Gabe Stillman – What Happens Next? – CD-Review

Ja, in der Tat. Was passiert als nächstes im Blues Rock, fragen auch wir uns immer wieder. In letzter Zeit haben wir einige interessante Leute mit neuen Alben von unseren amerikanischen Freunden zugesendet bekommen.

Ein weiterer interessanter Bursche ist zweifellos Gabe Stillman, der mittlerweile auf Mike Zitos Gulf Coast Records-Label unter Vertrag ist und mit „What Happens Next?“ seinen zweiten Longplayer veröffentlicht.

Der aus Williamsport, Pensylvannia, stammende US-Amerikaner hat sich 2019 durch seinen Sieg bei der International Blues Challange als bester Gitarrist in den Vordergrund gespielt und den damit verbundenen Gibson Guitar Award abgesahnt. Zudem landete er mit seinem Debütwerk in den Top 10 der Billboard Blues Charts. Das schürt erfahrungsgemäß in der heutigen schnelllebigen Zeit hohe Erwartungshaltungen.

Das Album beinhaltet insgesamt neun Stücke, wobei sieben Tracks aus der Feder des Protagonisten stammen. Gut gefällt mir das unterschwellige Southern-Flair, das bei einigen Liedern wie dem Opener und Titelstück „What Happens Next?“ , „Someone In My Mirror“ (schöner selbstironischer Text), beide southern-soulig, „Shame, Shame“ (mit Anson Funderburgh als Gast) , „Screamin‘“ und „Living Your Life“, durch eingebrachte Hammond-Orgel-Elemente (a là Gregg Allman, gespielt von Eric Roberts) ) eine gewisse Allman Brothers-Note offenkundig wird (klasse als Double Leads E-Gitarre-Organ bei  letztgenanntem „Living Your Life“). Dazu kommen auch die immer wieder eingestreuten typischen weiblichen BGVs (gesungen durch Alice Spencer).

Der Kracher ist Werks ist der klassisch aufgebaute Slowblues „The Man I’m Supposed To Be“, in dem Gabe dann im mitreißenden Soloteil den Beweis für sein exzellentes E-Gitarrenspiel erbringt.

Lediglich bei „I’ve Got To Use My Imagination“ (Hit aus dem Jahr 1973 der Funk-Soul Gruppe Gladys Knight & The Pipes) und „Gentle On My Mind“ (John Hartford) handelt es sich dann um Stillman-Neuinterpretationen alter, viel gecoverter Klassiker.

Erstgenannter Song besticht mit einer reifen Stimmvariation Stillmans im Vergleich zu den anderen Songs (da klingt sie überwiegend noch sehr jung), das finale „Gentle On My Mind“ hat mit eingebundener Akustikgitarre (samt Slide) und einem Saxofonpart (Mark Kazanoff) ebenfalls Überraschungsmomente.

Über das, was in der Causa Gabe Stillman als nächstes passiert, kann nur spekuliert werden. Fest steht, dass er mit „What Happens Next?“ den nächsten markanten  Schritt unternommen hat, sich in der Blues Rock-Szene als neuer unverbrauchter Impulsgeber zu zementieren. Gabe Stillman wird seinen Weg gehen, da bin ich mir sicher!

Gulf Coast Records (2026)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. What Happens Next?
02. Yesterday’s Donuts
03. The Man I’m Supposed To Be
04. Someone In My Mirror
05. Shame Shame
06. Screamin‘
07. I’ve Got To Use My Imagination
08. Living Your Life
09. Gentle On My Mind

Gabe Stillman
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Garret T. Willie – Bill’s Cafe – CD-Review

Ein international hochplatziertes und über den grünen Klee gelobtes Debütalbum, mehrere kanadische Musik-Award-Nominierungen, Support für klingende Namen wie Kenny Wayne Shepherd, Joe Bonamassa oder John Fogerty, dazu noch gesegnet mit viel Talent (Gitarrenspiel, Songwriting) und einer mörderisch guten Stimme.

Jetzt bei seinem zweiten Werk „Bill’s Cafe“ bekommt Garret T. Willie (alias Garret Cranmer) auf Mike Zitos Gulf Coast Records-Label auch noch Nashville Star Producer Tom Hambridge und ein Weltklasse-Ensemble an Musikern wie Audley Freed, Kenny Greenberg, Tom MacDonald, Kevin McKendree, Mike Rojas samt Hambridge himself an die Seite gestellt, ein Karriere-Start könnte wahrlich schlechter beginnen. 

