Cory Marks – Who I Am – CD-Review

Marks_300

Fulminantes Country Rock-Debüt vom Kanadier Cory Marks, produziert vom preisgekrönten Produzenten Kevin Churko (u. a. Britney Spears, Ozzy Osbourne, Shania Twain, Slash, Hinder, Emerson Drive)!

Dabei deutete bei dem aus North Bay, Ontario, stammenden Burschen, mit einer Passion für Country- und Rockmusik, als auch für die Fliegerei, zunächst alles auf eine erfolgreiche Eishockey-Karriere hin (solche Biografien interessieren mich immer besonders, da ja auch ich zu meiner Sturm- und Drangzeit viele Jahre lang zu den besten deutschen Tischtennisspielern zählte), bis er eines Abends in einer kleinen Bar von seinen Teamkollegen auf die Bühne zitiert wurde.

Nachdem das Publikum auf seinen Kurz-Set begeistert reagiert hatte und er fortan in dem Club regelmäßig spielen durfte, weitete er seine musikalischen Aktivitäten bis in die USA aus und durfte letztendlich irgendwann Größen wie Toby Keith oder Brantley Gilbert supporten.

Jetzt präsentiert Cory Marks mit seinem ersten Longplayer „Who I Am“ sein musikalisches Ich unter der Fahne von Better Noise Music. Da Eishockey-Spieler ja oftmals für ihre erhöhten Testosteron-Werte bekannt sind, enthält der Silberling überwiegend kraftstrotzende zünftige Country Rocker, aber auch die eine oder andere Herz-Schmerz-Ballade.

Kevin Churko, der mit Sohnemann Kane und Cory die meisten Tracks zusammen kreiert hat, beweist aufgrund seiner langjährigen Erfahrung auf beiden Terrains stilsicher, Country und Rock in eine erfolgversprechende Symbiose zu verwandeln.

Klasse direkt der treibende Opener, wo Marks im Refrain die warnende Worte zum Besten gibt „her angel’s smile, is a devil’s grin“ (wer in seinem Leben viel mit Frauen – besonders den hübschen der Zunft – zu tun hat, weiß, wo von er spricht…).

Herrlich und sicher mit eines der absoluten Highlights eines aber an sich durchgehend guten Werkes, ist das folgende „Outlaws & Outsiders„, bei dem Cory charismatische gesangliche Unterstützung, von den sich mächtig ins Zeug legenden Travis Tritt und Five Finger Death Punch-Fronter Ivan Moody erhält, als auch durch Mötley Crüe-Gitarrist Mick Mars mit einem klasse Solo auf seiner abgewetzten Stratocaster. Grandioser Song!

Das flockige „Good To Be Us“ mit seiner knackigen E-Gitarren-Hook und dem Powerrefrain könnte eines der Radio-Kandidaten abgeben, aber auch die melodischen „Drive„, „Better Off“ und das schön schmachtende Duett „Out In The Rain“ mit Metal-Sängerin Lzzy Hale (Halestorm), die sich hier im Stile einer Robin Beck, Lita Ford, oder Kim Carnes offenbart, haben reichlich Hit-Potential.

Bis auf das countryeske „My Whiskey, Your Wine“ (Merle Haggard-inspiriert), das in zwei Versionen eingespielt wurde, die sich allerdings nur marginal unterscheiden (beide sind auch gleich lang), dominiert ansonsten bei Songs wie „Blame It On The Double“, „Who I Am“, „Keep Doing What I Do“ und dem Bonusstück „She’s Hollywood“ (sehr schön die Refrainzeile „I’m a redneck, she’s Hollywood“) eher die rockige Vorliebe des Protagonisten.

Vieles erinnert mich dabei an die draufgängerische Art seiner kanadischen Kollegen von Dry County oder Interpreten wie Chris Cagle, Black Stone Cherry, Caleb Johnson, Brantley Gilbert oder Jason Aldean auf der US-Seite.

Cory Marks setzt mit seinem Debüt „Who I Am“ eine erste vielversprechende Duftmarke im Rock-umwobenen Country-Revier, die mit Argusaugen besonders von den Managements der bisherigen Platzhirsche, Brantley Gilbert und Jason Aldean, verfolgt werden dürfte. Fette zukünftige Konkurrenz für beide. Bitte mehr davon, Cory Marks!

Better Noise Music (2020)
Stil: Country Rock

01. Devil’s Grin
02. Outlaws & Outsiders
03. Good To Be Us
04. Blame It On The Double
05. Another Night In Jail
06. Who I Am
07. Drive
08. Better Off
09. My Whiskey, Your Wine
10. Keep Doing What I Do
11. Out In The Rain
12. She’s Hollywood (Bonus)
13. My Whiskey, Your Wine – Acoustic Version – (Bonus)

Cory Marks
Cory Marks Band bei Facebook
Head Of PR

The Chicks – Gaslighter – CD-Review

cover The Chicks - Gaslighter_300

Dass es beim Comebackalbum „Gaslighter“ nach satten 14 Jahren Pause der ehemaligen, vielfach Grammy-prämierten Dixie Chicks nicht ohne großes Tamtam in diesen Zeiten einhergehen würde, war so sicher wie das Amen in der Kirche.

