Mit Birth Control spielt eine der ältesten deutschen Rockbands im Piano. Als eine Art Intro bringen sie mit „Gamma Ray 2.0“ eine Kurzversion ihres wohl bekanntesten Hits und danach folgt ein Ritt durch die Jahrzehnte der Bandgeschichte. Klassiker aus den 70er Jahren wie „The Work Is Done“, „Plastic People“ oder „Titanic“ würzen die Songs aus den beiden letzten Alben „Here And Now“ (2016) und „Open Up“ (2022), die im Mittelpunkt des etwa zweistündigen Konzerts stehen.
Stilistisch bewegen sich die Musiker dabei zwischen psychedelischem progressivem Rock und klassischem Hard Rock. Sascha Kühns Keyboard-Intros erinnern zuweilen an John Lord. Das Highlight ist dann wie so oft eine Extended Version von „Gamma Ray“ zum Ende des Konzerts mit einem minutenlangen jammenden Part, inklusive Percussion., Drum- und Bass-Intermezzo, wo bis auf Manni van Bohr an den Drums und Hannes Vesper am Bass alle ihre eigentlichen Arbeitsgeräte weglegen, gegen verschiedenste Percussion-Instrumente tauschen und Keyboarder Sascha Kühn van Bohrs Schlagzeug mitbenutzt.
Zum Ende des Songs bewegen sich Martin Ettrich an der Gitarre und Hannes Vesper in Richtung Pink Floyd, um letztendlich wieder im Rhythmus von „Gamma Ray“ zu landen. Vehemente Zugabeforderungen sorgen dafür, dass die Band noch „Wasting My Time“ nachlegt und an diesem Abend offeriert, dass man sie trotz der langen Bandgeschichte nicht zum alten Eisen legen sollte. Beste Beispiele sind Urgestein Peter Föller, der stimmlich immer noch bestens aufgelegt ist oder Manni van Bohr, der energiegeladen wie kaum ein anderer die Drums bespielt.
Line-up: Peter Föller (vocals, guitar) Martin „Ludi“ Ettrich (guitar) Hannes Vesper (bass) Manfred „Manni“ van Bohr (drums) Sascha Kühn (keyboards)
Langsam kommt wieder Leben in die Clubszene, auch wenn die Besucherzahlen zuweilen noch hinter den Erwartungen zurück liegen. Birth Control gelang es an diesem Abend mit 170 Besuchern zumindest dafür zu sorgen, dass das Piano knapp zur Hälfte gefüllt war.
Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Krautrockpioniere die Bühne und es folgten eine etwa 140 minütige Reise durch die über 50-jährige Bandgeschichte, die rein Albumtechnisch sogar bis in die Zukunft ging. Ein stimmlich gut aufgelegter Peter Föller, der nebenbei in den meisten Songs noch Rhythmusgitarre (dazu einige Soli) und auch Percussionakzente setzte, stand neben Leadgitarristen Martin Ettrich auf der Bühne visuell meist im Mittelpunkt.
Die Bühnenbeleuchtung sorgte mit der Positionierung zusätzlicher Lampen, jeweils am Boden hinter Ettrich, Keyboarder Sascha Kühn und Drummer Manni von Bohr stehend, für zuweilen dramaturgische Beleuchtungseffekte, die auch bestens mit dem gut abgemischten Sound inszeniert waren.
Ettrich glänzte mit ausgedehnten psychedelischen Gitarrensoli, wo er zuweilen im Gegenlicht der Scheinwerfer auf einem Nebelmeer zu schweben schien. Unterstützt wurde er oft vom Keyboarder Sascha Kühn, der den voluminösen Sound mit regelrechten Klangteppichen unterlegte.
Bei „Lost In The Sea“ hatte Sascha Kühn seine großen Auftritte und zuweilen fühlte man sich in manchen Passagen an Deep Purples „Perfect Strangers“ erinnert. Klasse Hardrock vermischt mit progressiven Rock. Die starke Rhythmusfraktion mit Manni von Bohr an den Drums und Hannes Vesper am Bass sorgten für eine groovende Grundlage, die es in sich hatte.
Dies wurde besonders deutlich im noch zu veröffentlichenden Stück „I Don`t Mind“, in das zum Ende ein mehrminütiges Drumsolo integriert ist, bei dem von Bohr wie ein Irrwisch über seine gesamte Batterie fegte und dabei zuweilen visuell in einem Gewitter an Lichtblitzen scheinbar über der Bühne zu schweben schien und beim letzten Song des Hauptakts „Gamma Ray“. In der etwa 30-minütigen Version zeigte die Band, wie man mit Rhythmus die Halle zum Beben bringt, um diese dann nach dem letzten Song zu verlassen.
Animiert von den Zugabeforderungen betrat die Band aber schnell wieder die Bühne und zu Ehren des vor etwa fünf Jahren verstorbenen Bandmitgründers Nossi Noske folgte noch das zunächst ruhig balladeske „Live in The Here & Now“, das aber nach etwa fünf Minuten Fahrt aufnahm, um einen gelungenen Konzertabend furios abzuschließen.