Die Frage, die sich für mich persönlich stellt, ist daher die, warum er auf dem Coverbild, für meine Begriffe, angesichts dieser ganzen positiven Dinge und Entwicklungen, so brummig in die Kamera hineinblickt? Aber vielleicht täusche ich mich ja auch, und er ist einfach vor lauter Glücksgefühle nur nachdenklich in sich gekehrt. Ich hab halt nicht Psychologie studiert…

Der Titel bezieht sich auf das Pool Hall Cafe in Alert Bay, British Columbia,  seines Großvaters. Allein schon das energiegeladene E-Gitarrenintro zum Opener „Hypnotist“ wird jedem AC/DC-Fan zu Bon Scott-Zeiten Freudentränen in die Augen treiben, wenn dann noch Skynyrd-/Hatchet (zu Hochzeiten) und ZZ Top-Ingredienzien (im Bridge), dieser tolle wuchtige Gesang und noch ein furioses Gitarrenfinale hinzukommen, bleibt einem glatt die Spucke weg. Was mag da noch bei den restlichen Tracks kommen?

Um es vorweg zu nehmen. Der Rest des Longplayers hält durchweg das hohe Niveau! Hier wird in bester Southern-Manier ‚gebluesrockt‘, der Protagonist und die Nashville-Könner brennen hier ein wahres musikalisches Feuerwerk ab! „Devil Doll“ macht mit furiosem HT-Geklimper und zünftigem Rock weiter, „Going To Toronto“ vereint Stones-und Skynyrd-Einflüsse (herrlich das typische Skynyrd E-Gitarrenaufheulen beim Songabschluss – jeder wird es sofort erkennen).

Das launige „It Won’t Get Done“ empfiehlt die Sachen in die eigenen Hände zu nehmen. Auch in den folgenden Stücken wird dem Blues regelrecht der Marsch geblasen, lediglich beim, mit einer Akustikgitarre verzierten „Golden Highway“ wird es mit Allman Brothers-/Marshall Tucker-Flair etwas ruhiger, um dann ganz spät am Ende des Silberlings mit „I’m Late„, noch mal schroff zu rocken. Wahnsinn diese Scheibe. Ein klarer Kandidat für das Album des Jahres!

Ich hätte mir vielleicht noch ein Stück mehr gewünscht, wäre mit „Devil Doll“ in das Songkonvolut eingestiegen und hätte den überragenden Opener „Hypnotist“ auch wegen des Gitarrenfinishs, nach dem Motto, das Beste am Schluss, ans Ende platziert.

Das Album ist Pflicht für jeden Southern- und Blues Rock-Fan, man fühlt sich fast schon ‚genötigt‘ (in meine Fall zumindest), sich auch noch im Nachgang mit dem Debütwerk zu befassen. Klasse dieser  Garret T. Willie!

Gulf Coast Records (2026)
Stil: (Southern) Blues Rock

Tracks:
01. Hypnotist
02. Devil Doll
03. Going To Toronto
04. It Won’t Get Done
05. Small Town People
06. High Beam Blues
07. Young Country Boy
08. Golden Highway
09. I’m Late

Garret T. Willie
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Mike Zito – 25.02.2026, Harmonie, Bonn – Konzertbericht

Pünktlich um 20:00 Uhr verdunkelt sich das Licht in der Harmonie und wie Schatten betreten die Musiker die Bühne. Dann richtet sich ein Spot auf Mike Zito, der bestens gelaunt die Fans begrüßt und sagt, dass er erreichen will, dass diese mit einem besseren Gefühl nach Hause gehen- als sie gekommen sind. Genau dies gelingt Zito an diesem Abend mit seiner Band.

Das Trio zelebriert über zwei Stunden den Blues und sorgt für eine frenetische Stimmung. Zito begeistert mit seinem variablen Gitarrenspiel, seiner markanten Stimme und seinem authentischen Auftreten.

Matthew R. Johnson an den Drums und Terry Dry am Bass sind mehr als Begleitmusiker. Mehrfach zieht sich Zito in den Hintergrund zurück, lässt den beiden Freiräume und richtet zum Publikum die Worte „What A Band!“ und forciert damit den verdienten Szenenapplaus nach ihren Solo-Parts.

Mit „Outside Or The Eastside“, Kiss You All Over“, „Just Like I Treat You“ und Don´t Take Advance Of Me“ überrascht er die Fans mit vier Songs, die auf dem Album „Outside Or The Eastside“ sind, das offiziell erst Ende April erscheinen wird. Für die Fans hat er aber vorab schon Exemplare dabei. So kann man ein Album auch promoten.

Emotional ist der Slowblues „Forever My Love“, der seiner Frau gewidmet ist. Am Ende des über zwei Stunden gehenden Konzerts greift er dann auf etwas ältere Songs zurück. Das krachend-jammende „Judgment Day“, worin er „Kashmir“ und „Whole Lotta Love“ einfließen lässt, schließt die Show ab.

Als Zugabe zum Runterkommen legt er dann noch das ruhige „All Last Night“ nach, dem die Fans gebannt lauschen und in ruhigen Passagen, wo er die Gitarre vom Strom nimmt und ohne Mikro singt, zeigt das Publikum, wie bluesaffin es ist. Man konnte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören.

