Sean Webster Band – 20.08.2026, Backyard Club, Recklinghausen – Konzertbericht

Premiere für das SoS, beziehungsweise auch mich, im Backyard Club in Recklinghausen. Klemens Kübber, in Blues-/Blues Rock-Kreisen eine jahrzehntelange geschätzte Koryphäe in Sachen, Wissen, als auch Organisator und Vermittler zwischen Künstlern, Locations und auch Medienleuten, hatte mich überzeugt, noch den Weg, von der Arbeit in Essen aus, in die westfälische Metropole anzutreten.

Nach vielen vielen Jahren Engagement im urigen topos in Leverkusen und dem damit verbundenen Jazz Lev. e.V., ist er nach 46 Jahren im Rheinland zurück in seine Heimatstadt Recklinghausen gekehrt und hat mit dem Backyard Club (sehr gut an die Autobahn A2 angebunden, leicht zu finden, reichhaltiges Parkplatzangebot in der direkten Umgebung), ausgelegt auf circa 80 Besucher,  ein weiteres kleines Schmuckstück in sein ‚Portfolio‘ dazu geholt.

Der Club passt ideal für Acts, die sich vielleicht vor einer längeren Tour nochmal unter Echtbedingungen einspielen möchten, mal zwischendurch Termine im Kalender in der Woche frei haben, sich noch im Geheimtippmodus befinden, oder auch, oft zu Unrecht, noch nicht der ganz große Zuschauermagnet in hiesigen Gefilden sind. In dieser Hinsicht hat Klemens schon unzählige Male sein feines ‚Näschen‘ bewiesen und Klasse-Acts an Land gezogen.

Die Sean Webster Band, eine der für mich besten zeitgenössischen europäischen Blues Rock Bands, die ich zuvor bis dato schon zweimal live erlebt hatte (u. a. mal auf einem Rheindampfer) bot sich an diesem lauen Abend für eine Stippvisite förmlich an, Sie ist momentan im Begriff, ihr aktuelles starkes Album „Light A Day“ ans Publikum heranzuführen.

Demnach stieg das Quartett, bestehend aus Leader Sean Webster  und seinem niederländischen Begleittrio Floris Poesse, Axel Zwinselman und dem jungen Rob van de Linde (Webster lebt ja auch in Holland) mit dem Opener vom aktuellen Werk „Since I Met You“ folgerichtig in den Gig ein. Der Song beinhaltete eigentlich schon alles, was Sean und seine Gefolgschaft ausmacht; Klasse Melodie, eine energiegeladene Rhythmussektion, Zwinselmans gefühlvolle Keys als Unterfütterung und Websters ‚Mörder‘-Gesangsorgan (Joe Cocker lässt grüßen) in Kombination mit seinem filigranen Les Paul-E-Gitarrenspiel, seine charismatische als auch sympathische Präsenz inbegriffen.

Es wurde letztendlich knapp zwei Stunden in zwei Sets gespielt. Während im ersten Set mehr der Fokus auf  dem neuen Album lag (u. a. mit weiteren Tracks wie „Forever Young“, „Carried Away“ oder „Always Gone“) stand Set 2 mehr im Zeichen die Stimmung  peu à peu zu maximieren, was auch unter anderem mit dem ‚Klassiker „Here Me Now“ (mit Leisespielphase im E-Gitarren-Bridge) und dem überragenden Abschluss „Light A Day“, dem Titelstück vom aktuellen Longplayer, mit einer tollen lautstarken Gesangsinteraktion zwischen Webster und Audienz, bestens gelang.

Die fälligen Zugaben konnten nach dieser stimmungsvollen Publikumsgesangsleistung nicht abgeschlagen werden und so gab es zunächst das melancholische „Your Eyes On Me“ (Webster und Zwinselman allein ohne die Rhythmusleute) und am Ende das feurige „The Heart That Never Waits“, inklusive eines launigen ‚Frage-Antwort‘-Duell zwischen Websters E-Gitarre und Zwinselmans Keys. Kurz nach 22 Uhr verabschiede die begeisterten Anwesenden die Protagonisten des Abends.

Und selbst der ebenfalls schier begeisterte Hausarzt von Klemens, der auch zufällig das erste Mal den Club besuchte, musste eigestehen, dass kaltes Bier trinken, in Kombi mit guter Live-Rockmusik in schöner Umgebung und netten Leuten, vermutlich mehr hilft, als so manche Dauermedikationen als vermeintliche Hoffnungsträger fürs Körper- und Seelenheil…

Line-up
Sean Webster – Lead vocals, electric guitar
Rob van de Linde – Drums, vocals
Axel Zwinselman – Keys
Floris Poesse – Bass

Text und Bilder: Daniel Daus

Sean Webster Band
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Backyard Club Recklinghausen