Erika Jo – Same – CD-Review

Debütalbum der Gewinnerin der dritten „Nashville Star“-Staffel! Erika Jo Heriges (so der vollständige Name) ist die erste weibliche Siegerin des Contests (zuvor gewannen Buddy Jewell und George Canyon), doch als reiner Zufall kann dieser Erfolg der gerade mal 18 Lenze zählenden jungen Texanerin wohl kaum abgetan werden, wie ihre erste CD auch eindeutig beweist.

Das Mädel war schon Jahre zuvor mit ihrem Vater und seiner Country Cover Band durch den Süden, Mittelwesten und den Osten der Staaten gereist und hatte fortwährend Gesangspraxis gesammelt. Die damit verbundene Lockerheit und Live-Erfahrung, aber auch eine gewisse Bodenständigkeit (sie wohnt auch nach dem grandiosen Erfolg weiter bei ihren Eltern), ein gewisses Maß an Vernunft („Schule war immer Plan A, Musik Plan B“), und natürlich ihre kräftige, klare Stimme dürften den Ausschlag für die ihr entgegengebrachte Sympathie ihrer amerikanischen Mitbürger gegeben haben.

Neben dem Gewinn eines Chevy Silverado Pickups hat Erika nun auch den von Kindheit an erträumten Platten-Deal (und zwar mit „Universal South“) in der Tasche. Um den optimalen „Erika-Jo-Effekt“ zu erzielen, tischte das Label erst mal dick auf und stellten der jungen Künstlerin folgrichtig bei ihrem Einstieg ein klangvolles und erfahrenes Team an Produzenten (Tim DuBois, Rick Giles, Steve Mandile und Tony Brown), Musikern (u. a. Eddie Bayers, Brent Mason, Paul Franklin, Steve Nathan, Aubrey Haynie) und Songwritern (u. a. Monty Criswell, Aimee Mayo, Tony Martin, Tom Shapiro, Mark Nesler, Katrina Elam) zur Seite.

Auffällig, wie zurückhaltend sich gerade die Instrumentalisten im Hintergrund bewegen, trotz Einstreuung vieler kleiner New Country-typischer Feinheiten. Man bietet dem Nashville-Sternchen die optimale Entfaltungsmöglichkeit für ihre vokale Stärke. Die Stücke sind ein bunter Mix aus flotteren Nummern und traditionelleren Sachen, sowie einigen balladesken Heartbreak-Songs. Die erste Single „I Break Things“ ist eine Fiddle-getränkte Uptempo-Nummer mit knackiger Drum-Unterlegung und dezentem Honkytonk, sowie klasse E-Gitarren-Solo von Brent Mason.

„Who You Are“, „Strong Tonight“ oder „Going ‘Til You’re Gone“ haben alle poppig-rhythmischen Charakter und wurden mit gut aufeinander abgestimmten Harmony-Vocals aufgepeppt. Schön auch das mit einem bluesigem Piano, Mandolinen-Fills, Slide-Guitar-Solo und zarten Orgel-Tupfern bestückte „Good Day For Goodbye“. „There Are No Accidents“, „Go“, „They Say Love Is Blind“ oder das abschließende 70er-Stück „I’m Not Lisa“ aus der Feder von Jessi Colter sind ganz auf Erika’s kräftigen Gesang zugeschnitten, die dann auch voluminös in den Refrains aus sich herausgeht.

Alles in allem ein äußerst gelungener Start für so ein junges Mädchen wie Erika Jo, das sowohl Country-Ikonen wie Reba McEntire (übrigens ihr großes Vorbild) oder Dolly Parton, als auch modernen Interpretinnen wie Jo Dee Messina oder Jessica Andrews ihren Tribut zollt. Hier könnte durchaus eine zweite LeAnn Rimes heranwachsen!

Universal South Records (2005)
Stil: New Country

01. I Break Things
02. Who You Are
03. There Are No Accidents
04. Go
05. Strong Tonight
06. Good Day For Goodbye
07. Wish You Back To Me
08. They Say Love Is Blind
09. Going ‘Til Your’re Gone
10. Love Is
11. I’m Not Lisa

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Brad Johner – Free – CD-Review

Das auch aus Kanada viel gute Musik kommt, ist längst kein wohl behütetes Geheimnis mehr. Brad Johner dürfte hierzulande allerdings den Wenigsten ein Begriff sein. In seiner Heimat dagegen zählt er zu den großen Sympathieträgern des New Country-Genres, nicht zuletzt auch ein Resultat seines Harmonierens mit Bruder Ken, mit dem er als Duo „The Johner Brothers“ immerhin vier CDs einspielte und damit regelmäßig zahlreiche Nominierungen sowie Auszeichnungen bei den Awards der Szene abräumte.

Mittlerweile weilt Brad auf Solopfaden und veröffentlicht jetzt sein Debüt mit dem Titel „Free“! Hut ab! Er präsentiert zwölf schnörkellose, moderne New Country-Songs (zehn davon selbst komponiert), die sich zweifellos locker mit den aktuellen Nashville-Produktionen messen können.

Der mit Banjo und Akustik-Piano unterlegte, höchst melodische Titelsong „Free“ sollte sich eigentlich als Single mühelos zum Chartbreaker entwickeln. Der Großteil der Lieder geht locker, flockig flott und sehr eingängig ins Ohr, ist zum Teil etwas poppig geraten, wirkt dabei aber jederzeit überaus angenehm und produktionstechnisch nie überzogen, und ist immer wieder mit feinen instrumentalen Leckerbissen bestückt.

Hierbei überragt vor allem Mit-Produzent Bart McKay an den Keyboards. Restless Heart-Sänger Larry Stewart zu Solozeiten (dank einiger Harmonie-Gesänge), Chris Cagle (bei „She Moved“), Rushlow, Tommy Shane Steiner oder Brian McComas (aufgrund der frischen Darbietung) fallen spontan als Bezugsgrößen ein. Johner kann aber auch anders. „The Farmer’s Back“ ist ein mitreißender Countryrocker der Marke Jeffrey Steele, Anthony Smith, vom Gesang her ein wenig Glenn Frey ähnelnd. Harmonika-getränkt, mit knackigen Drums und tollen Dobroeinlagen, erinnert der Song an eine aggressive Abwandlung von „Love In The 21th Century“ der Eagles-Ikone.

„Hello“ ist ein Country-Boogie, wie ihn Garth Brooks früher benutze, um seinem Publikum ordentlich einzuheizen. Das abschließende „Head Over Heals“ mit einem Hauch von Rockabilly, tollem Piano- und Gitarrenduell dürfte auf Konzerten so manches Tanzbein zum Schwingen bringen. Brad Johners Motto lautet. „Take care of the music, and the music will take care of you.“ Und so wird er sicherlich mit einer solch starken Leistung wie „Free“ die Aufmerksamkeit vieler Fans, auch außerhalb Kanadas, dazu gewinnen.