Die Ära Trump, #MeToo, Corona und die neu aufkommende Rassendiskussion boten da genügend Zündstoff, um sich als politisch motivierter Act, hochaktuell zu profilieren.

Da wurde zunächst mal das symbolträchtige Wort ‚Dixie‘ als Synonym für den Süden aus dem Bandnamen verbannt und publicity-wirksam neu unter The Chicks firmiert. Ich finde es persönlich ein wenig kurz gedacht. Zum einen hat das Wort die drei Damen, als es gut lief, lange Zeit nicht gestört, zum anderen sollte man, als Menschen, die gelernt haben, differenziert zu denken, Leute nicht anhand von Symboliken über einen Kamm scheren, sondern sie nach ihrem Handeln beurteilen. Viele Arschlöcher, aber auch genügend gute und anständige Menschen  (ich hoffe sogar überwiegend), gibt es überall auf der Welt, auch im Süden der USA.

Der Titel des Albums „Gaslighter“, der in der Psychologie eine Form von psychischer Gewalt bzw. Missbrauch durch Leute bezeichnet, mit der Opfer gezielt desorientiert, manipuliert und zutiefst verunsichert werden, kann natürlich breitgefächert interpretiert werden und bietet der Kritikerschaft, wer da jetzt alles angesprochen sein könnte, Diskussionsstoff en masse.

Das von Jack Antonoff (u. a. Taylor Swift, Lorde, St. Vincent, Lana Del Rey, Kevin Abstract, Carly Rae Jepsen) zusammen mit den Dreien produzierte Werk bietet insgesamt musikalisch eine solide New Countrykost.

Die immer noch etwas jungenhafte Stimme von Natalie Maines (Vater Lloyd ist mit ein paar Steeleinlagen auch vertreten), die man mögen muss, bildet den kräftigen Mittelpunkt, die Kolleginnen Marty Maguire und Emily Strayer sorgen für die obligatorischen Harmoniegesänge und beweisen, dass sie auf ihren Instrumenten (Violine, Viola, bzw. Banjo, Akusikgitarre, Mandoline, Dobro und Ukulele nichts verlernt haben.

Die wohl markantesten Tracks wie das Titellied „Gaslighter“ (eingängiger kräftiger Refrain) und das musikalisch schön swampig gestaltete „March March“ wirken natürlich mit den dazugehörenden plakativen Videos im Hintergrund noch besser.

Ansonsten bieten die restlichen Lieder, recht reduzierten, aber immer genau auf den Punkt gebrachten New Country, der in der zweiten Hälfte phasenweise allerdings auch ein wenig ermüdend wirkt.

Von einem Meisterwerk zu sprechen, halte ich von daher für etwas übertrieben. Im Prinzip ist den Chicks bei ihrer ‚Rückkehr‘ ein ordentliches Album mit ein paar Highlights gelungen, das musikalisch aber nicht viel mehr hergibt, als man es von Acts wie z. B. Little Big Town, The Highwomen oder Mary Gauthier, Lori McKenna, etc. in den letzten Jahren (aber natürlichvon weniger politischer Natur und unglamouröser inszeniert) bereits vielfach geboten bekommen hat.

Monument (Sony) (2020)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Gaslighter
02. Sleep at Night
03. Texas Man
04. Everybody Loves You
05. For Her
06. March March
07. My Best Friend’s Weddings
08. Tights on my Boat
09. Julianna Calm Down
10. Young Man
11. Hope It’s Something Good
12. Set Me Free

The Chicks
The Chicks bei Facebook
Another Dimension

Brett Eldredge – Sunday Drive – CD-Review

brett-eldredge-sunday-drive-300

Beim Namen Brett Eldredge befällt mich ein gewisser Wehmut. War er es doch als letzter New Country-Künstler, den ich in einem Live-Konzert erleben durfte und zwar im Kölner Carlswerk. Das war im Januar diesen Jahres. Dann kam irgendwann Corona…

Dort gab er sich, wie auch schon auf seinen ganzen Alben, als smarter, lebhafter und noch voller Tatendrang agierender Fronter, dessen Erfolg in Nashville nicht von ungefähr kommt. Dazu ist er noch ein echter Frauentyp und ausgestattet mit einer tollen Charakterstimme. Beim Konzert zeigte er, speziell im Akustikpart, allerdings auch seine gefühlvollere Seite.

Die rückt jetzt auch im neuen, von Daniel Tashian und Ian Fitchuk produzierten Album „Sunday Drive“ (beide zeichneten sich auch für Kacey Musgraves’ „Golden Hour“ verantwortlich) schwerpunktmäßig in den Fokus.

Bre_450Statt radiotauglichem pop-rockigem New Country für die Billboard-Charts, konzentriert Eldredge sich auf (besonders für ihn) zurückhaltend instrumentierten Singer/Songwriter-Stoff, bei dem Piano, Streicher (manchmal sogar auch ein wenig kammermusikartig) und Akustikgitarren, samt ganz dezenter Countryingredenzien (E-Gitarre, Mandoline, Steel) im Vordergrund stehen.

