Birth Control – 02.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Langsam kommt wieder Leben in die Clubszene, auch wenn die Besucherzahlen zuweilen noch hinter den Erwartungen zurück liegen. Birth Control gelang es an diesem Abend mit 170 Besuchern zumindest dafür zu sorgen, dass das Piano knapp zur Hälfte gefüllt war.

Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Krautrockpioniere die Bühne und es folgten eine etwa 140 minütige Reise durch die über 50-jährige Bandgeschichte, die rein Albumtechnisch sogar bis in die Zukunft ging. Ein stimmlich gut aufgelegter Peter Föller, der nebenbei in den meisten Songs noch Rhythmusgitarre (dazu einige Soli) und auch Percussionakzente setzte, stand neben Leadgitarristen Martin Ettrich auf der Bühne visuell meist im Mittelpunkt.

Die Bühnenbeleuchtung sorgte mit der Positionierung zusätzlicher Lampen, jeweils am Boden hinter Ettrich, Keyboarder Sascha Kühn und Drummer Manni von Bohr stehend, für zuweilen dramaturgische Beleuchtungseffekte, die auch bestens mit dem gut abgemischten Sound inszeniert waren.

Ettrich glänzte mit ausgedehnten psychedelischen Gitarrensoli, wo er zuweilen im Gegenlicht der Scheinwerfer auf einem Nebelmeer zu schweben schien. Unterstützt wurde er oft vom Keyboarder Sascha Kühn, der den voluminösen Sound mit regelrechten Klangteppichen unterlegte.

Bei „Lost In The Sea“ hatte Sascha Kühn seine großen Auftritte und zuweilen fühlte man sich in manchen Passagen an Deep Purples „Perfect Strangers“ erinnert. Klasse Hardrock vermischt mit progressiven Rock. Die starke Rhythmusfraktion mit Manni von Bohr an den Drums und Hannes Vesper am Bass sorgten für eine groovende Grundlage, die es in sich hatte.

Dies wurde besonders deutlich im noch zu veröffentlichenden Stück „I Don`t Mind“, in das zum Ende ein mehrminütiges Drumsolo integriert ist, bei dem von Bohr wie ein Irrwisch über seine gesamte Batterie fegte und dabei zuweilen visuell in einem Gewitter an Lichtblitzen scheinbar über der Bühne zu schweben schien und beim letzten Song des Hauptakts „Gamma Ray“. In der etwa 30-minütigen Version zeigte die Band, wie man mit Rhythmus die Halle zum Beben bringt, um diese dann nach dem letzten Song zu verlassen.

Animiert von den Zugabeforderungen betrat die Band aber schnell wieder die Bühne und zu Ehren des vor etwa fünf Jahren verstorbenen Bandmitgründers Nossi Noske folgte noch das zunächst ruhig balladeske „Live in The Here & Now“, das aber nach etwa fünf Minuten Fahrt aufnahm, um einen gelungenen Konzertabend furios abzuschließen.

Line-up:
Peter Föller – vocals, guitar
Martin ‚Ludi‘ Ettrich – guitar, talkbox
Sascha Kühn – keyboards, organ
Hannes Vesper – bass
Manni von Bohr – drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

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