Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review

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2 CDs & 1 DVD-Set, inklusiv zweier neuer Studiotracks! Tolles Live-Konzert des sympathischen und so ungemein populären, großartigen Red Dirt-Countryrockers und seiner Band aus dem legendären Billy Bob’s in Fort Worth/Texas vom 21. November 2009 – auf einer Doppel-CD mit zwei neuen Studio-Tracks, und als DVD (komplette Show)! Der aus Waco, Texas stammende Wade Bowen hat sich im Laufe seiner mittlerweile elf Jahre währenden Karriere, ähnlich wie Randy Rogers, Pat Green, sein Schwager Cody Canada (als Bandleader von Cross Canadian Ragweed) oder die Eli Young Band zu den Leitfiguren der Red Dirt-Szene entwickelt.  Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review weiterlesen

Devin Dawson – Dark Horse – CD-Review

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Mit Devin Dawson betritt ein weiterer hochtalentierter Jungkünstler die Bühne Nashvilles. Kein geringerer als Star-Produzent Jay Joyce (The Wallflowers, Emmylou Harris, John Hiatt, Eric Church, Little Big Town) erkannte sein Potential und verhalf dem zuvor bereits durch YouTube-Clips populären Burschen, direkt zu einem Major-Kontrakt bei Warner Music Nashville.

Zwölf gelungene Eigenkompositionen (mit teilweise namhaften Co-Writern wie a. a. Barry Dean, Brett Beavers und den Warren Brothers), sein starker variabler Gesang und seine Einbindung an der Akustikgitarre (da gibt es ja wahrlich auch viele Spezialisten unter Nashvilles Studiomusiker-Zunft) sind zweifellos Indikatoren dafür, warum Joyce hier frühzeitig seine Fühler in Richtung Dawson ausgestreckt hat.

Trotz seines Lippenbekenntnisses im Titelstück „Dark Horse“ mit „my heart bleeds for country music“ benötigt man, wie schon in letzter Zeit bei Kollegen der Marke Brown, Hunt, Rhett & Co., meiner Ansicht nach, bis auf ein paar typischer Akustik- und E-Gitarrenspiel-Ingredienzien (Steel-ähnliches Slide, Bariton-E-Fills), doch ein erhebliches Maß an Phantasie, um Genre-Bezüge herzustellen.

Vieles erinnert mich persönlich von der dezent introvertierten, melancholischen Art und auch vom Gesang her, an die weniger Blues-betonten Sachen eines John Mayers. Überwiegend sehr schöne Musik zum Relaxen, manchmal auch tanzbar, nicht zuletzt auch dank der sehr transparent und glasklaren Produktion von Joyce.

Wir tauchen mit „Dip“, „Placebo“, „War Paint“ und „Prison“ in zum Teil sehr kühl und distanziert wirkende Klangwelten ein, aber genießen auch mit Stücken wie „Second To Last“ oder „Symptoms“ das wärmende Esprit R&B-lastiger Kreationen.

Besonders Spaß bereiten mir die Sachen, wo zumindest unterschwelliges (New) Country-Flair aufkommt. Hier stehen mit dem wunderschönen Ohrwurm „All On Me“ (erste Single mit Top-20-Platzierung), dem atmosphärischen „Asking For A Friend“ (Acoustic Slide), „I Don’t Care Who Sees“, dem Schwofer „Secondhand Hurt“, „I Can’t Trust Myself“ und dem finalen, Melancholie-getränkten Titelstück „Dark Horse“ doch gut die Hälfte der Tracks zu Buche.

Trotz eines gewissen Faibles Devin Dawsons für die Dunkelheit (Coverartwork mit allen Texten als auch der Videoclip zur ersten Single sind komplett im düsteren Bereich der Schwarz/Weiß-Skala gestaltet), stellt der Protagonist mit seinem insgesamt hörenswerten Debütalbum „Dark Horse“ die Weichen in eher rosarote Zeiten.

Atlantic/Warner Music Nashville (2018)
Stil: R&B, Countrypop

01. Dip
02. All On Me
03. Asking For A Friend
04. Second To Last
05. Symptoms
06. I Don’t Care Who Sees
07. Secondhand Hurt
08. Placebo
09. War Paint
10. I Can’t Trust Myself
11. Prison
12. Dark Horse

Devin Dawson
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Warner Music Germany

Radney Foster – For You To See The Stars – CD-Review

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Abschließen möchte ich das Jahr mit einem der ganz großen Singer/Songwriter unseres Metiers, unserer Zeit, mit Radney Foster. Hier schon einige Male besprochen, hat der Anwaltssohn, geboren 1959 in Del Rio, Texas, im September mit „For You To See The Stars“ ein weiteres, unaufdringliches Meisterwerk geschaffen.

