Orianthi – 15.07.2025, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Da ist es dem Betreiber-Duo Jenny Dore und Thomas Falke echt gelungen, mit der angesagten Musikerin Orianthi, schillernden Glanz in ihr schönes, von Jugendstil-Ornamentik geprägtes Musiktheater Piano in Lütgendortmund zu holen.

Der in Australien geborene Griechin mit bürgerlichem Namen Orianthi Panagaris hallt der Ruf nach, für diverse Michael Jackson-Projekte eingeplant gewesen zu sein, die durch dessen verfrühtes Ableben, nicht mehr zum Tragen kamen.

Allerdings kann sie sich mit Präsenzen im Anschluss bei vielen namhaften, noch aktiven Akteuren der Rockmusikgeschichte wie Carlos Santana, Dave Stewart,  Billy Gibbons, Eric Clapton, Alice Cooper oder Richie Sambora schmücken, was sich im Rahmen der zukünftigen Entwicklung als Solo-Artistin sicher nicht von Nachteil erweisen wird.

Das Musiktheater war demnach auch an einem normalerweise nicht so einfach vermarktbaren Dienstag restlos ausverkauft. Es gab nicht nur eine heiße Show, auch die Temperaturen in Inneren waren schweißtreibend, sodass zwischenzeitlich vom Personal kühlendes Wassereis verteilt wurde.

Die oft nicht mit äußerlichen Reizen geizende attraktive Blondine zeigte sich im Piano für ihre Verhältnisse recht ‚zugeknöpft‘. Schwarze Stiefel, kurzer Lederrock plus orange Bluse hatten aber trotzdem Stil. Das Gesicht und der Kopf wurden durch einen Outback-Hut samt großkantiger getönter Pilotenbrille teilweise verdeckt.

Richtig ran kamen im Vorfeld nur die Besucher an sie, die ein ‚Meet And Greet‘-Upgrade gebucht hatten. Dies alles trug zum insgesamt recht distanziert wirkenden Gesamtauftritt bei, der von der musikalischen Qualität her allerdings überzeugte.

Es ging von Beginn an recht hart zur Sache, was die beiden Opener „Bad For Each Other“ und „First Time Blues“ (da wird auch Joe Bonamassa mit zu hören sein) von ihrem aktuell nur digital erhältlichen neuen Album „Some Kind Of Feeling“ (die CD gibt es erst ab Mitte August) nachhaltig offerierten, wie auch ihr quirliges E-Gitarrenspiel ,das im weiteren Verlauf des Gigs in unzählige Soli mündete.

Zwischenzeitlich eingestreute Cover-Nummern wie „Alright Now“ oder „Sharp Dressed Man“ konnten den Originalen nur bedingt Paroli bieten. Klasse war allerdings die Version von „Never Make Your Move Too Soon“ (B.B. King). Dem Vorgänger-Album „Rock Candy“ wurde nur mit dem ebenfalls recht heftig performten „Light It Up“ Tribut gezollt.

Meine Favoriten des Abends waren die etwas ruhigeren und eingängigeren Stücke wie „Rescue Me“, „How Do You Sleep?“ und „According To You“, bei denen ihre Stimme dann auch besser und transparenter zum Tragen kam.

Als einzige Zugabe gab es dann eine gut gemachte, jammige Adaption von Jimi Hendrix‘ Klassiker „Voodoo Chile“ (mit inkludierten Bass- und Drum-Soli). Nach schweißtreibenden 85 Minuten Spielzeit verabschiedete sich die Protagonistin mit ihren beiden Mitstreitern von ihrer zufrieden wirkenden Audienz aus dem Hitzekessel Musiktheater Piano.

Line-up :
Orianthi (lead vocals, electric guitar)
Justin Andres (bass)
Demian Arriaga (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Orianthi
Orianthi bei Facebook
Musiktheater Piano, Dortmund

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.