JB And The Moonshine Band – Beer For Breakfast – CD-Review

Da die meisten Musikredakteure, die ich kenne, wie auch meine Wenigkeit durchaus als trinkfreudige, Gerstensaft liebende Gesellen eingestuft werden dürfen (wie schon das eine oder andere Treffen mit solchen Menschen eindrucksvoll bewies), liefert JB (Patterson) und seine Moonshine Band mit „Beer For Breakfast“ musikalische Unterhaltung und Humor, die auch in unseren Kreisen ihre Freunde finden dürfte. Und irgendwie sagt man ja auch, dass man nach durchzechter Nacht immer mit dem Getränk weiter machen sollte, mit dem man am Vorabend aufgehört hat…

Der aus Texas stammende Frontmann, früher mal ein Werbemensch, und seine Langzeitfreunde Gabe Guevara (drums), Hayden McMullen (lead guitar) und Chris Flores (bass) präsentieren auf ihrem zweiten Silberling eine hochwertige Mischung aus Red Dirt, Southern Rock und New Country und erscheinen mir bereits jetzt schon, ähnlich wie die Randy Rogers Band, Wade Bowen oder auch Eli Young Band, als ganz heiße Kandidaten für einen künftigen Major-Deal.

Die Songs sind allesamt melodisch und eingängig, abwechslungsreich, was Stil und Tempo angeht, authentisch und teilweise auch witzig, sprich, hier steckt ein immenses Potential an Massenkompatibilität dahinter, ohne dass man Angst haben müsste, dass sich die Burschen selbst unter diesen Bedingungen allzu sehr verbiegen lassen würden. Dass dieser JB Patterson den Schalk im Nacken sitzen hat und auch mit einer genüsslichen Portion Selbstironie an die Sache geht (irgendwie hat man bei ihm das Gefühl, ein Augenzwinkern ist immer mit dabei), was mir übrigens sehr gefällt und nahe kommt, darüber kann man sich in vielen Youtube-Clips ein Bild machen.

Der Opener und Titelsong mit seinem kurzen knappen wie präzisen Statement im Refrain „Down here in Texas is beer for breakfast“ prescht launig im Uptempo durch die Boxen und findet bereits die verdiente Aufmerksamkeit in den dortigen Music Charts. Voll ins Herz trifft Patterson bei mir als Besitzer eines (ich denke, mich auch recht stark liebenden) Labradors bei Track 5, wenn er singt „why can’t she be more like my dog?“ (eine humorvolle Hommage an die Herrchen dieser Welt und ihre allseits bekannten, mannestypischen Eigenheiten). Ob der Text bei meiner Frau ebenfalls so gut ankommt, steht dabei allerdings auf einem anderen Blatt Papier…

Auch das mit Ex-Shooter Jennings-Gitarrist Leroy Powell zusammen komponierte „Hell To Pay“, ein zwischen Molly Hatchet und Lynyrd Skynyrd zu deren Bestzeiten pendelnder, deftig stampfender, gitarrenlastiger Southern Rocker, besticht mit seiner klaren Ansage „you better give me my money or you got hell to pay“. Satte E-guitar-getränkte Stücke wie „Ride“ oder das mit Redneck-Flair behaftete „Yes“ dürften Liebhabern des Genres ebenfalls einen Mordsspaß bereiten.

Toll dazu passend die Gastmusiker Shawn Fichter (percussion), Fiddle-Artist Rob Hajacos und Steel-Schwergewicht Mike Johnson, die dem Sound des Vierers mit filigranem und nie aufdringlichem Spiel viel Zusatzwürze verleihen. Am Ende gibt es mit dem ganz dezent Hip Hop-umwobenen „I’m Down“ und „Perfect Girl“ zwei voller Hitpotential steckende Bonustracks, die einmal mehr den angenehmen Humor von Patterson & Co. reflektieren.

Mit „Beer For Breakfast“ sind JB & The Moonshine Band vierzehn frisch gezapfte Songs gelungen, die in musikalischer Hinsicht, wie auch dem ganzen Drumherum (auch das Cover mit dem angedeuteten, verkatert wirkenden Patterson samt dickem Humpen vor Eier & Speck-Sandwich passt vorzüglich) voll überzeugen und Durst nach Mehr machen. Ich persönlich habe diesen fröhlichen Frühschoppen jedenfalls mit großer Wonne mitgenommen. Und ganz nebenbei – eigentlich ist es bei diesem schönen Wetter doch schon irgendwie wieder Zeit für ein Bierchen, oder nicht?

Average Joes Entertainment (2012)
Stil:  Red Dirt

01. Beer For Breakfast
02. Kiss Me That Way
03. No Better Than This
04. Edge Of The Road
05. More Like My Dog
06. Hell To Pay
07. Smith County Line
08. Ride
09. The Only Drug
10. Black And White
11. I Don’t Care
12. Yes

Bonus Tracks:
13. I’m Down
14. Perfect Girl

David Grissom
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Bärchen Records

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