Aspirion Records (2004)
Stil: New Country

01. Free
02. Still in Love With You
03. Maybe She’ll Change Her Mind
04. My Brother and Me
05. See Jane Run
06. The Farmer’s Back
07. Different
08. She Moved
09. When Heaven Opens Up
10. Hello
11. She Looks a Lot Like You
12. Head Over Heels

Brad Johner
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Krystal Keith – Whiskey & Lace – CD-Review

Richtig tolles Debüt der Tochter von Toby Keith. „Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum“ – oder so ähnlich lautet ein alt bekanntes Sprichwort, welches es in diesem Fall voll und ganz auf den Punkt trifft. Die 1985 geborene, zweite Tochter von Toby Keith weiß mit ihrem Erstling auf musikalischem Sektor voll zu überzeugen. Meist ist es ja Segen und Fluch zugleich als Nachkömmling im gleichen Business in die Fußstapfen eines mega-berühmten Elternteils zu treten. Die Vorteile liegen in diesem Fall natürlich klar auf der Hand.

Geld spielt wohl keine Rolle und musikalische Beziehungen ebenso wenig. Toby Keith, multifach ausgezeichneter Musiker, dazu noch Mitbesitzer eines eigenen Labels (Show Dog), ist im Genre mit allen Wassern gewaschen und weiß, wo der Hase im Countrygeschäft lang läuft, so dass erstmal alles an besten Voraussetzungen (Produzenten, Musiker, Songwriter, darunter er selbst natürlich auch schwerpunktmäßig) geschaffen wurde, um der Tochter einen Einstand nach Maß zu ermöglichen. Aber wer Toby Keith kennt, weiß auch, dass damit gewisse Erfolgserwartungen verbunden sind.

So ist es kein Wunder, dass der Vater erstmal ein abgeschlossenes Studium verlangte (was Krystal auch anstandslos bewerkstelligte), bevor der Gang in Musiksphären realisiert werden durfte. Also ein entsprechender Druck ist also auch da, wenn man den Namen Keith trägt. Aber schon der Blick auf das Coverbild, lässt erahnen, dass man es bei Krystal Keith mit einer Frau zu tun hat, die eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein in sich trägt und anspruchsvolle Aufgaben energisch angeht. So überrascht es letztendlich auch nicht, dass sie mit ihrem Debüt eine richtig starke Leistung abliefert.

Ein wunderbar vielseitiges Album, mit astreinem, knackigem Country/Redneck Country/New Country mit einem Hauch von Southern-Feeling, das nur ganz selten in Richtung Charts schielt, aber trotzdem jede Menge radiofreundlicher Songs beinhaltet. Die CD beginnt mit dem flockigen Sommersong („Doin’ It“), der mit seiner positiven Energie richtig gute Laune verbreitet. Ein erstes Highlight folgt mit dem teils gesellschaftskritisch, aber auch ironisch humorvoll getexteten „Can’t Buy You Money“ (… „all the happiness in the world can’t buy you money“… heißt es im Refrain), ein bluesrockiger Abstecher auf Countryterrain. Großartig wie Ms. Keith hier schon im Stile einer Wynonna zu keifen versteht.

Absolut erste Sahne auch das fantastische E-Gitarrenspiel von Kenny Greenberg auf diesem Werk (neben Krystal der heimliche Star des Silberlings), das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Verlauf zieht. Radiotauglich, mit ein wenig Shania-Flair, geht es mit „What Did You Think I’d Do“ weiter. Mit dem romantisch anmuteten „Daddy Dance With Me“ überraschte sie den Vater auf ihrer diesjährigen Hochzeit. Das wunderbar relaxt dahingleitende „Cabo San Lucas“, spiegelt, wie der Titel es schon vermuten lässt, dann Toby Keiths des öfteren anzutreffende Vorliebe für mexikanisch und karibisch angehauchte Countrysongs wieder.

Die Nummer kennt man ja auch schon vom Vater, aber Krystal gibt ihr einen ganz eigenen Touch. Klasse hier die filigrane spanische Akustikgitarrenuntermalung von Ilya Toshinsky. „Him And This Tattoo“ rockt wieder, dass, Greenberg sei Dank, die Schwarte kracht. Abermals tolle Vokalleistung von Krystal! Ganz großes „Balladenkino“ liefert sie dann bei „Beautiful Weakness“ ab, ein potentieller Titel für etwaige Liebes-Blockbuster. Hier singt sie schon in Oktavensphären der großen Diven Faith Hill, Martina McBride, Trisha Yearwood oder Celine Dion. Beeindruckend! Das famos in Memphis-Blues-Manier (klasse Hornsection-Begleitung, gospelige weibliche Backs) rockende und stampfende „Down Into The Muddy Water“ fegt sämtliche Gefühlsduselei von zuvor komplett wieder vom Tisch.

Der einzige Track, der nicht von Toby Keith und Mark Wright produziert wurde ist „Get Your Redneck On“. Hier erweist sich Nathan Chapman als alleiniger Mit-Tonangeber (Komposition zusammen mit Krystal, bis auf den Gesang alle Instrumente und Produktion durch ihn). Ein mit Hitavancen lässig und rhythmisch groovender, Banjo-dominierter Country-Popsong im Stile von Keith Urban oder Little Big Town. Der Titelsong zum Schluss zeigt, dass das Mädel selbst vor Southern Rock-kompatiblem Country keine Scheu trägt.

Das Stück, das von einer Frau handelt, die in einer Bar tanzen muss, um ihr Essen auf dem Teller zu haben (dazu verät der Text ihre Vorliebe für „Can’t You See“ von The Marshall Tucker Band, das sie gerne im Auto auf dem Weg zur Arbeit laufen lässt), dürfte selbst eingefleischte Fans der Südstaaten-Gemeinde überraschen. Herrlich das fette E-Gitarren-Solo von Greenberg, atmosphärisch die Steelzutaten von Russ Pahl. Schöne „Backs“ (auch bei den meisten anderen Nummern) durch Mica Roberts, die auch beim einen oder anderen Lied kompositorisch involviert war. Ein großartiger Abschluss! Krystal Keith beweist auf „Whiskey & Lace“, dass die musikalischen Gene des Vaters in positiver Weise auf sie übergetreten sind.

Ein kurzweiliges Album, auf dem sie alle Facetten des modernen (aber auch durchaus traditionell gehaltenen) New Country mit Bravour bewältigt. Sie hat eine großartige Stimme, kompostorische Fähigkeiten (immerhin an drei Tracks beteiligt) und sieht zudem blendend aus. Gute Voraussetzungen also für die zukünftige Karriere. Daddy Toby kann zu Recht sehr stolz auf’s Töchterchen sein!

