Jeff Dale And The South Woodlawners – Blues Power – CD-Review

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Die Amis scheinen wirklich einen Narren an unserem Magazin gefressen zu haben, besonders aus der dortigen Blues-Szene. Diese Woche lagen gleich fünf Exemplare unterschiedlicher Akteure in meinem Briefkasten.

Einer davon ist Jeff Dale, der sich, ich spaße mal, vermutlich, weil er aus dem südlichen Teil Chicagos abstammt, in irgendeiner Form, mit unserem Magazin verbunden fühlt. In seiner Stadt ist er nach vierzig Jahren Leben und Spielen für den Blues eine Institution, hierzulande, behaupte ich mal, werden nur eingefleischte Bluesfans mit seinem Namen was anfangen können.

Nach zwei Alben in den 80er Jahren ist Dale mit den South Woodlawners seit 2009 zugange und hat mittlerweile sechs Platten eingespielt. Produziert hat er sein neues Werk „Blues Power“ zusammen mit Marvin Etzioni (u. a. The Counting Crows, Stephen Stills, Judy Collins).

Was die involvierten Musiker betrifft, muss ich Blues-Banause größtenteils passen, selbst sogar, Asche auf mein Haupt, bei dem Gründungsmitglied von Chicago, Lee Loughnane, der hier bei „Middle Class Moan“ mitplustert.

Lediglich bei den Stücken 8-10 kamen meine grauen Zellen leicht in Wallung, hier sind die Musiker von Hunter And The Dirty Jacks, deren Debüt ich mal vor drei Jahren reviewt hatte, als Unterstützung für Jeff zugange. Ihre eigene Mucke unterscheidet sich allerdings zum hiesigem Treiben enorm.

Die Musik selbst ist dem für die Stadt typischen bläser- und E-gitarrenlastigen Blues auf sehr traditioneller Basis zuzuordnen und, ohne die Metropole zu kennen, wie geschaffen für verräucherte, alkohol-geschwängerte Clubs, falls es heute sowas überhaupt noch gibt.

Meine Favoriten sind der, in Richtung J.J. Grey groovende Opener „Toxic Stew“, die atmosphärischen, mit Streichern versehenen „One Step From A Broken Man“ (Cello) und „Stone Cold“ (tolle Violine) sowie das in J.J. Cale-Manier introvertiert vor sich hin shuffelnde „Black Crow“.

Das Besondere ist vielleicht Dales ziemlich schräg anmutender Gesang (puh, zumindest für meine Gehörgänge), der dem Ganzen eine kauzige, authentische und recht individuelle Note verpasst. Dieser Umstand verleiht der ganzen Sache in jedem Fall Sympathiepunkte. Ich persönlich tue mich, ehrlich gesagt, mit solchem Stoff recht schwer, hier sind am Ende bei „Blues Power“ eher die Puristen, Traditionalisten und wirklichen Kenner der Szene gefragt.

Pro Show Bidness (2019)
Stil: Blues

01. Toxic Stew
02. Good Luck Woman
03. Blues Power
04. Middle Class Moan
05. One Step From A Broken Man
06. Best Kind Of Trouble
07. Stone Cold
08. Let’s Buzz
09. Undercover Man
10. Black Crow
11. Can I Boogie

Jeff Dale And The South Woodlawners
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