Line-up:
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Matthew R. Johnson (drums, vocals)
Terry Dry (bass, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Mike Zito
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Harmonie Bonn

Blood Brothers – Help Yourself – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Wer als alter Rock ’n’ Roller bisher mit dem Blues nichts anfangen konnte, selbst dann nicht, wenn gleich danach das Wort Rock auftauchte, sollte vielleicht mal über seinen Schatten springen. Denn viele CDs, die als Blues Rock firmieren, sind rockiger und besser als das, was ‚reine‘ Rockbands manchmal so produzieren.

Das gilt auch für „Help Yourself“, das zweite Studio-Album der Blood Brothers und das dritte insgesamt nach „Live in Canada“. Sicher, die Wurzeln liegen im Blues wie bei „Do What You Gotta“ mit feiner Slidegitarre oder „Can’t Be A Prophet“. Natürlich ist „Help Yourself“ ein Blues Rock-Album, aber genauso gut könnte man es in die Kategorie „Gitarrenorientierter Rock“ einordnen.

Die Blood Brothers sind zwei alte Hasen: Mike Zito (54), der 2011 zusammen mit Devon Allman und Cyril Neville die Royal Southern Brotherhood gründete, und Albert Castiglia (56), die auch erfolgreich auf Solopfaden wandeln. Beide heimsten schon jede Menge Awards ein. Für ihr gemeinsames Debüt-Werk von 2023 gab’s dann die Auszeichnung „Album of the Year“ in der Sparte Blues Rock. Fortsetzung folgt? Gut möglich…

Schon das erste Stück, der Titelsong, macht deutlich, auf was die beiden setzen: Twin Guitars. Einer der Höhepunkte ist zweifellos „Alive“: Ein dynamischer Blues Rock der alten Schule, in dem Mike Zito über seine neu gewonnene Liebe nach dem Tod seiner Frau singt, wobei die Zeile „Sie ist süßer als Honig, sie strahlt heller als die Sonne“ für einen gestandenen (Blues -)Rocker schon ein bisschen schmalzig ist. Derlei Texte sind in der Musikszene allerdings branchenübliche Handelsware.

Eindeutig in Richtung Rock geht dann wieder „Ol’ Victrola“, in dem neben den Blues-Ikonen Freddie King oder Muddy Waters die Rock-’n‘-Roll-Urväter Little Richard und Chuck Berry ebenso genannt werden wie deren „Erben“, die Beatles, die Stones oder die Allman Brothers. Apropos: Das Instrumentalstück „Soulard Serenade“ könnte auch aus der Feder von Gregg Allman oder Dickey Betts stammen, während Zito und Castiglia die Gitarren-Legenden Duane Allman und besagten Dickey Betts hochleben lassen.

Gulf Coast Records, Proper / Bertus (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Help Yourself
02. Can’t Be A Prophet
03. Alive
04. Soulard Serenade
05. Low Down
06. The Best I Can
07. Prove My Love
08. Ol‘ Victrola
09. Running Out Of Time
10. Do What You Gotta

Mike Zito
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Albert Castiglia
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Popa Chubby & Friends – I Love Freddie King – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Trotz einer seltenen Wirbelsäulenerkrankung meldet sich Popa Chubby mit einer Schar der besten Bluesgittaristen zurück, um gemeinsam mit Ihnen den großen Freddie King zu ehren und zu feiern.

Mit Beiträgen von Joe Bonamassa, Mike Zito, Christone ‘Kingfish’ Ingram, Eric Gales, Albert Castiglia, Arthur Neilson and V.D. King spielte er mit seiner Band (Mike Merrit – Bass, Andrei Koribanics III – Schlagzeug, Mike DiMeo – Keyboards, Harold Horowitz – Trompete, Curbs Hotgrefe – Tenor- und Baritonsaxophone und der Sängerin Eliza Neals) innerhalb von drei Tagen elf der großartigsten Stücke des 1976 viel zu früh verstorbenen Freddie King ein.

Mit dabei sind frühe Werke wie z. B. „Love Her With A Feeling“ von Kings aller erstem Album „Freddie King Sings“ oder mehrere Instrumentals von seinem 1961‘er Album „Let‘s Hide Away And Dance Away With Freddie King“.

Aber auch spätere Titel aus den Jahren 1971 bis 1974 („I‘m Going Down“, „My Credit Didn‘t Go Through“, „Big Legged Woman“, „She’s A Burglar“, „Pack It Up“ und „Same Old Blues“ haben Popa Chubby und seine All-Star-Gastgitarristen zu neuen Ehren verholfen.

Für Popa Chubby ist Freddie King laut eigenem Bekunden seine lebenslange Muse, deren Musik ihn für immer in seinen Bann gezogen hat. Diese Leidenschaft, gepaart mit dem außergewöhnlichen Talent seiner Gastmusiker, ließ so eine großartige Hommage an Freddie King entstehen.

