stück, wie es auch Jimmy Buffett oder Kenny Chesney gerne praktizieren. Melanie näselt hier aber ganz schön kräftig und verleiht dem Song damit eine klare Shania-Note. Wunderbar passend dazu das kurze, verschrobene E-Solo von David Sinclair. Klasse auch der vermutlich mit persönlichen Erlebnissen in Dänemark zusammenhängende, fluffige Lovesong „Until The Wind Stops Blowin“.

Melanie Dekker lässt ihr „Here & Now“ dann mit der in Molltönen gehaltenen, atmosphärischen Piano-Ballade „What A Fool I Am“ ausklingen und überzeugt zum Abschluss noch einmal mit einer großartigen vokalen Darbietung. Wer die nette Kanadierin (die schon mit Größen wie u.a. Bryan Adams, Faith Hill oder sogar April Wine (!) auf der Bühne gestanden hat) gerne näher kennenlernen möchte, kann sie demnächst leibhaftig genießen. Denn die umtriebige Mel tourt schon wieder den ganzen April durch unsere Lande. Auf ihrer Internetseite können die Termine, Locations sowie Bezugsmöglichkeit und Preis der aktuellen CD (und ihrer anderen) nachgelesen werden.

Elephant Ears Entertainment, Fortune Records (2011)
Stil:  Singer / Songwriter

01. Rich Girl
02. Just So You Know
03. Flowers
04. Hippie
05. Lullaby
06. Here & Now
07. Saturday Night Show
08. Every 20 Minutes
09. My Soul Back
10. Until The Wind Stops Blowin‘
11. Legacy
12. What A Fool I Am

Melanie Dekker
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