Gary Hoey – Neon Highway Blues – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Schade, dass Gary Hoey hierzulande noch keinen wirklich weitreichenden Bekanntheitsgrad erreicht hat. Dabei ist der 58-jährige US-Amerikaner in den Staaten spätestens seit 1987, als er von niemand geringerem als Ozzy Osbourne entdeckt wurde, eine feste Größe in der Blues- und Blues Rock-Szene. Nebenbei stammen auch zahlreiche Songs aus der TV- und Kino-Welt aus seiner Feder.

Mit seinem neuen Album „Neon Highway Blues“ dürfte sich seine Popularität bei uns aber bald steigern, frönt Gary Hoey doch mit seinen Gastmusikern Eric Gales, Josh Smith und Lance Lopez gekonnt und ausgiebig dem Blues und Blues Rock.

Gleich mit dem Opener „Under The Rug“ geht es mit Unterstützung von Eric Gales und einer eingängigen Grundmelodie ziemlich funky in die Vollen bzw. in die Beine, die gleich darauf wieder mit dem zum Dahinschmelzen schönen Slowblues „Mercy Of Love“ unter Mithilfe von Josh Smith wieder zur Ruhe gerufen werden. „Your Kind Of Love“ ist dann wieder ein beschwingter, gute Laune verbreitender, Shuffle. Gary Hoeys Lieblingssong ist allerdings nach eigenem Bekunden der Chicago Blues „Don’t Come Crying“, bei dem sein Sohn Ian kräftig an der Gitarre mitmischt.

„Still Believe In Love“ klingt stellenweise ein wenig wie Queens „Crazy Little Thing Called Love“ unter Southern-Einfluss. Mit „Almost Heaven“ (zart und melodiös), „Waiting On The Sun“ (nachdenklich und in sich ruhend wirkend) und dem Titelsong „Neon Highway Blues“ (leicht sphärisch) sind außerdem drei reine Instrumentalstücke auf dem Silberling versammelt.

Die sägenden Gitarrenriffs der beiden Songs „I Felt Alive“ und „Living The Highlife“ intonieren eine etwas härtere und im erstgenannten Song auch düstere Gangart. Auf „Damned If I Do“ trifft dies dem Grunde nach auch zu, dennoch ist dies eher ein fetziger Blues Rocker mit Beteiligung und Handschrift von Hoeys Labelkollegen Lance Lopez.

Insgesamt ist Gary Hoeys neuestes Werk musikalisch also breit gefächert mit Einflüssen aus Blues Rock, Chicago Blues und Rock’n Roll. Beim ersten Hören stellt sich zwar das Gefühl ein, alles irgendwie schon einmal gehört zu haben, die musikalischen Feinheiten und auch Fähigkeiten der Musiker offenbaren sich aber erst, wie so oft, bei mehrmaligem und bewussten Anhören der Scheibe. Man möchte sie dann eigentlich gar nicht mehr weglegen.

Provogue – Mascot Label Group – (2019)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Under The Rug (feat. Eric Gales)
02. Mercy Of Love (feat. Josh Smith)
03. Your Kind Of Love
04. Don’t Come Crying (feat. Ian Hoey)
05. Still Believe In Love
06. Almost Heaven
07. I Felt Alive
08. Waiting On The Sun
09. Damned If I Do (feat. Lance Lopez)
10. Living The Highlife
11. Neon Highway Blues

Gary Hoey
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