Show Dog Universal Music (2013)
Stil: New Country

01. Doin‘ It
02. Can’t Buy You Money
03. What Did You Think I’d Do
04. Daddy Dance With Me (Single Version)
05. Cabo San Lucas
06. Him And This Tattoo
07. Beautiful Weakness
08. Down Into Muddy Water
09. Get Your Redneck On
10. Whiskey And Lace

Krystal Keith
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Jeannie Kendall – All The Girls I Am – CD-Review

Zweites Solo-Projekt von Jeannie Kendall, den meisten Country-Experten sicher noch ein Begriff als Part des Vater/Tochter-Duos „The Kendalls“, das mit „Heaven’s Just A Sin Away“ wohl seinen größten Hit erzielte; ein Lied, das immerhin unter den 100 wohl besten, jemals geschriebenen Country-Songs gelistet wird. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters Royce im Alter von nur 63 Jahren, brachte Jeannie ihr Debüt 2003 im Country-Bluegrass-Stil als reines Akustik-Album heraus und erntete dafür verdientermaßen hervorragende Kritiken von allen Seiten.

Jeannie und ihre Produzenten Brian Fisher und Mike Stults entschieden sich beim jetzt vorliegenden, wieder sehr gelungenen Nachfolger „All The Girls I Am“ allerdings für eine recht vielseitige Scheibe mit allem „Drum und Dran“. Wobei man dem Independant Label „CbuJ Entertainment“ eine erstaunliche Bereitschaft attestieren muss, in Sachen Personal, Technik und Gestaltung zu investieren. Unglaublich, welcher Aufwand hier betrieben wurde. Sehr interessant vor allem die im Booklet von Stults detailgetreue Wiedergabe der Entstehung dieser CD aus Sicht eines Co-Produzenten, wo zum Teil ziemlich aus dem Nähkästchen geplaudert wird. Nett gemacht!

Ziel der neuen Scheibe war es allerdings auch, einmal phasenweise aus den traditionellen Bahnen auszubrechen, und die eine oder andere nicht unbedingt countrytypische Note einzuflechten, ohne insgesamt die Countryroots aufzugeben. So hat das eröffnende Titelstück durch ein hier als „Penny Whistle“ bezeichnetes (Flöten-)Instrument, gespielt von Harmonika-Koryphäe Jim Hoke (laut Liner Notes rannte er, als er das Demo zu hören bekam, mal eben zwei Blocks nach Hause, holte die Flöte, und fügte nach Rückkehr ins Studio seine Ideen in den Song ein, und alle waren restlos begeistert) ein wunderbar keltisches Flair.

Ein sehr atmosphärisches Stück, wobei sich Jeannies dünne, helle Stimme irgendwo zwischen Dolly Parton und Cyndi Lauper einzupendeln scheint. Komponiert übrigens von der australischen Opern Sängerin Amanda Colliver, die auch den Harmonie-Gesang beisteuerte. Oder „Keep Us Warm“, das unter dem Motto „Country meets Melodic Pop-Rock“ stehen könnte. Geschrieben und eingespielt von einem schwedischen Trio (Malmberg/Johansson/Axelsson), wobei Jeannies Gesang in Nashville aufgenommen und beifügt wurde. Die Bänder wanderten einige Male zwischen den Staaten und Europa hin und her. Stults bezifferte allein den Aufwand für die Abmischerei mit 80 Stunden Arbeit.

Ein toller, moderner Song mit leichtem Stevie-Nicks-Flair und feinen E-Gitarren. „(Somewhere Between) Heaven & Mexiko“, eigentlich für Interpreten wie Bobby Bare oder Mark Chesnutt gedacht, hatte laut Meinung der Macher, dann doch eher „Girl-Charakter“, und gab Jeannie Gelegenheit sich mit einer zum Titel passenden spanischen Horn-Section auseinander zu setzen. Herausgekommen ist eine großartige, lupenreine, locker flockige und melosische Countrynummer voller herrlichem Tex-Mex-Feeling! Dann die wunderbare, entspannte und flüssige Country-Ballade „Wild Honey“ im semi-akustischen Gewand mit schönen Dobro-, Fiddle,- und Steel-Klängen! Also jede Menge „Spielereien“, dennoch immer in sich geschlossen wirkend, ein toller, klarer Sound… – das heißt. Experiment eindrucksvoll gelungen!

Die traditionelle Seite wurde aber, wie gesagt, nicht wirklich vernachlässigt. Dazu konnten sich jede Menge erstklassiger Instrumentalisten auf dem Werk austoben, wobei Sonny Garrish am Steel und Larry Beaird an der Akustik-Gitarre, Mandoline und Banjo zu den auffälligsten Akteuren zählen. Ein Genuss auch immer wieder den brillanten Brent Mason an der E-Gitarre zu hören, der bei Stücken, wie „Just A Memory“ (eine Nummer vom Debütalbum, diesmal als „Electric Version“) oder „It Always Rains“ einmal mehr beweist, warum er in Nashville zu den absoluten „Giganten“ der Gitarrenspieler gezählt wird. Sehr schön auch die Neueinspielung des Kendalls-Stückes „Make A Dance“, bei dem die Harmonievocals ihres verstorbenen Vaters mit eingebracht wurden.

Insgesamt ein tolles Jeannie Kendall-Album, das wunderbar den Bogen vom traditionellen Country zum modernen Country-Pop spannt, und sicher für Verfechter beider Ausrichtungen bestens geeignet sein dürfte. Und bei allen Mädels, die Jeannie laut Titel in sich vereint, ist eines sicher:  Sie ist ein klasse singendes Girl!

CbuJ Entertainment (2005)
Stil: New Country

01. All The Girls (I Am) – The Penny Whistle Song
02. You Just Don’t Get Me – Do You?
03. (Somewhere Between) Heaven & Mexico
04. Wild Honey
05. Keep Us Warm
06. Just A Memory
07. Your Picture, Your Pillow & Me
08. Out Of Loneliness
09. Make A Dance
10. It Always Rains
11. Shouldn’t Still Shake Me (Like You Do)
12. Worn Around The Edges

Jeannie Kendall
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Drew Kennedy – Dollar Theatre Movie – CD-Review

Klasse Album des in New Braunfels/Texas ansässigen Singer-Songwriters Drew Kennedy, der wahrlich alles im Blut zu haben scheint, was man (nicht nur) im Lonestar State benötigt, um es mit der starken Konkurrenz im Americana-/Roots-/Alternate Country-Bereich aufnehmen zu können. Kennedy, dessen Einflüsse nach eigenem Bekunden von Ryan Adams bis zu Guy Clark, von Johnny Cash bis zu Chris Knight, und von Waylon Jennings über Steve Earle bis hin zu Bob Dylan reichen, gilt bereits seit seinen Independent-Release von 2003, „Hillbilly Pilgrim; als absolut vielversprechender Geheimtipp, was sein nun vorliegendes, neues Werk „Dollar Theatre Movie“, produziert von Gerald Boyd, überaus eindrucksvoll bestätigt.