Bekannt wurde Radney zunächst Mitte der Achtziger Jahre mit seinem Partner Bill Lloyd als Duo Foster & Lloyd (übrigens 2011 auch mit einem durchaus passablen Comeback-Album „It’s Already Tomorrow“ kurzzeitig wieder präsent), bevor er sich 1992 auf eigene Pfade begab.

Seine Songs wurden durch viele Künstler wie u. a. Keith Urban, Sara Evans, Dixie Chicks oder Hootie & The Blowfish gecovert, nicht zu vergessen auch seine Tätigkeiten als Produzent zweier Alben für die Randy Rogers Band.

Mit dem Brille-tragenden Foster (einer der wenigen in der Branche), verbindet man schon von seinem rein äußerlichen Erscheinungsbild, einen gewissen Intellekt, der sich im Rahmen seiner Texte, in Kombination mit seinem immer etwas steif wirkenden Gesang (aber mit einer ungemeinen Markanz)  und der dezent introvertiert klingenden Musik bestätigt.

„For You To See The Stars“ (übrigens parallel von Radney auch als Buch mit zehn Kurzgeschichten aufgelegt), beginnt sofort mit dem Titelstück, einer Ode an das ‚Prinzip Hoffnung‘, das sich thematisch auch durch dieses Werk fortführt. Frei nach dem Motto, egal was auch passiert, es gibt irgendwo immer Licht am Ende des Tunnels.

Das grassige, familiäre „Greatest Show On Earth“ (wunderbar mit den typischen Instrumenten wie u. a. Akustikgitarre, Fiddle und Mandoline in Szene gesetzt) bildet mit seiner Spielfreude und dem fröhlichem Unterton, einen Ausgleich zum etwas schwermütigen  Vorsong.

„It Ain’t Done With Me“ erinnert sofort an countryrockige Sachen von Pat Green oder Jack Ingram. Die Skynyrd-umwehten Gitarren-Soli werden auch Southern Rock-Freaks begeistern. Das eher durch Keith Urban zu Bekanntheitsgraden gelangte „Raining On Sunday“ (hier jetzt als Neuauflage der Altversion Fosters von 1999 nochmals modifiziert) ist so ein Track, bei dem man sofort ein gewisses Etwas spürt und der auf dem Fuße (für immer) hängen bleibt. Zweifellos ein ganz großer Moment in Radneys kreativem Schaffensspektrum.

Mit dem der Veteranen-Thematik zugewendeten „Belmont And 6th“, dem Filmmusik-tauglichen „Rock And Roll Slow Dance“, der Ballade „While You Were Making Time“ (wäre ein Cover-Kandidat für Joe Cocker gewesen, wenn er noch leben würde), dem politischen Country-Storyteller „All That I Require“ und dem swampigen „Howlin‘ (Richtung CCR/Tony Joe White) bekommt man die geballte Ladung Fosterscher Musik-Divergenz, immer unter der Prämisse eines hohen Anspruchs, geboten.

Das melancholische „Sycamore Creek“ (plus instrumentelle Reprise im Anschluss) mit herrlichen weiblichen Harmoniegesängen, wunderbaren Piano- und Steelfills) interpretiere ich mal frei als Danksagung des dreifachen Familienvaters an die Toleranz und Ausdauer seiner Frau, seinem (genialen) musikalischen Treiben, über die Jahre hinweg, den nötigem Freiraum einzuräumen.

Fazit: Mit „For You To See The Stars“ untermauert Radney Foster erneut seinen Status als einer der ganz großen intellektuellen Musikpoeten des Country/Roots/Red Dirt-Genres und darüber hinaus. Am Ende dieses, in jeder Hinsicht packenden und faszinierenden Werkes, sind ‚goosebumbs on your skin‘ eine unweigerliche Begleiterscheinung!

Devil’s River Records (2017)
Stil: Country (Rock) / Singer/Songwriter

01. For You To See The Stars
02. Greatest Show On Earth
03. It Ain’t Done With Me
04. Raining On Sunday
05. Belmont And 6th
06. Rock And Roll Slow Dance
07. While You Were Making Time
08. All That I Require
09. Howlin‘
10. Sycamore Creek
11. Sycamore Creek (Instrumental Reprise)

Radney Foster
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Chris Stapleton – From A Room Volume 2 – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Vollbärtiger Mann mit Westernhut und Gitarre? Bei dieser Beschreibung wird vielen Musikfans in den USA zurzeit sicherlich als erstes Chris Stapleton in den Sinn kommen. Mit seinem mehrfach ausgezeichneten Debütalbum „Traveller“ (u. a. Album of the Year) hat er sich vor zwei Jahren direkt in der Spitze der Stars der Country-Szene festgesetzt. Seiner Produktivität hat der schlagartige Erfolg offensichtlich nicht geschadet. Seinem erst im Mai erschienen Album „From A Room: Volume 1“ lässt er nun bereits das Nächste folgen.

