Blues Company – 11.09.2020, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Anmerkung: Der Konzertbericht entstand in Zusammenarbeit der beiden befreundeten Magazine Bluesmagazine Niederlande (www.bluesmagazine.nl) und Sounds Of South.

An diesem Freitagabend gab es wieder das erste Livekonzert im Piano und auch für die Blues Company war es die Premiere seit dem Corona-Lockdown. Schon beim ersten Song ist die Freude bei Band und Publikum zu spüren. Alle Anwesenden hatten Live-Musik in der beliebten Lütgendortmunder Location vermisst. Das Team vom Piano hatte alles nach den vorgegebenen Hygieneregeln organisiert und umgesetzt: Saal bestuhlt, Getränke wurden zum Sitzplatz gebracht, für ausreichend Handgel und Mundschutz war gesorgt. Kompliment ans Pianoteam!

Genau um halb neun begann das Quartett mit dem instrumentell performten, Uptempo-Shuffle „Middlename“. Man erkannte sofort, dass hier eine eingespielte solide Band mit ausgezeichneten Musikern auftrat. Der Sound ist großartig und differenziert ausgesteuert. Auf den Alben sind oft Bläser und Backgroundsängerinnen dabei, aber an diesem Abend spielte die Basisband. Gitarrist und Sänger Todor ‘Toscho’ Todorovic glänzt mit einer harmonischen, angenehmen Stimme und sein Gitarrenspiel ist auf dem Punkt gebracht. Jeder Ton stimmt.

Gitarrist und Sänger Mike Titre hat eine volle, warme und tiefere Stimme und spielt auch Slidegitarre im „Walking Blues“, während Todor sich eine Auszeit nimmt und die Bühne seinen Mitstreitern überlässt. Zudem glänzt er mit schönem, nicht zu aufdringlichen Harmonicaspiel, beispielsweise in „Riot“. Bassist Arnold Ogrodniks Auftritt ist solide und er wechselt in manchen Songs („Almost“) zu den Keyboards, wobei Mike hier stellvertretend den Bass übernahm. Florian Schaube bearbeitet sein Schlagzeug mit einem tollen Groove. Eine exzellente Rhythmusgruppe, bei der man merkt, dass es sich um studierte Musiker handelt! Hut ab.

Es wurden mehr als zwanzig Tracks gespielt, in denen sich alle Stile des Blues wiederfanden: Instrumental Blues („Middleman“& „Albatros“), funky Blues („Big Legged Woman“ & „Move To The Groove“), Swampblues („Blues Been Good To Me“), Groovy („Blue And Lonesome“& „One Short“), Slowblues („Blues Is A Feeling“), Boogie, Swing („Hey Little Girl“& „Fool“), Jazzy („Brother Where Are You“) Bluesrock („Riot“, „Almost,The Blues Is Allright“) und Slide („Walking Blues“). Als Zugabe legte die Band ein Medley mit Sachen wie u.a. „Hide Away“, „Johnny Be Good“, „Gangster Of Love“ und „The River“ nach.

Zwischen den Liedern erzählte Todor immer etwas über den folgenden Song. So nennt er „Red Blood“ einen Kriegsblues. Geschrieben über den Krieg in Ex-Jugoslawien ist der Text leider noch immer sehr aktuell. Anlässlich der Wahlen in Nordrhein-Westfalen, erinnerte er an Politiker diverser Parteien, die sich weigern, Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria in Griechenland aufzunehmen. Man solle doch überlegen, wen man in einem offenen Land wählt. Auch das ist BLUES….

Nach mehr als zwei Stunden endete dieses großartige, intensive Konzert, bei dem Spiellaune und die Interaktion zwischen Band und Publikum jederzeit im Mittelpunkt standen. Ein herrlicher Bluesabend nahm so ein würdiges Ende und die Bluesfans, die dem Hygienekonzept des Piano vertraut hatten, haben ihr Kommen mit Sicherheit nicht bereut.

Bluesmagazine und Sounds Of South bedanken sich bei Jenny Dore und ihrem Team (von der Bedienung bis zum Soundtechniker) vom Piano für den gewohnt freundlichen Empfang und den sehr schönen Abend. Es bleibt zu hoffen, dass bei den nächsten Konzerten noch mehr Besucher den Weg ins Piano finden werden, wo, wie bereits oben angeführt, alles getan wird, um ein Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Line-up:
Todor ‚Tosho‘ Todorovic – Lead vocals, guitar
Mike Titre – (slide) guitar. vocals, harp
Arnold Ogrodnik – bass, keys
Florian Schaube – drums

Interview: André Wittebroek (bluesmagazine.nl)
Bilder: Gernot Mangold

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