Großartige, genauso trockene, staubige, wie melodische, prima hängen bleibende, „storytelling“ Americana-Musik, die viel Wärme (vor allem durch Kennedys so angenehme, exzellente Stimme) ausstrahlt und trotz einer durchaus wahrnehmbaren Würze (teils schön angeraute Gitarrenriffs) sehr entspannt rüberkommt. Die CD enthält dreizehn Stücke, die alle aus der Feder von Drew stammen. Lediglich bei zwei Songs bediente er sich der Mithilfe seines Freundes Peter Dawson, mit dem er in der Vergangenheit viele Jahre lang zusammen auftrat, (bei „Take Me Home“), sowie Claire Cunningham (bei „Can’t Slow Down“). Kennedy singt, spielt Akustikgitarre, Piano und Harmonika.

Unterstützt wird er dabei von einer Schar starker Musiker, wie u. a. dem bereits erwähnten Gerald Boyd (Guitars, Bass, Keyboards), David Neuhauser (Gitarre, Piano), dem großartigen Lead-Gitarrist Keith Gattis (etatmäßig aus der Band von Dwight Yoakam), Chip Dolan (Akkordeon), Noah Jeffries (Banjo, Mandoline, Fiddle), und selbst bei den Harmoniegesängen ist mit dem Ehepaar Bruce Robison/Kelly Willis exzellente Vokal-Hintergrundarbeit garantiert. Kennedys Texte versprühen Witz und Intelligenz und sind, wie es sich bei ausdrucksstarken Singer/Songwritern gehört, im beigefügten Steck-Booklett des gelungenen Digipacks abgedruckt.

Vom hervorragenden, rootsig-rockig lässigen Opener „One To Blame“ (schöne Akustikgitarre, kratzige E-Gitarren-Riffs, staubig, trockenes Ambiente) bis zum schönen, abschließenden Root-Pop-Song „Second Time Around“ bekommt man herrliche Melodien, wunderschön instrumentiert in verschiedenen Tempolagen, geboten. „Ramblin’ Heart“, mit der fröhlichste Song des Albums, vereint beispielsweise feine Outlaw Country- und Wesctoast-Elemente zu einem flotten Mix, der ein wenig an eine Session der Nitty Gritty Dirt Band mit „good ole“ Waylon erinnern könnte. Das traurige „Goodbye“ besticht durch Neil Young-mäßige Harmonika-Einlagen, „Good Things“ hätte auch im Repertoire eines Steve Earle seine Daseinsberechtigung.

Das entspannt dahin groovende „Baytown“ erhält, nach einem stark an Allman Brothers „Melissa“ klingenden Intro, durch in diesem Genre eigentlich recht selten eingeflochtene Saxophon-Passagen,. „The New Me“ ist ein Plädoyer dafür, das zu verwirklichen, zu dem man sich berufen fühlt, auch wenn es mit Verlust oder Risiko verbunden ist und das erstklassige „Like A Thief“ ist ein knackig, flockiger Retro Countryrocker mit herrlicher Banjountermalung, dezent rockigen E-Gitarren-Einlagen und schönen Steelguitar-Klängen. Kennedys Gesang hat hier fast ein wenig Ähnlichkeit mit dem früheren Sänger der Marshall Tucker Band, Doug Gray (nur etwas rauer), was den Song wie eine tolle Mischung aus Poco und der Marshall Tucker Band erscheinen lässt. Tolle Nummer!

Die Schließung einer traditionsträchtigen Dancehall behandelt das emotional vorgetragene „The Last Waltz“, bei dem Storyteller Drew eine traurige Jodel-Einlage zum Besten gibt. Die starke Single „Take Me Home“ erinnert mit ihrem Southern-Flair und dem integrierten Fiddle-Spiel an die Ursprünge der Randy Rogers Band. Nicht nur textlich, sondern auch instrumentell (Mandoline/Akkordeon/Fiddle, klasse Harmonies von Kelly Willis) überzeugt das vorwiegend akustisch gestaltete, nicht laute, aber dennoch flotte und eine unterschwellige Energie versprühende, voller Heartland-Flair steckende (Chris Knight lässt grüßen) „Tomorrow’s Not Tonight“, dessen Refrain „I’ve got a hand in my pocket, but my pocket don’t lie, working for a dollar, just to bring me home a dime, I’m not in a hurry but I’m living on the fly, tomorrow I can worry, but tomorrow’s not tonight” allen gebeutelten Steuerzahlern aus der Arbeiter-Seele sprechen dürfte.

Mit „Dollar Theatre Movie“ hat Drew Kennedy bereits zu Beginn seiner Karriere hohe Maßstäbe im texanischen Alternate Country-/Roots-/Americana-/Singer-Songwriter-Bereich gesetzt. Absolute starke Konkurrenz für die Adams, Clarks, Robisons, Fosters, Earles, Ingrams, und wie sie noch so alle heißen in dieser Zunft!

Sustain Records (2007)
Stil: New Country

01. One To Blame
02. Ramblin‘ Heart
03. Goodbye
04. Good Things
05. Baytown
06 I’ll Make It Home
07. New Me
08. Can’t Slow Down
09. Like A Thief
10. The Last Waltz
11. Take Me Home
12. Tomorrow’s Not Tonight
13. Second Time Around

Drew Kennedy
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Darren Kozelsky – Let Your Mind Fly – CD-Review

Die Anhänger des „Red Dirt-Music-Movements“ dürfen sich freuen, mit Newcomer Darren Kozelsky ist eine weitere, hoch talenierte Attraktion am Start, die die „Texas Music-Charts“ bereits ordentlich durcheinander wirbelt. Wir freuen uns jedenfalls sehr, Darrens Debüt von 2006, „Let Your Mind Fly“, endlich präsentieren zu können – es lohnt sich ungemein! Kozelsky spielt eine herrlich knackige, erfrischende und in einem schön „saftigen“ Sound (vorwiegend Gitarren) arrangierte, sehr melodische New Country-Musik, die zum einen durchaus traditionelle Basiselemente aufweist, auf der anderen Seite aber durch diese typische „Red Dirt“-Mentalität bestimmt wird, wie man sie eben nur aus der Gegend um Texas und Oklahoma her kennt.

