High Valley – Support: American Young and Jarrod Dickenson – 07.03.2018, Köln, Luxor – Konzertbericht

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Endlich mal wieder Nashville-Zeit in unserer Gegend! Da will man sich nach einem Arbeitstag im Büro und 80 km langer Reise in die Domstadt, samt Kampf durch deren dicht befahrenen Feierabendverkehr bei Regenwetter, einen runden und entspannten New Country-Abend mit High Valley und den Supportern American Young und Jarrod Dickenson gönnen, aber Pustekuchen.

Nachdem wir um kurz vor halb Acht einen Parkplatz direkt in der Nähe des Luxors gefunden hatten, mussten wir beim Opener Jarrod Dickenson leider passen. Trotz des eigentlich avisierten Konzert-Beginns von 20:00 Uhr hatte dieser und seine Frau Claire schon zum Einlass-Termin vor spärlicher Kulisse für nicht mal eine halbe Stunde angefangen zu spielen, so dass wir nur noch wenige Sekunden des letzten Liedes mitbekamen. Ganz zu schweigen davon, dass Kollege Gernot noch seine Objektive aufschrauben und knipsen konnte.  Viele waren vermutlich genauso wie wir überrascht worden. Schade – von Dickensons toller Stimme hätte ich gerne mehr gehört.

Auch das nächste Duo, American Young, bestehend aus Kristy Osmunson und Jon Stone  machte schon um 19:35 Uhr weiter, auch hier füllte sich das Auditorium erst merklich gegen Ende ihrer Performance.

Die sympathische Blondine mit ihren geflochten Zöpfen an der Fiddle und ihr Hut-tragender Begleiter an der Gitarre, Jon Stone, präsentierten eine schöne Mischung aus bewährten („Be Here“, „Love Is War“, „Something To You“, „Point Of View“, „Soldiers Wife“, „American Dream“) und einigen brandneuen Stücken („Closest Faraway Place“, das herrlich groovige „Last Night Alone“ und „What Are You Working For“ – Angaben der Titel ohne Gewähr) in Singer/Songwriter-Manier. Als einziges Cover wurde Bill Withers‘ „Just The Two Of Us“ in einer smooth-grassigen Version klasse interpretiert.

Wechselseitige Leadvocals (Stones Stimme war für mich übrigens die überragende des ganzen Abends), tolle Harmoniegesänge, garniert mit den Instrumenten der beiden, waren Garant für eine unterhaltsame Dreiviertelstunde. Starke Leistung von American Young!

Auch hier ist eine ärgerliche Sache anzumerken: Direkt vor der Bühne hatte sich eine ganze Horde spät-pubertierender Mädels postiert, deren Großteil bis zum Ende scheinbar an allem interessiert waren, außer der Musik (vielleicht marginal). Es wurde in einer Tour geschnattert, und mit Pocketkameras oder Handies geblitzt, was das Zeug hielt. Aber hier den Exemplaren dieser Gattung in der heutigen Zeit mit ein wenig ‚Anstand und Respekt gegenüber den Musikern‘ zu kommen, wäre vermutlich eh absolut zum Scheitern verurteilt gewesen…

Um 20:40 Uhr ging es mit den Headlinern, Brad und Curtis Rempel, alias High Valley, zügig weiter (vermutlich der bevorstehenden Reise zum bombastischen Country2Country-Festival in London geschuldet, wo man Teil des Line-ups sein wird). Inzwischen war das Luxor mit rund 150 Zuschauern für einen Termin inmitten der Woche, durchaus passabel gefüllt.

Meine Befürchtungen, auch hier eventuell nur minimalistische Kost serviert zu bekommen, hatten sich schon durch den Voraufbau auf der Bühne neutralisiert. Die beiden Brüder traten mit ihren Kumpeln Andrew Hemmerling, Dave Myers, Clint Milburn und Raymond Klassen in voller Besetzung an und spielten sich durch ein launiges Set, das demnach wie im Fluge vorüber ging.

Klar, dass sich natürlich ihr aktuelles Major-Werk „Dear Life“ (der Titelsong bildete zugleich auch den Opener des Gigs) mit Tracks wie „Soldier“, „I Be U Be“, The Only“, das hymnische „Young Forever“, „Roads We’ve Never Taken“ und „She’s With Me“, absolut im Mittelpunkt ihrer Vorstellung befand.

Gut gefiel, dass die beiden Protagonisten, auch den Nebendarstellern immer wieder Spielraum gaben, ihr instrumentales Können in vorderster Linie einzubringen. So hatten vor allem Clint Milburn (an der E-Gitarre und Banjo) und auch Raymond Klassen mit schön knarzigen Dobro-Einlagen mehrere starke Szenen.

Mit „Be My Baby Tonight“ (dabei wurde als nette Geste ein kleiner Junge zur tänzerischen Unterstützung auf die Bühne geholt und am Ende dafür mit einem HV-Cap belohnt) und „Way Down Deep“ huldigten sie ihre Vorbilder John Michael Montgomery  und Country-Ikone Vern Goslin (hier versammelte sich die gesamte Band vor der Bühnenfront zum launigen Traditional-Stelldichein) . Bei „Father’s Love“ gab es den Dank der Rempel-Söhne in Richtung Daddy, ohne dessen Unterstützung in jeder Hinsicht, diese Karriere nicht möglich gewesen wäre.

Das launige „Make You Mine“ war mit den inbrünstigen ‚Oohooh‘-Gesängen der ideale Rausschmeißer, bei dem es dann auch im textsicher mitsingenden Publikum kein Halten mehr gab. Somit ein kurzweiliger und auch musikalisch ansprechender Gig mit den Rempel-Brüdern und ihrer spielstarken Truppe, der dann am Merchandising-Stand noch seine Fortsetzung fand, wo auch noch für Selfies, Autogramme, etc.,  Zeit gefunden wurde (u. a. auch für ein Bild für unsere VIP-Galerie).

Eigentlich ein toller, gut durchorganisierter Abend mit drei gut gewählten Acts, dem vielleicht nur, eine etwas eindeutigere Kommunikation, bzw. Transparenz im Vorfeld gut getan hätte, z. B. was die Luxor-Hompage betrifft). So hätten dann vermutlich auch die beiden Supporter von vorne herein mehr Zuschauerzuspruch erhalten. Danke an das concert team nrw für die Akkreditierung.

Line-up: High Valley
Brad Rempel (lead vocals, acoustic guitar)
Curtis Rempel (mandolin, acoustic guitar, vocals)
Andrew Hemmerling (drums)
Dave Myers (bass, vocals)
Clint Milburn (electric guitar, acoustic guitar, banjo, vocals)
Raymond Klassen (dobro, banjo, vocals)

Line-up: American Young
Kristy Osmunson (lead vocals, fiddle, vocals)
Jon Stone (lead vocals, acoustic guitar, vocals)

Line-up: Jarrod Dickenson
Jarrod Dickenson (lead vocals, guitar)
Claire Dickenson (vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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