Besonderer Vorteil: Seine eh schon fantastische Stimme, rückt noch intensiver in den Vordergrund, teilweise kommen sogar Assoziationen mit Charismatikern wie Jackson Browne, Billy Joel, Ray Charles, Bruce Hornsby, sogar Frank Sinatra („Fix A Heart“, „Paris Illinois“) bis hin zu Phil Vassar, Radney Foster oder Pat Green (diese Scheibe erinnert mich z. B. sehr an seine „Songs We Wished We’d Written“-Sachen) aus dem countryesken Bereich auf.

Es macht wenig Sinn hier einzelne Tracks hervorzuheben, auch wenn ich nicht verhehlen möchte, dass das southern-soulige „Magnolia“, „When I Die“ (ABB-„Melissa“-Note“) und „Gabrielle“ (mit schöner pettyesken Akustikgitarren-Zwischenenhook), sicherlich zu meinen Favoriten zählen.

Brett Eldredges „Sunday Drive“ eignet sich gewiss nicht nur für ‚Sonntagsfahrer‘. Eigentlich kann man die CD bei nahezu jeder Gelegenheit als perfekte Hintergrundmusik nutzen, bei der sowohl schön entspannt, allerdings gerne auch intensiv zugehört werden darf. Tolle Scheibe, der neue Stil passt zu Brett Eldredge!

Warner Music (2020)
Stil: New Country

01. Where The Heart Is
02. The One You Need
03. Magnolia
04. Crowd My Mind
05. Good Day
06. Fall For Me
07. Sunday Drive
08. When I Die
09. Gabrielle
10. Fix A Heart
11. Then You Do
12. Paris Illinois

Brett Eldredge
Brett Eldredge bei Facebook
Oktober Promotion

Gabby Barrett – Goldmine – CD-Review

cover Gabby Barrett - Goldmine_300

Ob die recht häufig vorkommenden Doppelkonsonanten in Gabby Barretts Namen, Warner Music dazu animiert haben, eine Zweifach-Vermarkungsstrategie aus Country und Pop, mit der American Idol-Top3-Finalistin zu fahren, mag wohl eher unwahrscheinlich sein. Das Prinzip der Gewinnmaximierung liegt nun mal in der Natur eines fast jeden Großkonzerns.

Die Protagonistin hat allerdings auch eine so hervorragende und variable Stimme, dass sie sogar darüber hinaus, bis in Southern- oder auch Melodic Rock-Gefilde problemlos kompatibel wäre, wie es Stücke der Marke „Jesus And My Mama“ (da braucht sie sich wahrlich nicht hinter einer Dale Krantz verstecken) oder „Goldmine“ (da lassen Lita Ford, Lee Aaron oder Robin Beck grüßen), eindrucksvoll darlegen.

Dass es ihr auch nicht an Selbstbewusstsein zu mangeln scheint (wer steigt schon beim Debüt in jungen Jahren auf dem Cover direkt in einen goldenen Anzug?) und sie oben drauf vielversprechende kompositorische Fähigkeiten besitzt (Gabby hat bis auf zwei Tracks hier alle mitgeschrieben), macht sie zu einem echten Goldstück für das Label.

Mit dem Opener „I Hope“, den es am Ende noch mal im Duett mit Popsänger Charlie Puth gibt, hat sie auf jeden Fall direkt einen doppelten Paukenschlag gesetzt: mehr als 10 Millionen Streams in einer Woche, dazu die erste Debüt-Single einer Künstlerin in den US-Country-Radiocharts seit 2017, die Nr. 1 erreicht hat.

„Thank God“ und „Jesus And My Mama“ werden vermutlich, wie die Titel es schon suggerieren, zudem auch bei der in den USA nicht unwichtigen Christian-Musik-Gemeinde punkten können. Gleiches gilt textlich für „Got Me“.

Das von Russ Copperman produzierte Album setzt natürlich überwiegend auf poppigen modernen Charakter (Drum-Loops, dezent akzentuierte Synthies, chorale Harmoniegesänge, typische Powerrefrains, R&B-Noten), Vergleiche auch allein schon wegen wegen des Aussehens, mit Carrie Underwood, kommen unausweichlich in den Sinn. Bei manchen Tracks näselt sie sogar wie die gute Shania Twain („Write It On My Heart“, „You’re The Only Reason“, „Hall Of Fame“), in ihren besten Zeiten.

Für die Countrynote (z, B. bei „Hall Of Fame“ und „Rose Needs A Jack“), sorgen der sporadische Einsatz von Mandoline, Banjo und Steel. Stark auf diesem Album auch American Idol-Kollege und frischgebackener Ehemann Barretts, Cade Foehner, der hier einige tolle E-Gitarren-Soli ablässt, die in aller feinster Dann Huff-Manier klingen. Absolutes Highlight ist der stampfige Southern Rocker „Jesus And My Mama“.

Insgesamt eine überzeugende Leistung von Gabby Barrett, die hier erstmal eindrucksvoll zeigt, was sie gesanglich so alles drauf hat. Die Musik geht schön ins Ohr, trotz des überwiegenden Popanteils, deutlich angenehmer zu hören, als viele ihrer Kollegen, die ebenfalls in beiden Gefilden wildern.

