Eric Steckel – Support Rovar – 22.05.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Das letzte Mal sah ich Eric Steckel am 13.03.2020 im Musiktheater Piano. Es war das letzte Konzert, bevor es einen Tag später endgültig zum Lockdown durch Corona kam, der die Kulturszene für einen langen Zeitraum beeinflusste und unter dessen Folgen jetzt noch die Clubs und Musikszene leiden, was sich auch an vielen Absagen, mangels Kartenvorverkauf, Krankheit oder auch an geringen Zuschauerzahlen zeigt, die kaum genügen, um die Kosten zu decken, den Club aufzuschließen.

Immerhin hatten sich an einem sonnigen Sonntagabend doch so viele Zuschauer im Saal des Piano eingefunden, dass das Bild nicht so trostlos war, wie bei einigen Gigs, die ich in der letzten Zeit besucht hatte. Dennoch blieb genug Luft nach oben übrig.

Schon gegen 19:45 Uhr begannen die drei jungen Musiker von Rovar die Anwesenden mit ihrer Mischung aus Grunge und Hardrock auf Betriebstemperatur zu bringen. In ihrem knapp 40-minütigen Auftritt gelang es dem Trio, Werbung in eigener Sache, für ihre erste EP und das anstehende erste Album zu machen.

Line-up Rovar:
Luca Mewes: guitar, vocals
Paul Ulrich: bass
Bennet Fuchs: drums

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann fast unbemerkt von den Besuchern Eric Steckel mit seiner Band die Bühne, während aus den Lautsprechern noch die Musik von Molly Hatchet erklang. Steckel stöpselte seine Gitarre ein und übertönte dann die Hintergrundmusik mit einem kurzen Soundscheck, der es nicht nur lautstärkemäßig in sich hatte und fast eine Art Intro zum Konzert darstellte.

Danach folgten, knapp zwei Stunden Powerrock mit Vollgas auf der Überholspur. Was mit „Solid Ground“ und dem ZZ Top-Klassiker „Waiting For The Bus“ noch relativ ruhig begann, sollte sich mit zunehmender Konzertdauer zu einem regelrechten Gitarrengewitter entwickeln.

Neben einigen Coversongs standen Tracks des aktuellen Albums „Grandview Drive“ im Mittelpunkt, wobei „Can´t You See“ Southern Rock-Flair ins Piano brachte. Die Gesangspassagen, die durch harte Gitarrenriffs unterbrochen wurden, hätten auch der Marschall Tucker Band gut zu Gesicht gestanden und zum Ende spielte Steckel sich mit einem southern-typischen Solo in einen regelrechten Rausch.

Spätestens hier hatte er das Publikum mit seiner Spielfreude und seiner positiven Ausstrahlung für sich eingenommen. Selten habe ich aber auch gesehen, mit welcher Freude ein Musiker auf die Resonanz der Zuschauer reagierte, dass man das Gefühl haben konnte, sodass sich Zuschauer und Band in einer Wechselbeziehung immer weiter anstachelten. Steckel jagte mit seinen Fingern teilweise über die Gitarrensaiten, dass man dieser Geschwindigkeit kaum folgen konnte, traf dabei aber jede Note auf den Punkt.

In einer jammenden Phase überließ Steckel seinen beiden Kompagnons, welche ansonsten die Grundlage für den Sound legten, die Bühne, und so konnten Jos Kamps mit einem tollen Basssolo, in das er den Rhythmus von „Another One Bites The Dust“ einbaute und Henri van den Berg an den Drums zeigen, dass sie weit mehr sind als nur Begleitmusiker. Jos Kamps übernahm zuweilen sogar die Rolle des Animateurs, in dem er gestenreich, aufgrund der phantastischen Leistungen Steckels an der Gitarre, das Publikum aufforderte, diesen weiter anzufeuern.

Mit einer scheinbar nicht endenden Version von „Tennessee“, mit krachenden Soli Steckels und stampfenden Bassläufen, ging es ins jammende Finale mit „Best With You“ und nach zwei Stunden Powerrock wurde ein toller Konzertabend beendet, der schon jetzt eine Vorfreude auf das nächste Mal gemacht hat, mit einem dann hoffentlich rappelvollen Piano.

Line-up Eric Steckel:
Eric Steckel: guitar, lead vocals
Jos Kamps: bass
Henri van den Berg: drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

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Ein Gedanke zu „Eric Steckel – Support Rovar – 22.05.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht“

  1. Habe Eric Steckel in Stuttgart gesehen und es war mit Abstand das schlechteset Konzert, welches ich in den letzten 5 Jahren gesehen habe!
    Es stimmt, dass er auf das Publikum reagiert und eingeht, aber seine Soli waren sowas von eintönig und stark geprägt von einer Brettarbeit, die sich in überwie´gend eng begrenzter Nutzung der 6 Saiten abspielte.
    Also wenig Virtuosität zugunsten härterer Gangart und Lautstärke ist nicht meine Vorstellung eines guten Bluesrock-Konzertes.
    Freiwillig werde ich ihn mir sicher nicht mehr anschauen, denn es
    gibt deutlich bessere Gitarristen.

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