Brandon Jenkins – Faster Than A Stone – CD-Review

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Großartige neue Scheibe des texanischen Singer-Songwriters und Gitarristen! Bester Texas-Rootsrock, mit herrlich groovigen Momenten, einem gepflegten Schuss Blues(rock) und auch den im „Lonestar-State“ beheimateten „Red Dirt“-mäßigen Countryrock-Elementen. Deutlich rockiger als der Vorgänger. Gefällt durch einen ruppigen, erdigen, kernigen, unverbrauchten Charme und steckt doch voller hervorragender Strukturen und Melodien. Klasse Gitarrenarbeit von Jenkins! Respekt! Respekt!

Auch mit seinem 8. Album „Faster Than A Stone“ liefert der in Austin, Texas lebende, aber aus Oklahoma stammende Brandon Jenkins wieder eine beieindruckende Qualität an Songs ab und um es vorwegzunehmen, sein wohl allerbestes Werk bisher. Vielleicht gegen Ende des Jahres noch mal so ein richtiger Geheimtipp, denn der bullige Musiker, der eher wie der Besitzer eines Tattoostudios daherkommt, dürfte nach wie vor, trotz solider und kontinuierlicher Leistungen, immer noch eher nur Insidern bekannt sein.

Das neue Album besticht vor allem durch die enorme Dichte und Qualität der Stücke, die abwechslungsreich aber dennoch fließend ineinander greifen. Jenkins hat hier beim Songwriting erheblich zugelegt auch seine eigens durchgeführte Produktion ist glasklar gelungen. Ein echter Ohrenschmaus! Er präsentiert die Stücke im klassischen Blues Rock-Line Up, ergänzt nur durch Tony Valdez am Bass und Jesse Frost am Schlagzeug. Bei einigen Liedern steuerten Stoney LaRue, Travis Fite und Jesse Fritz noch dezente Background Vocals mit bei. Die CD beginnt direkt mit dem Titeltrack, einem ruppigem und schön groovenden Southern Blues, der am Ende mit einer schönen E-Gitarren-Passage ausklingt. Danach gibt es mit „Damn Your Eyes“ einen diesmal entspannt groovenden Blues, auch wieder mit dezentem Southern-Bezug. Ein unglaublich starker Beginn!

Eher etwas verspielt, in Storytelling-Manier, folgen „Just Like California“ und das humorvoll bluesklassische (mit leichtem Country-Touch) „Big Mama’s Kitchen“. Der eindeutige Höhepunkt des Albums, „Probably Die Alone“, eine schöne warme und atmosphärische Southern-Ballade, hat gar Klassikerpotential. Der Song könnte so was wie zum „Can’t You See“ des neuen Jahrtausends avancieren. Eine grandiose Präsentation. Herrlich. Großes Songwriting! „I Never Figured It Out“ und „Never Any Doubt“ dienen nach diesem Knaller wieder zur Auflockerung und bestechen durch Jenkins‘ trockenen Gesang (Paul Thorn-Fans sollten auch mal ein Ohr riskieren) und die akzentuierte E-Gitarrenarbeit. Fast im Stile eines „Gute-Nacht-Liedes“ wandelt das melodisch atmosphärische und warmherzige „Till The Morning Comes“ vor sich hin. Wieder auffällig die gute Fill- und Solo-Gitarrenarbeit und eine ganz dezent wimmernde Orgel (auch von Brandon gespielt).

Der Wachmacher folgt mit „Help Me Jesus“ auf dem Fuße. Ein Texas-Blues Shuffle in bester ZZ Top-Manier mit kratziger E-Gitarrenbegleitung und E-Solo. Mit der unaufgeregten und wieder sehr atmosphärischen Ballade „Got To Be“ schließt ein hervorragend konzipiertes und in jeder Hinsicht exzellent umgesetztes Album seine Pforten. Brandon Jenkins ist mit „Faster Than A Stone“ ein tolles Werk gelungen, das eigentlich sehr viele Zuhörer verdient hat. Sehr sympathischer, stark umgesetzter Texas-Rootsrock mit deutlichen Blues- und dezenten Southern- und Red-Dirt-Anteilen. Überaus lohnenswert für nach Neuentdeckungen durstende. Klasse, dieser Brandon Jenkins!

Smith Entertainment (2008)
Stil: Red Dirt

01. Faster Than A Stone
02. Damn Your Eyes
03. Just Like California
04. Big Mama’s Kitchen
05. Probably Die Alone
06. I Never Figured It Out
07. Never Any Doubt
08. Till the Morning Comes
09. Help Me Jesus
10. Got To Be

Brandon Jenkins
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Bärchen Records

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