Black Banjo – Out Of The Skies – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Black Banjo, das ist ein italienisches Quartett, welches sich ganz und gar dem Blues Rock verschrieben hat. Die vier Jungs sind schon seit langem im Musikgeschäft unterwegs und haben in der Vergangenheit jeder für sich bereits mit vielen namhaften Musikern/Bands zusammengespielt (Deep Purple, Slash, Uli Jon Roth, Ian Paice & Don Airey, um nur einige zu nennen). Die Band besteht aus Alex Alessandrini Calisti (Gitarre, Gesang), Francesco Caporaletti, genannt „The Captain“ (Bass), Archelao Macrillò (Drums) und Massimo Sacutelli (Piano & Orgel). Zudem haben am Album noch Louis Marini aus der Original „Blues Brothers Band“ und Nathaniel Peterson, ehemaliger Bassist von Savoy Brown mitgewirkt.

Mit „Out Of The Skies“ legt die Truppe nun ihr erstes Album vor. Es enthält elf Tracks, die alle mehr oder weniger dem Blues Rock zuzurechnen sind. Der Opener „Alive And Well“ legt mit seinem eingängigen Rhythmus und seinem leichtem Südstaatenflair den Grundstein für den Charakter der weiteren Songs. Auch „Stone Cold Killer“ steht mit seinen Bluesharpeinlagen und der Keyboarduntermalung stilistisch ganz im Zeichen des traditionellen Blues Rock und erzeugt fast ein wenig 70‘er Jahre Feeling. Das mit viel Spielfreude und Bläsern dargebrachte schwungvolle „The Contest“ hingegen ist eine schöne Reminiszenz an vergangene Rock‘n‘ Roll Zeiten und geht mächtig in die Beine. Auch „Out Of The Skies“ ist ein wenig Retro und könnte durchaus vor 50 Jahren geschrieben worden sein.

In direktem Kontrast zu den ersten vier Songs steht das melodiöse, ruhigere und mit gefälligen Bläsersätzen angereicherte „If It Wasn‘t For The Music“, während „Last Man Standing“ wiederum etwas schwerer und rockiger daher kommt. Die Bluesnummer „Youth Of The Nation“ hingegen wartet mit gefälligen Slidegitarren-Riffs auf, die dem Song etwas Southern-Atmosphäre verpassen.

Flott-fröhlich und mit reichlich Piano und Hintergrundbläsern lädt „Miss Daisy“ dann zum Abtanzen ein. „Bumps Boogie“, ein reines Instrumentalstück, beginnt mit einem Boogie-typischen Rhythmus, wechselt dann zum Blues, um letztendlich doch wieder als furioser Boogie zu enden. Mit „Tainted Love“ geht’s kurz vor dem Ende der Scheibe nach einem kurzen Schlagzeugintro nochmals ein bisschen rockig-härter zu, bevor der Rausschmeißer „Sue‘s Gone Away“ erklingt, ein ruhiges Stück im Songwriter-Stil, geprägt durch akustisches, fast spanisch anmutendes Gitarrenspiel und harmonischen Gesang.

Offiziell segelt das Album unter der Flagge des Blues Rock und tatsächlich sind derartige Stilelemente auch reichlich vorhanden. Trotzdem fehlen teilweise die deftig-schweren Töne, was sicherlich auch am Stil insgesamt liegt, der über weite Strecken Assoziationen an den Keyboard-geschwängerten Rock der 70‘er Jahre weckt. Und dann kommt noch Calistis relativ hohe Stimmlage hinzu, die gar nicht so rau und dreckig klingt, wie es man es von einem Bluesrocksänger erwarten würde.

Unter dem Strich ist es dennoch keine schlechte Scheibe, aber eben doch etwas anders, als man vielleicht erwarten würde. Im Handel ist sie seit dem 5. März zu bekommen. Abschließend bleibt noch zu sagen, dass die Jungs, so Corona es will, ab Ende Juni 2021 zusammen mit den legendären Animals auf Europatournee gehen.

Label: Eigenproduktion (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Alive And Well
02. Stone Cold Killer
03. The Contest
04. Out Of The Skies
05. If It Wasn‘t For The Music
06. Last Man Standing
07. Youth Of The Nation
08. Miss Daisy
09. Bumps Boogie
10. Tainted Love
11. Sue‘s Gone Away

Black Banjo
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Two Side Moon Productions

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