Julian Sas – 06.03.2020, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Sas-haupt

Ausverkauftes Haus im Schwarzen Adler, wobei das Konzert, was die meisten Besucher nicht wussten, auf der Kippe stand. Grund dafür war nicht die Hysterie um den Corona-Virus, sondern dass Julian sich beim Beladen des Tourbusses verhoben hatte. Spätestens als Ernst Barten, vor den Zugaben die Bühne betrat und Julian noch einmal einen besonderen Dank aussprach, trotz des lädierten Rückens aufzutreten, kam die Sache ans Abendlicht.

Diese Energieleistung des Niederländers eine über zweistündige Show durchzustehen hatte mehrere Gründe: Gute Medizin, Meditation und ein begeistert mitgehendes Publikum vom ersten Song an, welches Sas sprichwörtlich unter Strom setzte, sodass der Schmerz wohl übertüncht wurde.

Pünktlich um 8:00 Uhr begann Sas mit seiner Band gewohnt dynamisch, voller Power das Konzert und reihte einen Kracher an den anderen. Zwischen Songs aus allen Phasen seines Schaffens streute er auch einige Coversongs vom Feinsten, unter Anderem eine wie gewohnt starke Version von „Hey Joe“ mit kurzen Intro von „Angel“, sowie „Little Wing“ als letzte Zugabe und auch den guten alten „Bullfrog Blues“.

Beeindruckend aber auch die Energie der eigenen Lieder wie „Driftin` Boogie“, „Comin Home“ oder „Boogie All Around“ bei denen er bewies, dass er ein Meister des Powerblues und Boogie ist. Wie er seine Gitarren auch slidend bearbeitete und Soli regelrecht in den Adler schoss, war schon klasse. Dabei wurde er natürlich von seiner Band unterstützt, wo er in der Vorstellung deutlich machte, dass die drei Musiker für ihn mehr als nur Musiker sind, sondern auch Freunde.

Diese Harmonie war auch jederzeit spürbar, wobei Sas und Keyboarder Roland Bakker sich zuweilen zu Höchstleistungen bei Soli anstachelten und Bakker den Songs zudem eine harmonische Untermalung gab. Fotis Anagnostou wirbelte zuweilen wild posend am Bass und legte mit Lars-Erik van Elzakker an den Drums die Grundlage für den Powersound. Bemerkenswert war dabei insbesondere der Part von van Elzakker, der erst vor ziemlich genau einem Jahr zur Band hinzustieß und spätestens jetzt auch musikalisch seinen Platz in der Band gefunden hat.

Dass die Band aber auch ruhig kann, offerierte „Anything“, wo Sas die Unfähigkeit der heutigen Politik an den Pranger stellte. Seine eigene Einstellung untermauerte er ohne große Worte mit Friedenstaubenaufklebern an zwei seiner Gitarren.

Gegen 22:40 Uhr war der Zauber dann vorbei und die Besucher verließen, nach der Stimmung zu urteilen, hochzufrieden den Schwarzen Adler. Aber auch Julian und seine Band hatten den Abend sichtlich genossen, was sich zum Einen an mehreren Gesten des Dankes, aber auch an immerhin vier Zugaben (trotz des lädierten Rückens) bemerkbar machte. Dieser Abend offenbarte einmal mehr, wie wichtig es war, den Schwarzen Adler zu erhalten.

Ein Dank wieder einmal an Ernst Barten, der weiter das Booking unterstützt, für die problemlose Akkreditierung, dem es immer wieder gelingt, tolle Acts nach Rheinberg-Vierbaum zu holen. Schön wäre es, wenn auch kommende Interprten, wie Dede Priest, Matt Schofield oder Josh Smith ähnlich stark besucht werden. Es wird sich auf jedem Fall lohnen, auch diese Konzerte zu besuchen.

Line-up:
Julian Sas (lead vocals, electric & slide guitar)
Roland Bakker (piano, organ)
Fotis Anagnostou (bass)
Lars-Erik van Elzakker (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Julian Sas
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