Man wähnt sich irgendwo an der Schnittstelle zwischen The Great Divide, deren einstiger Kopf Mike McClure (jetzt Mike McClure Band) das Werk prächtig produzierte, und Leuten wie Dierks Bentley, Blake Shelton, Pat Green oder einem frühen, noch Country-orientierterem Chris Knight als heute. McClure ist im übrigen weit über seine Produzentenfunktion hinaus an dem Werk beteilgt, so beim Songwriting (6 Lieder stammen aus seiner Feder, bzw. hat er mitkomponiert), wie auch mit seinem vorzüglichen Gitarrenspiel und Background-Gesang!

Dazu gesellt sich an Musikern nahezu alles, was in Texas Rang und Namen hat, wie z. B. Steelguitar-Guru Lloyd Maines (auch am Dobro), Tom Skinner am Bass, Eric Hansen am Schlagzeug, Reckless Kelly-Member Cody Braun (Harmonica, Fiddle), Riley Osbourne (Piano, B3-Organ), Gitarrero Travis Linville und mit Amanda Braun und Jamie Wilson zwei richtig starke Sängerinnen, die bei etlichen Stücken wunderbare Harmony Vocals einfließen lassen. Weitere „Prominenz“ begegnet einem sogar beim „Engineering“ mit den Größen Adam Odor und John Silva, abgemischt und gemastered hat kein geringerer als Joe Hardy (u. a. Laidlaw / ZZ Top)!

Alles praktisch Traumvoraussetzungen für ein großartiges Album – und der Debutant nutzt seine Chance ohne jeden Abstrich! Kozelsky erledigt seinen Gesangsjob mit beeindruckender Ruhe und Abgeklärtheit. Seine kraftvolle Stimmlage im überaus angenehmen Baritonbereich passt vorzüglich zu den entworfenen Songstrukturen. Bei drei Stücken, die mit zu den Highlights des Albums gezählt werden dürfen, hat er zudem selbst kompositorisch Hand angelegt. „Messed Up In Love“ ein lockerer, aber sehr knackiger, bestens zum Cabrio-Cruisen geeigneter Countryrocker mit tollem Akustik-/E-Gitarren-Rhythmus, satten E-Gitarren-Fills, schönen, weiblichen Harmonies und einem starken E-Solo am Ende, das Steel-getränkte „Loving You“ im Stile der Django Walker Band und mit „Why Do I Dream“ eine emotionale, relaxte und supermelodische Ballade die gar an Nashville-Leute der Marke Trace Adkins zu erinnern scheinen.

Vorzüglich dabei das Harmonieren von Steelguitar und Piano. Klasse! Der blonde Sänger mit Surferstatur gibt bei allen Tracks einfach eine äußerst gute Figur ab. Sehr stark natürlich auch die Nummern, die Mike McClure sehr abwechslungsreich hat einfließen lassen. So zum Beispiel der traumhafte Opener „Cool Grass“ in seinem tollen Country &Western-Flair (wimmernde Steelguitar, herrliche Melodie), das stark an The Great Divide erinnernde „Name On Her Wing, das von Lloyd Maines mit seinem Dobro blendend akzentuierte „Other Side Of Morning“, das furiose, southern-rockige, mit Haudegen Tom Skinner ausgeklügelte „Down Into Black“, bei dem man sich wahrer Slide-Attacken erwehren muss (absolutes Highlight), oder die mit dezent mexikanischem Touch versehenen „Love Lays Before You“ und „Standing In A Moment“ (wobei einem sogar Namen wie Blake Shelton als Vergleichsgröß einfallen).

Dazu gibt es mit der Neuauflage des alten Merle-Haggard-Klassikers „Running Kind“ (der Refrain bohrt sich regelrecht im Ohr fest) und dem voller Westcoast-Feeling steckenden „Restless Spirits“ (Darren singt hier wie der junge Glenn Frey) aus der Feder von Red-Dirt-Recke Bob Childers noch ein wenig hochklassiges „Nostalgie-Feeling“. Am Ende ertönt als Zusatz-Bonbon noch ein trockener, acoustic-based „Hidden-Track“, der eindeutig Kozelskys Ambitionen im Singer/Songwriter-Bereich untermauert. Fazit. „Let your mind fly“ ist einfach ein klasse Album geworden, das durchweg großartigen, abwechslungsreichen, knackigen und erfrischenden „Red Dirt“-New Country bietet, dem man sich kaum entziehen kann.

Und so ließ letztlich kein Geringerer als Wade Bowen angesichts dieses Debüts seiner Begeisterung freien Lauf, indem er feststellte. „Darren has one of the best debut albums of any artist I have heard from in this scene. His powerful voice and remarkable character will take him extremely far. I see and hear a person determined to achieve success and I have no doubt he will”. Von unserer Seite her ebenfalls klar unterschrieben! Ein toller Bursche, dieser Kozelsky!

Major 7th Entertainment (2006)
Stil: Red Dirt

01. Cool Grass
02. Messed Up In Love
03. Mind Over Matter
04. Name On Her Wing
05. Loving You
06. Other Side Of The Morning
07. Running Kind
08. Only Just Your Friend
09. Down Into Black
10. Restless Spirits
11. Love Lays Before You
12. Why Do I Dream
13. Standing In A Moment

Darren Kozelsky
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Lantana – Unbridled – CD-Review

Lantana sind ein überaus vielversprechendes, sehr talentiertes, texanisches Damen-Trio, das sich mit seinem von einem schönen, staubigen Border-Flair tangierten, traditionell verwurzelten, aber dennoch absolut zeitgemäßen, astreinen Texas-Country anschickt, auch über die Grenzen des Lonestar-States hinaus, in der Welt des Country Fuß zu fassen. Ob sie dabei mit der selben Robustheit und Anpassungsfähigkeit ausgestattet sind, wie man es der Blume (dem Wandelröschen) nachsagt, nach der sich die drei bezaubernden Ladies benannt haben, um in diesem hart umkämpften Business auf Dauer erfolgreich arbeiten zu können, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

Doch die Chancen stehen sehr gut, denn mit ihrem klasse Debütalbum „Unbridled“ ist in jedem Fall ein Anfang in die richtige Richtung gelungen. Biz Haddock und Karol Ann DeLong, beide aus Texas stammend, sowie die aus Kanada zugezogene Dalene Richelle können sich dabei auf eine fundierte musikalische Ausbildung seit frühester Kindheit stützen. Unter die Fittiche genommen wurden sie vom erfahrenen Musiker, Songwriter und Produzenten Bill Green, mittlerweile auch Inhaber des BGM-Labels ist, das Lantanas Erstling nun veröffentlichte.

