Keith Urban – Same – CD-Review

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Eine Frage, die mich schon lange bewegt, ist folgende: Wie würde mein perfektes New-Country-Album aussehen? Welche Voraussetzungen müssten geschaffen sein, um ein Werk zu produzieren, das kommerziell, aber auch in qualitativer Hinsicht höchsten Ansprüchen standhalten kann?

Zunächst suche man sich einen optisch attraktiven Künstler, der eine recht gute Stimme besitzen sollte. Ideal wäre, wenn er Instrumente spielen könnte, noch besser, wenn er dazu auch noch kompositorisches Talent in sich birgt. Man gebe ihm Zeit, einiges an Spielraum, um sich frei zu entfalten, und stelle ihm teilweise erfahrene Co-Writer an die Seite.

Das Ergebnis ergänze man durch ein paar, gut bedachte Fremdkompositionen, so dass eine wohl dosierte Mischung aus peppigen, modernen Uptemponummern und schönen Balladen entsteht, ohne aber auch traditionelle Elemente außer Acht zu lassen.

Zur Einspielung der CD nehme man das Non-Plus-Ultra der Nashville-Studio-Szene und einen gestandenen Musiker als Produzenten.
Unter Abwägung aller Dinge, gelange ich immer wieder an ein Album in meiner Sammlung, nämlich das von Keith Urban.
In Neuseeland geboren, in Australien aufgewachsen, lernt er als siebenjähriger Bub Gitarre zu spielen, beeinflusst durch Songs von Künstlern wie Dolly Parton und Don Williams. Seine Gitarrenspieltechnik prägen Dire Straits-Frontmann Mark Knopfler und Fleetwoord Mac’s Lindsey Buckingham.

Schon früh ist ihm, trotz erster Erfolge in Down Under, klar, dass sein Weg nach Amerika führen wird. Nach einigen Zwischentrips Ende der Achtziger, einer ersten CD mit einer Band, namens The Ranch, und ersten Gastauftritten als Gitarrist auf Werken von Garth Brooks und den Dixie Chicks, ist es 1999 endlich soweit. Keith veröffentlicht sein erstes Soloalbum, das er als Opener von Stars wie Dwight Yoakam und Tim McGraw/Faith Hill, aber auch schon bald als Headliner dem Publikum vorstellt.

Höhepunkte für mich, in einer durchweg auf hohem Niveau stehenden CD, sind das Gute-Laune-Stück „It’s A Love Thing“, „But For The Grace Of God“ (tolle Performance dieses Liedes auch bei der Abschlussfeier der Paralympics in Sidney), das mich ein wenig an den Siebziger-Jahre-Hit „Seasons In The Sun“ von Terry Jacks erinnert oder das cool-relaxte „A Little Luck Of Your Own“.

Eine Kostprobe seiner Fingerfertigkeit auf der Gitarre liefert er beim groovenden Instrumental „Rollercoaster“.
Keith Urban, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, wird die Erfolgsleiter emporklettern und schon bald zu den nicht mehr wegzudenkenden Größen in Nashville’s New-Country-Szene gehören.

Capitol Records Nashville (1999)
Stil: New Country

01. It’s A Love Thing
02. Where The Blacktop Ends
03. But For The Grace Of God
04. Your Everything
05. I Wanna Be Your Man (Forever)
06. A Little Luck Of Your Own
07. You’re The Only One
08. If You Wanna Stay
09. Don’t Shut Me Out
10. Out On My Own
11. Rollercoaster
12. I Thought You Knew

Keith Urban
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