Blake Shelton – The Dreamer – CD-Review

BDDr_300

Blake Shelton macht einem das Leben als Rezensent von „The Dreamer“ aus zwei Gründen nicht gerade einfach: Zum einen setzte er durch sein hervorragendes Debütalbum, mit dem er zweifelsohne in die erste New-Country-Liga aufgestiegen ist, die Erwartungshaltung relativ hoch, zum anderen startet sein Zweitwerk mit dem Auftaktlied „Heavy Liftin'“ derart furios, dass man sich unweigerlich fragt, ob nachfolgend überhaupt noch was annäherndes kommen mag. Temperamentvoller Gesang, rockig stampfender Rhythmus, kreischende Gitarren, dass es einem den Cowboyhut wegfetzt; dieser Song kann nur das Highlight des Jahres werden! Wow! Brent Rowan an den Saiten in Höchstform; der reine Wahnsinn.

Im Sport zeigt sich oft, dass bei vielen Aufsteigern das zweite Jahr das wesentlich Schwierigere darstellt. Nach einer Anfangseuphorie entpuppt sich der Wechsel vom Senkrechtstarter zur Kontinuität meistens als ziemlich problematisch. Auch Blake Shelton tritt nach diesem Anfangsspurt deutlich aufs Bremspedal. Im Laufe der restlichen neun Songs dominiert dann doch der Balladenanteil bis Midtempobereich. Allerdings bewältigt er diese Strecke mit einer unnachahmlichen Art zwischen gesungenem und gefühltem Herzblut („The Baby“, „Asphalt Cowboy“, „The Dreamer“) und einer ganz speziellen Coolness („Georgia In A Jug“, „Playboys Of The Southwestern World“), wie sie auch Dwight Yoakam als Stilmittel öfter anwendet, gemixt mit mexikanischen Elementen, die auch Brooks & Dunn auf ihrem letzten Album schon mal in die Waagschale geworfen haben.

Rockiger wird es dann noch mal bei „My Neck Of The Woods“, auch eine Klassenummer. Insgesamt betrachtet ein recht kurzes, aber gelungenes Werk, bei dem ich jedoch unter Umständen eine etwas andere Reihenfolge der Songs gewählt hätte. Etabliert hat sich Blake Shelton mit einer soliden Leistung im Oberhaus des des Genres damit alle Male. Ich würde sagen: Klassenerhalt sicher geschafft.

Warner Bros. (2003)
Stil: New Country

01. Heavy Liftin‘
02. The Baby
03. Asphalt Cowboy
04. In My Heaven
05. The Dreamer
06. My Neck Of The Woods
07. Underneath The Same Moon
08. Georgia In A Jug
09. Playboys Of The Southwestern World
10. Someday

Blake Shelton
Blake Shelton bei Facebook
Bärchen Records

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.