Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade – Set Me Free – CD-Review

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Puh, nach dem ersten Song „Ain’t No Fool“ dieses oben abgebildeten Werkes hatte ich zunächst die Befürchtung, mir so eine richtige Altherren-Blues-Scheibe eingefangen zu haben. Aber spätestens mit dem nachfolgenden würzig soulig rockenden Titelstück „Set Me Free“ und dem weiteren Verlauf der CD lösten sich diese wieder schnell in Wohlgefallen auf.

Das Projekt des französischen Gitarrsiten Fred Chapellier und des aus New Orleans stammenden Blues-Veteranen Dale Blade (genannt auch ‚die Stimme Louisianas‘), zusammen mit den weiteren Musikern Christophe Garreau (bass), Guillaume Destarac (drums), Philippe Biloir (keys) und Pascal Mikaelian (im Kollektiv als The Gents firmierend), birgt seinen Ursprung im Jahr 2014, als Chapellier und Blade beim Cahors Blues Festival den, auch auf diesem Werk vertretenen Song „The Clock“ (souliger Blues) vorführten und fortan, den Drang nach einer intensivierten Zusammenarbeit verspürten.

Dieser mündet jetzt in ein insgesamt sehr ansprechendes Blues Rock-Werk, das, vermutlich dank Blades Integration, immer wieder auch dezent von südstaatlichem Flair durchzogen wird. Er hat eine wirklich gutes Gesangsorgan, das sich irgendwo in Sphären zwischen einem Malford Milligan (Storyville) und auch Steve Winwood bewegt.

Der Bandleader zeigt sich als starker songdienlicher E-Gitarrist, der alle klassischen Blues Rock-Spielarten und -Soli in petto hat (klasse z. B. sein claptoneskes Wirken bei „Old School Blues“), aber auch durch aus mal in südstaatliche Gefilde a la Dickey Betts, bzw. der Allmans abdriftet (beim Instrumental „The Gents“, „Crying With The Blues“ oder dem Atlanta Rhythm Section nahestehenden „I’m Back“).

Dass es eine richtige Entscheidung war, Blade den Part am Mikro zu überlassen, offeriert übrigens ganz gut der finale Track des Albums „Thank You Lord“, der sich gesangstechnisch als keine Offenbarung Chapelliers erweist (das einzig von ihm besungene Lied).

Ein weiterer, viele Akzente setzender Musiker auf dieser Scheibe ist Pascal Mikaelian. Bei seinem variantenreichen Harpspiel werden z. T. Erinnerungen an Topper Price oder auch an Magic Dick von der J. Geils Band geweckt.

Insgesamt ist „Set Me Free“ von Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade trotz kleinerer, aber verschmerzbarer Schwächen zu Beginn und Ende, ein überzeugendes Album, mit guten gestandenen Musikern und einer gelungenen Mischung aus traditionellem und modernem Blues Rock, das sicher zum Teil auch bei Südstaaten Rock-Fans Anklang finden wird (Storyville oder Savoy Brown sind vielleicht so ähnlich gepolte Vergleichskandidaten).

Erwähnenswert zudem das ansprechend edel gestaltete Coverartwork des DigPaks mit eingeklebtem Hochglanzbooklet samt der Songtexte und schönen Portraitfotos aller Bandmitglieder.

Dixiefrog Records/H’art (2018)
Stil: Blues Rock

01. Ain’t No Fool
02. Set Me Free
03. My Reason To Live
04. Love Holiday
05. Crying With The Blues
06. The Gents
07. I’m Back
08. I Don’t Wanna Know
09. The Clock
10. Old School Blues
11. Bet On The Blues
12. 3’45 AM
13. Thank You Lord

Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade
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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

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