J.P. Soars – Southbound I-95 – CD-Review

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Wie schon öfter attestiert, freue ich mich immer, wenn ich mit der Nase auf neue Musik gestoßen werde. So geschehen bei dem in Kalifornien geborenen, in Arkansas aufgewachsenen und seit 1985 in Florida lebenden J.P. Soars, der jetzt mit „Southbound I-95“ sein bereits 4. Studio-Album veröffentlicht.

In seiner Vita wird ein ‚wildes‘ Konglomerat an Einflüssen benannt, die laut seiner eigenen Aussage von T-Bone Walker, Pete Fountain, Louis Armstrong, Guitar Slim, Muddy Waters, Howlin‘ Wolf bis zu Willie Nelson, George Jones, Tito Puente, Black Sabbath, Van Halen und Metallica reichen.

Das merkt man dann naturgemäß auch an dem mit 15 Tracks reichhaltig bestückten neuen Longplayer, wobei allerdings die der Heavy-Faktor der letztgenannten Bands allerdings keine Rolle spielt. Wir bewegen uns im Southern-soulig umwobenen Blues Rock-Bereich (mit vielen Bläser-Einlagen) der traditionellen Schule, der einem in etwa von Leuten wie Paul Thorn, JJ Grey, Josh Hoyer & Co. geläufig ist.

So ausgiebig wie die Trackliste ist auch die Anzahl der beteiligten Musiker, wobei sich neben dem Protagonisten J.P. Soars (lead vocals, guitars, bass), Chris Peet (drums, bass), Travis Colby (keys) und die starke Backgroundsängerin Teresa James, für die Hauptakzente verantwortlich zeigen.

Für kleine vereinzelte Farbtupfer sorgen Musiker wie Paul Des Lauries mit schönem Slide-Solo beim Opener „Ain’t No Dania Beach“, der uns auch bestens bekannte Albert Castiglia mit Gast-Gesang und -E-Gitarrenspiel auf „Deep Down In Florida“, Lee Oskar mit tollem Harp-Solo bei „Across The Desert“ und Scott Ankrom mit jazziger Klarinetten-Einlage während „Go With The Flow“.

Mir gefällt es natürlich am meisten, wenn Soars Southern Rock-Ingredienzien, wie bei „Ain’t No Dania Beach“, der schönen Ballade „Shining Through The Dark“ oder dem, wie eine Mischung aus „Can’t You See“ und „Sweet Home Alabama“ daherkommenden „Troubled Waters“ (mit typischem Piano-Geklimper), miteinfließen lässt. Einzig allein über die Gesamtdauer etwas anstrengend ist sein etwas hölzerner, nörgelnder Gesang im Stile von Leuten wie John Hiatt oder Paul Thorn.

Trotzdem bewegt sich J.P. Soars mit „Southbound I-95“ eindeutig auf dem richtigen Highway. Sein neues Werk ist ein Beweis für mit viel Herzblut zelebrierte musikalische Leidenschaft. Wer einen hier eher unbekannten Musiker mal entdecken möchte, dürfte mit J.P. Soars eine gute Entscheidung treffen.

Soars High Productions (2018)
Stil: (Southern Soul) Blues Rock

01. Ain’t No Dania Beach
02. Sure As Hell Ain’t Foolin‘ Me
03. Southbound I-95
04. Shining Though The Dark
05. The Grass Ain’t Always Greener
06. Arkansas Porch Party
07. Satisfy My Soul
08. Born In California
09. When You Walk Out That Door
10. Deep Down In Florida
11. Across The Desert
12. Dog Catcher
13. Troubled Waters
14. Go With The Flow
15. Sure As Hell Ain’t Foolin‘ Me (Radio Edit)

J.P. Soars
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