Dudley Taft – Guitar Kingdom – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

In einem Interview berichtete der US-Blues Rocker Dudley Taft von seinen musikalischen Highschool-Zeiten, als er mit seinem Freund Trey Anastasio (heute Gitarrist der Gruppe “Pish”) eine Band gründete. Seitdem ist die Gitarre sein Lieblingsinstrument. Nach 35 Jahren im Musikbusiness hat Taft sein neues Album daher “Guitar Kingdom” genannt und verbindet damit mehr als einen musikalischen Lebensinhalt.

Für den Songschreiber, Sänger und Gitarristen aus Cincinnati, Ohio, stand bei den aktuellen Aufnahmen diesmal ein eher traditioneller Hard Rock-Sound im Vordergrund, ein Rock’n’Roll-Gebräu aus Zutaten von Alice Cooper bis ZZ Top. Eine Kombination dieser Klangfarben ist gleich zu Beginn bei “Black And Blues” ein standesgemäßer Auftakt für die Scheibe, die mit dem nachfolgenden Titel “Old School Rocking” einen ebenso eingängigen Riff, wie amüsanten Rückblick auf Tafts Jugendzeit serviert. “Oil And Water” schließt sich danach lautstark-krachend unmissverständlich und nahtlos an, ein Blues Rock-Highlight des Longplayers.

Ein kurzer Wechsel in das Balladen-Tempo mit “Still Burning” reicht für Erinnerungsmomente an intensive Impressionen eines Gary Moore, die durch massive Gitarrenpräsenz beim anschließenden Titel-Track wieder in die Hard Rock- Strukturen Taftscher Gangart zurückgeholt werden. So auch “Get Stoned”: von leichten, akustischen Flamenco-Harmonien eingeleitet, entwickelt sich der Song über eine Heavy-Riff Passage zum meisterhaften Pure Rock Track.

Dudley Taft beschreibt seinen Sound als Rock, der aus dem Blues entstanden ist und über eine Seattle (-Grunge) Erfahrung zum Blues zurückkehrte. Ursprüngliche Einflüsse von Freddie King, Albert Collins, Johnny Winter u. a. bilden das Fundament seines Guitar-Based Songwriting. Unüberhörbar bleibt auch auf “Guitar Kingdom” diese bluesige Grundorientierung, die in den zehn Eigenkompositionen tief verwurzelt reflektiert wird.

Dass in einem solchen Kontext natürlich temporeiche Songs im satten Blues Rock Rhythmus ihr Hit-Potenzial entfalten können, zeigen “Favorite Things” – im Stil eines George Thorogood-Klassikers – und “I Want More” in Form eines kompromisslosen, modern-heavy Guitar-Tracks. Eine Hommage erweist Dudley Taft zum Ausklang seinem Blues-Kollegen Tinsley Ellis mit dem Cover “A Quitter Never Wins”, und schafft mit dem Roots Blues Beispiel einen würdigen Abschluss für das ansonsten rockbetonte neue Studiowerk. Wieder mit allen Texten und Infos gut ausgestattet, ist das Booklet ein weiterer Pluspunkt die CD-Version.

“Guitar Kingdom” ist eine autobiographische Produktion, die den Gitarrenindividualisten Dudley Taft in vorwiegend klassischen Rock-Gefilden präsentiert und dabei seine Liebe zu unverkennbaren Blues-Akzenten dokumentiert. “Guitar Kingdom” ist ein Longplayer, der den Albumtitel durchgängig überzeugend und schwergewichtig auf facettenreiche musikalische “Blues-Rock-Leinwände” projiziert.

Eigenproduktion (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Black And Blues
02. Old School Rocking
03. Oil And Water
04. Still Burning
05. Guitar Kingdom
06. Get Stoned
07. Favorite Things
08. Darkest Night
09. I Want More (Wild Young Days)
10. The Great Beyond
11. A Quitter Never Wins

Dudley Taft
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