Die ersten Goldbarren dürften mit „Goldmine“ für Warner eingefahren sein, ob es für eine ganze Goldgrube, in der noch weiterhin ordentlich geschürft werden kann, reichen wird, muss die Zeit noch zeigen. Die Anlagen sind bei Gabby Barrett in jedem Fall vorhanden! Klasse Debüt!

Warner Music (2020)
Stil: New Country Pop

Tracklist:
01. I Hope
02. Thank God
03. Write It On My Heart
04. Footprints On The Moon
05. You’re The Only Reason
06. Goldmine
07. The Good Ones
08. Jesus And My Mama
09. Hall Of Fame
10. Got Me (feat. Shane Shane)
11. Rose Needs A Jack
12. Strong
13. I Hope (feat. Charlie Puth)

Gabby Barrett
Gabby Barrett bei Facebook
Oktober Promotion

Florida Georgia Line – 6-Pack – EP-Review

FGL_ART_EP_6PACK_Cover_300NL

So richtig Spaß bereitet in diesen Zeiten selbst das Reviewen von Neuerscheinungen nicht. Oft verläuft es in den Tagen des Mobile Offices über nervige Streamings oder im günstigeren Fall mit Downloads, also nichts mit Original-CD in die Anlage einschieben und schön dabei im Booklet rumstöbern und die Texte beim Hören mitzuverfolgen, sprich, sich intensiv mit dem Gesamtprodukt auseinanderzusetzen.

Da im Moment in der Musikbranche die Konzerteinnahmen und die damit verbundenen Merchandise-Verkäufe wegbrechen, gibt es zur Zeit gefühlt überproportional viele EP-Veröffentlichungen. Deren Vorteil ist natürlich, dass man diese in kürzeren Abständen publik machen kann, also ein probates Mittel, um ‚im Gespräch‘, beziehungsweise, wie es Kip Moore neulich formulierte, ‚relevant‘ zu bleiben.

Auch die sonst wirklich nicht mit Songs geizenden Florida Georgia Line, alias Tyler Hubbard und Brian Kelley, schieben jetzt mit „6-Pack“, wie es der Titel schon suggeriert, so ein Teil mit sechs neuen Stücken in die Corona-Lücke.

Dabei ziehen sie natürlich innerhalb von nur knapp 18 Minuten alle Register ihres bis dato so genial funktionierenden Erfolgsrezeptes: Gut eingängiges, trinkfreudiges („Beer: 30“), einsichtiges („Ain’t Worried Bout It“ mit tollen Southern Rock-E-Gitarren), schmusig-balladeskes („Second Guessing (From Songland)“), heimatliches („Countrside“) und mutmachendes-patriotisches („U.S. Stronger „, „I Love My Country“) Songmaterial, überwiegend geschrieben von den beiden Protagonisten mit einer ganzen Armada von namhaften Co-Autoren (allein bei „“Second Guessing (From Songland)“ waren es gleich zehn Kompositeure!).

Serviert mit den bewährten Zutaten wie Bro-Country typischen Sprecheinlagen, Harmoniegesängen, ein bisschen Pop und Southern Rock wie beim letzten Track (Banjo, E-Gitarren). „Countryside“ und „U.S. Stronger“ sind dabei für mich dabei die aussichtsreichsten Nr.-1-Hit-Kandidaten.

Das „6-Pack“ (klasse Cover mit den bunten Bierdosen) von Florida Georgia Line funktioniert, wie es halt so ist mit einem 6-Pack, das man in 18 Minuten wegzischt. Man ist schnell beschwipst, temporärer euphorisiert und fühlt sich ein wenig von den Alltagssorgen abgelenkt. In dieser Zeit haben Tyler Hubbard und Brian Kelley damit ein weiteres Mal vermutlich den Nerv ihrer Klientel getroffen und gleichzeitig ihren Zweck, im Major-Geschehen präsent zu bleiben, bestens erfüllt.

Big Machine Label Group (2020)
Stil: New Country

01. Beer:30
02. Ain’t Worried Bout It
03. Second Guessing (From Songland)
04. Countryside
05. U.S. Stronger
06. I Love My Country

Florida Georgia Line
Florida Georgia Line bei Facebook
Universal Music

Jordan Davis – Almost Maybes – EP-Review

Jordan Davis_Almost Maybes_Cover

Bei Jordan Davis haben wir bisher so gut wie alle alle reviewtechnischen Möglichkeiten, die sich bisher ergaben, in vollem Umfang genutzt. Ok, allzu viele waren es jetzt nicht. Es gab seine erfolgreiche Debüt-CD „Home State“ (Platz 6, drei Top-10 Single-Platzierungen), allerdings, auch die Gelegenheit, ihn live zu begutachten, als er im Vorprogramm von Old Dominion in der Kölner Live Music Hall, im Trio eine wirklich passable Vorstellung abgab.

Jetzt legt der aus Shreveport, Louisiana, stammende rauschebärtige Musiker (im November 2019 Vater einer Tochter geworden) mit „Almost Maybes“ eine sechs Stücke umfassende EP nach, erneut produziert von Paul DiGiovanni.

