Rebel Guns – Steam & Steel – CD-Review

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„Long Live Rock’n Roll“ haben sich die fünf Bandmitglieder der Rebel Guns aus Biberach seit 2016 auf die Brust geschrieben und zwar die southern-rockige Variante davon.

Eine EP gleichnamigen Titels, abgemischt von Hans-Martin Buff (Scorpions, Prince), brachte sie immerhin schon ins Vorprogramme arrivierter Acts wie Bonfire oder Skinny Molly. Mit der Eigenproduktion „Steam & Steel“ folgt jetzt der erste lupenreine Longplayer der Oberschwaben.

Nach dem tragischen Ableben von ihrem Gitarristen und Gründungsmitglied Frank Ellinger, der noch auf dieser CD eine hervorragende Leistung abliefert (feuert aus allen rebellischen Gewehren viele variable und quirlige Soli),  entschloss man sich auf dessen expliziten Wunsch zum Weitermachen. Für ihn ist jetzt Marius Fiseli am Start.

REBEL Guns Promobild 2020Ihr überwiegend treibender Sound lehnt sich an Strukturen altbekannter Southern Bands wie hauptsächlich Molly Hatchet, zum Teil Doc Holliday, Skynyrd oder Blackfoot, allerdings oft kombiniert mit britischen Orgelklängen der Marke Deep Purple, The Who oder wie beim finalen „Six Bullets To A Halleluja“ in Richtung Doors.

Im ruhigeren Bereich gibt es mit „Dusty Roads“ und „Rebel Without A Cause“ zwei Stücke, bei denen Marshall Tuckers „Can’t You See“ dezent durchschimmert, ersteres mit einer Akustikgitarre, letztgenanntes mehr vom Piano getragen.

Die Whiskey-getränkte, aber sehr wenig variable Stimme von Fronter Sotchy Filipovic (Richtung Phil McCormack) passt ganz gut zum druckvollen instrumentellen Bandsound (übrigens alles sehr schön klar und transparent abgemischt). Er kann sich zudem mit ein paar Harp-Einlagen („Down The Drain“, „Rebel Without A Cause“) einbringen, schön Neil Young-mäßig bei „Dusty Roads“.

Die sporadischen weiblichen Backgroundvocals, die ich eigentlich ansonsten immer sehr gerne höre, sind auch nicht gerade was für vokale Ästheten (ziemlich nerviges Gequäke z. B. bei „Rebel Guns“).

Die Musik der Rebel Guns wird Leuten mit Vorlieben für o. a. Bands gefallen. Sie ist meiner Meinung nach, aber eher live-, als Wohnzimmer-kompatibel und somit überwiegend für Clubkonzerte, Bikertreffen, Stadtfeste, etc. geeignet, wo man in Bierlaune, auf gesangstechnische Feinheiten nicht mehr ganz so großen Wert legt.

Ich gehe aber davon aus, dass bei den Burschen auch in erster Linie, diese musikalischen Gemeinschaftserlebnisse, statt der Blick auf die große Karriere, als priorisierter Antrieb dienen.

Die Songs gehen wirklich gut ab, einige Tracks haben sogar auf Anhieb mit ihren Refrains Wiedererkennungswert („Down The Drain“, Rebel Guns“, „Bathroom Jesus“, „Burn“, „Long Live Rock’n Roll“).

Im September 2020, sofern die Corona-Geschichte hoffentlich vorüber sein wird, spielen die Rebel Guns im Vorprogramm der legendären kalifornischen Hard Rock-Band Little Caesar. Ihre „Steam & Steel“-CD kann über den Email-Kontakt der Band ‚rebel_guns@gmx.de‘ bestellt werden. Der Preis beträgt inkl. Versand 12.- Euro. Eine klare Empfehlung an alle SR-Fans, die vielleicht nicht ganz so pingelig sind wie ich!

Aktuelle Besetzung:
Frank Holl – drums
Sotchy Filipovic – vocals & harps
Chris Clemens – keys
Joe Horseling – bass
Marius Fiseli – guitar

Eigenproduktion (2020)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Down The Drain
02. Rebel Guns
03. Boston Bourban Boys
04. Dusty Roads
05. Steam & Steel
06. Bathroom Jesus
07. Burn
08. Rebel Without A Cause
09. Long Live Rock’n Roll
10. Louisiana Ram Jam
11. Six Bullets To A Halleluja

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