Auch für sein drittes Album, das leider nur neun Titel umfasst, hat sich Stapleton wieder den Produzenten Dave Cobb (u.a. Jason Isbell and The 400 Unit: The Nashville Sound) an die Seite geholt und verzichtet damit weitgehend auf musikalische Experimente.

Der gelungene Opener „Millionaire“ ist ein gefühlvolles Heartland Rock-Duett mit Ehefrau Morgane. Darauf folgt das wild drauflos stampfende „Hard Livin‘“ mit einer repetitiv dumpf-verzerrten Gitarre. Auf der schönen Midtempo-Ballade „Scarecrow In The Garden“, bereits als Vorabsingle veröffentlicht, sinniert Stapleton über das beschwerliche Farmerleben nordirischer Immigranten. Ein toller Übergang folgt mit „Nobody’s Lonely Tonight“, ein ruhiges, von dunkler Stimmung beherrschtes und von seiner starken, souligen Stimme getragenes Klagelied.

Das eher durchschnittliche „Tryin‘ To Untangle My Mind“ weckt Erinnerungen an seinen Hit „Tennessee Whiskey“. Die spärliche, minimal besetzte, Country-Folk Ballade „Simple Song“ offenbart erfreuliche narrative Ansätze. „Midnight Train To Memphis“, ein kraftvoller Hard Rock Song in Manier der „Black Keys“, mit eingängigem Gitarrenriff, ein eher untypischer Song, beweist aber, dass er nicht nur ruhige Töne kann, sondern auch harte, temporeiche Sounds.

„Drunkard’s Prayer“, ein langsamer, vor sich hin dümpelnder, traditioneller Country-Song, ist das schwächste Stück des Albums. Das abschließende hymnenartige „Friendship“, bereits in einer souligen R&B Version von Pops Staples aufgenommen, erfreut den Hörer in der Country-Roots-Fassung, als Lobgesang auf die Freundschaft.

Chris Stapleton bleibt sich treu, glänzt auf dieser Platte aber mit erfreulichen Storytelling-Qualitäten („Scarecrow In The Garden“, „A Simple Song“, „Friendship“) und macht in dieser Hinsicht einen Schritt nach vorne. Das neue Album des begnadeten Singer-Songwriters hat wieder einige Songs mit Ohrwurmcharakter zu bieten. Hoffentlich überrascht uns der 39-jährige noch vor dem Jahreswechsel, nach den neuen Aufnahmen, wieder mit Tour-Terminen in Deutschland.

Mercury Records (2017)
Stil: New Country

01. Millionaire
02. Hard Livin‘
03. Scarecrow In The Garden
04. Nobody’s Lonely Tonight
05. Tryin‘ To Untangle My Mind
06. A Simple Song
07. Midnight Train To Memphis
08. Drunkard’s Prayer
09. Friendship

Chris Stapleton
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Universal Music International

Luke Bryan – What Makes You Country – CD-Review

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Luke Bryan krempelt gerne die Ärmel hoch, wie man es auch unschwer auf dem Titelbild vor großartigem Seepanorama und dem gesamten Coverartwork seiner neuen CD „What Makes You Country“ begutachten kann.

In kleinen Schritten und mit kontinuierlich guten Veröffentlichungen hat er sich peu à peu in die Gilde der ganz großen Superstars in Nashville emporgearbeitet. Und wer kann sich schon besser an der Erklärung versuchen, was ‚Country‘ bedeutet, als jemand, der in einem elterlichen Farmbetrieb groß geworden ist, bevor er über Studium und erste musikalische Nebenjobs, in dieser musikalischen Sparte, für Furore zu sorgen begann.

Das neue Werk ist nun mehr sein 6. Album und ist, inklusiv von 15 Stücken, wieder reichhaltig mit neuem Stoff ausgestattet. Es startet direkt mit dem Titelstück „What Makes You Country„, das somit quasi den Center-Song darstellt, da er auch aus meiner Sicht, das Highlight abgibt, obwohl der Rest sich natürlich auch sehen, bzw. hören lassen kann. Knackiger Southern Country Rock, aus der Feder der Hit-Songwriter Dallas Davidson und Ashley Gorley (in Assistenz von Luke) untermalt mit Banjo, geführt von einer markanten E-Gitarren-Hook, durchzogen mit satten Soli der starken Gitarristen Kenny Greenberg und JT Corenflos. Klasse!