JD_KolnDie Hälfte der Lieder („Almost Maybes“ (mit netten weiblichen Harmoniegesängen, Reggae-tauglichen Drum-Loops), „Ruin My Weekend“ (flockiger euphorischer Lovesong), „Little Lime“… in a lotta tequila – heißt es hier in Jimmy Buffett-Manier), kommen im fingerschnippenden Gute-Laune-Gewand, wo man sich gerade in den jetzigen Zeiten vorm geistigen Auge die nächste Strandbar herbeisehnt, um bei gekühlten Getränken und wärmenden Temperaturen, Sonne, und Meeresanblick unbeschwert genießen zu können.

Das andächtig pianountermalt vorgetragene „Church In A Chevy“ (sakraler Ohoh-Harmoniegesang), das im Singer-Songwriter-Erzählstil gebrachte „Detours“ (bester Song des Werks, Akustik- Steel-, E-Gitarren geben den Ton an) und das erfolgversprechende Duett mit Popsternchen Julia Michaels „Cool Anymore“ (immerhin mit hymnischen E-Gitarrensolo) fahren den Puls eher wieder in normale Bahnen.

Die EP „Almost Maybes“ von Jordan Michaels bietet eine kurzweilige Momentaufnahme seines aktuellen Kreativkönnens. Er bleibt ohne Wenn und Aber, sich und seiner melodiebetonten, eher poppig orientierten Art treu, die er auch schon auf „Home State“ offeriert hatte. Alles sehr schön eingängig, aber auch etwas sehr stromlinienförmig, um so richtig tiefgreifenden Eindruck zu hinterlassen.

MCA Nashville (2020)
Stil: New Country Pop

01. Almost Maybes
02. Church In A Chevy
03. Ruin My Weekend
04. Little Lime
05. Detours
06. Cool Anymore (ft. Julia Michaels)

Jordan Davis
Jordan Davis bei Facebook
Universal Music

Kenny Chesney – Here And Now – CD-Review

Ches_300

Review: Stephan Skolarski

Erfolg als ‚Markenzeichen‘ zu ‚installieren‘ und immer wieder neu aufzulegen, ist in fast 25 Jahren Musikbusiness nur wenigen Künstlern gelungen. Kenny Chesney ist so ein Charakter, dessen musikalisches Talent, gepaart mit Performer-Qualitäten und persönlichen Marketing-Strategien, seit langen Jahren sein Publikum begeistert.

Doch dies erklärt nicht allein die erstklassigen Auftritte des US-amerikanischen Country-Sängers, der gerade in einer sehr schwierigen Zeit seine neue Scheibe „Here And Now“ veröffentlicht hat. Zu einem Zeitpunkt, der andere Künstler und ihre Labels zu Pausenzeichen und Zurückhaltung zwingt, legt Chesney im Vertrauen auf seine Popularität und begeisterte Resonanz der Fans dennoch eine lebenslustige und zugleich warmherzige Platte vor.

Das von seinem erfahrenen Produzenten Buddy Cannon in Kooperation mit Ross Copperman entstandene 19. Album, wirkt wie eine Ansammlung von Highlights, die ihre eigene Qualität von Beginn an nicht verbergen müssen. Schon der Einsteiger „We Do“ wirkt wie eine Hymne an seine Fan-Gemeinde, ein rockiger Stadionsong mit Aufforderung zur Party und der eindeutigen Refrain-Frage „Who Gets To Live Like We Do?“, die von seiner „No Shoes Nation“, – der Kenny Chesney-Fan-Base – lautstark beantwortet wird.

Auch als zweiter Kracher ist der Titelsong „Here And Now“ ein schnelles Rock-Stück, das seine positive Verwandtschaft mit alten Bachman-Turner-Overdrive-Kunststücken munter unter Beweis stellt.

Die typische Country-Geschichte folgt in „Every One She Knows“, über eine Frau, die in ihrem eigenen Lebensstil verfangen letztendlich den Fortschritt der Zeit verpasst und allein altert. Überhaupt sind es immer wieder die typischen Lebenssituationen, die Chesney stilsicher in seinen Texten aufgreift und damit alltägliche Probleme der „kleinen“ und „großen“ Leute beschreibt, wie z. B. in „Wasted“, über die Erinnerungen eines Rockstars.

Chesneys Stärke ist es dabei regelmäßig, seine Fans in diese Erzählungen einzubinden und Vertrauen in die Echtheit und Glaubwürdigkeit seiner Songs aufzubauen. Er berichtet auch mal im Walzertakt („Knowing You“), warmherzig und vorsichtig über jemanden, den man gerne gekannt hat und den man sehr vermisst.

Ein weiterer, schöner Höhepunkt ist die Hommage an den guten, alten Tom Petty, der im Stück „Heartbreakers“ wie neu geboren daher kommt und als Southern-Klassiker inszeniert wurde. Überhaupt ist die auffallende Perfektion des Albums, der Wechsel von vermeintlich typischen Country-Nummern und ansprechenden „Gute Laune“-Songs im Stile von „Happy Does“ hervorragend geeignet, die Fans generationenübergreifend mitzunehmen; ein Beispiel ist der einfühlsame Track „Tip Of My Tongue“ mit Ed Sheeran als Co-Writer. Kein Wunder also, dass die Single bereits vor Monaten als Pre-Release erfolgreich war.