„I Love Freddie King“ ist also ein Muss für alle Blues-Fans und Gitarrenliebhaber oder wie Popa Chubby es zusammenfasst: “I love Freddie King! We all love Freddie King“.

Gulf Coast Records (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
1. I‘m Going Down feat. Joe Bonamassa
2. Love Her With A feeling feat. Albert Castiglia
3. My Credit Didn‘t Go Through feat. Eric Gales
4. Big legged Woman feat Christone ‚Kingfish‘ Ingram
5. She’s A Burglar feat. Mike Zito
6. Hideaway feat. Arthur Neilson
7. The Stumble feat. Albert Castaglia
8. San Ho Zay feat. Arthur Neilson
9. Pack It Up mit Popa Chubby und The East Band
10. Heads up feat. Arthur Neilson
11. Same Old Blues feat. V.D. King

Popa Chubby
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Dean Zucchero – Song For The Sinners – CD-Review

Ich kenne, wenn ich ehrlich bin, eigentlich wenig Bassisten, die als Solokünstler explizit, im Mittelpunkt von Rock- und Bluesmusik-Alben stehen. Spontan fallen mir da Paul McCartney zu seinen Wings-Zeiten, Sting und Jack Bruce ein, aber dann hört es auch schon auf.

Im Fall des hierzu besprechenden Werks von Dean Zucchero ist das zwar offiziell dann so, eigentlich haben wir es mehr mit einem Konzeptalbum zu tun, wo Dean zwar die Musik bestimmt, beziehungsweise die Fäden zieht, aber insgesamt eher eine zurückhaltende Rolle einnimmt. Man kann also sagen, er gibt hier nicht nur an den vier Saiten, sondern auch imaginär den Groove vor.

Der Blues aus dem Süden mit all seinen Facetten ist der gemeinsame Nenner, die bei jedem Lied wechselnden Leadsänger mit ihren unterschiedlichen Stimmen vermitteln weiteren variierenden Unterhaltungswert.  Wenn weiblicher Gesang, ob an der Front oder im Hintergrund, mit integriert ist,  taucht immer wieder der Name Tiffany Pollack auf, die damit auch einen Stempel aufsetzt. Selbstredend, dass Dean auf diesem Werk ausnahmslos klasse-Musiker um sich versammelt hat.

Neben bekannteren Namen wie Victor Wainwright, Little Fredie King, Albert Castiglia ist mit Mike Zito der wohl prominenteste Interpret an Bord, der sich mit dem emotionalen Blues Rocker „Tone Of The City“ auch den besten Track des Werkes herausgepickt hat. Starker unter die Haut gehender Tobak, ist auch das eine wenig an Johnny Cash reminiszierende, unterschwellig countryeske Storytelling-Stück „Suicide For Jesus“, das von Dean (Bass) lediglich mit Ron Hotstream (lead vocals, guitars) in bewusst reduzierter Art performt wurde.

Insgesamt weiß man nach dem Hören der CD gut, woher Dean Zucchero seinen exzellenten Ruf in der Branche her hat. Das Album wäre aus meiner Sicht sehr gut als Soundtrack für einen Krimi oder ein Drama geeignet, das irgendwo rund um New Orleans spielt. Und falls nicht, ist  „Song For The Sinners“ in jedem Fall eine sehr abwechslungsreiche und starke Blues & More-Scheibe, mit der es sich zu beschäftigen lohnt.

Pugnacious Records (2025)
Stil: Blues & More

Tracks:
01. Biting Through
02. South Side
03. Lullaby
04. She’s Saturday Night
05. Crawfish No More
06. Shine
07. Tone Of The City
08. Mama’s Bottle
09. Never Fade Away
10. Cold Shot
11. Suicide For Jesus
12. Fowl Play

Dean Zucchero
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Blood Brothers – Support: Adam Giles Levy – 29.10.2023 – Musiktheater Piano, Dortmund

Mit den Blood Brothers kommt geballte Blues-Power an einem Sonntag Abend ins Musiktheater Piano. Hinter den Blutsbrüdern verstecken sich Mike Zito und Albert Castiglia, die in den letzten Jahren einiges an Bluesawards abgeräumt haben. Umso erstaunlicher ist es, dass der Saal des Piano doch einige Lücken im Zuschauerraum aufweist.

Als Suport verkürzt der junge Engländer Adam Giles Levy den Besuchern die Wartezeit, wo er in einem etwa 30 minütigen Auftritt solo, mit akustischer Gitarre, Stücke seines aktuellen Albums „Wake Of Disarray“ präsentiert. Mit seinen Songs, die auch einen keltischen Einschlag haben und seinem oft filigranen Gitarrenspiel, kann er Pluspunkte auch bei den Blues-Fans machen.

