Dion – The Rock ’N’ Roll Philosopher – CD-Review

Der aus der Bronx in New York stammende, mittlerweile 87-jährige Dion, mit bürgerlichem Namen Dion Francis DiMucci, ist in der Pop- und Rockmusik ein großer Name, auch wenn sich seine Bekanntheit in unserem Lande in hiesigen Zeiten, vermutlich in eher in überschaubaren Grenzen befindet.

Er hatte seine größten Erfolge in den Sechzigern, wobei der Rolling Stone ihn in seinen Listen auf Platz 63 der besten Sänger  und seinen Schunkler „The Wanderer“ auf Platz 243 der besten Songs aller Zeiten führt.

In dieser langen Zeit ist es natürlich klar, dass man viele musikalische, beziehungsweise berufliche als auch private Bekanntschaften aufbaut und pflegt. Soziale Netzwerke, wie man es heute zu sagen pflegt. Deren Bedeutung, besonders in unserem digitalen Zeitalter, braucht es keiner weiteren Beschreibung.

Der Protagonist ist hier bestens aufgestellt, anders ist es wohl nicht zu erklären, dass auch noch heute prominente Gäste, wie zuletzt auf „Girl Friends“ (da war es das Who-Is Who der zeitgenössischen weiblichen Musikerriege) Schlange stehen, wenn er ein neues Album ins Leben ruft.

Bei seinem neuen Werk „The Rock ’N’ Roll Philosopher“, das sich als musikalisches Gegenstück zu seinem gleichnamigen Buch („weitläufige Memoiren, in denen es um Musik, Sucht, Genesung, Freundschaften, Gott, Kreativität, Beziehungen und all die Dinge geht, aus denen ich wichtige Lektionen gelernt habe“), das er gemeinsam mit Adam Jablin verfasst hat, versteht, und sowohl neue, als auch Überarbeitungen seiner Uralthits beinhaltet, ist die Gästeliste auf den 16 Tracks nicht besonders lang, dafür mit  Sonny Landreth, Joe Bonamassa, Mark Knopfler und Eric Clapton aber umso exquisiter.

Dass Dion auch im hohen Alter noch zünftig zu rocken vermag, beweist der Opener und zugleich erste Single „I’m Your Gangster Of Love“ (famose E-Gitarreneinlagen von Wayne Hood), sicherlich auch ein großer Höhepunkt des Gesamtwerks.

„Take It Back“, wo Joe Bonamassa mitmischt, auf dessen Label die Scheibe wieder erscheint, ein flotter Blues Rock-Schunkler, geht in eine ähnliche Richtung. „Cryin‘ Shame“ mit typischer Landreth-Slide-Begleitung erinnert an J.J. Cale-Sachen, sticht ebenfalls als einer der Center-Stücke heraus.

Das von Mark Knopflers ’singender‘ und wohl klirrender Stratocaster umgarnte „Dancing Girl“ entpuppt sich als der Ohrwurm der CD. Liebhaber klassischer Blues- Stampfer der etwas vergangenen Zeit, dürfen sich auf „If You Wanna Rock ’n‘ Roll “ über die Veredlung des ‚God Of The Blues‘, Eric Clapton (ein großer Bewunderer Dions), freuen, der hier aufzeigt, dass er E-Gitarren-technisch immer noch ordentlich ‚ablassen‘ kann.

Und wenn Dion mit „Ride With You“ dann noch einen lupenreinen Southern Rocker aus dem Ärmel schüttelt,  fragt man sich glatt, ob er sich nicht demnächst mal an diesem Genre versuchen sollte. Da müsste er sich jedoch sputen, die potentielle Liste prominenter Gäste ist da leider nicht mehr allzu lang…

Label: KTBA Records (2025)
Stil: Blues (Rock)

Tracks:
01. I’m Your Gangster Of Love
02. New York Minute
03. Ruby Baby
04. Take It Back with Joe Bonamassa
05. New York Is My Homer
06. Cryin‘ Shame with Sonny Landreth
07. Dancing Girl with Mark Knopfler
08. In A Heartbeat Of Time
09. Serenade / Come To The Cross
10. If You Wanna Rock ’n‘ Roll with Eric Clapton
11. Ride With You
12. Abraham, Martin And John
13. King Of The New York Streets
14. Runaround Sue
15. The Wanderer
16. Mother And Son

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The Demtones – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nach den jungen schwedischen Hoffnungsträgern von Jetbone, die erst im vergangenen Jahr für Furore sorgten, steht nun mit der Gruppe „The Demtones“ bereits der nächste verheißungsvolle Geheimtipp in den Startlöchern.

Ihr gleichnamiges Debütalbum haben The Demtones noch als 3er-Formation mit Frontman, Sänger, Gitarrist und Songschreiber Oscar Ericsson, Schlagzeuger Martin Behm Stener und Bassist Alfred Andersson kreiert, aber mittlerweile ihren Freund und Produzenten Jokke Pettersson als zweiten Gitarristen zur Verstärkung in die Band aufgenommen.

Das Werk strotzt mit seinen neun leidenschaftlichen Tracks gute 32 Minuten lang im klassischen Power-Rock-Vergnügen und beginnt mit dem mehr als spritzigen Opener „Valerie“, der den rockigen Weg für eine treibende CD ebnet. Die Demtones setzen diesen Power-Stil auf „I Come Around“ exzellent fort. Ein verzehrtes Gitarrengewitter am Beginn von „You Don’t Know“ geht über in ein Heavy-Riff von Ericsson, der sich kreativ spielerisch an seinem „Werkzeug“ austoben kann.

Fast schon Grunge-mäßig im Queens of the Stone Age-Style geht es auf „Sleep“ weiter. Nach eigenen Angaben wurden die jungen Schweden insbesondere von der Heavy Metal und Hard Rock Legende „Black Sabbath“ inspiriert. Einflüsse ihrer Landsmänner von „The Hellacopters“ sind aber ebenso unverkennbar, wie z. B. auf dem Song „Honey“ deutlich wird.

Mit „Make Up Your Mind“ geht es fast schon punkig weiter, bevor bei „Reckless“ wieder der Zeitpunkt für ein ausgiebiges Gitarrensolo gekommen ist. Das letzte Stück „Free“ beginnt mit einem 2-minütigen Accoustic-Guitar Intro und endet in einem melodisch starken, energiegeladenen, psychodelischen Ausklang.

Die Power-Band aus Schweden „reitet“ ein bisschen die Classic Rock-Welle, die vor 2 Jahren in erster Linie durch die US-Amerikaner Greta Van Fleet und ihrem unverkennbaren, an Led Zeppelin orientierten Stil, angestoßen wurde. Der Hinweis auf dem Debüt der „Demtones“ lautet nicht umsonst: „Best Played Loud – With Airguitars“. Diesem Ratschlag sollte man auf jeden Fall folgen, um vom rasanten Vintage-Sound-Longplayer mitgerissen zu werden.

Eigenproduktion (2019)
Stil: Classic Rock, Rock ’n’ Roll

Tracklist:
01. Valerie
02. I Come Around
03. You Don’t Know
04. Sleep
05. Honey
06. What You Got To Lose
07. Make Up Your Mind
08. Reckless
09. Free

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