Caleb Johnson & The Ramblin‘ Saints – Born From Southern Ground – CD-Review

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Schön ist es immer, wenn das Geben und Nehmen im Leben, in einem gesunden Verhältnis stehen. Daran sollte sich vor allem die kleine superreiche, immer mehr Geld scheffelnde, nimmer satte Bagage in unserem Land, mal ein Beispiel nehmen. Und unsere verehrte SPD schaut freudig, mit sich selbst beschäftigt, seit zig Jahren zu, und wundert sich, warum ihr die Arbeitnehmer in Scharen das Kreuzchen auf dem Wahlzettel verweigern.

In diesem Fall hat sich ein Gewinner bei einer unserer Verlosungen, Markus Heselmeier, bei mir gemeldet und mir als kleines Dankeschön nachträglich, die neue, kürzlich erschienene CD von Caleb Johnson & The Ramblin‘ Saints, „Born From Southern Ground“, ‚warm ans Herz gelegt‘. Eine nette Geste, wie ich finde.

Und Junge-Junge, er hat wirklich recht. Was der Gewinner der 13. American Idol-Staffel hier samt involvierter Musiker und Backgroundsängerinnen (u. a. Audley Freed, Kenny Greenberg, Fred Eltringham, Mike Webb, Tony Lucido, Josh Sawyer, Brennan Dugan, Angela Primm, Gale Mayes, Devonne Michelle) unter der Co-Produktionsregie von Nashville-Musiker Bryan Sutton in Zac Browns Southern Ground Studio, ablieferte, ist atemberaubend.

Was für eine grandiose Gesangsmeisterleistung von dem aus Asheville, North Carolina, abstammenden Protagonisten (phasenweise wie ein Mike Zito oder Warren Haynes auf Speed) und auch der drei immer beteiligten Backgroundmädels, die eine Atmosphäre erzeugen, als wenn ein ganzer Kirchenchor zugegen wäre.

Allein der furiose, episch anmutende Opener „Holding On„, mit der Who-Orgel direkt zu Beginn, den treibenden Drums und E-Gitarren, dürfte selbst Hard Rock-Fans, den Mund wässrig machen. Und dann immer wieder der sich ‚reinstürzende‘, bis in die Spitzen motivierte Gesang, samt der choralen weiblichen Begleitung, herrlich.

Keineswegs solide, aber Gold wert, ist das swampige „Solid Gold“, wieder mit nahezu euphorischen Gesängen und einem tollen Slide-Solo. Wozu eine ‚liebestechnische Unterzuckerung‘ bei Johnson hinführen könnte, beweist das unter heftigen Drums sowie funkigen Gitarren und Keys groovende „Sugar„. Johnson rastet am Mikro förmlich aus. Klasse hier auch die Tempowechsel.

Kommen wir zum Part der Lieder, die gut auch auf das erste Album der Black Crowes gepasst hätten (Calebs Gesang selbstredend ähnlich dem von Chris Robinson). Da wäre zunächst das cool shuffelnde „Born And Raised“ mit dem euphorischen Refrain und die beiden famosen Versionen von „Hanging With The Band“, einmal in ‚Vollmontur‘ und am Ende in einer ‚Stripped Down‘-Geschichte mit Akustikgitarren, viel Slide und Piano (stark wie am Ende die Slidegitarre immer wieder auf den Gesang ‚antwortet‘).

In meiner Jugend hätte die soulige Ballade „Blind“ das Zeug zum Klammerblues auf den einschlägigen Feten gehabt. Nicht zu vergessen das fast metal-artig, vehement stampfende „Ride With The Devil“, das in seinem psychedelischen Finale mit krachenden Speeddrums und sirenenartigen E-Gitarren, kriegerischer Endzeitstimmung gleicht.

Gut, dass Caleb und die Mädels zu Pianoklängen mit der Refrainzeile von „It’s Not The End“, die Gemüter beim anschließenden Lied wieder zu beruhigen versuchen. Ein schöner gospeliger, pathos-getränkter Melodic Rocker mit southern typischer E-Gitarren-Twin-Einlage und Orgelhall zum Schluss.

Caleb Johnson & The Ramblin‘ Saints sollte von jedem, der in der Southern, Melodic- oder Hard Rock-Sparte seine Vorlieben hat, mal ein Chance bekommen. Man erhält eine ultra-engagierte Gesangsleistung eines vokalen Vulkans in tollem Songmaterial, eingespielt von erhabenen Musikern der Nashville-Szene. Das ist bei Gott kein Geschwafel! Zulegen und Staunen! Nochmals herzlichen Dank an Markus Heselmeier für diesen hervorragenden Geheimtipp!

Big Johnson Records (2019)
Stil: (Southern) Country Rock

01. Holding On
02. Solid Gold
03. Sugar
04. Born And Raised
05. Better Off Alone
06. Blind
07. Hanging With The Band
08. Ride With The Devil
09. It’s Not The End
10. Hanging With The Band (Acoustic)

Caleb Johnson & The Ramblin‘ Saints
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