Ein Album, das sich wirklich sehen lassen kann! Man bewegt sich überwiegend im traditionellen, allerdings eindeutig texanisch verwurzelten Country-Bereich, wirkt dabei dennoch modern. Die Musik klingt trocken und frisch zugleich, entwickelt in Ansätzen gar hin und wieder mal Berührungspunkte zum Bluegrass, und balanciert gleichzeitig zwischen staubigem Americana-Flair und melodischer Nashville Kompatibilität. Auch bluesige, funkige, poppige und swingende Ansätze sind zuweilen spürbar. Es passt alles prima zusammen. Zumeist recht knackig arrangiert, hören wir eine gelungene Mischung aus flotten und balladeskeren Stücken. Klasse (Harmonie)Gesang der Mädels!

Unweigerlich ist man geneigt einen Vergleich mit SheDAISY oder den Dixie Chicks zu ziehen, doch, auch wenn dies nicht ganz von der Hand zu weisen ist, Lantana klingen wesentlich Roots-fundierter, bei weitem nicht so mainstreamig und durchaus etwas „kantiger“. Unbekümmerter Texas Country eben! Die großartigen Begleitmusiker stammen allesamt aus dem schier unerschöpflichen Fundus texanischer Szene-Cracks, wie unter anderem auch Bobby Flores (Gitarre, Fiddle, Mandoline) und Tommy Detamore (Dobro, Lap Steel). Den Auftakt des Werkes macht die erste Single der Band, „Country As A City Girl Can Be“. Ein dezent poppig angehauchter, dennoch traditioneller, melodischer, schwungvoller Song, der alles beinhaltet, was das Countryherz begehrt. Sirenenartige Fiddle, feine Mandolinen-Tupfer, schönes Honkytonk-Piano und die passenden Steelguitar-Fills!

„I Ain’t No Jailer“ ist ein wunderbar groovender Country-Blues mit tollem Wechselspiel zwischen Akustikgitarre und Dobro, sowie einer kurzen Banjopassage. Bei Stücken wie „You Know How It Is“ oder „Give“ erinnern die Harmoniegesänge der Drei sehr an die der bereits erwähnten SheDaisy. Stark auch das von einem grassigen Feeling und viel Schwung geprägte „The Juice Ain’t Worth The Squeeze“ (einzige Eigenkomposition der Drei, was auf eine Menge durchaus vorhandenes Songwriting-Potential schließen läßt), dem man gar ein typisches Waylon-like Outlaw-Flair nicht absprechen kann, der herrlich melodische, prächtig tanzbare (klasse „Futter“ für die Linedancer) Honky Tonk-/ Roadhouse- Country-Feger „Savin‘ It Up For Saturday Night“ mit seinem klasse Fiddle-/Steel-/Gitarren-Zusammenspiel und die traditionelle, knackige Redneck Countrynummer „What Turns Me On“, bei der Parallelen zu Gretchen Wilson festzustellen sind!

Als kleines Schmankerl gibt es zudem eine absolut gelungene Countryversion (mit Banjo, Fiddle und würziger Electric Slide/Lap Steel)) des alten REO Speedwagon-Rock-Klassikers „Roll With The Changes“. Die partytaugliche Countryrock-Nummer „Feel Like Rockin’“ am Ende der CD, mit klasse Harmonikaspiel von „Label-Boss“ und Produzent Bill Green und typischem Honkytonk-Klavier, dürfte vor allem bei ihren Live-Gigs prima ankommen. Ein frischer Abschluss eines durch und durch gelungenen, interessanten und abwechslungsreichen Albums.

Alle Texte der Tracks und ein paar nett anzuschauenden Aufnahmen der Protagonistinnen im 8-seitigen Klapp-Booklet runden das Ganze ab! Glückwunsch Mädels, ein prima Debut! Der Name passt schon… – wie eure pflanzlichen Namensgeber seid ihr ein willkommener, absolut bereichernder, bunter Farbtupfer in der großen Countrylandschaft rund um Texas.

BGM Music Media (2006)
Stil: New Country

01. Country As A City Girl Can Be
02. Ride’em Cowboy
03. I Ain’t Your Jailer
04. The Juice Aint‘ Worth The Squeeze
05. No Trespassin‘
06. Everything
07. You Know How It Is
08. Let Somebody Love You
09. Give
10. Roll With The Changes
11. Savin‘ It Up For Saturday Night
12. What Turns Me On
13. Feel Like Rockin‘

Lantana
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Bärchen Records

Lonestar – Coming Home – CD-Review

Sechstes Studio-Album von Lonestar! Und vielleicht sogar ihr Stärkstes! Glaubte man auf ihren ebenfalls durchaus guten letzten beiden CDs „I’m Already There“ und „Let’s Be Us Again“ aufgrund des immensen Erfolgsdruckes dennoch leichte Abnutzungs- bzw. Stagnationserscheinungen zu erkennen, belehren die Herren Richie McDonald, Keech Rainwater, Michael Britt und Dean Sams Fans und Kritiker mit „Coming Home“ eines Besseren. Sicher auch ein Verdienst ihres neuen Produzenten Justin Niebank, dem es mit minimalistischer Methode gelungen ist, Lonestar wieder mehr zurück in Richtung ihrer Anfangsalben zu fokussieren, ohne dabei auch nur den Hauch ihres schon immer existierenden, modernen New Country-Flairs einzubüßen.

Im Gegenteil, die Texaner wirken frischer denn je! Insgesamt waren sie nie knackiger, was bedeutet, dass die Uptempo-Nummern in der Überzahl sind. Wir erleben so viele „echte“ Country-Bezüge, wie schon lange nicht mehr, tolles Songwriting mit namhaften Co-Autoren, wie z. B. Brett James (5x Richie, 1x Michael, 1x Dean), intelligent ausgewählte Fremdkompositionen (u. a. von Dean Maher, Tom Douglas), klasse instrumentelle Darbietung in Verbindung mit vielen Gastmusikern (u. a. Shannon Forrest, Michael Rhodes, Bryan Sutton, John Willis, Russ Pahl, Gordon Mote, Jonathan Yudkin, etc.) und mal wieder eine gesangstechnische Klasseleistung von Frontmann Richie McDonald, der einmal mehr alles aus seiner phantastisch wohlklingenden Stimme herausholt!

Los geht’s mit der Singleauskoppelung „You’re Like Coming Home“, bereits hoch in die Billboard-Singles-Charts eingestiegen ist. Eine knackig rhythmische Countrypopnummer mit toller Melodie, gewürzt mit Dobro, Mandoline und tollen Gitarren. Geht richtig gut ab und bringt Sonne in die Herzen! Prognose. Wird noch an der Spitzenposition der Charts kratzen! Direkt einen drauf setzt dann noch „Doghouse“, das noch eine Spur rockiger rüber kommt. Fiddle, E-Gitarren, Dobro, kleine Soli und Gordon Motes Wah-Wah-Clavinet-Effekte sorgen für jede Menge Pep!

