Jason Morton And The Chesapeake Sons – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Um den Sprung ins große Musikbusiness zu starten, haben Jason Morton und seine Band sicherlich festgestellt, dass Nashville, Tennessee, der perfekte Ort hierfür ist. Die lange Country-Tradition hat diese Stadt nachhaltig geprägt und ist für viele aufstrebende Musiker, aufgrund zahlreicher Aufnahmestudios und Konzerthallen, seither noch ein Ort mit magischer Anziehungskraft, der ebenso Songwriter und Produzenten der erfolgreichen US-Amerikanischen Musikrichtung zusammenbringt und immer noch neue, kreative Sounds entstehen lässt.

Für Jason Morton, gebürtig aus Annapolis, Maryland, war Nashville dementsprechend die ideale Stadt, um das Southern-Rock Genre gehörig aufzumischen. Das Debütalbum der vierköpfigen Gruppe hat die dortigen Einflüsse, im Schmelztiegel von Country, Folk, Blues und Rock hörbar aufgesaugt und grenzt sich damit weitgehend von Hard- und Blues-Rock dominanten Southern-Groups, wie Black Stone Cherry oder ZZ Top ab und liebäugelt vielmehr mit melodischen Südstaaten-Rock-Harmonien im Stile Lynyrd Skynyrds oder der Allman Brothers Band.

Am besten ist das auf der gewaltigen Southern-Rock-Hymne „Southern Sound“ gelungen. Der Sieben-Minuten-Track ist die meistertaugliche Songwriting-Perle dieses Longplayers und knüpft fast nahtlos an altbekannte Southern-Hits an, wie z.B. „Sweet Home Alabama“, „Southern Accents“ oder „Ballad Of A Southern Man“. Aber bereits mit dem frischen und modernen Summer Song „Ride All Night“, nimmt uns die Gruppe auf einen spannenden Road-Trip mit. „Matacumbe“ glänzt hingegen mit einem ausgefallenen Schlussteil aus Karibik-Sound und Bläsersätzen und beweist, dass sich die US-Amerikaner auch problemlos in anderen Musikrichtungen wie zu Hause fühlen.

Das balladenartige „One More Night“ erfreut durch eingängigen Refrain, der auch als Stadion Track stimmungsvoll glänzt und geradezu einlädt, die Feuerzeuge hervorzuholen, um im Takt mitzuschwingen. Auf „Round The Corner“ rockt die Gitarre intensiv und auffallend durch den Song. Der frenetische Schrei von Jason leitet die Rock-Ballade „No Time“ ein und das Stück fasziniert in den nachwirkenden Schlussakkorden durch Chor-Gesang, impulsives Gitarrensolo und deutliche Streichersätze.

Die Southern-Rocker durften bereits als Opening Act für Slash oder den Country-Superstar Eric Church mitwirken und haben in Person von Will Edwards einen kongenialen Produzenten gefunden, der ihre Southern-, Blues-, Gospel- und Folk-Einflüsse exzellent zur Geltung kommen lässt.

Jason Morton And The Chesapeake Sons zeigen auf der, zehn Lieder umfassenden Scheibe eine beeindruckende Leistung und verlieren ihre Wurzeln als Working-Class-Band nicht aus den Augen, wie Frontmann Jason Morton anmerkt: „If you want to go get a thousand new fans, go shake a thousand hands“. Es ist zu hoffen, dass sie einen ähnlichen Weg einschlagen können, wie andere Nashville-Acts (z.B. Kings of Leon, The Cadillac Three oder Florida Georgia Line). Selten hat ein Debütalbum mehr überzeugt und begeistert!

Copperline Music Group (2018)
Stil: Southern Rock

01. Ride All Night
02. The Things Iʹve Done
03. Southern Sound
04. Matacumbe
05. I Knew
06. Before It Gets Better
07. One More Night
08. Mexico
09. Round The Corner
10. No Time

Jason Morton
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