Gegen 20:30 Uhr betreten dann die Blood Brothers mit ihrer Band die Bühne, über der auf dem hinteren Podium zwei Drum-Sets thronen. Was fehlte, ist ein Keyboard, wie im Studio und auf dem Live-Album eingesetzt, was aber keine qualitativen Einschränkungen auf die Musik haben sollte.

Im Laufe des Konzerts spielen die Blood Bothers fast das komplette, in diesem Jahr herausgebrachte, selbst betitelte Album durch. Zudem komplettieren jeweils zwei ältere Songs von Zito („Gone To Texas“) und Castiglia („Let The Big Dog Eat“) sowie die Coverversionen „Tell The Truth“ von Derek And The Dominos und Neil Youngs „Keep On Rocking In An Free World“ die Setlist für ein über 100 minütiges Konzert.

Stark ist, wie Zito und Castiglia mit ihren unterschiedlichen Stimmen in den Songs immer wieder Akzente setzten oder im gemeinsam Harmoniegesang brillierten. Auf der Bühne kommunizieren sie auch über ihre Gitarren miteinander, sodass der Eine dem Anderen auf ein gespieltes Solo oder auch eine Gesangspassage scheinbar mit einem eigenen Gitarren-Solo antwortete.

Mit ihren beiden Drummern Matthew R. Johnson, Ephraim Lowell sowie Bassist Douglas Byrkit haben die beiden eine Rhythmussektion, die für den passenden Druck, im meist harten, dynamischen Blues sorgt.

In „Hill Country Jam“ haben die Drei dann ihren großen Auftritt, als Castiglia und Zito sich neben der Bühne eine Pause gönnen. Beginnend mit einem Bass-Solo von Byrkit unter dezenter Begleitung der beiden Drummer, endet die jammende Passage dann in einem doppelten Drumsolo, wo beide im ständigen Kontakt miteinander zu stehen scheinen und zeigen, dass es neben Harmoniegesang auch Harmoniedrums gibt.

Der krönende Punkt auf ein Konzert, in dem Zito und Castiglia die Fans mit überwiegend eigenen starken Nummern begeistern, ist dann die Zugabe, die nicht jeder spielen darf. Neil Young untersagte zu Recht einem Donald Trump „Keep On Rocking In A Free World“ zu missbrauchen und bei Wahlveranstaltungen aufzuführen.

Den Blutsbrüdern galang zum Abschluss eines tollen Konzertabends eine krachende Version des Klassikers, bei der Young sich vermutlich auch die Hände gerieben hätte, wie sich Zito und Castiglia brachiale Soli regelrecht um die Ohren schmissen und gefühlt das Crazy Horse auf die Bühne holten.

Nach dem Abend bleibt eigentlich zu hoffen, dass es sich bei den Blood Brothers nicht nur um ein kurzes Projekt handelt und sich eine Fortsetzung findet, da sich die Qualität der Beiden in der Zusammenarbeit potenziert. An dem Abend haben sie bewiesen, dass zwei Fronter sich auf der Bühne miteinander verstehen und
bereichern können – Blutsbrüder eben!

Line-up:
Mike Zito: Vocals/Guitars
Albert Castiglia: Vocals/Guitars
Douglas Byrkit: Bass
Matthew R. Johnson: Drums/Percussion
Ephraim Lowell: Drums/Percussion

Text und Bilder: Gernot Mangold

Blood Brothers
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Musiktheater Piano
3dog-Entertainment

Mike Zito & Albert Castiglia – Blood Brothers – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Über die beiden Bluesgrößen Mike Zito und Albert Castiglia müssen an dieser Stelle sicherlich keine großen Worte verloren werden. Vielleicht nur soviel, dass Zito und Castiglia als Duo im Sommer letzten Jahres ihre äußerst erfolgreiche „Blood Brothers“-Tour abgeschlossen haben und daher nun ein gleichnamiges Album nachlegen.

Produziert wurde das Album von dem Gespann Joe Bonamassa / Josh Smith und aufgenommen wurde es im Dockside Studio in Maurice, Louisiana. Beide, Bonamassa und Smith, sind auch zusätzlich zu den Musikern der Bands von Zito und Castiglia, als Gastmusiker auf der Scheibe zu hören. Der Sound des Albums ist satt und voll, was sicherlich auch dem Aufgebot von Zitos und Castiglias Bandmates geschuldet ist, die hier unheimlich gut zusammen spielen und den Songs einen mächtigen Drive verleihen. Stilistisch deckt „Blood Brothers“ die Bandbreite von Slowblues, Blues, Boogie-Woogie und Blues Rock ab. Es sollte also für jede Geschmacksrichtung etwas dabei sein.

Zu den flotten Nummern zählen der von Mike Zito kreierte Opener „Hey Sweet Mama“, der auch als Singleauskopplung erschienen ist, und „Bag Me, Tag Me, Take Me Away“. Ein Song der aus der Feder von Graham Wood Drout, dem Sänger und Mastermind der zumindest in Florida legendären „IKO IKO Blues Band“ stammt. Beides sind mitreißende Boogie-Woogie Fetzer, die vom ersten Ton an unweigerlich Bock auf Abrocken machen.

