Go Music – 17.10.2020, Tanzpalast Bresserberg, Kleve – Konzertbericht

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Der Herbst kommt und die Corona-Fallzahlen in der Region erreichen Werte, die dafür sorgen, dass die ohnehin dünn gesäten Konzertprogramme, noch weiter reduziert werden.

Martin Engelien ließ sich mit seinem Go Music-Projekt nicht beirren und setzte die Herbstreihe weiter fort. In den letzten Konzerten mit Vanesa Harbek, Thomas Blug und Ben Granfelt stand deren Musik mit eingestreuten Coverversionen im Mittelpunkt.

Der Abend am Bresserberg war diesmal geprägt von gecoverten Stücken. Die Besetzung an dem Abend ließ auf jedem Fall ein abwechslungsreiches Konzert erwarten. Mit Martin Engelien am Bass und Charly T. an den Drums stand eine hochkarätige, routinierte Rhythmusfraktion auf der Bühne. Den Mittelpunkt bildeten diesmal Svenja Schmidt am Piano und Gesang sowie Francesco Marras an der Gitarre und den Leadvocals.

Dabei trafen Soul, Blues und Hardrock aufeinander. Schmidt begeisterte mit einer klaren kraftvollen Stimme, versiertem Pianospiel und gab ‚ihren‘ Songs, ein ganz besonderes souliges Flair. „Dancin‘ In The Street“ und „Family Affair“ hätten die Besucher bestimmt von den Barhockern um die Stehtische gerissen, wenn Engelien nicht nochmals auf die bestehenden Regeln hingewiesen hätte, dass nur ein Tanz im Sitzen erlaubt ist.

Marras steuerte dann unter anderem mit „Fly Away“ im ersten Set die rockigen Töne bei, welchen er mit dem Pink Floyd Klassiker „Comfortably Numb“ abschloss, den er mit seinem Gitarrenspiel als eine rockige Version hinlegte. Überhaupt muss gesagt werden, dass es dem Quartett gelang, die Tracks nicht einfach nachzuspielen, sondern immer wieder eigene Akzente mit sessionartigen Elementen einzuflechten.

Diese Einlagen, in denen auch Engelien am Bass und Charly T. an den Drums mit Soloeinlagen die Besucher zu Standing Ovation hinriss, zeigten nachhaltig die spielerische Qualität der Musiker.

Im zweiten Set jagte ein Highlight das andere. Marras begeisterte mit dem Bon Jovi-Klassiker „Dead Or Alive“ (Schmidt hier mit tollen Pianoeinlagen), einer Hardockversion von „Locomotive Breathe“ und dem verträumten „Breathe“, wobei er den Song rockiger interpretierte als z.B. Ben Granfelt.

Zwischen den Songs wies Engelien darauf hin, dass Marras nicht nur bei der britischen Hardrockcombo Tygers Of Pan Tang angeheuert hat, sondern im Frühjahr auch ein Soloalbum veröffentlicht, für welches es die Bässe in seinem Tonstudio eingespielt hat.

Der Höhepunkt des Konzerts war für mich aber der Moody Blues-Evergreen „Nights In White Satin“, dem zunächst Schmidt mit ihrer Soulröhre den Stempel aufdrückte und dem Song eine nicht bekannte Dynamik verlieh. Marras hielt sich mit dem Gitarrenspiel zunächst dezent zurück, um aber ab der Hälfte des Stückes richtig Gas zu geben und ein furioses Solo beizusteuern.  Svenja Schmidt sang dabei locker gegen das Klanggewitter der drei Mitstreiter an.

Als Zugabe zeigte die Band, dass man aus „One Love“ von U2 etwas ganz besonderes machen kann, wenn eine Soulstimme auf eine Hardrock Gitarre trifft und diese von einer klasse Rhythmusfraktion begleitet wird.

Dieser schöne Konzertabend hatte aber auch traurige Momente. Vor „Nights In White Satin“ bezog Engelien noch einmal Stellung zu den Corona-Konzepten der Clubs und malte ein düsteres Bild für den Herbst, dass mit steigenden Erkrankungszahlen, die genehmigten Besucherzahlen immer weiter reduziert werden könnten, sodass es fast sinnlos sei, Konzerte zu veranstalten.

Solange hofft er aber, dass die Musikfans weiter Clubs und Musiker unter den bestehenden Regeln supporten, sodass es im nächsten Jahr hoffentlich wieder Richtung Normalität geht.

Ein Dank an das nette Team vom Bresserberg, auch für die leckere Suppe und die Musiker für den netten Smalltalk vor dem Konzert, in der Hoffnung, dass es in den kommenden Wochen nicht zu einem totalen Lockdown für die Konzertszene kommt.

Line-up:
Francesco Marras (lead vocals, electric guitars)
Svenja Schmidt (lead vocals, keys)
Martin Engelien (bass, bgv)
Charlie T. (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Tanzpalast Bresserberg Kleve

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