Carrie Underwood – Cry Pretty – CD-Review

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CUSounds Of South-Redakteuren geht ja der Ruf voraus, mental gefestigte, an der Sache orientierte Menschen zu sein. Beim Blick auf den Promo-Begleitzettel zu Carrie Underwoods neuem Werk „Cry Pretty“ weckte bei mir, zugegeben,  allerdings nicht, wie gewohnt, zuerst der Text mit den dazugehörigen Album-Informationen mein Interesse, sondern das große, integrierte Foto der langmähnigen blonden Künstlerin. Mann-o-Mann, ist das ein hübsches Mädel…!

Gut, die Sturm- und Drangzeit ist bei einem in unserem Alter schon lange vorüber. Dass der Zahn der Zeit an einem genagt hat (sofern man den Blick in den Spiegel ignoriert hat), merkt man dann relativ schnell, spätestens, wenn man sich über die involvierten Musiker in den Liner-Notes des Booklets informieren möchte. Da ist ohne Lesebrille oder Zuhilfenahme eines Vergrößerungsglases absolut Schicht im Schacht.

Apropos Musiker: Da ist hier natürlich bei der Einspielung mit Leuten wie u. a. Chris McHugh, Jimmy Lee Sloas, Tom Bukovac, Rob McNelly, Danny Radar, Dan Dugmore, Charlie Judge, Ilya Toshinsky & Co. die Crème de la Crème der Nashville-Studio-Musiker-Riege vertreten und trägt samt der Produktion des ebenfalls instrumentell und kreativ involvierten David Garcia zum starken und hochwertigen Klangbild der Stücke bei.

Auch unter den Songwritern befinden sich mit Hillary Lindsay, Tom Douglas, Brett James und Chris DeStefano Leute, bei denen man eine Hitgarantie quasi mitbucht. Lobend muss hier erwähnt werden, dass Carrie satte 9 von 13 Tracks mitgeschrieben hat.

Die CD beginnt direkt mit dem Titellied, einer schönen Powerballade (klasse E-Gitarren-Solo). Wenn hier vier tolle Damen wie Carrie Underwood, Hillary Lindsay, Liz Rose und Lori McKenna was ausklamüsern, muss das eigentlich gut werden. Toller Einstieg!

Für die Wahrung der Country-Etikettierung sorgen in erster Line die Herren Dan Dugmore, Steve Hinson mit Steel- und Ilya Toshinsky samt Bouzouki-, Banjo- und Dobro-Einlagen bei Songs wie „Ghosts In The Stereo“, „Low“, „Drinking Alone“, „The Bullet“ oder dem überwiegend Piano- und Cello-lastigen „Spinning Bottles“.

Ansonsten gilt hier wohl überwiegend bei der Pop- und R&B-Klientel von Damen wie Rihanna, Beyoncé oder Mariah Carey mal vorstellig zu werden. Gipfeln tut es in dem eigentlich keineswegs schlechten Song „The Champion“ als abschließendes Duett mit Rapper Ludacris, der hier seine Sprecheinlagen zum Besten gibt. Diese Stücke leben dann in erster Linie von ihrer Melodik, der versierten Instrumentierung und dem in allen Bereichen starken, immer emotional wirkenden Gesang der Protagonistin.

Am Ende gefallen mir das atmosphärische „Low“ und der flippige ‚Gute-Laune-Song‘ „Southbound“ (klasse Bariton-E-Gitarren-Solo) mit am besten.

Also insgesamt, kein Grund für PETA’s World’s Sexiest Vegetarian von 2007 (was für ein Titel!) in Sachen ihrer neuen CD „Cry Pretty“, zu jammern oder auf Heulsuse zu machen. Das Album wird von kommerziellem Erfolg begleitet werden. Hitpotential ist mehr als genug vorhanden. Trotz der offensichtlichen Avancen in Richtung Pop/R&B bleibt die ehemalige American Idol-Queen, insgesamt noch dem (New) Country verbunden. Und, was das zu Anfang erwähnte rein Äußerliche betrifft, bleibt für mich nur anzumerken: Nie war Weinerei schöner anzusehen, ähm anzuhören…!

Capitol Records Nashville (2018)
Stil: New Country (Pop)

01. Cry Pretty
02. Ghosts On The Stereo
03. Low
04. Backsliding
05. Southbound
06. That Song That We Used To Make Love To
07. Drinking Alone
08. The Bullet
09. Spinning Bottles
10. Love Wins
11. End Up With You
12. Kingdom
13. The Champion (feat. Ludacris)

Carrie Underwood
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