Ronnie Dunn – Peace Love And Country Music- CD-Review

Ron

Rar! Exklusive „Country Outfitter“-Veröffentlichung! Bärenstark! Was für ein großartiges Album! Abseits des ganz großen Spotlights, unabhängig von irgend einem Major Label oder großen Distributor, vollkommen in Eigenregie, fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit bringt Ronnie Dunn, die eine Hälfte des einst mega-erfolgreichen Duos Brooks & Dunn, sein zweites Solo-Album heraus – und was ist das für ein „Hammer“-Teil geworden. Fast alle Songs wurden von Ronnie mit arrivierten Songwritern wie Lori McKenna, Luke Laird, Billy Dean & Co. geschrieben. Mit „Grown Damn Man“ legt er zunächst einmal richtig lässig los.

Ein relaxt dahingroovender Country-Track mit zwei schönen E-Gitarren-/Steel-Solokombinationen. Gleich eine großartige Nummer.. Mit dem Heartland-trächtigen „Cadillac Bound“ (tolle, schwungvolle Drums in Verbindung mit herrlicher Lead Gitarre) und dem von einer wunderbaren Mandoline eingeleiteten „Cowgirl’s Rock N Roll“, das dann in einen fetten Southern Rocker mündet (furiose E-Gitarren von Adam Shoenveld, Kenny Greenberg, Troy Lancaster – tolle rotzige Harmonies von Vicki Hampton und Kim Keyes), gibt es dann sehr rockigen Stoff, wie man es auch vom früheren Duo kannte. Die von einer hinreissenden Steel (grandioses Solo) durchzogene, traumhafte Ballade „Heart Letting Go“ ist natürlich wie für Ronnies einzigartige Stimme geschaffen.

Bei diesem herrlichen „Schwofer“ lässt er gesanglich gar ein wenig Roy Orbinson-Flair einfließen. Ähnlich geht es auch bei „You Should See You Now“ zu, Steel- und Slide-Gitarre bilden hier die schönen Farbtupfer. Schroff im Stile von Jeffrey Steele (Sprechgesang in den Strophen) gibt es schließlich wieder einen getten Redneck-tauglichen Southern-Kracher, getragen von kernigen E-Gitarren (Kenny Greenberg, Adam Shoenveld), gurgelnder Orgel und herrlichen Lynyrd Skynyrd-mäßigen Backs der bereits zuvor angeführten Damen. Zum Erholen gibt es mit der aktuellen Single „I Wish I Still Smoke Cigarettes“ eine schöne, melancholische Hommage an die Unbekümmertheit der Jugend. Toller Gesang hier von Ronnie, klasse E-Gitarren-Soli von Greenberg.

„Let’s Get The Beer Joint Rockin’“ läutet die zweite Hälfte des Albums ein. Der Titel deutet bereits an, dass man einen zünftigen Roadhouse-tauglichen Countryrocker serviert bekommt (Klasse Retro E-Gitarren-Solo, starke Orgel). Das einzige Cover, schon oft von diversesten Künstlern performte „You Don’t Know Me“ (u. a. Ray Charles), verwandelt Dunn mit herzzerreißendem Gesang in einen klasse Country-Blues, wobei eine herrliche Retro-Note omnipräsent ist. Auch das folgende „Romeo And Juliet“ lässt erahnen, dass hier ruhigere Töne angesagt sind. Eine pfeifende Orgel, leiernde Steel und ein pathetisches E-Gitarren-Solo setzten diese tolle Ballade in Szene. Klasse das atmosphärische „Kiss You There“ mit seinem eingängigen Refrain, der von angesagten „Oohoohooh“-Gesängen eingerahmt ist.

Der wohl ungewöhnlichste Track des Werkes ist „Though Salt Not“, das ganz großartig in einer Art Psychedelic-Southern Rock Manier in Begleittung von reißender Slide-Gitarre ungemein rau, schwül, rootsig und Americana-mässig rockend aus den Lautsprechern „kriecht“. Dazu kommt noch ein richtig rohes E-Gitarren-Solo. Kocht ordentlich! Seine heimatlichen Wurzeln huldigt der aus Coleman, TX stammende, mittlerweile 61-Jährige Dunn (sieht man ihm wirlich nicht an) beim tradionell gehaltenen knackigen Country-Knaller „Country In Texas“. Hier dominieren natürlich Bariton-E-Gitarre (klasse Brent Mason), Steel-Gitarren und eine von Rob Hajacos bediente Fiddle (inkl. der üblichen Solokombination).

Zum Finale des Albums fordert Ronnie fordert in Form des Titelstücks schließlich „Frieden, Liebe und Country Music“. Eine herrlich melodische Countryhymne mit einer schönen Botschaft, traditionell und gleichzeitig sehr zeitgemäss in Szene gesetzt. Ein überaus stimmungsvolles, letztes Stück, eine richtige Wonne! Ronnie Dunn liefert mit seinem zweite Solo-Album 14 fantastische, überaus abwechslungsreiche Songs ab, ohne jede Schwachstelle zwischen New Country und Countryrock, die so wunderbar frisch und losgelöst von jedem Druck kommen, dass es die helle Freude ist. Ronnie Dunn spielt das, worauf er Lust hat. Das klingt einerseits wie eine logische Weiterentwicklung von Brooks & Dunn, andererseits aber auch erfrischend neu. Begeisternd! Ein ganz großer Wurf von Mr. Dunn!

Little Will-E Records (2014)
Stil:  New Country

01. Grown Damn Man
02. Cadillac Bound
03. Cowgirls Rock N Roll
04. Heart Letting Go
05. You Should See You Now
06. Country This
07. I Wish I Still Smoked Cigarettes
08. Let’s Get the Beer Joint Rockin‘
09. You Don’t Know Me
10. Romeo And Juliet
11. Kiss You There
12. Thou Shalt Not
13. Country Music In Texas
14. Peace, Love and Country Music

Ronnie Dunn
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Bärchen Records