Der Rest der durchweg sehr eingängigen Lieder unter der Produktionsregie von Jody und Jeff Stevens bewegt sich bis auf den feucht-fröhlichen Trink- und Mitgrölsong „Drinking Again“ (aus der Schmiede von David Lee Murphy und den Warren Brothers – wird sicherlich ein neues Stimmungshighlight auf seinen Konzerten) in deutlich poppigeren Gefilden, wahrt aber dank des Fingerspitzengefühls des weiteren kleinen Kreises an Spitzenmusikern wie Jimmy Lee Sloas, Greg Morrow (warum muss man sich eigentlich, angesichts eines so tollen Drummers, immer dieser unsäglichen Loops bedienen?), vom Tastenvirtuosen Mike Rojas und besonders Danny Raders filigraner Banjo-, Mandolinen-, Bouzouki- und Akustikgitarren-Einlagen, das Minimum an nötiger Countrydosis, um Anhänger des Genres nicht zu verprellen.

Erwähnenswert vielleicht noch, dass Luke es sich nicht, wie viele Interpreten aus seinem Umkreis, leicht gemacht hat, und sich die entsprechenden Hitanwärter nur eingekauft hat, sondern bei gut der Hälfte der Tracks kompositorisch beteiligt war. Insgesamt wird „What Makes You Country“ somit wieder, sowohl im Album-, als auch Single-Charts-Bereich, seine überaus erfolgreichen Momente haben, die Bryans Status Quo als Nashville-Superstar weiter festigen werden.

Capitol Records/ Universal Music (2017)
Stil: New Country

01. What Makes You Country
02. Out Of Nowhere
03. Light It Up
04. Most People Are Good
05. Sunrise, Sunburn, Sunset
06. Bad Lovers
07. Drinking Again
08. Land Of A Million Songs
09. Like You Say You Do
10. Hooked On It
11. She’s A Hot One
12. Hungover In A Hotel Room
13. Pick It Up
14. Driving This Thing
15. Win Life

Luke Bryan
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Universal Music

Jess And The Bandits – Smoke & Mirrors – CD-Review

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Dass New Country Musik auch bei unseren britischen Freunden im Moment hoch im Kurs steht, ist seit den glamourösen Country2Country-Festivals, wo sich das Who Is Who der Nashville-Szene einfindet, kein Geheimnis mehr.

So passiert es in letzter auch schon mal, dass wir von dortigen Promotion-Agenturen und Managements angeschrieben werden, mit der Bitte, den einen oder anderen Review zu verfassen.

So geschehen auch im Fall der texanisch/britischen Kombination Jess And The Bandits, die vor geraumer Zeit ihr zweites Album „Smoke & Mirrors“ veröffentlicht haben.

Der Star dieses ‚Projekts‘ ist eindeutig die Stimme der texanisch abstammenden Frontfrau Jessica Clemens, eine echtes Charakter-Organ, die dazu rein äußerlich mit rotem Schopfe und wuchtigem Erscheinungsbild, sofort Assoziationen mit einer Wynonna Judd erweckt.

Das vierzehn Stücke umfassende Werk beinhaltet dann auch alle Nashville-typischen Ingredienzien: Wunderbare knackige, melodische und klar abgemischte Instrumentierung (mit u. a. fein gespielten E- und Akustikgitarren, Mandoline, Orgel und Piano), auf der sich Jessicas fulminanter Gesang (oft einer Jennifer Nettles, auch bekannt durch Sugarland, ähnelnd) so richtig ‚austoben‘ kann.

Stellvertretend für alles auf diesem Werk, kann man hier den großartigen Song „Sister“ umschreiben: Melodie-betonte Führung durch ein glasklares Piano, dezente Akustik- und E-Gitarrenfils sowie 90er-typische Synthie-Tupfer, pathetischer Gesang von Clemens, dazu chorale Harmoniegesänge, poltrige Drums und ein gospeliges Bridge.

Wer auf gut gemachten, weiblich gesangsfokussierten, sehr emotional gestrickten New Country mit gospeligem Touch steht,  dürfte bei Jess And The Bandits an „Smoke & Mirros“ sein Gefallen finden. Zum Teil echt beeindruckend!

After Midnight Girl Entertainment (2017)
Stil: New Country

01. I’m Not Going Home
02. Smoke And Mirrors
03. World Still Round
04. White Lies
05. Kings Of Summer
06. Kiss Me Quiet
07. Gone Girl
08. Sister
09. Start A War
10. The Bullet
11. Already Written
12. Game Changer
13. Line Of Fire
14. Fault Lines

Jess And The Bandits
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Sonnet Music

Tyminski – Southern Gothic – CD-Review

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Hinter Tyminski verbirgt sich natürlich niemand anderes, als der, durch Alison Krauss & Union Station, bekannt gewordene Saitenvirtuose Daniel ‚Dan‘ Tyminski.

