Keith Urban – Love, Pain & The Whole Crazy Thing – CD-Review

Urban

Bereits mit seiner letzten CD „Be Here“ hatte sich Keith Urban endgültig in die Riege der Superstars von Nashville katapultiert und diesen Status wird er mit seinem neuen, klasse Werk „Love, Pain & The whole Crazy Thing“ weiter festigen. In letzter Zeit überschlugen sich die Ereignisse um Urban, vor allem, was seine „Medienpräsenz“ angeht. Ganz aktuell die Meldung: Keith Urban gewinnt bei den 40. CMA-Awards die heiß begehrte Trophäe zum „Sänger des Jahres“! Davor erhielt er bereits verdientermaßen seinen Lohn und wurde zum „Entertainer Of The Year“ gewählt.

Es folgte der „breitgetretene“ und übertriebene Rummel um seine Hochzeit mit Schauspielerin Nicole Kidman. Dann, kurz vor der Veröffentlichung des neuen Albums, die Meldung, dass sich Keith wegen Drogenproblemen in eine Klinik hat einliefern lassen. All dieser aufgebauschte „Regenbogenpresse-Zirkus“ interessiert hier herzlich wenig, denn auf dem neuen Alben sprechen die musikalischen Fakten für sich, und die signalisieren beste Vitalität und Frische! Ihm ist abermals ein ausgezeichnetes Album gelungen, das, „so sicher wie das Amen in der Kirche“, wieder großartig einschlagen wird.

Produziert haben das Werk erneut Keith selbst und Dann Huff, bei zwei Tracks der Protagonist alleine. Diesmal legt man dabei den Fokus nicht nur auf den New Country-Markt, sondern startet, noch deutlicher als es sich bereits beim Vorgänger andeutete, zum Großangriff auf die Arrivierten des Rockpops zwischen Bryan Adams und Tom Petty. Der dabei auszuführende Spagat, die alte Klientel nicht zu vergraulen und neue Fans hinzu zu gewinnen, ist dabei geradezu vorzüglich gemeistert worden.

Bester Beweis: Die erste, rockig poppige, aber durchaus von einem schönen New Country-Flair durchwehte, knackige, mit einem prachtvollen, fetten Gitarrensolo vom begnadeten Gitarristen Urban ausgestattete Single „Once In A Lifetime“ (bereits auf dem Vormarsch Richtung Platz 1 der Billboard Country-Singles-Charts)! Auffällig ist, dass sehr viele der meist von Keith (zum Teil mit bekannten Leuten wie Monty Powell oder John Shanks) komponierten Stücke jenseits der Fünf Minuten-Marke liegen, was außerordentlich viel Spielraum für Urbans Gitarrenausflüge, sowie für die Instrumentalleistungen der Nashville Star-Riege (u. a. Chris McHugh, Tom Bukovac, Dann Huff, Jimmy Lee Sloas, Eric Darken, Jonathan Yudkin, Dan Dugmore) bedeutet. Die Stimme von Keith wirkt frisch, jung und unverbraucht wie eh und je.

Der Sound ist ungemein fett, knackig und dynamisch ausgefallen. Highlights in einer auf durchgehend hohem Niveau befindlichen CD sind Songs wie „Shine“, ein poppig angehauchter Ohrwurm mit Piano, ganz dezenten Streichern, aber auch mit richtig filigranen, Southern-rockigen E-Gitarren-Passagen, die so wunderbar schmalzige Coverversion der allseits bekannten Ballade „I Can’t Stop Loving“, „Faster Car“, ein knackiges Stück im 70er-Party-Retro-Sound mit druckvollen Bass-Läufen und Bläsereinlagen, das flockig melodische „Stupid Boy“ (satte Drums, tolles Akustik-/E-Gitarren-Spiel), das fantastische, sehr Country-belassene, den Opfern des Hurricanes „Katrina“ gewidmete Stück „Raise The Barn“, ein satter Gute-Laune-Kracher mit Southern-Rock-Tendenzen (gesanglich unterstützt von Brooks & Dunns Ronnie Dunn), „Tu Compania“, untermalt von einem schönen, hier benanntem „Ch-Ka-Ka“-Percussion-Rhythmus, mit klasse B(G)anjospiel, leichtem Bluegrass-Feeling, sowie recht sexy gehauchten Harmony-Vocals einer Vanessa Millon (Spanish Senorita), und die Urban „One-Man Show“ bei „Got Right This Time“.

„Love, Pain & The Whole Crazy Thing“ ist ein starkes Album geworden. Ein Werk, das geradezu perfekt auf Keith Urban’s Charisma ausgerichtet zu sein scheint! Keine Frage, die Scheibe wird ein Riesen-Hit werden und die eh schon große Anhängerschaft des, daran kann auch keine Negativ-Schlagzeile etwas ändern, überaus sympathischen Performers (wer diesen immer gut gelaunt rüberkommenden Strahlemann einmal live erlebt hat, wird das bestätigen) weiter wachsen lassen.

Capitol Records Nashville (2010)
Stil: New Country

01. Once In A Lifetime
02. Shine
03. I Told You So
04. I Can’t Stop Loving You
05. Won’t Let You Down
06. Faster Car
07. Stupid Boy
08. Used To The Pain
09. Raise The Barn
10. God Made Woman
11. Tu Compania
12. Everybody
13. Got It Right This Time

Keith Urban
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