Frank Foster – Southern Soul – CD-Review

Foster

Überragend! „Southern Rock-Country“, fett, saftig, mit tollen Melodien und großartigen Gitarren, wie man ihn besser kaum spielen kann! Frank Foster heißt der Mann, aus dem nördlichen Louisiana stammend, der jetzt mit „Southern Soul“, seinem dritten Album, in der (Southern) Country Rock-Szene ein mehr als fettes Ausrufezeichen setzt. Duftmarken von Southern Rock Bands wie Lynyrd Skynyrd, The Marshall Tucker Band, The Charlie Daniels BandBlackberry Smoke, Rambler oder  Dry County sind omnipräsent, aber auch Outlaw-Größen wie Hank Williams jr. und Waylon Jennings samt Sohnemann Shooter Jennings, wie auch New Country-Sänger der Marke Billy Ray Cyrus oder Bobby Pinson sind sind in Franks Musikspektrum wiederzufinden.

Das elf Tracks umfassende Album fließt herrlich, ohne jegliche Schwachstellen dahin. Da sieht man sich vorm geistigen Auge zu dieser wunderbaren „Mucke“ irgendwo in den tiefen Swamps des Südens auf der Veranda einer Holzhütte sitzemd, die von staubigen Cowboystiefeln umhüllten Füße auf dem Tisch liegend (natürlich eisgekühlte Bierdosen zur Hand), einfach nur herumpflegeln. Die CD beginnt mit einer rhythmischen „Crazy Country Night“: Schöne fluffige Akustikgitarrenuntermalung, zu der sich dann die typischen E-Gitarren und und sumpfigen Slidefills gesellen. Hat diese Nummer eine großartige Melodik, einen saftigen Sound. Eine Wonne!

Fosters wohlige Wäme versprühende, raspelnde Stimme erinnert sofort an die eines Billy Ray Cyrus. Beim folgenden „Bringin‘ My Pole“ kommen direkt wehmütige Reminiszenzen an Lynyrd Skynyrds Klassiker „Things Goin’ On“ auf, stark hier besonders die quäkigen Telecaster-Licks. Überhaupt haben die beiden Gitarristen Chris Lohr und Topher Peterson das große Einmaleins des Skynyrd’schen Gitarrenspiels bestens einstudiert und ergänzen sich nahezu meisterhaft. Als Rhythmus-Fraktion komplettieren Caleb Hooper (Bass, BGV) und Jeremy Warren (Drums, Percussion) das Quintett um ihren Frontmann Frank Foster, der alle Lieder allein komponiert hat.

Aber auch einige wenige Gastmusiker wissen durchaus Akzente zu setzen. Klasse die pfeifenden Hammond- und gluckernden E-Piano-Einlagen von Dave Cohen, die die herrlich famose, swampige Stimmung bei „Backwood Babydoll“ (wieder saustarke E-Gitarren) noch mehr rauskitzelt. Man spürt förmlich, wie der Schweiß aus sämtlichen Poren tritt. Grandioser Song. Nach der Pathos-geladenen Countryballade „Who I Am“ folgt mit dem melancholisch zurückblickenden „Good Old Days Are Gone“ ein Song, der so ein wenig „Made In The Shade“-Feeling aufkommen lässt. Herrlich hier die den Ton angebende Dobro-Arbeit des weiteren, recht stark eingebundenen Gastspielers Kyle Everson (auch mit einigen Steelguitar-Einlagen vertreten).

Mann, hätte ein Ronnie Van Zant – so wäre er noch am Leben – einen Spaß an Typen wie jenem Frank Foster gehabt… Songs wie „Old Man In Me“, „Miss Those Days“, „Against The Wall“ (dezentes Bob Seger Flair) und „Been Gone“ erzählen allesamt zu Midtempo-E-Gitarren-/Steel-Klängen kleine, sympathisch rüberkommende Geschichten, bei denen man schön relaxt innehalten kann. Unterbrochen allerdings vom temporeichsten Stück des Werkes „Gettin’ Right“. Erneut treffen fulminante Southern Rock-Gitarren (inkl. heulendem Solo) auf rotzigen Redneck-Gesang Marke Dry Country: Textfragmente im Refrain wie „…Yelling Skynyrd and Hank…“ zeigen mehr als deutlich, wo’s lang geht.

Am Ende hält Foster dann nochmal mit „That Kid“ eine echte Granate bereit. Wieder sein typisches Storytelling und dann mischen sich weinende Steel und toll gepielte E-Gitarren dazu. Grandios, wie sich dann ein bedächtig beginnendes „Gitarren-Lüftchen“ zu einem regelrecht heftigen Solo-Gewitter, wie es wohl so schön nur im Southern Rock zu erleben gibt, kurz vor Ende des Stücks zusammenbraut. Zum Ausklang haucht Frank dann noch zwei, drei emotionale Sätze ins Mikro. Klasse! Eine Art „Lucille“ im Southern Rock-Outfit.

Frank Foster legt mit „Southern Soul“ zum Ende des Jahres 2013 noch mal ein echtes Pfund hin. Ein massiver (Geheim)Tipp für alle Southern Rocker und Country Outlaws! Eine Scheibe, die scheinbar spielend leicht Southern-, Outlaw Country Rock und dezente New Country-Zutaten harmonisch miteinander verschmelzen lässt. Er und seine Band erfinden das Rad sicher nicht neu, aber sie machen das einfach „zum Zunge schnalzen“. Frank Foster und seine Mannen haben – und das spürt man sofort – einfach eine Südstaaten (Rock)-Seele!

Malaco Records (2013)
Stil: Southern Rock

01. Crazy Country Night
02. Bringin‘ My Pole
03. Backwoods Babydoll
04. Who I Am
05. Good Old Days Are Gone
06. Old Man In Me
07. Gettin‘ Right
08. Miss Those Days
09. Against The Wall
10. Been Gone
11. That Kid

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