Line-up: Peter Föller – vocals, guitar Martin ‚Ludi‘ Ettrich – guitar, talkbox Sascha Kühn – keyboards, organ Hannes Vesper – bass Manni von Bohr – drums
Das das recht gut gefüllte Open Air-Gelände an der Kantine zeigte, dass die Pioniere des Krautrocks noch immer ihre treue Fangemeinde haben. Erstaunlich war, dass sich auch einige jüngere Musikfans eingefunden hatten, die sich für die Mischung aus progressivem- und Hard Rock begeistern können.
Das Line-up von Birth Control hatte sich seit dem Bestehen Ende der 60er Jahre immer wieder verändert, wobei der Tod von Bandgründer Nossi Noske 2014 der gravierendste Einschnitt war. Die aktuelle Besetzung ab 2016 darf im Gewissen aber auch als ‚back to the roots‘ gesehen werden. Mit Peter Föller als Leadsänger und an der Gitarre und Manni von Bohr an den Drums stießen zwei Musiker zu der Band, welche schon einige Jahre in den 70ern dabei waren.
Pünktlich um 19:30 Uhr betrat Marcus Neu, der Booker der Kantine die Bühne und kündigte das Quintett an, welches in den zwei jeweils etwa 60-minütigen Sets eine bunte Mischung aus Klassikern von den Alben der 70er Jahre und vom letzten noch mit Nossi Noske eingespielten Werk „Here And Now“, das 2016 veröffentlicht wurde, präsentierte.
Mit „The Work Is Done“ eröffnete die Band psychedelisch das Konzert, in dem Peter Föller mit einer kleinen Glocke die Klangstäbe seiner Chimes anschlug und so das Startsignal für furiose, knapp zwei Stunden Livemusik gab. Martin ‚Ludi‘ Ettrich begeisterte schon im ersten Track mit langen Soli, was sich in allen Songs wiederholte und erzeugte bei einigen Stücken mit der Talkbox ein besonderes psychedelisches Flair.
Sascha Kühn an den Keyboards und Organ hielt sich rein optisch eher an der rechten Bühnenseite im Hintergrund, gab aber der Soundstruktur eine ganz besondere Note, mit furiosen Soli oder in dem er regelrechte Klangteppiche auf die Bühne zauberte.
Die Rhythmusfraktion um den zuweilen stoisch den Bass zupfenden Hannes Vesper und das ‚Tier‘ Manni von Bohr an den Drums sorgte für eine Klasse Grundlage der Songs, konnte aber auch mit gekonnter Soloarbeit überzeugen. Rein optisch hatte man auch fast das Gefühl, die Drums würden die ganze Bühne einnehmen.
Peter Föller, der neben dem Gesang bei den meisten Songs auch als zweiter Gitarrist überzeugen konnte und Martin „Ludi“ Ettrich moderierten abwechselnd humorvoll zwischen den Liedern und hatten so von Beginn an das Publikum hinter sich gebracht.
Schön war, dass die Band sich nicht nur auf die alten Klassiker wie z.B. „Plastic People“ oder „Back From Hell“ verließ, sondern mit „Right Place Wrong Time“ oder „Wasting My Time“ auch einige Stücke vom aktuellen Longplayer spielte. Mit „I Don’t Mind“ präsentierte die Band sogar einen Song der auf dem nächsten Album erscheinen soll.
Harte rockende Beats wechselten hier mit eher ruhigen gesanglichen Passagen, welche mich auch stimmlich an manche Sachen aus den letzten Jahren der Karriere von David Bowie erinnerten. Die Premiere vor Publikum war an der Resonanz erkennbar gut gelungen und direkt im Anschluss an den Song zeigte Manni von Bohr in einem mehrminütigen Schlagzeugsolo, warum er zu den besten deutschen Drummern gehört.
Bei „Lost In The Sea“ hatte Sascha Kühn seinen großen Auftritt und zuweilen fühlte man sich in manchen Passagen an Deep Purples „Perfect Strangers“ erinnert. Klasse Hard Rock vermischt mit progressiven Rock. Dann gegen 21:30 war es endlich soweit: Hannes Vesper bediente statt des Basses zunächst den Synthesizer und das von den meisten lang ersehnte „Gamma Ray“, das auch textlich gut zur heutigen Zeit passt, wurde in einer ‚Extendet version‘ gespielt.
Animiert von den Zugabeforderungen und den noch verbleibenden etwa zehn Minuten bis 22:00 Uhr, wenn auf dem Open Air-Gelände die Musik enden muss, wurde noch „Live in The Here & Now“ zu Ehren von Nossi Noske gespielt und ein gelungener Konzertabend wurde würdig abgeschlossen.
Es war schön zu sehen, mit welcher Freude und Begeisterung die Musiker spielten, dass schon jetzt eine gewisse Vorfreude auf das kommende Album aufkommt und die Geschichte des Krautrocks so seine Fortsetzung finden wird.
Line-up: Peter Föller – vocals, guitar Martin ‚Ludi‘ Ettrich – guitar, talkbox Sascha Kühn – keyboards, organ Hannes Vesper – bass Manni von Bohr – drums
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.