Der mehrfach mit Grammys ausgezeichnete, aus Rutland, Vermont, stammende Akustikgitarren- und Mandolinen-Spezialist, hat aber auch in eigener Sache bereits zwei Alben vorzuweisen.

Seine Popularität steigerte sich durch das Übertragen seiner Stimme an Schauspielstar George Clooney, im Rahmen seiner Gesangsparts im Film der Coen Brothers „Oh Brother, Where Art Thou“, als auch zuletzt 2013 durch das Covern des Songs „Hey Brother“ des schwedischen DJs Avicii. Mittlerweile hat Dan seinen dritten Longplayer „Southern Gothic“ in den Startlöchern, der in allen Belangen bis ins Tiefste zu überzeugen weiß.

Dass der instrumentelle Part in Co-Produktion mit Jesse Frasure (u. a. Rascal Flatts, Luke Bryan, Gary Allan) seiner allesamt eigens kreierten Stücke (mit diversen namhaften Mitschreibern wie Andrew Dorff, Cary Balowe, Sarah Buxton – die auch mit wunderbaren Harmoniegesängen, Ashley Monroe, etc.), mit Parademusikern wie Ilya Toshinski, Jimmy Lee Sloas, Derek Wells, Charlie Judge & Co. bis ins kleinste Detail filigran zelebriert wurde, gehört eigentlich hier zu den Selbstverständlichkeiten.

Die dreizehn durchgehend packenden Tracks, begeistern aber auch durch Tyminskis markanten Gesang (sehr charismatisch, teilweise in Richtung einer dezenten Sting-Aura gehend), als auch durch textliche Tiefe, bestückt mit vielen Metaphern, die irgendwie immer zur Nachdenklichkeit anstoßen und eine leichte Beklemmung in der Magengrube zurücklassen.

Ganz besonders gefallen mir z. B. Zeilen, wie die im Refrain des großartigen Titelstückes „Southern Gothic“ vorkommenden „…We got a church on every corner, so why does heaven feel so far away…“.  Hier gibt es selbst bei den ganz fröhlich klingenden Stücken wie „Bloodline“ (klingt fast wie Phil Collins), kaum countrytypisch verwendetes Melodie- und Klischeewortgut zu vermelden.

Vergänglichkeit („Temporary Love“), Obsession („Perfect Poison“), Konsterniertheit („Numb“), viel episches Flair („Southern Gothic“) und auch Düsternis („Devil Is Downtown“) durchweht dieses anspruchsvolle Werk, was zudem auch durch das brillante, dunkel gehaltene Coverartwork (mit allen Texten) der Dodd Sisters (Dodd Design) nochmals untermauert wird.

Die Musik ist insgsamt gar nicht so einfach zu beschreiben. Hier wurde aus meiner Sicht zum Teil sehr gekonnt versucht, 90er Pop-Rock-Reminszensen von Größen wie aus dem Genesis-Umfeld, Steve Winwood, Sting, The Hooters, Fleetwood Mac & Co., geschickt mit Country-typischen Instrumenten wie Mandoline, Dobro, Banjo und Akustikgitarren zu kombinieren. Dan Tyminskis „Southern Gothic“ zählt somit zu den absolut herausragenden Werken des Jahres 2017. Ein musikalisches Qualitätsprodukt durch und durch! Zugreifen empfohlen!

Mercury Records Nashville (2017)
Stil: New Country & More

01. Southern Gothic
02. Breahting Fire
03. Gone
04. Temporary Love
05. Perfect Poison
06. Devil Is Downtown
07. Hollow Halleluhja
08. Good For Your Soul
09. Wailing Wall
10. Haunted Heart
11. Bloodline
12. Wanted
13. Numb

Tyminski
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Universal Music

Lindsay Ell – The Project – CD-Review

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Kanadische Damen erobern ja in letzter Zeit unser Magazin. Neben Sass Jordan und Shania Twain hatte auch die aus Calgary, Alberta stammende Lindsay Ell beim Konzert im Kölner Blue Shell ihre bunte Visitenkarte neulich bereits abgegeben.

Nun wollen wir uns auch noch mit ihrem aktuellen Silberling „The Project“ beschäftigen, den sie jetzt beim Broken Bow-Unterlabel Stoney Creek Records unter der Produktionsregie von Kristian Bush (Sugarland) eingespielt hat.

