Modern Earl – Ameriphonica – CD-Review

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Eine Band, die auf meinem persönlichen Southern Rock-Radar irgendwann, wie aus dem Nichts, aufgetaucht ist, und sich mittlerweile eindeutig in mein Herz gespielt hat, ist zweifelsohne, das ursprünglich Nashville-basierte Quartett von Modern Earl.

Die Männer um ihren Leader Christopher ‚Earl‘ Hudson halten sich aber das En-Gros des Jahres, zwecks Live-Tourens, in unserem Lande auf und spielen sämtliche hiesige Himmelsrichtungen rauf und runter, was peu-a-peu, eine gesunde, immer weiter wachsende Fanbase mit sich zu bringen scheint. Wir erinnern uns zum Beispiel gerne an ihr tolles, gutbesuchtes Open Air-Konzert an der Mülheimer Freilichtbühne.

Zwischenzeitlich hat die Band Freiräume gefunden, um neues Songmaterial zu entwickeln, das jetzt mit dem Titel „Ameriphonica“ unter den Produktions-Fittichen von Larry Chaney (Edwin McCain, Steve Earle, Johnny Van Zant) und Mastering-Spezialist Billy Stull, sicherlich seine zahlreichen Abnehmer finden wird.

Unter dem Motto ‚Qualität statt Quantität‘ liegen jetzt acht brandneue, von Christopher Hudson kreierte Tracks vor. Na ja, eigentlich eher 7 ¼, das gerade mal 44 Sekunden währende instrumentale „Gold Digger Prelude“ dient mehr als Intro für den starken atmosphärischen Southern-Stampfer „The State Of Me (mit schön verschachtelter E-Gitarrenpassage, inklusiv Twin-Spiel).

Das in bester Molly Hatchet-Manier (zu „Flirtin‘ With Disaster“-Zeiten) eröffnende, wüst beslidete „Gone To The Country“ (Hudson singt hier fast wie Danny Joe Brown) wurde von 1,7 Millionen Followern im Classic RockMagazine UK zum ‚Top track of the week‘ votiert. Klasse hier auch das dezent eingestreute Banjo von Ethan Schaffner.

Der in humorvolle Sozialkritik verpackte und deswegen eher launige „Red White And Blues“ wurde mit einem ungewöhnlichen funkigen Zwischen-E-Gitarrenriff ausgestattet. Pathos und Melancholie bestimmen die schöne melodische Southern Soul-Ballade „Caroline“, wieder mit Twin-Parts, Solo und hübschen E-Fills.

Genre-Fans dürften am irgendwo zwischen Blackberry Smoke und frühzeitlichen 38 Special angesiedelten I Wish I Knew“ ihre Freude finden. Die von uns vor kurzem live beleuchtete Texanerin Elizabeth Lee, ist die stimmlich tragende Person bei „Medicate Me“. Hudson stößt hier hauptgesanglich nur kurz dazu und beschränkt sich eher auf die Harmonien. Erwähnenswert sind sicherlich auch Larry Chaneys, wie auch hier, sporadische Orgel-Einlagen, die einzelnen Tracks mehr Tiefe vermitteln.

Als Rausschmeißer wurde richtiger Weise das süffig polternde, tanzbare Mitgröllied „Hooray For The Honky Tonks“ gewählt, das als eines der Stimmungs-Highlight für die kommenden Live-Shows prädestiniert sein dürfte. Eine echte Hymne für passionierte Kneipengänger, ‚Pretty Girls‘ und ‚Cutie Pies‘.

Somit entpuppt sich „Ameriphonica“ (ein achtseitiges Faltblättchen mit allen Texten ist übrigens im DigiPak eingesteckt) als insgesamt kurzweilige Southern Rock-Scheibe klassischster Art, deren Inhalt genug Anreiz bieten sollte, die umtriebig tourenden Herren Hudson, Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander wieder mit einem oder mehreren Konzertbesuchen zu belohnen. Deshalb ein lautstarkes ‚Cheers‘ und ‚Hoorey‘ auf Modern Earls neues Album!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

01. Gone To The Country
02. Gold Digger Prelude
03. The State Of Me
04. Red White And Blues
05. Caroline
06. I Wish I Knew Now
07. Medicate Me (feat. Elizabeth Lee)
08. Hooray For The Honkey Tonks

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