Ingvay – Still Moving – CD-Review

Review: Michael Segets

Während die Fußballwelt nach Amerika schaut, lohnt es sich zurzeit in Sachen handgemachter Musik durchaus, den Blick auf deutsche Künstler zu richten. Vor Kurzem trat J Schlueter mit seinem Solo-Debüt als Songwriter in Erscheinung, nun bringt Ingvay sein fünftes Album „Still Moving“ heraus. Der Hannoveraner begann seine Karriere als Toningenieur u. a. für Johnny Logan und deutsche Musiker wie Heinz Rudolf Kunze, Thomas D oder Max Mutzke. Für „Still Moving“ holte er sich Matthias Meusel (Schlagzeug), Uwe Seemann (Bass), Ulrich Rode (Gitarre) und Maik Schott (Keys) ins Studio.

Die neue CD hat ihre Wurzeln im Rock ’n Roll und wird gelegentlich mit einer Prise Blues und Americana versehen. Wie der Titel des Longplayers bereits andeutet, versteht Ingvay Leben als Bewegung. Aufbruch, Weg und Ankommen sind dabei Themen, denen sich die Songs widmen.

Mit „The Old Way“ startet das Album schwungvoll. Dem klassisch gemachten Rocksong, der sich besonders durch seinen eingängigen Refrain auszeichnet, folgt „Get Up“, der ebenfalls straigt forward geht. Beide Songs wurden berechtigterweise bereits ausgekoppelt. Gradlinigen Rock ’n Roll bietet später auch „Back To The Sun“. Beim „Some Kind Of Rock ’n Roll“ mischt Ingvay etwas Bluesrock hinein. Auch die Gitarren am Anfang von „Give Me A Shot” sind vom Blues inspiriert. Der Song erhält mit dem mehrstimmigen Gesang im Chorus einen nahezu hymnischen Charakter und wird zudem durch ein kurzes Gitarrensolo gewürzt.

„On Monday“ startet zurückhaltend, entwickelt sich dann aber zu einem harmonischen Roots Rock. Ein ebenso starkes Stück ist „New Reflection“. Hier beweist Ingvay erneut, dass er ein Händchen für einprägsame Refrains hat. „Wake Up This Time“ zeichnet sich gleichfalls durch seinen Chorus – nochmals mehrstimmig vorgetragen – aus, durch den der Titel eine beeindruckende Kraft entfaltet. Auch die ruhigeren Tracks – das melodiöse „Home By The River“ und das reduziert instrumentalisierte „Almost There“ – überzeugen.

Ingvays „Still Moving“ ist ein empfehlenswertes Album, das Freunde des ehrlichen, handgemachten Rock sicher anspricht. Vor allem beherrscht Ingvay die Kunst, eingängige Refrains zu schreiben ohne dabei trivial zu sein. Das Songwriting orientiert sich am Old Way, wirkt dabei aber frisch und alles andere als angestaubt.

Magic Mile Music (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. The Old Way
02. Get Up
03. Home By The River
04. Some Kind Of Rock ’n Roll
05. Now I Can See
06. Give Me A Shot
07. Wake Up This Time
08. New Reflection
09. Back To The Sun
10. On Monday
11. Almost Here

Ingvay
Ingvay bei Facebook
Superlife Promo

INGVAY – One Magic Mile – CD-Review

Hinter dem Namen INGVAY verbirgt sich der weitgereiste Hannoveraner Musiker Ingo Schmidt, der mit „One Magic Mile“ nun mehr sein drittes Studiowerk nachlegt. ‚Bewegung‘, welcher Art auch immer, ist auch das übergreifende Thema dieser Scheibe, wie man es schon sofort an vielen Songtiteln beim Blick auf die Trackliste erkennen kann.

Der von JJ Cale begeisterte Protagonist (lead vocals, guitars) hat dazu seine langjährigen musikalischen Weggefährten Matthias ‚Maze‘ Meusel (drums), Uwe Seemann (bass, bgv) und Ulrich Rode (guitars, bgv) in seinem Magic Mile Music-Studio um sich versammelt und die sieben Eigenkreationen und vier Coverstücke an einem Tag eingespielt.

Seine mannigfaltigen Erfahrungen als Sound Engineer bescheren dem Hörer ein nahezu perfektes Blues Rock-Klangerlebnis. Unter den Coverversionen befinden sich u. a. demnach auch zwei Stücke aus dem Cale-Dunstkreis, wie das durch Lynyrd Skynyrd zu weiterer Popularität gelangte „Call Me The Breeze“ und „One Step Ahead of The Blues“ von seinem damaligen „Grasshoppers“-Album, geschrieben allerdings von Roger Tillison.

Zu den Highlights des Werkes zählen aber besonders Stücke aus der eigenen Feder wie die fluffigen „Midnight Journey“ und „Working Time“ (beide der Art ‚JJ Cale meets ZZ Top‚), das ein wenig an Tony Joe White erinnernde „I’m On My Way“ (mit schönem Bass-Intro) oder „Walk On By“ (mit „Cocaine“-Reminiszenzen und einem herrlichen E-Gitarren-Bass-Kombi-Outro).

Hinter letztgenanntem Track hätte ich persönlich die CD auch ausklingen lassen, das finale „Soulshine“ kann leider so garnicht mit dem Haynes-Original mithalten. Hier treten dann doch vor allem die stimmlichen Qualitätsunterschiede am deutlichsten hervor, die man schon meist eine Meile gegen den Wind hört, wenn sich deutsche Sänger an amerikanischem Liedgut ausprobieren. Hier bildet Ingo Schmidt leider auch keine Ausnahme.

Insgesamt aber ist „One Magic Mile“ von INGVAY eine klasse Scheibe mit vielen starken E-Gitarren, viel nostalgischem Spirit, tollem differenzierten Sound und auch einigem Southern-Flair. Es dürfen gerne weitere Musikmeilen, magisch hin oder her, in Angriff genommen werden!

Eigenproduktion (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Midnight Journey
02. Here We Go
03. Call Me The Breeze
04. Turn Your Life Around
05. Working Time
06. One More Ticket
07. One Step Ahead Of The Blues
08. I’m On My Way
09. Machine Gun Kelley
10. Walk On By
11. Soulshine

INGVAY
INGVAY bei Facebook
bangup bullet Promotion