Randy Rogers Band – Trouble – CD-Review

Superbe Vorstellung der Randy Rogers Band! Der ursprünglich aus Cleburn, Texas stammende Bandleader und seine Bandkumpanen Brady Black (Fiddle), Geoffrey Hill (Guitars), Jon Richardson (Bass) und Les Lawless (Drums) präsentieren auf ihrem 6. Studio-Werk „Trouble“ eine unwiderstehliche Mischung aus etatmäßigem Texas Red Dirt-Coountryrock und zeitgenössischem, modernen New Country. Die Truppe hat sich seit ihren Independent-Tagen bis zu ihrer mittlerweile schon sieben Jahren währenden Major-Phase (seit 2010 sind sie bei MCA Nashville unter Vertrag) ständig weiterentwickelt und ist mit ihren Alben seitdem immer unter den Top-10 der Billboard Country-Charts platziert gewesen, mit dem Vorgänger „Burning The Day“ sogar auch in den allgemeinen US-Charts.

Auch die neue CD „Trouble“ bietet wieder jede Menge Qualität und ungemein starken Stoff mit enormer Bandbreite, und so braucht man kein Hellseher zu sein, um auch dieser Scheibe entsprechenden Erfolg zu attestieren. Produziert hat diesmal das angesagte Multitalent Jay Joyce (The Wallflowers, Iggy Pop , The Warren Brothers, Eric Church), der erst kürzlich Little Big Town auf den Thron der Billboard Country-Album Charts verhalf. Er ist hier zudem musikalisch stark incolviert (Guitars, Piano, B-3). Joyce versteht es auf „Trouble“ hervorragend, aus dem Quintett neue Frische und Energie herauszukitzeln, behält dabei aber immer ihre Ursprünglichkeit und ihre Roots im Auge zu.

Schon das Auftaktstück „Goodbye Lonely“ versteht es, direkt zu punkten. Herrlich melodischer, Radio-tauglicher Red Dirt Countryrock in der Art, wie ihn auch die Eli Young Band sehr gerne zelebriert. Als Single parallel zur Album-Veröffentlichung wurde jedoch, das schön raubeinige, peppige „Fuzzy“ auserwählt (mit Gastauftritt von Ray Wylie Hubbard), das in seiner schwermütig swampig-stampfenden Rockmanier so bisher gar nicht im Repertoire dieser Band zu finden war. Sehr stark! Mit „Speak Of The Devil“ folgt die erste Power-Ballade, bei der Randy in den Strophen seinen angenehm rauchigen Gesang perfekt zur Geltung bringt und in den aufbrausenden Refrains, in der leicht näselnden Manier eines Tim McGraw, geballte Kraft und typische Emotionalität mit ins Spiel bringt.

Von Songs dieser Art gibt es mit „One More Sad Song“, „Had To Give That Up“ und dem abschließenden „I Never Got Around That“ (mit wunderschöner Mandolinenuntermalung) weitere starke Exemplare zu bewundern. Zusätzliche Gastauftritte gibt es beim Waltz-artig voranpreschenden Countrystomper „Flash Flood“ durch Gary Allan (Harmoniegesang), dem ja vor kurzem mit „Set You Free“ auch ein Nr.1-Album gelungen ist, und bei „Trouble Knows My Name“ durch dengerade 80 Jahre alt gewordenen „Recken“ Willie Nelson, der dem Lied ein herrliches Outlaw-Flair einhaucht (stark dazu auch das quäkige Mundharmonikaspiel von Mickey Raphael). Klasse die beiden Charaktere mal im Duett-Gesang zu erleben!

„If I Had Another Heart“ stammt aus der Feder des langjährigen Rogers-Weggefährten und Mentors Radney Foster, der immerhin drei der früheren Randy Rogers-Alben produzierte. Dieser Song trägt seine typische, leicht introvertierte Handschrift. Die wohl größte Überraschung des Werkes, das saustarke „Shotgun“ wurde jedoch von Bassist Jon Richardson im Alleingang komponiert. Ein prächtiger, fett abgehender, swampiger „Ass-kicking Countryrocker“, bei dem auch Lynyrd Skynyrd-Stücke wie „Voodoo Lake“ und „Smokestack Ligthning“ leicht hindurchschimmern. Ein wuchtiger Track mit garantiertem Fußwippfaktor.

Stark neben Randys toller Gesangsleistung auch wieder das Zuspiel von Gitarrist Geoffrey Hill und Fiddle-Player Brady Black (mit ein Trademark der Gruppe), die sich beide gleichberechtigt so manches Solo um die Ohren hauen (meist in Wechselmanier). Insgesamt ein wirklich toller und äußerst abwechslungsreicher Longplayer, bei dem viele der Stücke sofort im Gehör haften bleiben. So stark hat man die Band trotz ihrer immer beständigen Leistungen schon lange nicht erlebt. Joyce hat, das spürt man hier omnipräsent, neuen Hunger in diesem Quintett geweckt.

Nicht unerwähnt bleiben darf das tolle Cover-Artwork (auch mit allen Songtexten inklusive). Schon das Titelbild mit den Fingerabdrücken der fünf Musiker ist eine gelungene Idee aber auch die typischen, erkennungsdienlichen Bilder (mit vorgehaltenen Nummern) von gerade eingetroffenen Knastinsassen sind „zum Piepen“ (sämtliche Bandmitglieder mit schön grimmigen Gesichtern). Am Ende wird aber alles gut und die Band verlässt gemeinsam die geöffneten Gefängnisstore. Eine schöne Bildgeschichte am Rande. Randy Rogers und seine vier Mitstreiter kehren mit „Trouble“ nach drei Jahren beeindruckend in den aktuellen Musikzirkus zurück und dürften im New Country-verwöhnten Nashville, sowie in ihrer Red Dirt-Domäne Texas, aber ganz sicher auch landesweit, weiter für Furore sorgen. Und vielleicht gibt es ja diesmal sogar das erste Nr.1-Album ihrer Karriere. Die Aussichten sind gut. In jedem Fall ist das mit das beste Werk ihrer bisherigen Karriere. Chapeau Randy Rogers Band!

MCA Nashville (2013)
Stil: Red Dirt

01. Goodbye Lonely
02. Fuzzy
03. Speak Of The Devil
04. Flash Flood
05. Trouble Knows My Name
06. One More Sad Song
07. If I Had Another Heart
08. Don’t Deserve You
09. Had To Give That Up Too
10. Shotgun
11. Never Got Around To That

Randy Rogers Band
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Bärchen Records

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