„In My Soul“ und „A Thousand Heartaches“ hingegen sind ruhige und balladeske Songs. Ersterer von Mike Zito unter dem Eindruck einer Krebsdiagnose bei seiner Ehefrau geschrieben, besticht u. a. durch die melodischen und vollen Stimmen der Sängerinnen Jade MacRae und Dannielle DeAndrea, die einen starken Kontrast zu den teilweise sägenden Gitarrenriffs bilden. In „A Thousand Heartaches“ begleitet Joe Bonamassa mit seiner wunderbar melodiös gespielten Gitarre Castiglias Gesangstimme, die auch hier durch das einfühlsame Sängerinnengespann unterstützt wird.

Freunde der etwas härteren Gangart kommen mit dem kraftvoll stampfenden Blues Rocker „Tooth And Nail“, der durchaus auch leichte Southernanteile aufweist, und dem sehr dynamischen „My Business“ auf Ihre Kosten. Übrigens wurde „Tooth And Nail“ von keinem geringeren als Tinsley Ellis extra für das „Blood Brothers“-Projekt geschrieben.
Weitere satte Bluesnummern sind der vor Kummer schwer triefende Slowblues „You’re Gonna Burn“ und das bedächtige „No Good Woman“.

Auch der 5-fache Grammy Award Nominee, Produzent und Gitarrist Fred James steuert auf „Blood Brothers“ einen durchaus souligen Anteil bei. Sein Midtemposong „Fool Never Learns“ begeistert mit starken Bläsersätzen und fantastischem Backgroundgesang der bereits mehrfach erwähnten Sängerinnen Jade MacRae / Dannielle DeAndrea. Der Song sticht damit etwas aus dem übrigen Material heraus. Ähnliches gilt für „Hill Country Jam“ von Mike Zito und Josh Smith.

Das 7-minütige Instrumentalstück ist zwar nicht soulig angelegt, weist aber im Verlauf immer wieder musikalische Risse und Tempowechsel zwischen eingängigen Keyboardeinlagen und harschen Gitarrenriffs auf. Ein Jam eben, der herausragt. Mit der feinen Reminiszenz an J. J. Cale „One Step Ahead Of The Blues“, geschrieben von dem bereits 2013 verstorbenen und in der Tulsa-Musikszene verankerten Roger Tillison, endet das Album schließlich in einem Gesangsduett zwischen Zito und Castiglia.

„Blood Brothers“ zeigt eine tiefe, musikalische Verbundenheit zwischen den beiden Hauptprotagonisten. Da haben sich offenbar zwei gefunden, die ähnlicher kaum ticken und fühlen könnten. Der Albumtitel ist Programm und kann gleichermaßen auch für die Bandmusiker von Zito und Castiglia gelten, die sich hier auch, trotz der Komplexität des Albums, meisterlich zusammen gefunden haben. Es ist ein starkes 5-Sterne-Album, welches sich der geneigte Bluesfan auf jeden Fall zulegen sollte. Die Möglichkeit dazu hat er ab dem 17. März.

Gulf Coast Records, Proper/Bertus Musikvertrieb (2023)
Stil: Blues & More

Musiker:
Mike Zito: Gesang/Gitarre
Albert Castiglia: Gesang/Gitarre
Douglas Byrkit: Bass
Matt Johnson: Drums/Percussion
Ephraim Lowell: Drums/Percussion
Lewis Stephens: Keyboards

Weitere Musiker:
Josh Smith – Gitarre
Joe Bonamassa – Gitarre „A Thousand Heartaches“
Lemar Carter – Drums
Calvin Turner – Bass
Steve Patrick – Trompete
Mike Haynes – Trompete
Jimmy Bowland – Saxophon
Jonathan Salcedo – Posaune
Matt Jefferson – Posaune
Jade Macrae: Hintergrundgesang
Dannielle DeAndrea: Hintergrundgesang

Tracks:
01. Hey Sweet Mama
02. In My Soul
03. Tooth And Nail
04. Fool Never Learns
05. A Thousand Heartaches – featuring Joe Bonamassa
06. My Business
07. You’re Gonna Burn
08. Bag Me, Tag Me, Take Me Away
09. No Good Woman
10. Hill Country Jam
11. One Step Ahead Of The Blues

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Mike Zito – Resurrection – CD-Review

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Der ursprünglich aus St. Louis, Missouri, stammende Mike Zito ist ein Dauerbrenner in unserem Magazin. Sowohl in den vielen CD-Reviews als auch bei Live-Auftritten konnte der ehemalige Royal Southern Brotherhood-, aber vornehmliche Solo-Musiker, immer vollends überzeugen.