Auch tiefschürfende Momente in der Ballade „You Don’t Get To“ klingen nicht als übertriebene Emotionen, sondern bestätigen ausdrucksstark Chesneys Image als Kumpel-Typ, der unbestritten authentisch und diesmal akustisch im Mitsing-Highlight „Beautiful World“ wieder in die lebensfrohe Phase einsteigt. Dass er mitunter ebenso ein Herz für Leute entwickelt, die ihr Geld auf hoher See verdienen ist bei der minimal instrumentierten, aber zärtlichen Ehrung in „Guys Named Captain“ nicht nur schön und glaubwürdig anzuhören, es vermittelt gleichfalls den Eindruck eines ganz persönlichen Ausklangs des Longplayers.

Kenny Chesney hat mit „Here And Now“ ohne Zweifel sein nächstes Number-One Album vorgelegt. Die Grundaussage seiner hochklassigen Songs verleiht der Country Musik gerade in Zeiten von Social Distancing das Ansehen einer über die Krisenzeit hinaus wirkenden Come Together (No Shoes) – Nation.

Warner Music (2020)
Stil: New Country

01. We Do
02. Here And Now
03. Everyone She Knows
04. Wasted
05. Knowing You
06. Heartbreakers
07. Someone To Fix
08. Happy Does
09. Tip Of My Tongue
10. You Don’t Get To
11. Beautiful World
12. Guys Named Captain

Kenny Chesney
Kenny Chesney bei Facebook
Oktober Promotion

Travis Denning – Beer’s Better Cold – EP-Review

Travis Denning_Beer's Better Cold_300

Newcomer-Time in Nashville! Mit dem aus Warner Robins, Georgia, stammenden Travis Denning, schickt sich wieder ein vielversprechender junger Wilder an, im Mekka der Countrymusik, Fuß zu fassen.

Entdeckt von Singer/Songwriter und Produzent Jeremy Stover (u. a. Emerson Drive, Lonestar, Jack Ingram) hat der junge Bursche bei Mercury Nashville einen Major-Vertrag ergattert und veröffentlicht mit „Beer’s Better Cold“ sein Debüt, allerdings nur eine EP (und nur digital erhältlich). Zuvor hatte er bereits mit den Singles „David Ashley Parker From Powder Springs” (hier leider nicht vertreten) und „After A Few“ (Top-15 – atmosphärischer Groover mit markanter Slide-Linie – Andy Griggs-Flair) erste Charterfolge feiern dürfen.

Neben seinem Songwriting-Talent (er hat hier fünf der sechs Tracks in Kooperation mit bekannten Leuten wie Justin Weaver, Matt Jenkins, Scooter Carusoe, Ashley Gorley, Shane Minor, Rhett Akins mitgeschrieben) beeindruckt Travis vor allem mit seiner, für sein Alter, schon recht reif und rau wirkenden Stimme, die mich stark an die von Frankie Ballard erinnert.

Die Hälfte der Stücke behandelt hier das Thema Alkohol, allerdings in diversen Stimmungslagen. Während der Opener „Where That Beer’s Been“ als launiger swampiger Southern Country-Powersong im Stile eines Kip Moore daherkommt, sind die bereits erwähnte Single „After A Few“ und das megastarke Titellied „Beer’s Better Cold“ (bester Song des Kurzwerks) im eher melancholischen ruhigeren Bereich angesiedelt.

Die restlichen Tracks „ABBY“, „Tank Of Gas And A Radio Song“ und das abschließende „Sittin‘ By A Fire“ (mit Akustikgitarre und Piano) gefallen ebenfalls durch ihre Melodik, und die gewohnt starke Instrumentierung (tolle Gitarren und Keys) und transparente Aussteuerung. Letztgenannter Song setzt Dennings markante Stimme nochmals exzellent in Szene.

Fazit: Ein durchgehend tolle und abwechslungsreiche EP, die sehr schön die Ballance zwischen Pop, Rock und Country hält, sodass man das Wort ‚Country‘ hier guten Gewissens aussprechen darf. Man fragt sich lediglich, warum man nicht direkt ‚Nägel mit Köpfen‘ gemacht und das erwähnte „David Ashley Parker From Powder Springs” sowie noch drei weitere Lieder dazugepackt hat, um direkt mit einem Longplayer an den Start zu gehen. Wie dem auch sei, ein kaltes Bier auf Travis Denning, er hat blendende Aussichten, demnächst in Nashville ordentlich Karriere zu machen!

Mercury Nashville (2020)
Stil: New Country

01. Where That Beer’s Been
02. After A Few
03. ABBY
04. Tank Of Gas And A Radio Song
05. Beer’s Better Cold
06. Sittin‘ By A Fire

Travis Denning
Travis Denning bei Facebook
Universal Music

Hot Country Knights – The K Is Silent – CD-Review

HCK_300

Die Hot Country Knights sind 2015 von Dierks Bentley als Spaß-Projekt ins Leben gerufen worden. Intention war es, Country-Musik der 90er-Jahre als Live-Act zu parodieren, beziehungsweise zu covern.

