
Review: Michael Segets
Jeffrey Halford & The Healers unternehmen auf „Used Parts” erneut einen Streifzug durch die Roots Music. Mit-Produzent und Multiinstrumentalist Adam Rossi zählt ebenso wie Mike Anderson zu den altbewährten Bandmitgliedern, die durch Kevin T. White und einige Gastmusikerinnen und Gastmusiker verstärkt werden. Anders als auf ihrem Album aus dem Jahr 2022 „Soul Crusade“ legen Jeffrey Halford & The Healers den Schwerpunkt nicht auf den Blues, sondern setzen auf eine ausgewogene Mischung mehrerer Stilrichtungen.
Dennoch bieten „Chasing Forgiveness“ sowie „Mississippi Flyer“ Blues mit einem Swamp-Einschlag. Der letztgenannte wurde von Bill Wyman (Rolling Stones) geschrieben, der Halford persönlich bat, den Track aufzunehmen. Die anderen Stücke stammen von Halford. Unterstützung erhielt er dabei zum Teil von Colin Halford. Mit Hannah und Aaron Halford hat Jeffrey weitere Familienmitglieder in das Projekt einbezogen, die vor allem beim Backgroundgesang mitwirkten. Deren Harmonien setzen bei einigen Songs gelungene Akzente – so etwa bei den Soul-imprägnierten Titeln „Don’t Turn Out The Light“ oder „High Mountain Soul“. Auch im Refrain von „Corazón“ tragen sie zur Atmosphäre bei und versetzen zusammen mit den Keys, die beinahe wie ein Akkordeon klingen, an die amerikanisch-mexikanische Grenzregion.
Am Rock’n Roll der klassischen Machart orientieren sich zwei weitere Nummern. Für „Used Parts“ ließ sich Halford von Eddie Cochran inspirieren. Feines Gitarrenspiel und ein trockenes Schlagzeug prägen den lockeren Song. Heiße Erlebnisse in einem Zugabteil thematisiert „Rhythm Of The Rails“. Beide Uptempo-Nummern machen auf alle Fälle Spaß. Etwas getragener geht es auf „Living Worthwhile“ zu. Die Country-Ballade ist mit genretypischem Slide versehen, den Tom Heymann (Alejandro Escovedo, Chuck Prophet) an der Pedal Steel beisteuert.
Neben Liebesdingen beschäftigt sich Halford in seinen introspektiven Texten mit der Rastlosigkeit des tourenden Musikers beispielsweise beim Opener „Bright Lights“. Der Track erinnert mich zuweilen an James McMurtry). Die Suche nach Orientierungspunkten im Leben sowie deren Verlust reflektiert Halford beim abschließenden „True North“ mit zurückhaltender Instrumentalisierung.
Jeffrey Halford & The Healers beweisen Kreativität beim Zusammensetzen bekannter Elemente der Roots Music. Halford ist ein Bastler, der sein Handwerk versteht. Er schielt nicht auf außerordentliche Innovationen, sondern bewahrt die guten Teile und hält sie am Laufen. „Used Parts“ nimmt die Hörer mit und darauf kommt es letztlich ja an.
Shoeless Records (2026)
Stil: Blues, Americana and more
Tracks:
01. Bright Lights
02. Used Parts
03. Living Worthwhile
04. Don’t Turn Out The Lights
05. Rhythm Of The Rails
06. Corazón
07. Chasing Forgivness
08. High Mountain Soul
09. Mississippi Flyer
10. True North
Jeffrey Halford & The Healers
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