Scotty McCreery – Rise And Fall – CD-Review

Ich muss zugeben, auch wenn Scotty McCreery jetzt schon über 30 Jahre alt ist, dass ich selbst heute noch, trotz diverser bereits getätigter CD-Reviews und einem Live-Erlebnis mit ihm, Schwierigkeiten in meinem Kopf habe, sein lausbübisches Aussehen, das er sich immer noch bewahrt hat, mit dieser reifen sonoren Stimme in Einklang zu bringen.

Mit seinem neuen Werk „Rise & Fall“, das heute erscheint, zieht der ehemalige American Idol-Gewinner von 2011 jetzt alle Register seines neotraditionalistischen Könnens, ein absolutes Meisteralbum!

Scotty hat zwölf der insgesamt 13 Tracks mit diversen namhaften Co-Writern wie u. a. Brent Anderson, Monty Criswell, Rhett Akins, Bobby Hamrick, Frank Rogers und Aaron Eshuis kreiert, wobei die beiden letztgenannten sowie Gitarrist Derek Wells, sich auch in Sachen Produktion verantwortlich zeichneten.

Die beiden richtig starken Songs „Cab in A Solo“, ein Pathos-umwehter Schwofer sowie das launige Uptempo-Kneipenlied „Can’t Pass The Bar“ (mit David Lee Murphy-Flair) sind für die bis dato getätigte Single-Auswahl sicherlich keine schlechten Optionen (es fällt generell in diesem starken Konglomerat ohne jeden Füller extrem schwer!), ich persönlich hätte allerdings aufgrund der Melodik, Eingängigkeit und den US-getreuen Textthematiken „No Country For Old Men“ (da wird so gut wie alles, was Rang und Namen in der traditionellen Countrymusik hat, inbrünstig gehuldigt) sowie den flotten Ohrwurm „Stuck Behind A Tractor“ (also, wenn das keine Nr. 1 würde, wüsste ich es auch nicht mehr…) eher ins Rennen geschickt!

Ansonsten gibt es neben den bereits erwähnten Liedern eine gelungene Mischung aus fröhlich-rockigeren Nummern wie dem Opener „Little More Gone“ oder „Lonely“ oder „And Counting“, melancholischen Stoff wie bei „Hey Rose“ oder „Red Letter Blueprint“ und dann immer wieder diese hochmelodischen Midtempo-Schwofer der Marke „Fall Of Summer“, „Love Like This“ oder „Slow Dance, die ihren krönenden Abschluss in „Porch“ findet, wo man wirklich das Gefühl authentisch vermittelt bekommt, dass hier die exzellenten Musiker der Nashville-Studio-Szene irgendwo auf einer großen Veranda-Couch sitzen und samt ihren Country-typischen Instrumenten (u. a. Fiddle, Steel, Dobro, Harp) mit Scotty zusammen diesen herrlichen Track zelebrieren.

„Rise & Fall“, der sechste Studio-Longplayer von Scotty McCreery, zeigt ihn in der Blüte seines kreativen und gesanglichen Könnens, da werden die Straits, Sheltons, Turners & Co. schwer durchatmen, das muss man in dieser Gesamtqualität erstmal hinkriegen. Für mich (oder, wenn es nach mir ginge) ein ganz heißer Kandidat für das ‚Countryalbum of the Year‘!

Das Werk wird sowohl in digitaler Form als auch auf CD und Vinyl in den Umlauf gebracht. Zudem wird Amazon eine limitierte Auflage des Albums in Waldgrün auf Vinyl herausgeben.

Triple Tigers (Membran) (2024)
Stil: New Country

01. Little More Gone
02. Cab In A Solo
03. Lonely
04. Can’t Pass The Bar
05. Hey Rose
06. Fall Of Summer
07. Love Like This
08. Slow Dance
09. No Country For Old Men
10. And Countin‘
11. Stuck Behind A Tractor
12. Red Letter Blueprint
13. Porch

Scotty McCreery
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Lime Tree Music

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