Besonders seit der Gründung seines Gulf Coast Labels (zusammen mit Guy Hale) 2018 scheint der heutige Wahl-Texaner vor musikalischer Umtriebigkeit nur so zu brennen. So stehen seitdem auch hier so einige Künstler und deren Werke, bei denen Mike als Produzent und/oder Gitarrist (u. a. The Proven Ones, Kat Riggins, Albert Castiglia) involviert war, bei uns zu Buche.

Nach der schwierigen Corona-Zeit, sieht Zito sein jetziges Treiben als eine Art Wiedererwachen, passend dazu der Titel seines neuen Werkes auch „Resurrection“, übrigens seine siebte Zusammenarbeit mit Producer David Z. (u. a. Prince, Etta James, Billy Idol, BoDeans, Buddy Guy, John Mayall). Acht Eigenkompositionen und mit „I’ll Make Love To You Anytime“ (J.J. Cale), „Presence Of The Lord“ (Eric Clapton/Blind Faith) und „Evil“ (Willie Dixon) drei hervorragend interpretierte Covernummern, sind dabei herausgekommen.

Für mich persönlich erscheint das Werk (auch in den Eigenkompositionen Zitos)  ebenfalls wie eine Art Rückbesinnung an die großen moderneren Blues Rock-Musiker, die mich so Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre begeistert und bis heute ihren Stempel hinterlassen haben.

Schon beim Einstieg mit dem auch von Eric Clapton 1978 gecoverten „I’ll Make Love To You Anytime“ (hier mit einem starken Saxofon-Solo am Ende als besondere Note) huldigt er mit J. J. Cale einen meiner Lieblingskünstler. Dessen Spirit reicht auch ganz tief in den herrlichen Schleicher „In My Blood“ (Marke „Boilin‘ Pot“), zugleich mein Lieblingsstück des Albums, hinein. Tolle leicht angejazzte E-Gitarre, herrliche Harmoniegesänge im dezent countryesken Refrain von Lisa Andersen, ein grandioser atmosphärischer Song! Auch das später folgende „You Don t Have Me“ erinnert unterschwellig an den kauzigen Songwriter aus Oklahoma (Richtung „River Runs Deep“).

Das aggressiv groovende „Don’t Bring Me Down“ mit furiosen E-Gitarren-Parts könnte auch aus dem Warren ‚Haynes-Dunstkreis“ entsprungen sein. „Dreaming Of You“ wirkt ein wenig von Ronnie Milsaps „Stranger In My House“ inspiriert. Eric Clapton kommt dann mit seinem „Presence Of The Lord“ endgültig in Zitos Werk an, hier steht der Protagonist, rein stimmlich übrigens auch in Bestform, im berühmten E-Solo-Gitarrenbridge Mr. Slowhand in Nichts nach und untermauert sein fulminantes Saitenkönnen (natürlich auch im Slide-Bereich). Ganz stark!

Das schwermütige „When It Rains“ verbreitet Totengräberstimmung und könnte somit auch einen Trauermarsch begleiten, deshalb hier wohl auch eine unverkennbare Peter Green-Note im Lied. Wer nicht genug von unserem kürzlich besprochenen posthumen Gary Moore-Album „How Blue Can You Get“ bekommen kann, erhält hier eine hymnische Blues-Ballade à la „Still Got The Blues“ & Co. als Nachschlag.

Dass Zito den Süden tief in seinem Blut hat, offenbart der launige Southern Rock-Boogie „Running Man“. ‚Skynyrd to the core‘ würde ich hier sagen. Stücke wie „Gimme Three Steps“, „Whiskey Rock-A-Roller“ „Smokestack Lightning“, „Good Lovin’s Hard to Find“ etc. lassen grüßen. Hier gefällt auch das Billy Powell-Gedächtnis-Klimper-Piano.

Seine einstigen Dämonen (Zito hatte ja lange mit Drogenproblemen zu kämpfen) scheinen Geschichte zu sein, hier bekämpft der das von Willie Dixon kreierte ‚Böse‘ mit fürchterlichen Orgel- (klasse Lewis Stephens) und E-Gitarren-Attacken. Ein Fest für Freunde des psychedelischen Blues Rocks.

Und der für mich als Erinnerungsstütze immer wichtige letzte Track des Albums, hier das Titelstück „Resurrection“, ist nochmals ein absolutes Highlight mit viel Southern Soul-Flair. Klingt für mich fast wie ein neues „Soulshine“. Typisches Warren Haynes-, aber auch Dickey Betts-Feeling („Atlanta‘ Burning Dow“, „Mr. Blues Man“) verleihen diesem grandiosen Abschluss ordentlich Klassiker-Potential.

Zito selbst dazu: „Resurrection is an album of feelings, emotions, and is very personal. The title track is how I once almost lost my love, but it came back stronger than ever. I have had this song in me for years, but it only makes sense now to share it with the world. After the year we have had on planet Earth, I believe we all need a rebirth. This rebirth has given me an opportunity to be who I want to be musically and artistically.”