Lindsay hatte schon im zarten Alter von sechs Jahren angefangen, das Piano zu lernen, und sich zwei Jahre später über die Gitarrensammlung ihres Vaters hergemacht. Entdeckt wurde die heute gerade mal 28-jährige mit Fünfzehn von Randy Bachman (Bachman Turner Overdrive) und hat seitdem neben zwei Independant-CDs und einer EP auch reichhaltige Tourerfahrung mit namhaften Leuten wie Buddy Guy, Keith Urban, Luke Bryan, Big & Rich, Gretchen Wilson, Ronnie Dunn, Paul Brandt, Chris Isaak, Brad Paisley, Jennifer Nettles, oder The Band Perry sammeln können.

Auch wenn die Künstlerin unter der Sparte New Country vermarktet wird, ist „The Project“ doch eigentlich eher ein reines Poprock-Album geworden. Der Nashville-Bezug wird lediglich durch das involvierte hochwertige Umfeld (Studio, Produzent, Musiker und Co-Songwriter) gewahrt.

Das ist aber relativ egal, denn die Scheibe macht von vorne bis hinten Spaß und verbreitet dementsprechend einfach auch gute Laune. Miss Ell hat ein talentiertes ‚Händchen‘ für eingehendes Songwriting. Vor allem die Refrains bohren sich quasi schon mit dem ersten Hördurchgang ins Gedächtnis. Ihre ausdrucksstarke Stimme, die tolle Instrumentierung durch sie und ihre Mitmusiker (Brandon Bush, Kristian Bush Andrew DeRoberts, David Labruyere, Travis McNabb, Kevin Spencer und Ben Williams), sowie der durch Kristian Bush sehr schön eigefangene transparente und glasklare Sound, trugen das Übrige zum Gelingen bei.

So könnten Tracks wie der Opener “Waiting On You“, das prickelnde „Champagne“, in dem sich die Protagonistin – ob Segen oder Fluch sei mal dahingestellt –  ein wenig wie Actrice Jessica Biel fühlen darf, das sommerlich fröhliche „Good“, das farbenfrische, tanzbare „Mint“ (herrlich gluckerndes E-Piano), das kräftige freche „Just Another Girl“ (Ähnlichkeit mit HER) und das flapsige „Always Kiss The Girl“, problemlos von jeder Radiostation aufgegriffen werden.

Die Kanadierin versteht es aber auch meisterhaft Atmosphäre zu erzeugen und E-Gitarre zu spielen. Das ebenfalls textlich beeindruckende „Castle“ (über die menschliche Gier nach immer Mehr), „White Noise“ (dezentes Little Big Town-Flair), „Criminal“ (mit zwei starken E-Gitarren-Soli), „Space“ (schön bluesige E-Fills) oder das melancholische „Worth The Wait“ zum Abschluss, sind hier als Paradebeispiele anzuführen.

Der rockigste Track des Werkes ist ohne Zweifel das shufflige „Wildfire“ wo Lindsay in Chrissie Hynde-Manier, ein wenig Pretenders-Flair versprüht. Großartig hier der E-gitarrenlastige Instrumental-Ausklang, bei der sie ihr im Blues Rock präferiertes Spiel etwas intensiver ausleben darf.

Projekte gibt es ja in der heutigen Zeit, am laufenden Band, hier und überall, vor allem viele, die zu Lasten der steuerzahlenden Menschheit mit schwindelerregenden Kosten verbunden sind und dabei zum Teil auch noch in den Sand gesetzt werden. Die ist alles bei Lindsay Ells neuer CD nicht der Fall.

„The Project“ ist endlich mal ein Projekt, das Sinn macht, gelungen umgesetzt wurde und somit einen musikalisch spaßigen Mehrwert garantiert. Ein reichbebildertes Booklet mit allen Texten und Infos sowie ein farbenfrohes Cover mit einer hübsch in Szene gesetzten Protagonistin mit inbegriffen. Demnach uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Stoney Creek Records (2017)
Stil: New Country

01. Waiting On You
02. Champagne
03. Castle
04. Good
05. Wildfire
06. Mint
07. White Noise
08. Criminal
09. Just Another Girl
10. Space
11. Always Kiss The Girl
12. Worth The Wait

Lindsay Ell
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The Cadillac Three – Support: Broken Witt Rebels – 03.11.2017, Köln, Luxor – Konzertbericht

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Puh, wie schnell die Zeit vergeht! Ich seh Gernot und mich vorm geistigen Auge, quasi noch vor gut einem Jahr mit den drei Cadillac Three-Jungs in den Katakomben des Luxors sitzen und ein Interview führen, dem ja auf dem Fuße noch der Konzertbericht folgte. Aber das ist schon längst wieder Schnee von gestern.