Bentley spielt dabei als Leadsänger sein Alter Ego Douglas ‚Doug‘ Douglason und wird dabei von den Musikern Bassist Trevor Travis, Gitarrist Marty Ray ‚Rayro‘ Roburn, Umhängekeyboard- und Fiddle-Spieler Terotej ‚Terry‘ Dvoraczekynski, Pedal Steeler Barry Van Ricky und Monte Montgomery am Schlagzeug/Percussion begleitet.

Mittlerweile ist aus dem eigentlichen Live-Projekt deutlich mehr geworden, nun zeigt man auch die kreative Seite. Das erste Album mit dem zweideutigen Titel „The K Is Silent“ (das ‚K‘ wird ja im Englischen im Wort ‚Knights‘ nicht ausgesprochen – übrig bliebe dann gedacht ‚Hot Country Nights‘) ist nun fertig.

In diesen Coronavirus-bedingten, schwermütigen Zeiten ist die spaßige Musik der Hot Country Knights wirklich Balsam auf die geschundene Musikseele. Bei den zehn Tracks in bester Manier der Brooks, Blacks, Jacksons, Murphys, Brooks & Dunns, Stewarts & Co. hebt sich der Stimmungspegel unweigerlich und man vergisst für ein paar Momente seine Alltags-Sorgen.

Beim Auftakt und namensgebendem Song „Hot Country Knights“ wird zunächst mal der Name zu knackigem Drum-Rhythmus gleich zweifach buchstabiert, dann folgt ein flotter Country Rock-Schunkler bei dem sich alle maßgebenden Instrumente wie Fiddle, Steel, Piano/Organ, E-Gitarre einbringen können.  Das gleiche vom Anfang zum besseren Einprägen am Ende nochmals. Bentley, ähm Douglason, dessen Stimme ich zu Beginn seiner Karriere immer ziemlich ‚knochig‘ fand, hat sich im Laufe der Jahre richtig toll weiterentwickelt.

Beim launigen Uptempostück „Pick Her Up“ („in a pick up truck“ geht es weiter) gibt es mit Reibeiesenstimmensänger Travis Tritt, Duettunterstützung von einer weiteren 90er-Ikone. Klasse hier das Instrumentalfinish nach kurzer Pause, wo man eigentlich schon das Ende des Liedes erwartet hatte.

Auch sehr schön ist die melancholische, zunächst Akustikgitarren-untermalte Trucker-Ballade „Asphalt“. Literarisch hochwertig die Zeile „It ain’t my fault, it’s that asphalt“. Toll eingeflochten auch die atmosphärisch unterstützenden Instrumente wie Fiddle, Steel und Piano und die pathosgetränkten Harmoniegesänge. Zum Piepen im wahrsten Sine des Wortes die Pfeiferei am Ende.

Der „Moose Knuckle Shuffle“ tut was seine Name andeutet, er ‚knuckelt und shuffelt‘ unwiderstehlich (erneut mit diversen Instrumentenfills und Soli). Erinnert stark an Musik von David Lee Murphy.

Ein Schelm wer denkt, dass beim dramatisch in Szene gesetzten „Then It Rained“ bei Garth Brooks‘ „The Thunder Rolls“ ordentlich abgekupfert wurde.

„Wrangler Danger“ rockt wieder stadion-tauglich, „Mull It Over“ mit seinem dezenten Eagles-Flair ist ein melodischer Schwofer. Bei „Kings Of Neon“ (auch wieder schönes Wortspiel) rocken nicht die Kings Of Leon, sondern die Hot Country Knights (famose Fiddle-Steel-E-Gitarren-HT-Piano-Solo-Kombi), das die Leuchtrohre ins Flackern geraten.

Beim vorletzten Song „You Make It Hard“ seufzen sich Douglason und Terri Clark gegenseitig die Schmachtfetzen zu, um dann in herzzerreißenden Harmoniegesängen zusammenzufinden.

Um den letzten Track, das live performte „The USA Begins With US“, nachvollziehen zu können, muss man wohl als Ami geboren sein. Erst wirbt Bentley für Toleranz und Gleichheit (gefolgt von lauten USA-USA-Rufen) und dann wird zwischendurch mal gegen China gewettert (aufgeheizte Buh-Rufe gefolgt von lauten USA-USA-Rufen…), um dann zu Marschtrommeln und eingespielten Präsidenten-Zitaten der Patriotismus-Orgie noch die Krone aufzusetzen. Da muss ich leider  passen.

Fazit: Bis auf das Abschlussstück eine runde, lockere Sache, die die glorreichen Zeiten des New Country stimmungsvoll aufleben lässt. Die ‚Heißen Country Ritter‘ sind zweifellos ein gelungenes Projekt, von dem man gerne mehr hört.

