GravelRoad – 13.09.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Seit fünfzehn Jahren im Business schaut GravelRoad bereits auf sieben Longplayer zurück. Hinzu kommen zwei Veröffentlichungen mit dem mittlerweile verstorbenen Delta-Blues-Musiker T-Model Ford. Das brandneue Album „Crooked Nation“ steht in den Startlöchern, für das das Quartett aus Seattle erneut Jack Endino (Nirvana, Soundgarden) als Produzenten gewinnen konnte.

Der zweite Termin ihrer Europa-Tournee führte die Band in die Krefelder Kulturrampe. Dort wurde sie von Markus Peerlings und einem halben Hundert Bluesrockfans herzlich empfangen. Dass die Rampe damit eher enttäuschend besucht war, ließen sich die Musiker nicht anmerken. Sie gaben zwei Stunden mächtig Gas und zeigten sich gut aufgelegt.

Mit „Monkey With A Wig“, „Death Bed Blues“ und „The Run“ wählte GravelRoad drei Titel von “The Bloody Scalp Of Burt Merlin” (2013) zum Einstieg aus. Die beiden Gitarristen Stefan Zillioux und Jon Kirby Newman wechselten sich nicht nur am Mikro, sondern auch bei der Gitarrenarbeit ab – mal übernahm Zillioux, mal Newman die Lead Guitar. An den beiden Enden der Bühne platziert rahmten sie die Rhythmussection bestehend aus Schlagzeuger Martin Reinsel und dem agilen Bassiten Joe Johnson.

Nach „Rabbit Run“ folgten „Fireman“ und „Sad Days“ ihres noch in Eigenproduktion entstandenen Debüts aus dem Jahr 2004. Höhepunkt des ersten Sets waren für mich das bluesige „My Baby’s Tryin‘“ sowie „Backyard“ – mit filigraner Arbeit der beiden Gitarristen im Call-And-Response-Modus eingeleitet. Beide Songs wurden von Stefan Zillioux gesungen, der insgesamt etwas öfter den Gesangspart übernahm. Die erste Stunde endete mit „Asteroid“, bei dem Martin Reinsel an seinen Drums zur Hochform auflief.

Der Schlagzeuger war sowieso der Aktivposten auf der Bühne. Wild trommelnd hielt es ihn zeitweise nicht auf seinem Hocker. Er stand auf, machte einmal sogar eine Runde durch den Saal, damit das Publikum den Rhythmus unter seiner hautnahen Anleitung mit klatschen konnte, und bearbeitete Felle und Becken im Stehen.

Darüber hinaus steuerte Reinsel ein paar Anekdoten bei: Die Zeit von GravelRoad mit T-Model Ford ließ er Revue passieren, freute sich über die erspähte Ankündigung seines Bekannten Willy Tea Taylor oder sprach über Seattle, den Wohnort der Band. Wenn Musiker etwas über sich und ihre Songs erzählen, entsteht eine persönlichere Atmosphäre bei den Konzerten, die ich mag und für den die Kulturrampe den idealen Rahmen bietet.

Nach der Pause stieg GravelRoad wieder mit hohem Tempo ein. „Wolf On Down The Way“ und „40 Miles“ von „El Scuerpo“ (2014) bildeten den Auftakt für die zweite Stunde. Das Quartett spielte von jedem ihrer CDs mindestens ein Stück. Darunter auch den Kracher „I Shot The Devil“, der sich nahtlos an „Deep Blues“ anschloss.

Sehr schön waren die Twin-Gitarren bei „Got It Right“. Sowohl Zillioux als auch Newman griffen immer wieder mal zur Bottleneck, um den Songs einen Blueseinschlag mitzugeben. Besonders zur Geltung kam dieser bei dem etwas langsameren Titel „Waiting For Nothing“.

Der markante Beginn von „Capitol Hill Country Blues“ hat einen hohen Wiedererkennungswert. Es wurde von dem mitgehenden Publikum begeistert aufgenommen. Vor allem während des zweiten Sets nutzten einige Damen und einzelne Herren den (leider vorhandenen) Platz, um ausgiebig zu tanzen. Die Euphorie blieb auch bei den noch unbekannten Stücken des neuen Albums bestehen. Das von Newman gesungene „Gotcha Moving“ war da Programm.

Neben diesem Song stellte GravelRoad noch „Come Back Baby“ und den titelgebenden Track „Crooked Nation Blues“ von dem bald erscheinenden Tonträger vor. Mit der Zugabe des unveröffentlichten Instrumentalstücks „Milkman“ beendete die Band den Gig.

Einige Exemplare von „Crooked Nation“ hatten die Amerikaner bereits im Gepäck und signierten sie gerne beim Plausch nach dem Auftritt. Sehr höflich und zugewandt nahmen sich alle Bandmitglieder Zeit für Gespräche.

Ich war lange unschlüssig, ob ich den Weg in die Rampe auf mich nehmen sollte. Auf den Alben von GravelRoad stechen immer wieder einzelne Stücke heraus, oftmals bleiben sie aber sehr ähnlich. Jörg, der ja ein größerer Bluesrock-Kenner ist als ich, gab letztlich den entscheidenden Anstoß dafür, mich von meinem Sofa aufzuraffen. Der druckvolle Auftritt von GravelRaod belohnte meine Entscheidung. Was lernt man daraus? Auch im Zweifel besser mal zu Konzerten gehen!

Line-Up:
Stefan Zillioux (lead vocals, guitar)
Jon Kirby Newman (lead vocals, guitar)
Joe Johnson (bass, vocals)
Martin Reinsel (drums)

Text: Michael Segets
Bilder: Jörg Schneider

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Ryan McGarvey – 12.05.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Unglaublich, aber wahr. ‚Konzertjunkie‘ Gernot Mangold besuchte einen Tag nach Ryan McGarveys starkem Gig im Schwarzen Adler, glatt auch noch seinen Auftritt im Dortmunder Musiktheater Piano. Hier seine wie immer farbenfrohe Bildergalerie.

Line-up:
Ryan McGarvey (lead vocals, guitars)
Artha Meadors (bass)
Logan Miles Nix (drums)

Bilder: Gernot Mangold

Ryan McGarvey
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