The Freeway Revival – 12.12.2015, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Manchmal hat man halt so seine Eingebungen. Eigentlich hatte ich nur mal auf der Homepage der Kulturrampe geschaut, was so läuft und wurde auf die mir bis dato unbekannte Band The Freeway Revival aus North Carolina aufmerksam. Als ‚Cool Organic Hippie Rock‘ mit Bezügen zum Southern Rock wurde ihr Stil beschrieben, also live zumindest für mich durchaus interessant. Ich hörte dann mal kurz in Soundfiles ihrer beiden bisher veröffentlichten CDs „Songs From Home“ und „Over The Mountain“ hinein und war mir immer noch unsicher, da mir die Stimme ihres Sängers Adam Clayton doch etwas zu dünn ausfiel. Der Umstand meiner positiven Entscheidung ihres Besuchs wurde jedoch durch mein neues Auto beeinflusst, das mich so ein wenig in die musikalische Neuzeit hineinkatapultiert hat. 

Dieser hat nämlich keinen CD-Player mehr und eigene Musik kann man nur noch via USB-Stick genießen (über Handy werde ich allerdings weiter wohl nie Musik konsumieren…). So war ich mangels Zeit, die dafür erforderlichen technischen Dinge an meinem Laptop umzusetzen (USB-Stick hatte ich auch nicht zur Hand) gezwungen, mir jetzt knappe zwei Wochen die unerträgliche zeitgenössische hiesige Radiomusik auf den eh schon nervigen Arbeitswegen anzuhören und gerade bei den angesagten deutschen Newcomern, die alle nur noch diesem merkwürdigen Kauz aus Mannheim nachzueifern scheinen, wurde mir Angst und Bange um die Menschen, die mich vermutlich heutzutage mehrheitlich umgeben. So hatte ich als Ausgleich irgendwie total Bock auf vernünftige Livemusik abseits dieses Horrors und in Sachen Southern Rock sind seit meinem letzten Konzert (Hogjaw auch in der Kulturrampe) auch schon wieder viele Wochen vergangen. Also auf zu The Free Revival.

Die kleine Rampe war mit ca. 60 Leuten recht gut gefüllt und das Quartett, bestehend aus Adam (Lead vocals) und Jonathan Clayton (Lead guitar, vocals, percussion), sowie Keith Harry (bass) und Mike McCue (Drums) brachte die Anwesenden mit dem satten „Highway Fever“ direkt mal auf Betriebstemperatur, wobei Jonathan Clayton, er mich rein äußerlich ein wenig an Ronnie Dunn erinnerte, sofort mal seine Fingerfertigkeit an der Telecaster aufblitzen ließ. Spätestens mit dem ersten Cover „Whipping Post“ wurde ihre Affinität zu dem Allman Brothers klargestellt, gleichzeitig ein eindrucksvoller Beweis für die immer wieder beeindruckende instrumentelle Versiertheit vieler amerikanischer Jungmusiker. Natürlich wurden auch eigene Stücke wie „Right In Front Of Me“, „Some Days“ oder „Wanderin’s Got Two Hands On Me“ zum Besten gegeben. Stark auch das fulminant groovende „Helpin‘ Hand“ Der Gassenhauer „Call Me The Breeze“ (gebracht natürlich in der Skynyrd-Version) beendete den ersten richtig guten Set.

Nach ca. 20 Minuten Pause brannten die vier Jungs dann ein Feuerwerk an Spielfreude ab, das seines Gleichen suchte. Mir gefiel es immer besonders, wenn die Eigenkreationen wie „Lost“ oder „The Wind Make Me Shiver“, „Waltzin‘ Shoes“ präsentiert wurden, aber mit „Midnight Rider“ und den nachfolgenden „You Don’t Love Me“, „Statesboro Blues“ und „One Way Out“ (beide im ausführlichen Zugabenteil) gab es zur Freude vieler dann die volle Allman Brothers-Breitseite. „The Weight“ und „Will The Circle Be Unbroken“ erwiesen sich als zwei weitere stimmungsvolle Covernummern. Das wie immer angenehme Publikum in der Rampe feierte die Burschen für ihren Einsatz und die wollten, so hatte man am Ende fast den Eindruck, die Bühne gar nicht mehr verlassen. So gab es mit um die drei Stunden Spielzeit auch hier ABB-ähnliche Verhältnisse. Auch wenn ich auf die ganzen zigfach gehörten Cover zugunsten z. B. weniger bekannter oder eigener Sachen gut und gerne hätte verzichten können, bleiben unterm Strich auf jeden Fall die spielerische Klasse aller Bandmitglieder (toll auch die kraftvolle Rhtytmus-Sektion Harris/McCue) und das menschlich begeisternde Auftreten hängen.

Insgesamt sah man dem höchst zufriedenen KR-Organisator Markus ‚Pille‘ Peerlings und allen Beteiligten an, einen anstrengenden, aber sehens- wie hörenswerten Abend erlebt zu haben. Toll, dass sich solch gute junge Truppen aus den Staaten trauen, trotz meist erst mal bescheidener Resonanz, den langen Weg zu wagen. Daumen hoch für The Freeway Revival! Klasse! Echt cool organic hippie!

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