Capitol Nashville (2020)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Hot Country Knights
02. Pick Her Up
03. Asphalt
04. Moose Knuckle Shuffle
05. Then It Rained
06. Wrangler Danger
07. Mull It Over
08. Kings of Neon
09. You Make It Hard (mit Terri Clark)
10. The USA Begins With US

Hot Country Knights
Hot Country Knights bei Facebook
Universal Music

Maddie & Tae – The Way It Feels – CD-Review

M+T_300

Maddie & Tae alias Maddie Marlow und Taylor Dye waren mir schon vor fünf Jahren mit ihrem Debüt (Platz 7 in den US-, Platz 2 in den Country-Charts) positiv aufgefallen, aber wie das so ist in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, einmal gehört, unter ‚M‘ vorne in der CD-Sammlung einsortiert und bis vor einigen Tagen nie wieder in den Player eingelegt.

In der Zwischenzeit ist zumindest aus Sicht der beiden Protagonistinnen, mit neuem Plattenvertrag bei Mercury Nashville seit 2018 wieder einiges an Dynamik in ihr Leben eingezogen. Mit den Singles „Friends Don’t“ und „Die From A Broken Heart“ meldeten sie sich in den Country-Charts zurück. Es folgten 2019 im April die dazu gehörige EP „One Heart To Another“ und on top im Oktober direkt das nächste Kurzwerk „Everywhere I’m Goin'“, beide jeweils aber nur in digitaler Form.

Auch in der Liebe glühten die Funken. Sowohl Maddie heirate ihren langjährigen High School-Freund Jonah Font, als auch Taylor konnte in Sachen Ehe mit dem Songwriter und Award-Gewinner Josh Kerr (Keith Urban, Brett Eldredge, Thomas Rhett) Vollzug vermelden.

Die zehn Tracks der beiden o. a. Werke befinden sich in leicht modifizierter Form auf dieser CD, dazu gibt es fünf brandneue Stücke, sodass man mit insgesamt fünfzehn Liedern auf eine ordentliche Spiellänge kommt. Diese wurden wieder allesamt von beiden Damen mit bekannten Songwritern wie Dave Barnes, Jordan Reynolds („My Man“), Deric Ruttan, Forrest Whitehead („“Drunk Or Lonely“), Laura Veltz, Josh Kerr („Write A Book“),Jon Nite („Water In His Wine Glass“) und Adam Hambrick („I Don’t Need To Know“) zusammen kreiert.

Bei „My Man“ handelt es sich um einen schön southern durchzogenen, souligen Groover (klasse Slide). Die beiden hochmelodischen sehr eingängigen „Drunk Or Lonely“ (Fleetwood Mac-Flair, schöne Tempo- und Atmosphärenwechsel) und „Write A Book“ (humorvoller Schunkler mit schöner E-Gitarrenbegleitung) dürften das größte Chartpotential aufweisen.

Das melancholische „Water In His Wine Glass“ ist das am zurückhaltendsten performte Stück. Hier stehen neben dem wunderbaren Gesang von den Beiden (insgesamt auch eine Wonne, den ihnen zuzuhören, wer eine Stevie Nicks mag, ist hier genau an der richtigen Stelle) eine klare Akustikgitarre und eine schön weinende Steel im Vordergrund.

Beim letzten der neuen Lieder „I Don’t Need To Know“ werfen sie nochmals alles an Emotionen in ihren formidablen Gesang. Eine schmissiges Midtempostück mit wunderbarem Powerrefrain.

Bei den bereits bekannten Liedern gefallen besonders die beiden southern-poppig angehauchten „Everywhere I’m Goin'“ (typisches E-Solo) und „Bathroom Floor“ (Banjountermalung) als Opener, das von der Gastpräsenz eines Dierks Bentley veredelte „Lay Here With Me“, das flockige „Friends Don’t“ (wieder herrliches Banjo, Slide-Solo) und das flippige „New Dog Old Tricks“ (erinnert ein wenig an HER) zum Abschluss.

Die von von Jimmy Robbins und Gitarrist Derek Wells in einem superklaren Sound produzierte Scheibe „The Way It Feels“ ist genau das richtige für Leute, die einen Faible für Acts wie u. a. Lindsey Ell, Carly Pearce, Kacey Mustgraves, Lady Antebellum, Little Big Town, The Wreckers & Co.besitzen.

Aufgrund der überaus geschmackvoll inszenierten Instrumentierung gibt es hier sehr schön organisch gehaltenen Countrypop (mit Country als Priorität), samt perfekter vokaler Darbietung (Lead- als auch Harmoniegesänge) der beiden Fronterinnen Maddie und Tae. Ihr neues Werk zu hören, fühlt sich insgesamt richtig gut an!

Mercury Nashville (2020)
Stil: New Country

Tracklist:

01. Everywhere I’m Goin‘
02. Bathroom Floor
03. My Man
04. Tourist In This Town
05. Drunk Or Lonely
06. One Heart To Another
07. Trying On Rings
08. Write A Book
09. Water In His Wine Glass
10. Die From A Broken Heart
11. Ain’t There Yet
12. Lay Here With Me
13. Friends Don’t
14. I Don’t Need To Know
15. New Dog Old Tricks

Maddie & Tae
Maddie & Taet bei Facebook
Universal Music