Doch keine Lonestar-Platte kommt vollkommen ohne ihre berühmten Balladen aus! Während „I Am A Man“ noch an der Grenze zum Midtempo liegt (sehr ausdrucksstarker Gesang Richies), folgt „I’ll Die Tryin'“ (Fremdkomposition aus der Feder von Steve Bogard und Jeremy Stover) ganz dem Stil ihres einstigen Superhits „Amazed“. Kein anderer kann im Country-Circuit romantische Herz-Schmerz-Liebeslieder wohl authentischer rüberbringen als Lonestars Leadsänger. Ebenfalls ruhiger sind „I Never Needed You“, wo Sara Evans die Harmonies beisteuert (erinnert an Tim McGraw/Faith Hill-Duette), und „I Just Want To Love You“, ebenfalls ein echter „Schmachtfetzen“, wie der Titel es schon vermuten lässt. Im Midtempobereich liegen Songs wie „Little Town“, eine sympathische
Hommage auf ein intaktes Kleinstadtleben, sowie das Steel-, Mandolinen- und Akkordeon- getränkte, sehr relaxt dahinfließende „Two Bottles Of Beer“.

Die Highlights stellen aber diesmal eindeutig die temporeicheren Stücke dar. „Wild“, wie der Name es schon ausdrückt, ist ’ne richtig wilde Nummer, deren treibender Boogie-Rhythmus gar ein wenig an ZZ Top zur „Eliminator“-Phase zu erinnern scheint. „Noise“ ist wieder ein flotter Countryrock/-pop-Song, der durch feine Tempowechsel und seine kraftvolle Performance besticht. Bleiben noch zwei eher traditionell ausgerichtete Lieder („What’s Wrong With That“ und „When I Go Home Again“), die aber richtig Laune machen. Heulende Fiddles, klasse E- Gitarren und Honkytonk-Piano sorgen für prächtige Country-Stimmung!

Alles in allem eine prima zusammengestellte, kurzweilige Mischung! Lonestar hat der frische Wind, den Justin Niebank der Truppe eingehaucht hat, spürbar gut getan. „Coming Home“ ist ein Album, dass die Band in absoluter Bestform präsentiert!

BNA Records (2005)
Stil: New Country

01. You’re Like Comin’ Home
02. Doghouse
03. I’m A Man
04. I’ll Die Tryin’
05. Wild
06. Noise
07. Little Town
08. I Never Needed You
09. What’s Wrong With That
10. Two Bottles Of Beer
11. I Just Want To Love You
12. When I Go Home Again

Lonestar
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Dustin Lynch – Same – CD-Review

Er sieht aus wie ein George Strait in jungen Jahren, schwärmt für Garth Brooks und ist mit einer markanten Stimme (pendelnd irgendwo zwischen Jason Aldean und Trace Adkins) gesegnet. Also beste Voraussetzungen dafür, um die Neo-Traditionalisten-Szene Nashvilles zu bereichern. Die Rede ist von dem aus Tullahoma, Tennessee stammenden, hochtalentierten Dustin Lynch, der jetzt sein Debüt vorlegt, das sowohl Traditionalisten wie auch Vertreter moderner Töne begeistern wird.

Wenn dann noch ein erfahrener Produzent in diesem Bereich wie Brett Beavers (ihm assistierte Luke Wooten) hinzukommt, der ja einen Künstler wie Dierks Bentley, der ähnlich strukturiert ist, sehr erfolgreich betreut hat, sind geradezu perfekte Voraussetzungen für einen glänzenden Start vorgegeben. Entdeckt wurde Dustin, der 2003 nach Nashville zog und dort direkt ein Appartement unweit des berühmten Bluebird Cafes (ein angesagter Treffpunkt für Songwriter) bezog, vom Manager Justin Moores und landete schließlich beim für seine Qualität bekannten Broken Bow Records Label.

Und hier wurden dann auch wieder „Nägel mit Köpfen“ gemacht. Lynch wurde beim Songwriting (neben ein paar klug gewählten Fremdkompositionen) von namhaften Schreibern (u.a. Tim Nichols, Justin Weaver, Kelly Archer, Josh Leo und Brett Beavers samt Bruder Jim) unterstützt. Die musikalische Umsetzung erfolgte durch einen ganz exklusiven Kreis an Studiogrößen wie Tommy Hardin, Jimmy Carter, Rob McNelley, JT Corenflos, Jerry McPherson, Ilya Toshinsky, Steve Sheehan, Michael Rojas, Mike Johnson und Larry Franklin sowie einigen Backgroundsängern/-innen. Gerade die Gitarristen sorgen mit ihren sehr southern-trächtigen Fills und Soli für ungemein viel Spaß und Feuer.

Die Produktion ist wunderschön klar und kräftig gelungen, sodass ein echter Hörspaß garantiert ist. Bis auf den Bonustrack „Your Plan“, der sehr speziell ist und sich vom Rest deutlich unterscheidet (Dustin singt nur zur Akustikgitarrenbegleitung in einem Zwiegespräch mit Gott) hat man (die Radiostationen) hier die Qual der Wahl bei der Bestimmung des Songs mit dem größten Hitpotential. Ein Track nach dem anderen geht runter wie Öl, tolle Melodien, klasse Instrumentierungen, alle Tempi, dazu ein Protagonist, mit einer unglaublich variablen und guten Stimme für sein junges Alter.

Als Single wurde es dann schließlich die atmosphärische Westernballade „Cowboys And Angels“ (pathosbelegte Stimme Dustins Richtung Trace Adkins/ Eddie Montgomery, Bariton-/Steelgitarre, klasse E-Gitarren-Solo), die mittlerweile ganz stark die Top Ten der Billboard Charts angreift. Toller Song, ein Kandidat für die „Marlboro-Werbung“. Da sieht man vorm geistigen Auge direkt die Cowboys in kristallklarer Nacht am Lagerfeuer, mit Kaffeetasse und Glimmstengel „bewaffnet“, verträumt gen sternenbedecktem Firmament dreinblicken…

Vom gut abgehenden Opener in Jason Aldean-Manier „She Cranks My Tractor“ (Banjo-, Fiddle, Steel-, E-Gitarre mit schöner Solo-Kombi) über die leicht poppig angehauchten „Wild In Your Smile““(da leiert die Steel sogar ein wenig in Shania Twain-Tradition), „Yeah Yeah Yeah“ (herrliche Pianofills von Rojas) oder „Unwind It“ (saustarke Southern Guitars) bis zu ruhigeren Sachen wie „Rock You Sweet“ (entspanntes E-Gitarren-Solo) und „Hurricane“ (wieder mit viel Pathos vorgetragen, Steeluntermalung, feine Hamonies) ist für jeden Countryliebhaber etwas dabei. Die Refrains samt ihrer Titel haben hohen Wiedererkennungswert und speichern sich unwillkürlich im Gedächtnis ab.