In den knapp zwölf Monaten hat das Trio um ihren höchst kreativen Mastermind Jaren Johnston erneut eine CD „Legacy“ herausgebracht, die nun an gleicher Stelle im Rahmen ihrer „Long Hair Don’t Care“-Tour 2017 in Köln vorgestellt wurde, wobei wir natürlich auch nicht fehlen wollten.

Der üblich nervige Stau meist irgendwo zwischen Krefeld, Düsseldorf, Neuss und Köln blieb uns, wie so oft, nicht verwehrt und so trafen wir gerade noch rechtzeitig zu Beginn des Support-Acts, Broken Witt Rebels, ein. Die junge Band um ihren starken Sänger Danny Core (was für eine Röhre!) steht vor der Veröffentlichung ihrer Debüt-CD und rockte frischen Herzens, dass die Schwarte krachte. Ein gelungener Einstieg in den Abend. Bilder siehe separate Galerie.

Um 20:45 Uhr betraten dann Jaren Johnston, Neil Mason (im Thin Lizzy „Black Rose“-Shirt) und Eric Church-Fan Kelby Ray unter dem Jubel des nun vollzählig anwesenden und nach vorne zusammengerückten Luxor-Publikums, die nun recht übersichtlich strukturierte Bühne.

Im Vergleich zum letzten Mal war aus der Zuschauerperspektive, das Mason-Schlagzeug jetzt hinten links, der Lap Steel-Bereich von Kelby Ray hinten rechts und Johnston als unangefochtener Leader zentral nach vorne positioniert.

Jaren Johnston, der ja nicht umsonst einer der gefragtesten Songwriter in Music City ist (den Namen der Stadt hat er übrigens, vermutlich aus Dank der Begünstigung seines Schicksals, auf dem linken Unterarm eintätowiert), hat den Dreh raus, wie man Leute mit eingängigen Refrains für sich zu begeistern weiß.

Das durchaus natürlich vorhandene instrumentell filigrane Handwerk ist hier für das Gros der Besucher eher Nebensache, bei The Cadillac Three regiert vordergründig, ungezügelter lauter (Southern) Rockmusik-Spaß mit dezenten Country-Bezügen, der den Nerv der Zeit perfekt im Auge hat.

Ich habe satte 20 Stücke auf meinem Notizzettel vermerkt, auf Zugaben wurde vermutlich im Sinne einer straffen Organisation, verzichtet. Mit „Peace, Love & Dixie“, „Slide“ und „Soundtrack For A Six Pack“ gab es ein launiges Einstands-Trio, das sofort kollektive Begeisterung auslöste, die eigentlich bis zum finalen, mir neuen „Country Needs Metal“ (?) anhielt.

Auffällig für mich war, dass Jaren diesmal (im Vergleich zum Vorjahres-Gig) ein erhebliches Arsenal an unterschiedlichen E-Gitarren benutzte. Vom neuen Album „Legacy“ wurden mit „American Slang“, „Hank & Jesus“, dem schönen Schwofer „Take Me To The Bottom“ und „Tennessee“ erstaunlich wenig Stücke präsentiert. Hier hatte ich eigentlich eher die ‚Center‘-Tracks wie „Cadillacin'“, „Long Hair Don’t Care“ (wenn die Tour ja schon so benannt ist…) oder „Legacy“ vermutet.

So entpuppte sich der Gig mit den üblichen Tracks wie u. a. „Tennessee Mojo“, „Back It Up“, „Bury Me In My Boots“, „Graffitti“, „Running Red Lights“ dem rassigen „Whiskey Soaked Redemption“ (mit wüstem Sliden von Kelby gegen Ende), „I’m Southern“, „White Lightning“, „Days Of Gold“ bis zum interaktiven Stimmungsabschluss  „The South“ insgesamt – gefühlt – als leicht modifiziertes Update des letztjährigen Auftritts. Man darf gespannt sein, ob es in Zukunft, ähnlich wie bei Blackberry Smoke, auch bei The Cadillac Three zu einer Entwicklung hier in Richtung größere Locations reichen wird.

Line-up:
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Cadillac Three
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Carly Pearce – Every Little Thing – CD-Review

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Kann man dieser jungen Dame die Tür vorm Kopf zuschlagen? Wenn die bildhübsche, langhaarige, brünett-gesträhnte Carly Pearce einem, samt ihrer braunen Knopfaugen, mit verklärten Blick in luftigen Sommerkleidchen, auf dem Cover ihrer neuen CD „Every Little Thing“ entgegenblickt, dürften ihr, nicht nur meines, sondern eigentlich auch der überwiegende Teil aller anderer Männerherzen, mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit entgegenfliegen. Irgendwo stellt man dann doch immer wieder fest, dass man scheinbar ein Opfer seiner urgenetischen, bzw. evolutionär bedingten Veranlagungen ist…

Und doch wurden der 27-jährigen, aus Taylor Mill, Kentucky stammenden Singer/Songwriterin in Nashville die entscheidenden Zugänge (und die sind ja auch dort immer noch meist in Männerhand) in Sachen Karrieresprung, lange Zeit verwehrt, sodass sie schon eine Rückkehr in die Heimat erwägte. Dabei galt Carly lange Zeit als eines der vielversprechendsten Talente im Countrygeschäft. Schon mit elf Jahren war sie Kopf einer eigenen Bluegrass-Band und hatte später ein festes Wochen-Arrangement in Dolly Partons Themenpark Dollywood.

