Larry McCray – Blues Without You – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Der aus Magniola, Arkansas, stammende Blues-Sänger und Gitarrist Larry McCray, der seit den 90er Jahren zu einer festen Größe im Business gehört, veröffentlicht nach fast sieben Jahren Pause sein neuestes Werk „Blues Without You“. Das Material dazu hat er nach eigenem Bekunden in der durch die Coronapandemie verursachten Zwangspause zusammengestellt.

Produziert haben das Album keine geringeren als Joe Bonamassa und Josh Smith, weshalb es auch am 25. März auf Bonamassas Label „Keeping The Blues Alive Records“ erscheinen wird. Zusätzlich haben sich auf der Scheibe auch McCrays Lebensgefährtin Peggy Smith, sein Bruder Steve McCray, Warren Haynes, Joanna Connor und Reese Wynans und natürlich Joe Bonamassa himself sowie viele andere als Gastmusiker verewigt.

Insgesamt haben es zwölf Songs geschafft, auf der Platte eingespielt zu werden, darunter auch der Albert King- Klassiker „Roadhouse Blues“, wobei Larry McCray nicht nur als Blues-Musiker glänzt, sondern auch seine Leidenschaft für andere Musikrichtungen auslebt.

So sind einige der Tracks durchaus vom Rockjazz beeinflusst, wie ihn „Blood, Sweat & Tears“ gespielt haben. Deutlich wird dies z. B. in dem flotten Opener „Arkansas“, der McCrays Erinnerungen an seine ländliche Kindheit thematisiert oder auch in „Mr. Easy“ mit starken Bassintro und Joe Bonamassa als ‚Gastgitarrist‘, aber auch in „Good Die Young“ mit tollen Backgroundvocals.

Andere Songs sind eher dem klassischen Boogie-Woogie-Sound mit seinen typischen Pianorhythmen verhaftet („Without Love It Doesn‘t Matter“ und „Drinkin‘ Liquor And Chasin‘ Women“ mit der Blueserin Joanna Connor). Leichte Americana-Anleihen hingegen finden sich u. a. in dem melodiösen Akustik-Blues „Down To The Bottom“ mit Warren Haynes an der Gitarre und das soulig-funkige „Breaking News“ vermittelt ein dezentes 80‘er Jahre Feeling.

Ansonsten gibt es viel Blues, mal slow („Now More Crying“) oder mal fröhlich im Chicagostil mit Backgroundchor („Don‘t Put Your Dreams To Bed“). Das beste Stück des Album ist für mich allerdings der Rausschmeißer „I Play The Blues“, ein wunderschöner Song, nur McCrays emotionale Stimme und seine Akustikgitarre. Mehr braucht es nicht für einen Gänsehautblues.

Mit „Blues Without You“ ist Larry McCray, der auch schon zusammen mit BB King, Buddy Guy, Albert King, John Mayall, Johnny Winter, Keb‘ Mo‘ und den Allman Brothers, um nur einige zu nennen, auf der Bühne gestanden hat, eine sehr abwechslungsreiche Scheibe gelungen. Mit den von unterschiedlichen Musikstilen beeinflussten Songs des Albums stellt McCray eindrucksvoll unter Beweis mehr als „nur“ ein Bluesmusiker zu sein. Nicht umsonst bezeichnet ihn Joe Bonamassa als eine lebende Legende, die es nach der fast sieben jährigen Abstinenz vom Musikbusiness wieder zu entdecken gilt.

Label: Independent (2022)
Stil: Blues

Tracks:
01. Arkansas
02. Without Love It Doesn‘t Matter
03. Good Die Young
04. Down To The Bottom feat. Warren Haynes
05. Breaking News
06. Roadhouse Blues
07. Drinkin‘ Liquor And Chasin‘ Women feat. Joanna Connor
08. Blues Without You (for Paul)
09. Mr. Easy feat. Joe Bonamassa
10. No More Crying
11. Don‘t Put Your Dreams To Bed
12. I Play The Blues

Larry McCray
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