Gegen Ende, vor dem o.a. Bonusstück, lässt es Dustin mit seinen Musikern nochmal richtig krachen. „Name On It“ ist ein satter, schwer stampfender Southern Country Swamper mit grandiosen, kraftvollen E-Gitarren, der auch einem Trace Adkins auf dem Leib geschnitten wäre. Fetter Stoff! Dustin Lynch ist mit seinem flotten Debüt ein Husarenstreich gelungen. Die Scheibe ging sofort auf die Nr. 1 der Billboard Country-Charts. Tolle Sache für ein Debut. Er nimmt sowohl Traditionalisten wie auch Anhänger moderner Töne in ein Boot und es passt alles hervorragend zusammen. Ein perfekter Start in eine vielversprechende Karriere. Dicke Konkurrenz für die bisherigen Platzhirsche Adkins, Bentley, Shelton & Co. Toller Bursche dieser Dustin Lynch!

Broken Bow Records (2012)
Stil: New Country

01. She Cranks My Tractor
02. Waiting
03. Cowboys And Angels
04.Wild In Your Smile
05. Last Lap
06. Sittin‘ Pretty
07. Yeah Yeah Yeah
08. Rock You Sweet
09. Unwind It
10. Hurricane
11. Dancing In The Headlights
12. Name On It
13. Untitled
14. Your Plan (Bonus Track)

Dustin Lynch
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Kathy Mattea – Right Out Of Nowhere – CD-Review

Mit fast dreißig Jahren Bühnenerfahrung und über zwanzig-jähriger Präsenz in Nashville zählt die 1959 in Cross Lane, West Virginia geborene Kathy Mattea ohne Zweifel zu den etablierten Größen von Music City. Weit mehr als ein Dutzend Longplayer, eine gute Hand voll Top-Ten-Hits, zahlreiche Auszeichnungen, wie CMA-Awards oder Grammys in den unterschiedlichsten Kategorien gelten als Indiz dafür, dass ihr Name für Abwechslung, Ausdauer und Qualität bürgt. Mattea hat trotz ihrer Country-Singer/Songwriter-Attitüde immer wieder experimentiert und versucht, unterschiedlichste Arten und Stile in ihre Musik einzuflechten, manchmal mehr, manchmal weniger kommerziell ausgerichtet.

Mit „Right Out Of Nowhere“ hat sie diesmal ein wunderbares, recht selbstbezogenes Werk abgeliefert, obwohl sie nur bei einem einzigen Song als Co-Writerin in Erscheinung tritt. Als Hintergrund kann man den Tod beider Elternteile sowie das Scheitern ihrer langjährigen Ehe vermuten. In vielen Texten drängen sich autobiographische Bezüge zur Interpretation förmlich auf. Trotz der nachdenklichen und sehr persönlich anmutenden Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht, ist ihr ein starkes Werk gelungen, das voller Abwechslung steckt Von Depression oder Resignation keine Spur.

Im Gegenteil, Stücke wie „Loving You, Letting You Go“, „I Hope You’re Happy Now“ oder „Give It Away“ gelten als Indiz für einen weit vorangeschrittenen, positiv zu bewertenden Verarbeitungsprozess. Kathy Matteas neue Scheibe lebt aber nicht nur von der textlichen Qualität, sondern, neben ihrer wie immer sehr variablen Gesangsperformance, auch von dem außergewöhnlichen, geradezu hervorstechenden, instrumentellen Können ihrer langjährigen großartigen Tour-Begleitband, die sich diesmal auch im Studio „austoben“ durfte.

Was Leute wie Bill Cooley (guitars, dobro), Carson Whitsett (keyboards), Eamonn O’Rourke (fiddle , mandolin), Jim Brock (drums, percussion), Rick Blackwell (bass), Randy Leago (keyboards, accordion, harmonica), Paul Martin (background vocals), Terry Wilson (background vocals), John Vezner (background vocals), aber auch Gäste wie Suzy Bogguss, Darrell Scott, die Settles Connection (alle background vocals) oder Jim Hoke (harmonica) an musikalischen Highlights abliefern, ist fast nicht zu toppen. Hier greift ein Instrument stimmungsvoll ins andere, immer wieder mit kleinen auf den Punkt gebrachten Solo-„Schlagabtäuschen“ als Sahnehäubchen vollendet.

Man merkt sofort, das hier eine richtig eingespielte Truppe zur Tat schreitet. Ein wahres Audio-Erlebnis, besonders mit dem Kopfhörer! Das Werk startet direkt mit zwei absoluten „Earcatchern“. „Right Outta Nowhere“, eine richtig entspannte Nummer, mit wunderschöner Orgeluntermalung, klasse Akkordeon-Fills und starker Gitarrenarbeit von Bill Cooley, anschließend außergewöhnlich gut gelungene Stones -Cover „Gimme Shelter“, das von einem kratzigen Akustik-Gitarrenrhythmus und fulminanter Percussion-Leistung getragen wird, inbegriffen Mandolinen-, Flöten- und Akustik-Solo-Einlagen. Prachtvoller Bluegrass-rooted Singer/Songwriter-Rock voller herrlicher Rhythmik! Toll!

Ihrem schottischen Folk-Studium Anfang der Neunziger zollt sie mit „Love’s Not Through With Me Yet“ Tribut, wo keltische Elemente (Whistle-Töne) und Country-spezifische Songstrukturen ineinander fließen. Bei Stücken wie „Hurt Some“ (mit klasse Dobrospiel), dem bluesigen CCR-Cover „Down on The Corner“ oder „Wade In The Water“ wird dank der Background Vocals der Settles-Familie (Connection) eine sehr dezente Gospel-Note mit eingeflochten, ohne aber allzu dominant zu wirken. Alles ist sinnvoll zusammengefügt!

Ein starkes, country-orientiertes, melodisches Singer/Songwriter-Album mit jederzeit präsenten Bezügen zu Nashville, jedoch weit entfernt vom Mainstream-Country! Kathy Matteas „Right Out Of Nowhere“ passt hervorragend in die nun beginnende herbstliche/winterliche Zeit, an der die Abende länger werden, wo man sich gerne mal bei dezenter Kerzenbeleuchtung auf der Couch in eine Decke kuschelt, um sich dann bei einem guten Gläschen Wein, Whisky oder Cognac zu herzerwärmend guter Musik die verdiente Entspannung zu gönnen.

Narada Records (2005)
Stil: Singer/Songwriter

01. Right Outta Nowhere
02. Gimme Shelter
03. Hurt Some
04. Love´s Not Through With Me Yet
05. Loving You, Letting You Go
06. Live It
07. I Hope You’re Happy Now
08. Down On The Corner
09. Only Heaven Knows
10. Give It Away
11. Wade In The Water

Kathy Mattea
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