Phil Stacey – Same – CD-Review

Phil Stacey erlangte nationale musikalische Aufmerksamkeit als Teilnehmer und Finalist der sechsten American Idol Staffel 2007, bei der er letztendlich den sechsten Platz belegte. Der in Harlan County/Kentucky geborene und in Ohio aufgewachsene Sänger verpflichtete sich nach dem Abschluss seines Gesangsstudiums in Jacksonville, Florida bei der Marine und wurde dort Mitglied der sehr angesehenen Navy Band „Southeast“. Nach Abschluss der kräftezehrenden American Idol-55-Städte Tour, begab er sich zur Regeneration in die Naval Reservate.

Anschließend zog er mit seiner Familie (zwei Töchter) nach Nashville, wo er den Vertrag mit dem erfolgreichen Lyric Street Records Label (u.a. Rascal Flatts, Bucky Covington, SHeDAISY) unterzeichnete. Sein gleichnamig betiteltes Debütalbum wurde vom Allrounder (Musiker, Songwriter, Produzent) Wayne Kirkpatrick (Little Big Town) mitgestaltet und produziert. Beim Songmaterial handelt es sich ausschließlich um Kompositionen von Fremdautoren (u.a. Wendell Mobley, Rivers Rutherford, Wayne Kirkpatrick, Neil Thrasher, Jason Sellers, Tony Martin, Gary Levox), die aber augenscheinlich klug ausgewählt wurden und dem guten Phil Stacey förmlich „auf dem Leib“ geschrieben worden sind.

Die CD überzeugt in ihrer Gesamtheit vor allem durch ihre Dynamik (relativ kleiner Balladenanteil), wobei die glänzenden Musiker (allen voran natürlich Wayne Kirkpatrick, aber auch Chris McHugh mit seinem fetzigen Drumming) und Phil mit einer sehr variablen Gesangsperformance eine nahezu perfekte Symbiose bilden. Auf der Scheibe regiert in großen Auszügen „gute Laune pur“. Musik, so richtig gut geeignet für die sommerliche Cabriotour zum nächsten Badesee. Das mit elf Liedern bestückte Werk „flutscht“ regelrecht durch den CD-Player und beinhaltet von poppigem bis rockigem New-Country so ziemlich alles was im Mainstream-Nashville angesagt ist. Trotzdem wurden die country-typischen Elemente wie Steelguitar und Fiddle nie außer Acht gelassen.

Zudem sorgt der überragend aufspielende Kirkpatrick mit verschiedensten Gitarrenvariationen (National-, High-String-, Acoustic-, Mando-guitar, Banjitar, Melodica, Dobro) für viel zusätzlichen Pep. Die vorab veröffentlichte Single „If You Didn’t Love Me“ (aus der Mit-Feder von Rascal Flatts-Sänger Gary Levox), die irgendwo zwischen Rasal Flatts und Keith Urban pendelt, konnte bereits Platz 29 in den Charts erklimmen. Wie bereits erwähnt, bewegen sich die meisten Stücke im gehobenen Midtempo-/Uptempobereich („It’s Who You Know“, „Looking Like Love“, „Be Good To Each Other“, „Find You“, „What I’m Fighting For“, „Identity“) und animieren mit ihren eingängigen Refrains schon ein wenig zum Mitsingen. Aber auch im balladesken Sektor weiß Stacey durchaus zu gefallen.

Das pianobetonte „No Way Around A River“ erinnert beispielsweise an Phil Vassar und bekommt durch Stacey’s Stimmähnlichkeit zu Don Henley auch einen unterschwelligen Eagles-Teint. Ein wenig aus dem Rahmen fallend, aber mit der stärkste Track des Werkes ist „Round Here“, das von Kirkpatrick zusammen mit dem Little Big Town-Vierer Karen Fairchild, Jimi Wesbrook, Kimberly Schlapman und Philip Sweet geschrieben wurde: Polternde Drums, eine tolle Untermalung mit E- und Akustik-Gitarren, Banjitar, Dobro und Orgel sorgen für schwüle Southern-Country-Rock-Atmosphäre, wobei Phil Staceys Gesang hier in bester Van Zant-Tradition rüberkommt. Ein klasse E-Gitarren-Solo von Gordon Kennedy und ein satter Instrumentalausklang mit „dicken“ B3-Orgel-Einlagen von Phil Madeira bieten hier musikalischen Hochgenuss.

Phil Stacey hat mit seinem flotten Debüt eine erste vielversprechende „Duftmarke“ in Nashville gesetzt. Lyric Street Records haben mit Phil Stacey wieder einmal ein feines Näschen für Newcomer bewiesen! Da ist bestimmt noch einiges zu erwarten.

Lyric Street Records (2008)
Stil: New Country

01. It’s Who You Know
02. Looking Like Love
03. If You Didn’t Love Me
04. No Way Around A River
05. `Round Here
06. Be Good To Each Other
07. Find You
08. You Are Mine
09. What I’m Fighting For
10. Still Going Through
11. Identity

Phil Stacey
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