Neal Black And The Healers – Wherever The Road Takes Me – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Neal Black ist seit 30 Jahren in Sachen Texas Blues, Rock und Roots Musik auf den Bühnen der Welt und in Studios unterwegs. In dieser Zeit spielte er auch mit so namhaften Szenegrößen wie Robben Ford, Popa Chubby, Fred Chapellier, Alabama Slim, Stevie Ray Vaughan, George Thorogood, Savoy Brown und, und, und. Die Liste ließe sich fast beliebig verlängern. Parallel dazu nahm er seit 1993, 13 Alben für Dixiefrog Records auf und erwarb sich nicht umsonst den Beinamen „Master Of High Voltage Texas Boogie“.

Nun liefert er mit seinem neuesten Doppelalbum „Wherever The Road Takes Me“ einen Rückblick über 30 Schaffensjahre mit vielen seiner Lieblingssongs ab. CD 1 besteht aus 18 Studioaufnahmen und CD 2 enthält acht Live-Mitschnitte. Mit von der Partie als Gastmusiker sind auch so namhafte Blueser wie z. B. die oben erwähnten Robben Ford, Popa Chubby und Fred Chapellier, unterstützt von einigen der besten Backing Musicians der Branche.

In seiner Musik vereint er Blues, Rock und Roots Music, immer gepaart mit seiner interessanten rauen Stimme, die gesanglich zuweilen an Chris Rea erinnert, sowie tollen Bläsersätzen, Mundharmonikaeinlagen und virtuosen Gitarrenkünsten.

Dies alles ist natürlich auch genauso auf „Wherever The Road Takes Me“ zu hören. Die Scheibe ist abwechslungsreich und wird dadurch nie langweilig. Da sind fetzige Rock‘n‘Roll- und Boogie-Nummern bei: „Did You Ever“, „Handful Of Rain“ (ein stampfender Boogie á la ZZ Top) oder der wilde Boogie „I‘m Gonna Cry“.

Ebenso aber auch tief-schwarze Blues-Titel mit Mississippi-Charakter und leicht swampigen Elementen („Worried About It“, „New York City Blues“ oder „Sunrise In Prison“). Und für alle, die es etwas beschaulicher und melodiöser mögen, hält die Scheibe einiges parat.

Da sind z. B. „The King Of San Antone“, eine wunderschöne Ballade im Fingerpicking-Style, oder das ausgefallene „Bad Rose Tattoo“ mit Mandolineneinlage sowie „Saints Of New Orleans“, ein balladesker Titel. Die übrigen Songs auf CD 1 bewegen sich alle im „normalen“ Bluesbereich mit viel Mundharmonika- und Pianoeinsatz, mal mit jaulenden Gitarren („Justified Suspicion“), mal mit Trompeten und dezenten Slideeinlagen („Hotel In México“) oder sind einfach nur slowbluesig-schön (z. B. „Misery“ und „It Hurts Me Too“).

CD2 steht, wie bereits gesagt, ganz im Zeichen der Live-Musik. „Did You Ever“, „Lost Without You“ und „Handful Of Rain“ waren schon auf CD 1 zu hören, hier als Liveaufnahme wirken die Songs aber noch einmal wesentlich spritziger, als sie es ohnehin schon sind. Auch „Goodbye Baby“, „Chicken Shack Cognac“ und „Streamline Woman“ sind wilde, furiose Rock‘n‘Roll- und Boogie-Tracks, die mächtig in die Beine gehen. Einzig das ruhige „I Can See Clearly Now“- Cover fällt da aus dem Rahmen.

„Wherever The Road Takes Me“ ist eine klasse und immer wieder überraschende Scheibe, die den Zuhörer mitzureißen vermag. Neal Black und seinen Heilern ist mit dem Album ein richtig guter Wurf gelungen, er ist tatsächlich und ohne Wenn und Aber der „Master Of High Voltage Texas Boogie“. Von daher gibt es von mir für dieses Doppelalbum des Texaners klare fünf Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung.

Label: Dixiefrog Records / Bertus Musikvertrieb
Stil: Blues

Tracks CD1:
01. All For Business
02. Hotelroom in México
03. Jesus And Johnny Walker
04. Worried About It
05. Did You Ever
06. The King Of San Antone
07. Handful Of Rain
08. Cry Today
09. Lost Without You
10. Bad Rose Tattoo
11. Mississippi Doctor
12. New York City Blues
13. Justified Suspicion
14. Sunrise In Prison
15. Saints Of New Orleans
16. Misery
17. I‘m Gonna Cry
18. It Hurts Me Too

Tracks CD 2:
19. If I Had Possession Over Judgement Day (Live)
20. Goodbye Baby (Live)
21. Did You Ever (Live)
22. Lost Without You (Live)
23. Handful Of Rain (Live)
24. Chicken Shack Cognac (Live)
25. I Can See Clearly Now (Live)
26. Streamline Woman (Live)

Neal Black & The Healers
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V2 Records

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