Gelegenheit eindrucksvoll genutzt, Mike Zito! Eine absolute Blues Rock-Sternstunde im Jahr 2021!

Gulf Coast Records (2021)
Stil: Blues Rock

01. I’ll Make Love To You Anytime
02. Don t Bring Me Down
03. Dreaming Of You
04. In My Blood
05. Presence Of The Lord
06. When It Rains
07. You Don t Have Me
08. Damned If I Do
09. Running Man
10. Evil
11. Resurrection

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Gulf Coast Records
V2 Records

Kevin Burt – Stone Crazy – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Wieder eine von Mike Zito (Gulf Coast Records) produzierte Blues-Scheibe. Und erneut hat Mike Zito dabei ein glückliches Händchen bewiesen. Kevin Burt, der seit über 25 Jahren im Geschäft ist und in dieser Zeit mit seiner Bluesmusik sein Publikum, vorrangig im mittleren Westen der USA, begeistert hat, legt nun sein neuestes Album „Stone Crazy“ mit insgesamt elf Songs vor, wovon zehn Titel aus seiner Feder entstammen.

Lediglich eine Nummer („Better Off Dead“) stammt nicht von ihm, sondern von Bill Withers. Natürlich hat es sich Mike Zito auch bei diesem Album nicht nehmen lassen, selbst zur Gitarre zu greifen und Kevin Burt tatkräftig zu unterstützen.

Alle Tracks dieser Scheibe sind lupenreine Bluesnummern, teils garniert mit virtuos gespielter Mundharmonika und dezenter, bis lebhafter Saxophonunterstützung. Der Aufmacher „I Ain‘t Got No Problem With It“, ein flotter und gute Laune verbreitender Blues-Shuffle, ist so ein Beispiel für Burts Künste an der Harmonika, während bei dem ein wenig swampigen „Purdy Lil Thang“ etwas härtere Gitarrenriffs im Vordergrund stehen.

Leichtes Südstaaten Flair hingegen verbreitet das folgende „Rain Keeps Coming Down“, harmonisch treibend mit Slidegitarre und Mundharmonikauntermalung. Bei „Stone Crazy“ handelt es sich um einen melodiös und ruhig vorgetragenen Lovesong.

„I‘m Busting About“ startet mit einem Rhythmus stiftenden Schlagzeugintro zu dem sich dann das Keyboard hinzugesellt, bevor Burt mit Gesang und Gitarre das Arrangement im Chicagostil komplettiert.

Es folgt die solide Slowblues Nummer „Same Old Thing“, die durch gekonnte, zeitweise Saxophon-Begleitung und klagende Gitarre besticht, bevor es mit dem flotteren Boogie „You Get What You See“ weitergeht und  an den sich dann ein glückseliges „Something Special About You“ anschließt.

Beschwingt und leicht chicagomässig mit vorherrschender Harmonika trägt Burt sodann den Shuffle „Should Have Never Left Me Alone“ vor. Bill Withers Klassiker „Better Off Dead“, ist auch wieder im Chicagostil arrangiert, aber mit durchaus funkigen Anleihen. Getreu dem Motto ‚das Beste kommt zum Schluss‘ präsentiert Kevin Burt als letzten Track des Albums das gemächlich-mystische „Got To Make A Change“, getragen von einer kräftigen Basslinie und seinem eindringlichen Gesang. Ein starkes Stück Musik, nach meiner Ansicht der beste Song der Scheibe.

Mit seiner warmen, präsenten und teils auch rauen Stimme bringt Kevin Burt seine Songs, die ihm zufolge auf Beobachtungen und Erfahrungen beruhen, die er im Laufe seines Lebens während seiner musikalischen Blues-Reise gesammelt hat und die seine Sicht auf Liebe und Beziehungen nachhaltig geprägt haben, glaubhaft rüber. Schließlich hat Burt, der autodidaktischer Musiker ist, nicht von ungefähr in der Vergangenheit bereits viele Preise und Auszeichnungen eingeheimst (u. a. den Cigar Box Award als bester Gitarrist und den Lee Oscar Award als bester Harmonikaspieler).

Wünschen wir Kevin Burt, dass er mit seinem neuesten Werk „Stone Crazy“ nun auch die ihm gebührende internationale Anerkennung erhält. Verdient hat er sie mit dieser Scheibe allemal.

Label: Gulf Coast Records
Stil: Blues

Tracks:
01. I Ain‘t Got No Problem With It
02. Purdy Lil Thang
03. Rain Keeps Coming Down
04. Stone Crazy
05. I‘m Busting Out
06. Same Old Thing
07. You Get What You See
08. Something Special About You
09. Should Have Never Left Me Alone
10. Better Off Dead
11. Got To Make A Change

Kevin Burt
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