Erst als sie, mittlerweile sogar wieder einer bürgerlichen Arbeit zum Lebenserhalt nachgehend, den von Danielle Bradberry performten Song „Dance Hall“ im Radio hörte, der eigentlich auf ihrem, bei Sony nicht veröffentlichten Debüt erscheinen sollte, packte die Musikerin nochmals der Ehrgeiz. Die entsprechende Unterstützung bekam sie dann endlich auch von Pete Fisher, dem Chef der Grand Ole Opry, der ihr mit einem Auftritt in benannter Kultstätte dann auch den Weg bis zu ihrem Plattendeal bei Big Machine Records ebnete.

Das schwergewichtige Label in Sachen New Country überließ auf ihrem Erstling „Every Little Thing“ dann nichts dem Zufall und stellte ihr mit dem Hitproduzent/Songwriter/Musiker Michael James Ryan Busbee (= busbee – u. a. Christina Aguilera, Pink, Maren Morris, Gwen Stefani, Shakira, Keith Urban, Lady Antebellum), namhaften Songwritern wie u. a. Hillary Lindsay, Nathalie Hemby, Ashley Gorley, Luke Laird, Barry Dean, usw. und den bewährten Nashville-Musiker-Koryphäen wie Ilya Toshinsky, Carl Miner, Derek Wells, Eric Darken & Co. ein überaus schlagkräftiges Team zusammen.

Carly hat immerhin acht der insgesamt dreizehn Stücke mitgeschrieben und somit, nebst ihres angenehmen Gesangs in Richtung von Kolleginnen wie LeAnn Rimes, Chely Wright, Rosanne Cash (manchmal versprüht ihre Stimme aus meiner Sicht auch etwas Esprit einer Christine McVie), einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen dieses durchgehend ansprechenden Werkes beigetragen.

Mit ihrer Bluegrass-Vergangenheit hat die neue Scheibe natürlich nur ganz wenig bis gar nichts mehr zu tun. Durch die Einbindung von Instrumenten wie Steel, Dobro, Mandoline und schön klar gespielter Akustikgitarren wurde, bei aller Radiotauglichkeit der meisten Tracks, von Produzent busbee doch auf die Einhaltung eines gewissen ‚organischen‘ Ambientes geachtet und auf die zur Zeit üblichen Effekthaschereien einiger erfolgreicher Vertreter des Genres wohltuend verzichtet.

Das Album und auch das gleichnamige Titellied haben in den Billboard-Charts bereits Top-5 Positionen erklommen. Zu meinen weiteren Favoriten auf dieser abwechslungsreichen Scheibe gesellen sich noch Kompositionen wie die ruhigen „If My Name Is Whiskey“  und „I Need A Ride Home“ (beide mit schöner Dobro, Pianountermalung), aber auch sehr eingängige flockige Nummern wie „Everybody Gonna Talk“ (mit tollen E-Gitarren), das farbenfrohe „Color“ (Fleetwood Mac-Flair), „Doin‘ It Right“ (blecherndes Banjo), das poppige euphorische „Feel Somethin'“ (Powerrefrain, Harmoniegesänge) oder danach das konträr dazu wunderbar melodische, herzzerreißende „You Know Where To Find Me“.

Das Debüt von Carly Pearce „Every Little Thing“ ist ein äußerst empfehlenswertes Album geworden, nicht zuletzt auch aufgrund eines guten Fingerspitzengefühls ihres Produzenten busbee, der hier mit feinem Blick für kleinste musikalische Details, zu punkten weiß. Für Werke dieser Qualität von Künstlerinnen ihrer Güte, werden somit die Türen im Sounds Of South immer geöffnet sein…!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country

01. Hide The Wine
02. Careless
03. Every Little Thing
04. Everybody Gonna Talk
05. Catch Fire
06. If My Name Was Whiskey
07. Color
08. I Need A Ride Home
09. Doin‘ It Right
10. Feel Somethin‘
11. You Know Where To Find Me
12. Honeysuckle
13. Dare Ya

Carly Pearce
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