Vanesa Harbek & Band – 10.01.2020, topos, Leverkusen – Konzertbericht

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Hatte im Bereich der CD-Reviews bei mir mit Betty Fox bereits eine Blondine den Auftakt vor einigen Tagen bestritten, fiel nun das ‚Ius primae noctis‘ auf Vanesa Harbek, die argentinische Blues-Queen. Diesbezüglich ist natürlich nur der erste abendliche Konzertbesuch des Jahres gemeint!

Die war schon, ähnlich wie vor knapp einem Jahr, mit ihren beiden etatmäßigen Mitstreitern Lukasz Gorczyca am Bass und Tomek Dominik an den Drums, im Rahmen ihrer, sich noch durch den gesamten Januar ziehenden Deutschland-Tour, wieder im urigen Leverkusener topos vorstellig.

Trotz ihrer letztjährigen guten Leistung hielt sich die Zuschauerresonanz, vermutlich mal wieder wegen des wirklich ungemütlichen Wetters, in einem sehr überschaubaren Rahmen. Nur recht wenige, aber auch einige Stammleser unseres Magazins, hatten sich vor der kleinen Bühne und um den Thekenbereich eingefunden.

Vanesa (hatte vom Outfit her die Netzstrumpfhose diesmal gegen eine signalrote Hose mit kniehohen Stiefeln eingetauscht, um den Hals hatte sie wieder u. a. ihre lange rote Perlenkette mit Kreuz, die sich zwischenzeitlich immer wieder auf den Body ihrer Gitarre legte) spielte sich zum Auftakt des zweiteiligen Sets mit dem Standard-Klassiker „Hideaway“ die Finger warm, um dann mit Tracks wie „Rooster Blues“, If You Love Me“, Something’s Got A Hold On Me“, identisch zum letzten Mal, in den Gig hineinzufinden.

Üblicher Bestandteil eines Vanesa Harbek-Konzerts ist natürlich auch, ihrer Heimat Tribut zu zollen, was im Anschluss mit „Vuelvo Al Sur“, einem Lied von Astor Piazzolla, der als Begründer des Tango Nuevo Berühmtheit erlangt hat, und „Vanesca Tango“ (beide mit spanischem Gesang), emotional belegt wurde.

Mit „Hell In Paradise“ wurde dann wieder in englischer Sprache mit einem Ex-Freund ‚abgerechnet‘, der Schunkler „Sitting On A Boat Dog“ und das shufflige „Killing Floor“ (schöner Schlagabtausch zwischen Vanesa und Lukasz im Instrumental-Bridge) beendeten die erste Dreiviertel-Stunde.

Nach der Pause, die für erste Merchandise-Aktivitäten und Getränkebestellungen genutzt wurde, ging es mit „Chitlins Con Carne“ (Bass-Solo Gorczyca) ruhig weiter, um dann aber mit „Pride & Joy“, in Rock’n’Roll-Manier, Gas zu geben.

„Te Extraño Buenos Aires“, „En El Abismo“ und später die bärenstarke Coverversion von „Oye Como Va“ bildeten einen weiteren lateinamerikanischen Part im zweiten Abschnitt. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass beim Umzug Vanesas von der argentinischen Hauptstadt in die deutsche nach Berlin, so ein wenig das dortige feurige Temperament auf der Strecke geblieben ist.

Mit das Highlight für mich persönlich war die brandneue Ballade „Big Love“ (aus der Feder von Lukasz Gorczyca), in der die schlaksige Blondine ein fulminantes E-Solo auf ihrer Stratocaster hinzauberte. Die Eric Clapton-Adaption „Further Up On The Road“ gab am Ende den geplanten Rausschmeißer.

Das Trio wurde aber nicht so einfach in den Feierabend gelassen und musste dann mit einer Klasse-Version von „Proud Mary“ (tolle Tempozunahme im Schlussbereich des Stückes) und dem Blues-Retro-Schunkler „Take A Look At Yourself“ in die Nachspielzeit.

Insgesamt ein ordentlicher Konzertauftakt 2020 mit der sympathischen und engagiert spielenden Vanesa Harbek Band (am Ende hatte die Protagonistin für jeden Anwesenden ein Ohr und ließ sich natürlich auch noch mit so manch rheinischer Frohnatur zusammen ablichten…) , der deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.

Line-up:
Vanesa Harbek (lead vocals, electric guitar)
Lukasz Gorczyca (bass)
Tomek Dominik (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus
Video: Klemens Kübber

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