Ally McMirror – Never – CD-Review

Die Anfänge zu Ally McMirrors Scheibe „Never“ gehen vermutlich ins Jahr 2011 oder noch eher zurück. Da brachten die Herren Fred Zahl und Jimi Jamison unter dem Namen One Man’s Trash eine schöne, sich auch in meinem Portfolio befindliche Melodic Rock-Platte namens „HiStory“ heraus.

Das war mit einer Scheibe aus dem gleichen Jahr in Zusammenarbeit mit Bobby Kimball wohl auch das letzte musikalische Lebenszeichen des legendären Survivor-Sängers, der ja bekanntlich 2014 an einem Herzinfarkt verstorben war.

Da sich die beiden One Man’s Thrash-Stücke „She Shines“ und „Long Time“ auch auf dieser CD in modifizierter Form ebenfalls unter Mitwirkung Jamisons wiederfinden, gehe ich stark davon aus, dass hier Gesangsspuren von damals, mit in die jetzt von Ally McMirror besungenen Tracks hinzugefügt, beziehungsweise integriert wurden.

Kommen wir nun aber zur Protagonistin des Werkes. Hinter Ally McMirror verbirgt sich eine gebürtige Berlinerin namens Ute Spiegel, die lange Zeit als Krankenschwester tätig war, bis sie ihre eigentliche Passion fürs Ranchreiten und Singen entdeckte.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die beste Sängerin im ganzen Land?“ hieß es wohl schon einige Zeit später. Und so wurde sie 2018 von Fred Zahl für die achte Staffel von ‚The Voice Of Germany‘ angemeldet, kam aber mit der Performance von Chers „Heart Of Stone“ allerdings nicht über die ‚Blind Auditions‘ hinaus.

Ihr nun von Fred Zahl komplett eingespieltes und produziertes Debüt „Never“ bietet eine schöne, weitestgehend angenehm ins Ohr fließende Mischung aus melodischem Rock, manchmal mit einem ganz dezenten Countrytouch.

Der Opener „Hellride“ erinnert mich irgendwie an einstige Sachen von Roxette („Joyride“). Sass Jordan, Texas, Eve Selis, Robin Beck, Chrissie Hynde oder Sari Schorr sind weitere Namen die mir beim Durchlaufen der Lieder in den Sinn kommen.

Als Highlights entpuppen sich dann auch die beiden o. a. Stücke mit ‚Jamison-Beteiligung‘, das eingängige balladeske Titelstück „Never“ und besonders die Schlussphase mit den letzten vier Tracks, in der der das Countryfeeling omnipräsenter wird.

Was mir nicht so gefällt, ist die sehr gesangslastige und auch etwas, wie am PC, zusammengestellt wirkende Produktion. Bei Songs wie „I Told You“ oder „Matter Of Passion“ hört sich McMirrors Stimme zudem ein wenig ‚leiernd‘ an.

Trotzdem ist „Never“ eine Platte, die sich insgesamt sehen lassen kann und einen lang gehegten Wunsch der Künstlerin, und zwar Dinge, die man sich erträumt, nicht aufzuschieben, sondern in die Tat umzusetzen, authentisch reflektiert.

Band Line-up:
Fred Zahl: all instruments
Ally McMirror: voice

Starhouse Records (2018)
Stil: Melodic Rock / Country Rock

Tracklist:
01. Hellride
02. She Shines
03. Never
04. I Told You
05. Anyway
06. What If
07. Matter Of Passion
08. Prayer
09. Red Rabbit
10. Long Time
11. Quiet

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