Troy Gonyea – Click Click Spark – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bereits mit dreizehn Jahren besaß Troy Gonyea seine erste Gitarre und stand schon im jugendlichen Alter mit Bluesgrößen wie Muddy Waters und Buddy Guy zusammen auf der Bühne. Später folgten dann noch gemeinsame Gigs mit so legendären Musikern wie z. B. Booker T. Jones und Kim Wilson. Im Laufe der Zeit wurden ihm deshalb auch Grammy-, Blues Music Award- und Bosten Music Award Nominierungen zu teil.

Mit „Click Click Spark“ stellt Troy Gonyea nun seine neue Live-CD, 2018 aufgenommen in „Nick’s“, einem Club im Retrostil in Worcester, Massachusetts, vor. Insgesamt gehören die neun Stücke des Album sicherlich in die große Schublade des Rock & Roll. Die einzelnen Songs spiegeln allerdings eine enorme musikalische Vielfalt wieder, bedienen sie doch ganz unterschiedliche Spielarten dieser Sparte. Troy Gonyea spannt einen musikalischen Bogen von äußerst flotten Rock & Roll-Nummern im Stil der 50’ger Jahre über schweißtreibende Boogie-Riffs hinweg bis hin zum Slow Blues.

Folgerichtig hat Gonyea seine Band in klassischer Besetzung mit Kontrabass, Keys und Schlagzeug zusammengestellt. Er selbst steuert Mundharmonika, Gesang und natürlich die Gitarre bei.

Nach einer kurzen Ansage geht der Livemitschnitt dann sofort mit dem mitreißenden Rock & Roll-Stampfer („Curl Up And Die“), wie ihn auch Little Richard & Co nicht besser hätten spielen können, in die Vollen. Einen typischen Vertreter des Chicago-Style Blues stellt das sich anschließende ruhigere „That’s Why I’m Crying“ dar, in dem sich Goneya im Mittelteil des Songs regelrecht an seiner Gitarre abarbeitet.

Auch mit dem nächsten Song setzt Troy das geruhsame Setting fort. „As I Am“ ist eine wunderschöne, soulige Ballade, die stellenweise Erinnerungen an Joe Cockers „With A Little Help From My Friends“ hervorruft. Zumindest den älteren unter uns dürfte auch „Bring It On Home“ von Led Zeppelins zweitem Album noch bestens bekannt sein. Troy Goneya interpretiert den Song mit seinem Mundharmonikaspiel auf eine überraschend gelassene Art neu.

Dass er auch die Slide-Gitarre aufs vortrefflichste beherrscht, beweist er im darauffolgenden, mit verzweifelt leidender Stimme gesungenen 9-minütigen Slow Blues „Tell Heaven“, einfach klasse!

„Slop Georgia“, ein rasanter Boogie-Woogie, knüpft wiederum an die Rock & Roll-Mucke der Mitte des letzten Jahrhunderts an. Fetzig und richtig gut zum Abzappeln! Da kommt dann die nächste Nummer („Jumping At Shadows“), ein stimmiger Low Down Blues mit viel Gitarrenwerk, gerade recht, um Kräfte zu sammeln, bevor es mit dem letzten Track des Albums nochmals richtig zur Sache geht. Mit „I Am Feeling So Good“ liefert Gonyea dann zum Abschluss einen ungestümen Boogie zum Niederknien ab.

„Click Click Spark“ ist sicherlich die Quintessenz aus Gonyeas bisherigem Schaffen und allem, was er im Laufe seines Musikerdaseins aus der Zusammenarbeit mit den Großmeistern des Blues gelernt hat. In meinen Augen verdient der Silberling 5 Sterne und eine unbedingte Kaufempfehlung!

Label: Lotus Eater Records (2018)
Stil: Rock & Roll, R&B, Boogie, Blues

Tracks:
01. A Few Words From Our Charming Host
02. (Do The) Curl Up And Die
03. That‘s Why I‘m Crying
04. As I Am
05. Bring It On Home
06. Tell Heaven
07. Georgia Slap
08. Jumping At Shadows
09. I Am Feeling So Good (Owed T‘ Don)

Troy Gonyea

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