Sons Of Liberty – Aces & Eights – CD-Review

Sons300

Vor gut drei Jahren hatte uns die Formation Sons Of Liberty mit ihrer EP „…Shinola“ sehr positiv überrascht und bewiesen, dass Briten nebst Blues- und Hard Rock, durchaus auch Southern Rock ganz gut umsetzen können.

Diesmal pokert der Fünfer eindeutig höher und legt mit „Aces & Eights“ einen mit zwölf Stücken gefüllten Longplayer vor, der eine klar erkennbare Weiterentwicklung offenbart. Auch hier sieht man mal wieder, wie wichtig es manchmal sein kann, einen guten Produzenten mit an den Tisch zu holen, wie es in diesem Fall mit Josiah J Manning passiert ist,  der auch schon uns bestens bekannte Acts wie die Kris Barras Band oder Wille & The Bandits unter seinen Fittichen hatte.

Nicht nur durch die Stimmähnlichkeit von Fronter Rob Cooksley zu Phil McCormack wird eine große Affinität zu härteren Vertretern des Genres deutlich. Ohne Zweifel fühlen sich er und seine Kollegen Fred Hale, Andy ‚Moose‘ Muse (beide bilden ein starkes, SR-festes Gitarrenduo) sowie Mark Thomas (Bass) und Steve Byrne (Drums – ein echter Rumpolterer) besonders zum Boogie-trächtigen Sound von Molly Hatchet hingezogen.

Beste Beispiele sind neben der überwiegend verwendeten, treibend-harten Hatchet-Grund-Gangart, Tracks wie „Don’t Hide Behind Your Weakness“, „Beef Jerky Boogie“, „Doc’s Remedy“, „I Come In Peace“ oder „Dead Man’s Hand“, die voller Reminiszenzen von Songs wie „Dreams I’ll Never See“, „Beatin‘ The Odds“, „Flirtin‘ With Disaster“, „It’s All Over Now“ oder „The Journey“ gespickt sind. Klassischen Southern Rock bietet das gelungene abwechslungsreiche „Texas Hill Country“.

Der Opener „Ruby Starr„, die Lead-Single „Damaged Reputation„, das herrliche „Fire & Gasoline“, und „Lights Are On“ im Stile von Größen wie Great White, AC/DC, Cinderella & Co. dürften dazu aussichtsreiche Bewerbungsvorlagen als Anheizer mit Headbang-Garantie für kommende Open-Air-Hard- und Heavy Rock-Festivals abgeben. Nichtsdestotrotz dürften die Jungs ebenso ein Garant für einen launiges Clubkonzert mit feucht-fröhlichem Anschluss sein.

Dass man aber nicht immer gleich mit dem Schlaghammer ins Haus fallen muss, offerieren die zum Teil episch und atmosphärisch anmutenden „Black Blizzard“  oder „I Come In Peace“.

Auch wenn das abschließende ZZ Top-/Skynyrd-destillierte „Whiskey Is My Vaccine“  (ja wer braucht da eigentlich überhaupt noch Biontech?) sicherlich eines der Highlights des Werkes darstellt, hätte ich es persönlich mit „I Come In Peace“ in der Reihenfolge getauscht.

Der emotional packende Song hätte zum krönenden Abschluss meiner Ansicht nach mit angefügtem typischen E-Gitarrenfinish zu einer absoluten Southern Rock-Hymne avancieren und zu einem echten Trademark der Band werden können. Dies schmälert aber den sehr guten Gesamteindruck des Albums nicht wirklich.

Selbst wenn auf dem gelungenen Coverbild von „Aces & Eights“ nicht alle Karten offen auf den Tisch gelegt werden und es insgesamt keinen Royal Flash gibt, kann man sicher sein, dass die Sons Of Liberty hier ein drittes Ass ‚im Ärmel‘ haben werden. Und ein musikalisches Full House ist ja wohl auch ein guter Grund genug, ein gewieftes Pokerface mit großer Gewinnaussicht aufzusetzen…

Eigenproduktion (2021)
Stil: Southern Hard Rock

01. Ruby Starr
02. Don’t Hide Behind Your Weakness
03. Black Blizzard
04. Beef Jerky Boogie
05. Damaged Reputation
06. Texas Hill Country
07. Fire & Gasoline
08. Doc’s Remedy
09. I Come In Peace
10. Dead Man’s Hand
11. Lights Are On
12. Whiskey Is My Vaccine

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